Ballhausplatz

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Wieder Michael Pachter…

Comment: ‚What? Not considering that smartphones don’t have buttons you can play classic Nintendo titles comfortable with is one thing, but telling people movies used to be fourteen years old before they first appeared on broadcast television is a whole other category: I don’t know what he mixed-up here (even months may not work) but „Titanic“ (1997) certainly did not made its first appearance „globally“ in 2011: according to German database OFDb https://ssl.ofdb.de/film/227,Titanic it was on US cable (HBO) at least on April 13, 1999. European pay TV in November the same year and here in Austria on free TV Christmas Day 2000.‘

Update: my comment was removed from SIFTD Games. Another comment which referred to the BBC broadcasting the „Titanic“ movie in 2000 did not. Although I am not only a subscriber to this channel, but also a paying Amazon customer who currently and in the past has subscribed to their endeavors on Twitch. So much about the journalist ethics of Shane Satterfield https://twitter.com/Dinfire and companies Amazon is working with: when Michael Pachter is talking about a very special case like US network television this really should get clarified and not muddled regarding some „global“ coherences. I certainly won’t comment there again: another marked hateful troupe on my imaginary list. Nachlese

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In envy

„Mars doesn’t have it.“
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Zu „Freitag, der 13.“

Kommentar: ‚Als Mensch mit Behinderung hat mich bei diesem Film (mit ihm der Figur des Jason und noch mehr weiterhin dessen Mutter) zusätzlich eine ganz andere soziale Dimension immer beschäftigt: jene der Körper als Basis für Geschlechtlichkeit an sich, sowie die Möglichkeit der Teilhabe an einer Gesellschaft welche genau darüber (über ihre funktionierenden oder attraktiven Körper) konstituiert wird und weshalb vielleicht deswegen so wenig Wert darauf gelegt wird Empathie für die Opfer zu entwickeln. Das anzumerken fände ich gerade in einer Zeit wichtig in der so viel über „Empathie“ und „Privilegien“ dahergeredet wird, aber meines Erachtens nach so wenig (über Marketing/Profilierungsgrößen hinaus) damit wirklich gemeint.

Diese Opfer nehmen gerade als Betreuende ihren Werdegang in dieser bürgerlichen Gesellschaft vorweg: das sind nicht einfach irgendwelche jungen Leute, so wie in anderen Slasher-Filmen (wo vielleicht nur noch zwischen Urbanität und dem Hinterland unterschieden wird), sondern sie unterliegen bereits einer gewissen Hierarchie (Struktur) und werden zudem als ungemein oberflächlich beschrieben – was das ganze Geschnatter über den Sexus mitunter einschließt -, weshalb uns ihr Schicksal aus meiner Sicht so wenig wie möglich kümmern soll: diese relativ „einfache“ Hintergrundgeschichte mit dem Rachemotiv der Mutter und Jason „nur“ als ertrunkenem, in Stich gelassenem Kind (wie potentiell jedes andere, das heißt auch die Opfer) hätte ich dabei gar nicht im Kopf: die Mutter „rächt“ sich wenn dann nicht so sehr für den Tod ihres Kindes, sondern für dessen verhindertes Glück im Leben.


Jason wird (das hat er mit anderen aus dieser Phase des US-„Terror“films durchaus gemein) als mehr oder weniger deformiert beschrieben, ausgegrenzt, einer Lächerlichkeit preisgegeben, höchstens bemitleidet – letztlich chancenlos in dieser Welt. Das ideologisch vor dem Hintergrund bemerkt, dass sich Film oder erzählende Medien zur Gänze im Idealfall nicht in die Rolle der Mächtigen und jenen die mit ohnehin genügend sozialer Kompetenz ausgestattet sind begeben sollten, sondern in jene der Gescheiterten und Ohnmächtigen. Interessant fand ich dabei auch, dass die Figur – das hat sie unter Umständen wiederum mit Michael Myers gemein – im Laufe der Reihe ständig absurder reinkarnierte und damit stets metaphysischer wurde… am Ende eigentlich überhaupt nicht mehr „real“ sein konnte (so wie sie es am Beginn schon eben nicht gewesen war).

