Deutschland: „Erster Weltkrieg“ schon für Jugendliche?

Electronic Arts‘ lächerliche Version des Ersten Weltkriegs – mit Panzern, Pferden und Zeppelinen auf einem Schlachtfeld eher eine Mischung aus „Young Indiana Jones“ und antiquiertem David Lean-Murks – hat von der USK eine Jugendfreigabe erhalten. Die PEGI-Einstufung ist noch nicht bekannt, EA scheint der Werbung zufolge dort (bei der resteuropäischen Selbstregulierung) aber ein „ab 18“ beantragt zu haben.

Offenbar wird das Spiel, ähnlich wie jüngst der „Deadpool“-Film, für so wenig „wirklichkeitsnah“ gehalten, dass diese Entscheidung gerechtfertigt erschien. Ich finde das ausdrücklich nicht.

Das letzte „Battlefield“-Spiel mit Jugendfreigabe aus der Hauptreihe ist lange her und war 2006 das futuristische „2142“ – nur für Windows-PCs (eine Mac-Version scheint nicht mehr zu funktionieren). Das erste „Bad Company“ erschien 2008 dafür nur für Konsolen. Angefangen hat die Reihe in Deutschland allerdings ebenfalls mit Jugendfreigaben: „Battlefield 1942“ dürfte 2002 schon der erste im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Shooter gewesen sein, der dort nicht „ab 18“ gewesen ist. Ergänzung: auch „1943“ hat als Download 2009 noch eine Jugendfreigabe erhalten – zusammen mit dem karikaturhaften Cartoon-„Heroes“ (die kurzlebige F2P-Version von „Battlefield 2“ wurde dem Vernehmen nach nicht geprüft).

An der blutigen Ästhetik, die mit „Battlefield 3“ 2011 das zynisch-humoristische „Bad Company“-Doppel aus den Jahren davor ablöste, hat sich heuer meinem Ersteindruck zufolge jedoch ebenso wenig geändert, wie dass EA dafür auf die Integration von Gaskrieg und Co. verzichtet hätte. Nach dem leichtherzig-spaßigen „Hardline“ von zuletzt, das ich im Rahmen von „EA Access“ sehr gern durchgespielt habe, erscheint es mir immer fragwürdiger, warum bei historischen Themen (wie selbst dieser impressionistischen Geschichtsschreibung) im Vergleich zum kontemporären Polizeimilieu in „Hardline“ (das trotz brisantem Setting auch nicht unbedingt ernst gemeint war) mit zweierlei Maß gemessen wird.

Es sind aus meiner Sicht genau solche Entscheidungen welche Produktionen veranlassen werden diesen Weg des geringsten Widerstandes fortzusetzen – schnurstracks in Richtung kultureller Wüste, die mit Allerweltsspielen wie „Overwatch“ kürzlich ohnehin bereits erschlossen wurde: der früher bei Games oft völlig ungerechtfertigte Vorwurf der Kommerzialität bekommt darüber eine ganz eigene, diesmal absolut gerechtfertigte Dimension, wenn neuerdings sogar die Vollpreisprodukte sich anfühlen wie Freemium. Und auch wenn sie inhaltlich konsistent sind, wie etwa ein „Destiny“ schon mit seiner akuten Nicht-Relevanz und ätherischen Gewaltpolitik „verstört“ haben mag, verlieren sie mit ihrer angepassten Nicht-Provokation trotzdem an kultureller Bedeutung. Die Frage ist sicherlich alt, sollte aber nach wie vor gestellt werden: warum bekommt ein simulationslastig-militärisches Spiel wie „Operation Flashpoint“ (2001-11) eine Jugendfreigabe, kritisch-narrative Titel wie „Spec Ops – The Line“ aber nicht, oder laufen – wie „Men of Valor“ (2004) und „Medal of Honor“ (2010) – gleich Gefahr indiziert zu werden?

Die Beta von „Battlefield 1“ jetzt überzeugte mich vor allem sprachlich und technisch – Grafik und Sound entsprechen dem letztjährigen „Star Wars“-Bombast aus dem neuen „Battlefront“. Hinzu kommt, dass sich EA anscheinend linguistisch beraten ließ – so fand zu meiner freudigen Überraschung historisch akkurate Sprache ihren Weg in ein Spiel, dessen Authentizität sich damit aber wieder erledigt hat. Die EinzelspielerInnenkampagne soll zwar ein Episodendrama entfalten, viel bekannt ist darüber ein Monat vor Release aber immer noch nicht – dennoch wohl eher vergleichbar mit „Call of Duty – World at War“ von Activision 2008 als „Valiant Hearts“ von Ubisoft im Gedenkjahr 2014

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Von Gustave Courbet bis Jack Thompson, dem Rechtsanwalt…