Faszinierend an „Freitag, der 13.“ finde ich ökonomisch aufgrund des offenbar anhaltenden kommerziellen Erfolges darüber hinaus schließlich, dass hinter den Filmen demonstrativ so ein großes Studio stand – so iterativ sie waren und verachtet sie von der Filmkritik wurden: anders als etwa „Nightmare on Elm Street“ (Freddy Krueger schaffte es in den Neunzigern sogar in eines meiner Englisch-Schulbücher hier in Österreich) gab es da keine „besseren“ oder „schlechteren“ Teile, sondern alle wurden gleich als (Gewalt-)“pornografisch“ verurteilt und „schlecht“ verstanden – letztlich als Ironie des Kapitalismus geschrieben.‘

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Tokyo Game Show 2021: „Final Fantasy Origin“

Nachdem ich im Juni die erste Demo geladen aber nicht mehr spielen konnte – wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist es zeitlich begrenzte Software für die ich gewöhnlich keine Zeit habe – nun also der zweite Anlauf für die PS5: damals war es nicht ganz klar, ob es Square-Enix mit diesem Produkt von Team Ninja wirklich ernst meint, nun hat es sogar einen Erscheinungstermin (schon im März nächsten Jahres soll es soweit sein).

Dabei ist „Stranger of Paradise – Final Fantasy Origin“ nur ein scheinbarer Anachronismus: das farblos-brutale Actionspiel erinnert an die dunklen Nullerjahre des Mediums, in denen ein Gewaltprodukt das nächste jagte. Ästhetisch erinnerte es mich gleich an das PSP-Remaster von „Type-0“, das ich in gleich beiden Ausgaben (für PS4 und Xbox One) mein Eigen nenne – mit roten Einsprengseln von „Dirge of Cerberus“ (PS2).

Eigentlich erwartet heutzutage ja fast niemand mehr wirklich, dass ein komplett neues großes Videospiel ohne Servicecharakter überhaupt noch produziert wird: bei all den Fortsetzungen, Remaster und Remakes (Ausnahmen wie die beiden singulären Star Wars-Spiele von EA 2019 „Fallen Order“ und 2020 „Squadrons“ bestätigen die Regel). Überraschen können in diesem Bereich höchstens noch bislang unbekannte Studios wie jenes im Falle von „Black Myth – Wukong“. Komplette Neuentwicklungen im Sinne neuer IPs, oder halt wenigstens ganz neue Ableger wie hier, scheinen bei den großen Konzernen gar nicht mehr angesagt zu sein – selbst Sony hat für die PS5 bislang praktisch nichts angekündigt.

Das „Stranger of Paradise“, welches die Digital Foundry da im Sommer noch besprochen hat, wurde seitdem durch einige Farbenpracht, HDR und vor allem weibliche Charaktere in Zwischensequenzen erweitert.

Sicher gibt es „Elden Ring“, Capcom’s „Pragmata“, „Ghostwire Tokyo“ von Microsoft/Bethesda und von Square-Enix noch „Forspoken“, aber diese Projekte sind entweder schon Jahre angekündigt gewesen, oder liegen noch in weiter Ferne. Ein größeres Spiel das plötzlich unangekündigt spielbar wird, sowie dabei traditionellen Mustern folgt, war ein absolutes Novum.

So ganz neu fühlt sich das Spiel zunächst jedoch überhaupt nicht: alles an seiner Technik wirkt wie „Nioh“. Wohlgemerkt das erste „Nioh“ – nicht einmal „Nioh 2“ wird auf der PS5 hiermit erreicht: auch wenn es bunter zugehen mag als noch in der ersten Demo, eine Schönheit wird aus diesem Spiel zweifellos keine mehr.

Um ein Soulslike handelt es sich allerdings ebenfalls nicht: die Menüführung kann an „Final Fantasy XV“ erinnern, vielleicht wegen des ähnlichen Heldengespanns, aber am ehesten fällt es wohl in die Kategorie „undefinierbares Action-Adventure“: so wie mich heuer bereits „Scarlet Nexus“ äußerst positiv überrascht hat. Die Kategorie Rollenspiel oder Action-Rollenspiel reicht dafür aus meiner Sicht jedenfalls auch nicht mehr aus: dafür wird einerseits zu wenig Einheitsbrei geboten und ist es andererseits formal viel zu eigenständig (obwohl traditionell gehalten). Und wo sind heutzutage keine Rollenspielelemente mehr zu finden?

Gesprungen werden kann nicht, eine Exekutionsmechanik erinnert entfernt an die „Gears“, die Missionsstruktur (keine in sich geschlossene Welt) weist bei mir immer die Tendenz auf billig zu wirken und der stete Fokus auf eher ausgeklügelte Kampfsets oder Jobs („Final Fantasy III“ lässt grüßen) statt rudimentären Kampfhaltungen verstärkt den Eindruck, dass die Narration hier keineswegs eben im Vordergrund steht, sondern halt die Kämpfe: sogar der Ausrüstungsbildschirm (es können mehrere komplette Ausrüstungen eingestellt werden was mitunter mühsam erscheint) nennt sich „Kampfeinstellungen“…

Fast scheint es deshalb so, auch die triste Farbgebung bis hin zu einzelnen Farbtönen (rot und blau) wirkt dementsprechend, als ob hier „Versus XIII“ reinkarniert: wer sich noch erinnert, aus dem „männlichen“ Pendant zu „Final Fantasy XIII“entstand letztlich das Open-World-„XV“ – mit einem gänzlich anderen, wesentlich leichteren Tonfall und taghellem Setting. Dafür ist jede Ausrüstung sofort sichtbar und überzeugt das Leveldesign, während das Geschnatter der Protagonisten weiterhin alles andere als zeitgemäß wirkt.

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Zu Lars von Triers letzten drei Filmen

Kommentar: ‚Ich fand und finde diese Referenzen, so beeindruckend sie zunächst sein mögen, in zunehmendem Maße fürchterlich billig und penetrant. Sie erinnern mich mittlerweile an die prätentiösen Zwischentitel von Godard (Trier arbeitete in seinen populärsten Filmen ebenfalls mit Zwischentiteln): egal ob bei der Bluttat die Schweiß, das Schisma von 1054 oder die Architektur von Kathedralen. Wenn sich in „Nymphomaniac“ am Ende der Humanist als Vergewaltiger versucht und das weibliche Geschlecht unaufhörlich weiter malträtieren will, dann war das noch – wohlwollend gelesen – eine „kritische“ Pointe. Doch die Höllenfigur hier, welche in erster Linie als Mentor (für die Gestaltung des Jenseits) fungiert, erfüllt diese Funktion klar nicht mehr.
Das ist alles bereits furchtbar larmoyant, selbstgefällig bis wehleidig: Trier wurde vor zehn Jahren in Cannes selbst Opfer moralischer Gewalt, ja, aber dieser Film gibt auch nur vor nicht moralisierend zu sein. So wie es damals absurd war anzunehmen, dass der Regisseur etwas wäre was er eindeutig nicht ist. Wir wissen quasi, dass Charlotte Gainsbourg heute kaum mehr (in keiner Rolle) das N-Wort ungestraft von sich geben könnte (noch dazu in einem sexualisiert missbräuchlichen, „objektifizierenden“ Kontext) wie das 2013/14 noch weitgehend möglich gewesen ist. So stehen alle drei dieser Filme mit ihren Referenzen gewissermaßen politisch auf verlorenem Posten – und es handelt sich aus meiner Sicht eindeutig um Kunst die politisch sein möchte, dementsprechend verstanden werden. Wir leben in einer unglaublich oberflächlichen Zeit in der grundsätzlich nur wenig Widerspruch zugelassen wird: jedes Wort wird darin auf die Waagschale gelegt, jede „Haltung“, Einstellung, alles Interesse. Ich werde mir zwar alle drei (noch) einmal ansehen, aber ich denke sie bieten nichts an das auf diese Situation auch nur ansatzweise Bezug nehmen könnte, sondern sie sind in erster Linie rückwärtsgewandt im wahrsten Sinne des Wortes: ich bin Historiker, aber es bringt einfach nichts die Vergangenheit mit ihren Eigenheiten und Errungenschaften als Maßstäbe für Bezugnahmen zu verwenden. Schon im Historismus führte dieser Umgang mit Tradition(en) nur zu Nostalgie und Verklärung – die Herausforderungen der Gegenwart werden dadurch lediglich bei Seite geschoben.Interessanter finde ich da schon die Wahl einer naturalistischen Ästhetik, wie sie so noch in keinem Lars-von-Trier-Film zu sehen war (selbst in den Dogma- und von Dogma noch inspirierten Arbeiten nicht): damit sah Matt Dillon teilweise schon wie Michael Rooker in „Henry“ (1986) aus, obwohl der Film weder an Genre anknüpft (obwohl Trier nachweislich kein Gegner davon ist) noch an den sozialen Verhältnissen (seiner Welt, die irgendwo spielen kann) natürlich überhaupt nicht interessiert erscheint.‘