Fünf weitere Repliken: ‚Die entscheidende Frage ist doch wieso das was Thompson in den USA, Näf
in der Schweiz, Pfeiffer/Spitzer/Haller in Deutschland und Österreich behauptet/n (haben) nicht als „analyse und kritik“ gelten soll – weshalb das dann weniger rational sein soll. Wenn es Beckstein angeblich schon nur um den Gemeinplatz „Sicherheit“ gegangen wäre…
Die journalistische Behauptung dass das eine „Verbote“ gefordert hätte, während das andere nicht, ist aus wissenschaftlich-historischer Sicht ohnehin unhaltbar, da es etwa in den USA größtenteils um Gesetzesinitiativen ging welche etwa in Deutschland spätestens seit 2003 Realität sind, andere längst darüber hinaus laufen. Diese hat in den USA der SCOTUS mit seiner Bestätigung von Games (vorerst) aus der Welt geschafft – ungefähr zeitgleich als Thompson die Lizenz entzogen wurde.

(…)

„Warum ist das bei der Killerspieldebatte böse, aber bei der Sexismusdebatte gut?“ Gute Frage. Das liegt ziemlich eindeutig an den jeweiligen politischen Hintergründen: Thompson hat aus seiner evangelikalen Gesinnung keineswegs je einen Hehl gemacht,
genauso wie bei Sarkeesian ihre Assoziation/Kompatibilität mit in Nordamerika dominanten Feminismen sogar ihr Programm ist. In den USA herrscht in der Gewaltfrage zudem eine relativ klare Links/Rechts-Dichotomie (Waffengewalt <-> Mediengewalt) und die Gamespresse übernimmt sehr viele nordamerikanische Meinungen
In Deutschland siehts schon anders aus: der „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ war etwa keineswegs konservativ, oder gar rechtspopulistisch orientiert – siehe Mey/Wecker/Werlhof
Kurzum: es geht um das „liberale“ Selbstverständnis, das sich mit Sarkeesian solidarisiert hat – aber nicht mit Thompson. Im Detail ist jedoch auch bei Gewaltdarstellungen eine ähnliche, friedensbewegte und konfliktlösungsorientierte Ablehnung feststellbar.

(…)

„Verschwörungstheorie.“ Die Industrie ist mit den eigenen
Worten eines ihrer „Jugendschutzbeauftragten“ in Deutschland nicht daran interessiert https://vdvc.de/blog/2016/09/03/gamescom-2016-martin-lorber-ea-zum-jugendschutz/
Kann auch persönlich (leider) nur bestätigen, dass es von dieser Seite (ebenfalls) keinerlei Unterstützung gibt (oder diese auch nur zu erwarten wäre). Im Gegenteil: die Industrie ist vielmehr daran interessiert zu beschwichtigen, das heißt Provokationen zu vermeiden oder über Relativierungen lediglich um Schadensbegrenzung bemüht. Das mag dann zwar für jene die es so hören wollen so rüberkommen als ob, aber die Ideen des „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ – etwa in Bezug auf die FH Köln – gehen nicht über andere neokapitalistische Verbandlungen mit Fachhochschulen hinaus…

(…)

Solange Kritik an Sarkeesian (die ihre Arbeit an dem Thema ohnehin längst eingestellt zu haben scheint) nicht anerkannt wird, sondern pauschal zumindest als „reaktionärer Reflex“ verunglimpft, sind alle Einwände mehr als
legitim. Dass es da (auch nur irgend)eine Meinungsverschiedenheit zwischen Interviewer und Interviewten gibt ist auf alle Fälle keineswegs anzunehmen – und gerade das ja das eigentliche Grundproblem: es werden keine anderen Meinungen zu den Themen Sex UND Gewalt transportiert, siehe nebenan wo wieder von „Superbrutalität“ (noch dazu erneut mit Hitler) die Rede ist. Das passt schließlich auch zur reißerischen Ästhetik von Schiffers Sendung(sbewussts)e(i)n
Einwände an der Industrie bleiben moralisch oder repräsentativ reduziert. Aber warum kam es damals zur Spaltung des VUD? Wie unterscheidet sich der BIU von der SPIO usw. Wenn der Herr sich doch auch als Politologe begreift, und nicht nur als Journalist im öffentlich-rechtlichen Interesse…

(…)

„Der Ursprung der Welt“
muss wohl bewacht werden. So what?
Die komische Schiele-Rezeption hierzulande ist allerdings schon ein Sonderfall – das stimmt… Die Musealisierung von Wiener Aktionismus und Co. trug ihr Übriges dazu bei, aber in Deutschland werden Kafka und „unser“ Bernhard schon länger (mit) pathologisiert – das Schielen ins öffentlich-rechtliche Deutschland verschweigt angesichts seiner Twitter-Seilschaften ja auch, dass es hierzulande der Herr Strache gewesen ist, welcher fast als einziger mal praktisch (und halbherzig) ein „Killerspiel-Verbot“ gefordert hat
Wobei in Österreich ja nicht nur (immer noch) ein einheitlicher Jugendschutz fehlt, sondern überhaupt jedwede gesetzliche Grundlage dazu. Trotzdem bleibe ich auch „Feminist“, wenigstens vorerst ^^‘