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Kexit suggestiv

Replik: ‚Vom „Kapitalisten“ Fellner bis zu jenem herabgewürdigten Kirchenvertreter gäbe es mittlerweile eigentlich viele welche über die Umgestaltung der Volkspartei empört sein könnten, das heißt von neoliberal bis konservativ auch ÖVP-Klientel. Ich fand das

Interview auch nicht so gelungen, aber aus einem wohl gänzlich anderen Grund: das schriftliche Ergebnis zeigt aus meiner Sicht Leute die für Kurz vor fünf Jahren gearbeitet haben. Dieser brauchte darauf nur reagieren, wie sich dafür zu bedanken.
Thür warf jedoch wenn, dann nur ein „Wissen“ darum vor – doch es geht um weit mehr als das: der Vorwurf hätte lauten müssen, dass informelle Absprachen mündlich erfolgt sind und die Öffentlichkeit so auch nur das Ergebnis dieser präsentiert bekommt.

Darüber hinaus hatte sich Kurz in wenigstens einem Fall (Schmid) mit jemandem eingelassen der auch schriftlich zu kommunikativ war – zumal sich die Leute vor fünf Jahren keineswegs hätten denken können, dass diese Protokolle je öffentlich werden würden.‘

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Next Fest

Letztes Wochenende gab es im Rahmen eines virtuellen Festivals auf Steam wieder die Gelegenheit mehr oder weniger neue, jedenfalls noch nicht veröffentlichte Spiele auszuprobieren: hunderte Titel standen zur Auswahl, welche in der Tat vielfältig war. Ob kuratiert oder nicht, aber sogar einige Sexspiele standen bereit. Hier möchte ich mich auf fünf Entwicklungen beschränken:

Martha Is Dead

Das italienische Studio hinter „The Town of Light“ (2016) überrascht mit enorm hohen Produktionswerten in der Unreal Engine: wieder dreht es sich um die Schicksale von Menschen im Rahmen der Medizingeschichte. Eine junge Frau nimmt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs die Identität ihrer gehörlosen Zwillingsschwester an, die scheinbar ertrank. Eine Reihe äußerst filmischer Sequenzen voller metaphorischer Dissonanzen und technischer Spielereien eröffnet die „Trailer“-Demo, bevor es in die gewohnten Erkundungsspiel-Bahnen des Vorgängers geht. Ein ästhetisch höchstwertiges Erlebnis, das aufgrund manch grausamer Körperbilder aber sicher nichts für Zartbesaitete darstellt und noch heuer erscheinen soll. Allerdings allein dieser Download: über 25GB!

ANNO: Mutationem

Nein kein mutiertes „Anno“ und auch nicht wirklich neu, sondern wieder eine Gelegenheit die Demo dieses Cyberpunk-Abenteuerspiels auszuprobieren, das auch schon von Sony gepusht wurde: diesmal konnte ich sie endlich nutzen. Der schicke „Indie“-Titel in Seitenansicht ist zwar deutlich Anime-inspiriert, dürfte mit seinem Pixelart-Charme aber auch jene ansprechen die „Cloudpunk“ mögen und besticht – ähnlich wie das isometrische Actionspiel „The Ascent“ auf ganz andere Weise – durch aufmerksame Details in einer urbanen Welt, die selbst „Cyberpunk 2077“ mit seinen ständig gleichen Automaten zur Ehre gereichen würden.

Starship Troopers – Terran Command

2000 gab es schon einmal ein auf der Lizenz basierendes, frühes Taktikspiel (Terran Ascendancy) mit Polygongrafik. Nun hat sich, nach „Battlestar Galactica“, Slitherine (Panzer Corps) die Franchise von Ed Neumeier vorgenommen. Direkt auf den Verhoeven-Film zurückgegriffen wird mit Tristar Pictures im Hintergrund zwar scheinbar nicht, aber dafür überzeugen die Comic-Bilder und die literarische Qualität der Texte im Spiel. Das (Original-)Design und die vorgetragene Ideologie treffen den Ton der Vorlage und besser sahen die Animationen der „Bugs“ im Film auch nicht aus: nur die verwendete Technik wirkt vorerst insgesamt noch etwas holprig – gerade im Vergleich zu den perfekt gestalteten Erklärvideos in Spielgrafik. Fehlt eigentlich nur noch, dass als Ergänzung das immerhin akzeptable Actionspiel von 2005 auf GOG.com erscheint.

Tame It!

Die Kommunikation erfolgt im pornografischen „Tame It!“ ausschließlich mittels Emojis und… es funktioniert! Übertragungsprobleme, welche das Genre meistens plagen, können hier somit nicht vorkommen – soviel zum Niedergang der Sprachkultur. Die Ästhetik erinnert entfernt an Erzeugnisse von Ktuhlu Solutions (Perky Little Things). Bemerkenswert auch, dass die wie üblich mühsamen Simulationsszenen optional „vorgespielt“ werden können. Zum Plot: eine Pilotin stürzt mit ihrem einzigen Fluggast auf einem Eiland (no pun intended) ab, das nicht ganz unbewohnt ist.

Who’s Lila?

Gute Frage. Die Hälfte des Bildschirms in diesem Point’n’Click wird gänzlich von fotografischen Gesichtsportraits eingenommen – und alles ist strikt monochrom: der künstlerisch zweifellos anspruchsvollste Titel auf dem Next Fest, den ich gesehen habe. Pixelart ohne Abstraktion oder Reduktionismus, „fotorealistisch“ – wenn man so will…

Es gäbe sicher noch mehr Titel über die gesprochen werden könnte – etwa die ungarische Sitcom „Singles‘ Generation“ oder „Not Tonight 2“, aber hier wollte ich mich eben ausnahmsweise selbst beschränken.

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Neustart bei Konami – Ersteindruck „eFootball 2022“

Ich fühle mich wie Cristiano Ronaldo: nach Intermezzi von jeweils zwei Jahren auf Xbox und PC (Steam) kehrte ich heuer für „Pro Evolution Soccer“ (PES) wieder auf die PlayStation zurück, nur um dort etwas ganz anderes vorzufinden.

Der Namenszusatz der letzten beiden Ausgaben ist zum einzigen Titel geworden, also PES existiert formal nicht mehr. Der traditionelle „Meisterliga“-Modus, der komplexe Singleplayer, wurde komplett gekappt: einem Revival, etwa in Form eines Add-ons, steht zwar grundsätzlich wohl wenig im Weg, aber in dieser Ausgabe (für die Saison 2021/22) wird das zweifellos nichts mehr.

Vor über zwei Jahren kündigte Konami (oben) für heuer eine große Next-Gen-Produktion an, bevor es letztjährig nur mit einem kleinen (aber feinen) Update zum Sparpreis geklappt hat. Im heurigen Sommer wurde dann bekannt, dass es sich um ein komplett kostenloses Produkt handeln wird und damit nur ein Servicespiel (eben ohne „Meisterliga“) veröffentlicht werden: dieses Gratisversionen gab es schon länger – so ganz klar ist immer noch nicht, weshalb auch Konkurrent „FIFA“ von Electronic Arts (EA) mit seinem „Ultimate Team“-Sammelkartenmodus nicht denselben Weg einschlägt, also bei Konami zeichnete sich diese Entwicklung bereits ab nachdem diese „Lite“-Editionen (zunächst in Asien) immer mehr gepusht wurden.

So sieht Lionel Messi in der PS5-Version von „eFootball 2022“ wirklich aus: anders, aber nicht schlecht(er) wie ich finde.

Und das was da Ende September nun pünktlich zur Tokyo Game Show, welche in diesem Jahr – für mich erstaunlich – wieder eine ziemlich große Bedeutung erlangen kann, veröffentlicht wurde, entspricht weniger typischem „Free-to-play“ als vielmehr einer Demo mit Multiplayer-Modus, da sämtliche Monetarisierung (bis auf Vorbestellungs-Optionen) vorerst wohltuend komplett fehlt. Das Servicespiel ist noch völlig im Aufbau begriffen, alles wird erst im Laufe der Zeit hinzukommen.

Soweit so gut und eigentlich vielversprechend, könnte gemeint werden: ein neues Gratis-Fußball für PC, Current- und Next-Gen, wo die EA-Konkurrenz in diesem Jahr bis zu 80 Euro für die Next-Gen-Standardausgabe von „FIFA“ als Startpreis verlangt. Wäre da nicht diese Wahrnehmung: allein auf Steam finden sich mittlerweile an die 15.000 äußerst negativer „Rezensionen“ – eine dementsprechende Berichterstattung folgte umgehend, mit einem Echo bis in Breitenmedien wie den Spiegel hinein, noch bevor der Titel professionell rezensiert werden konnte. Zurecht?

Natürlich nicht. Zunächst fällt das klare, schlanke Design ins Auge: gelb auf blau. Alles was zu PES früher dazu gehörte ist da: der alte, mäßige Kommentar – die verhaltene Musik. Dann bemerke ich die Bombardierung mit Tutorial-Bildschirmen: dieses „eFootball“ will einem das elektronische Fußballspiel tatsächlich neu beibringen, es ist das erste PES in zwanzig Jahren das sich wirklich neu erfinden möchte. Ich fühle mich spontan in meine ersten PES-Erfahrungen 2002 auf der PS2 zurückversetzt, als ich (vom alten „FIFA“-Gebolze kommend) mit diesen grauenhaften PAL-Balken das Passspiel erst mühsam erlernen musste – die Zweikampf-Kamera samt entsprechender Nähe zu den Spielern tut ihr übriges, mich an mein Selbst in jungen Jahren vor der Kathodenstrahlröhre zu erinnern.

Viel wird behauptet, dass es sich nunmehr um ein Mobilspiel (also „Handyspiel“) handeln würde. Das ist richtig und falsch: richtig ist, dass manche Indikatoren daran erinnern mögen. Und dass die Wahl der neuen Technik darauf hindeutet: mit der alten Engine hat Konami einerseits das letzte Andenken an Hideo Kojima über Bord geworfen, andererseits mit Unreal Engine 4 offenbar den Weg für eine Vereinheitlichung der Couch-, Desktop- und Mobil-Varianten seiner Fußballsimulation geebnet – jedenfalls die gut skalierbare, technische Voraussetzung dafür geschaffen. Das Ergebnis ist (vorerst) sicher nicht spektakulär oder unbedingt „besser“ zu nennen, aber auch nicht eindeutig schlechter.

Die Grasdarstellung, welche mich jahrelang grafiktechnisch beschäftigte (auf der PS4 zuletzt halt vor fünf Jahren), ist hier nun endgültig kein Thema mehr – anders als noch beim Next-Gen-FIFA von EA letztes Jahr: das Gras wird mit Unreal Engine 4 hier irgendwie immer gezeigt. EA adaptierte seine Frostbite-Engine für die Sportspiele: das Ergebnis hatte zwar Stärken, aber auch Schwächen – an die Fidelität eines „Battlefield“ reichte es zu keinem Zeitpunkt heran. Ähnlich die Dichte der Luft in den Stadien und der Depth of Field-Effekt (oben im Bild unter Messi in einer Wiederholung zu sehen) in der Widergabetreue: die Beleuchtung mag wie die Spielermodelle zwar insgesamt keine großen Fortschritte gemacht haben, aber einzelne Techniken wirken hiermit deutlich weniger aufgesetzt und wie aus einem Guss. Der standardisierte Unreal Engine 4-Look bleibt unverkennbar vorhanden, dafür liefert er auch insgesamt gute Ergebnisse.

Im Drumherum fehlt war noch fast alles, aber dass es sich um ein verwässertes oder auch nur unvertrautes Gameplay am Platz handelt stimmt auf keinen Fall. Das was neu und anders ist macht sogar die Freude manches erst neu zu erlernen. Die Ballphysik ist ok, die Atmosphäre ordentlich aber weiterhin keine Stärke von Konami, und (der Ausblick) auf die (wenigen) Lizenzen wenigstens nicht schlechter geworden. Ich freue mich auf die Dinge welche da noch hinzugefügt werden. Über den Netzcode kann ich mich noch nicht äußern, da ich noch nicht online gespielt habe, aber das seit jeher relativ robuste Grundgerüst im Hintergrund scheint sich sowieso nicht allzu stark verändert zu haben – Anmeldung und Menüführung unverwechselbar Konami.

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Die Spaltung beim Hauptbahnhof in München

Kommentar: ‚Ich weiß zwar nicht weshalb dieses Video gestern jetzt noch einmal hier veröffentlicht wurde, einen Unterschied zu dem von vor ein paar Tagen habe ich nämlich keinen feststellen können, aber einzelne Passagen darin erinnern mich leider schon wieder sehr an die Transrapid-Rede von Edmund Stoiber.

Im Sinne des Kapitels „Wir Victorianer“ von Michel Foucault glaube ich zwar auch nicht, dass es in der Hinsicht einmal wirklich „offenherzige“ Zeiten gegeben hätte, aber zunächst denke ich grundsätzlich, dass der wesentliche Unterschied zu früher darin zu suchen wäre, dass heute in keinem Gegenüber überhaupt mehr ein Interesse an Sexualität öffentlich angenommen werden kann. Und negativ würde ich das von vornherein gar nicht sehen. Das hat einerseits mit einer gewissen Rücknahme der Heteronormativität zu tun, andererseits mit einem Aufbrechen an Geschlechterrollen und Geschlechtergrenzen – bis hin zu der Tatsache, dass heutzutage nicht einmal ein angeborenes Geschlecht mehr als gegeben hingenommen werden braucht. Und als nicht-konservativer Mensch finde ich das alles (also beide Aspekte) ganz hervorragend und auch beruhigend, dahingehend dass Menschen heute eher so leben könnten wie sie sich (gerade) fühlen.


Fest steht aus meiner Sicht, dass abgesehen von Fragen der Repräsentation das Private im Moment politisch ausgedient hat. Und Sexualität ist in dieser Hinsicht Privatsache – das hat, ganz abgesehen vom „obszönen“ Charakter, einfach nicht zu interessieren: nichts und niemandem – jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Das ist tatsächlich der große Unterschied zu den Anfangszeiten von Alice Schwarzer & Co.

Und die Menschen zogen sich deshalb (wieder) in ihre Privatleben zurück – inklusive entsprechendem Medienverhalten mit Streaming statt Kino und Gesellschaftsspielen statt Theater. Ich nenne diese Entwicklung das Neue Biedermeier.


Erst im Nachhinein ergeben sich aus meiner Sicht dabei die Schwierigkeiten, nämlich wenn es um sexuelles Begehren darin geht. Denn wirklich funktionieren täte das alles nur dann, wenn gleichzeitig auch kein einseitiges (unerwidertes) Begehren mehr präsent sein würde (und damit auch kein unerfülltes Leben mehr): als katholischer Mensch mit Behinderung kann ich auch nicht zustimmen, dass wegen oder mit den sozialen Medien alle „perfekt“ sein bräuchten. Menschen präsentieren sich meiner Einschätzung nach eher nur so wie sie sich selbst sehen, ob das in der Fremdwahrnehmung (für Bekannte oder Außenstehende) zutreffend sein mag oder nicht, sie kommunizieren aber in erster Linie auch nur mit ihren „Freunden“ (jedenfalls freundlich). Das sei ihnen verziehen, aber gerade in den letzten zehn Jahren schienen sich mir die Körperbilder soweit verändert zu haben, dass sich sogar nur mehr jene rechtfertigen bräuchten die keine „Besonderheit“ vorzuweisen hätten und eher traditionelle Schönheitsideale repräsentieren (etwa fit oder schlank sind).

Soviel zur sozialen Basis, denn Respekt wird in der Öffentlichkeit dann wiederum zumindest eher nur jenen entgegen gebracht die begehrt werden, aber nicht jenen die selbst begehren – nicht dem Begehren selbst.

Also „sex-positiv“ etwa eher der „Sexarbeiterin“, aber nicht dem „Freier“. Aus dieser Konstellation ergibt sich aus meiner Sicht das ursächlich gegenständliche Problem, an dem sich alle anderen anhängen. Die sexuelle Fantasie und das sexuelle Interesse sind in dieser Welt die beiden bedrohten Güter, sie sind im anderen das was (jeweilig) nicht respektiert wird (im Sinne des Täter-Opfer-Verhältnisses), wenn das begehrende Subjekt beständig und immerwährend ausgeklammert wird und nur die begehrte Person beim Begehren stets Subjekt bleiben soll. Mit der Verletzung von Menschenwürde als Damoklesschwert, einer lauernden Gefahr im Hintergrund.


Nein, allein die Frage ob ein Kompliment ausgesprochen werden darf, kann in dieser Situation bereits als sexuelle Belästigung wahrgenommen werden, da ein Gegenüber allein über diese Frage bereits als „objektifiziert“ empfunden werden könnte, wobei der Vorwurf einer „Übersexualisierung“ der Welt da vollends mit hineinspielt: die Unterhaltungsindustrie spekuliert zwar immer noch, das heißt auch ein paar Jahre nach #metoo, mit dem Begehren, verklausuliert es aber in zunehmendem Maße zu einem (erwachsenen)pädagogischen Gesellschaftsvertrag voller Vorschriften und Verhaltensregeln in Sachen Übergrifflichkeiten, Missbrauch oder Verführungskünsten – in einer Zeit in der selbst eine einst eigentlich biedere befundene Figur wie James Bond in erster Linie als Vergewaltiger gilt.

Und der Rückgang an öffentlicher Nacktheit hat ebenfalls damit zu tun, dass Nacktheit tatsächlich eher sexualisiert wird als zwischen den späten 1960er Jahren und letzten Zügen in den Nullerjahren der Fall: FKK wurde zum Beispiel in der DDR keineswegs mit Sexualität assoziiert, doch die letzten Jahrzehnte der Awareness forderten ihren Tribut. Der Verdacht dominiert praktisch alles was öffentlich mit Sexualität zu tun hat – keine Freude. Mit (für Sexualstraftäter) aus meiner Sicht absolut widerwärtigen, völlig entmenschlichten und menschenverachtenden Zuschreibungen wie „Raubtier“: das „Hoserl“ welches sich Fredl Fesl dereinst in der unschuldigen Kleinkunst humorvoll gedanklich anzog, ist heute der schlichte Ausdruck eines verabscheuungswürdigen Täters.

Und um am Ende auf meine Erinnerung an Stoiber zurückzukommen: wer gamsig am Hauptbahnhof in München steht und trotz vielfacher Verkehrswege nicht weiß wie die Person zum „Charles-de-Gaulle“ in die Stadt der Liebe gelangen könnte, hat in dieser Welt einfach Pech gehabt.‘ Nachlese

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