Der erwähnte neue Videospiel-„Standard“-Artikel mit Adolf Hitler als Aufhänger… Und wieder wird darin wohl eine „Ästhetisierung“ mit unterstellt: „Tötet der Spieler während einer Schleicheinlage einen Soldaten, aktiviert sich der Röntgenmodus und zeigt detailliert, wie Organe mit einem Messer durchstochen werden, Knochen brechen oder Innereien per Faustschlag in tausend Stücke bersten.“ Nur gut, dass sie einem (diesmal – noch) nichts über „Hodentreffer“ im Spiel erzählen. Im „Nahkampf“ und so – der explizite Sexismus in dieser Berichterstattung scheint (samt seinem vermeintliche Voyeurismen abmahnenden pornografischen Blick) vorerst noch in engen Grenzen abgesteckt daher zu kommen – immerhin werden dort keine Frauen viktimisiert…

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Kommentar zu „FIFA 17“

Bei Webedia: ‚Ohne zu wissen wieviel EA sonst zahlt ist das nicht zu beurteilen. Und bei ein paar hundert Teams gehts trotzdem in die Millionen.
Wobei ja leider der Marketing-Etat in der Industrie tendenziell schon größer ist als das Produktionsbudget – und Island da nicht dazuzählen, jedenfalls solange damit keine Werbung veranstaltet wird. Im Unterschied zu Messi, Bayern, Manu und Co.
Gehe jedenfalls nicht davon aus, dass sich EA die Entwicklung eines „FIFA“ jedes Jahr wesentlich mehr kosten lässt als andere Titel – so erfolgreich die Reihe auch ist. Das hat man ja schon daran gesehen wie für Außenstehende scheinbar leichtfertig die UEFA-Rechte fallengelassen wurden.
Die Äußerung wonach aber gerade die kleinen Teams bei „FIFA“ besonders beliebt wären ist natürlich kompletter PR-Blödsinn. Empirisch lässt sich diese Behauptung allein über das öffentliche Matchmaking kaum aufrecht erhalten, wobei selbst bei den großen Teams diese dort wiederum auf eine Hand voll reduziert werden. Genauso wie bei der vorherrschenden Doppelmoral allenthalben von den weiterhin marginalisierten Frauen in diesem Jahr bezeichnender Weise niemand mehr spricht…‘

Nachlese: UEFA, „FIFA 16“

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Polternder Philosoph #7

Das heutige textuelle Suchbild: wer findet, zwischen all den Plattitüden und Präsentationen aus dem Bereich Eigen-Marketing, unvoreingenommen auch nur irgendeinen Unterschied? ‚“Damit gibt die Gamescom allen recht, die Computerspiele nicht als Kunst oder Kulturform sehen wollen, sondern als Vehikel in den Untergang des Abendlandes.“ Originalzitat von Schiffer am Ende eines Textes beim Deutschlandfunk – diese Deutungshoheit,

Bestimmung was als „Kritik“ zu gelten hat, ihr Projekt der Anpassung an „mehrheitsfähigem“ Geschmack und Empfinden vollzieht seit Jahren mittels ganz ähnlicher Strategien Anfeindung, Verhöhnung und Ausgrenzung – wie ich am eigenen Leib feststellen darf: andersdenkende Gamer sollen dabei als Rassisten oder Sexisten diffamiert werden
Über Indies als bessere Spiele AAA-Titel zu beschimpfen nur der Anfang: es gilt fähige, funktionierende Körper und deren Sozialität gegeneinander auszuspielen, allen anderen abwechselnd Unreife oder Wehleidigkeit vorzuwerfen und sich selbst in der moralisch überlegenen Opferrolle zu inszenieren, bevor diese „Militarisierung“ noch schwerere rhetorische Geschütze wie Pathologisierungen oder „Godwin’s Law“ auffährt.‘

Nachlese

Replik(en): ‚Würde diese viel beschworene These vom Generationenkonflikt einen relevanten Gehalt aufweisen, hätten wir heute „belastbar“ eine ganz andere Wahrnehmung von Spielinhalten. Gebe zu: sie klingt gut, aber wenn die Games so etwas wie Rock’n’Roll wären…

Dann wären wir jetzt schon längst in den Achtzigern (die „Debatte“ ist mittlerweile gut dreißig Jahre alt), doch in den Achtzigern war Peter Kraus Teil der „Glücklichen Familie“. Und Pro Sieben setzt ein Counter-Strike immer noch tendenziell ab
Es ist grundsätzlich nicht „fernsehtauglich“: typische Szenen aus AAA-Videospielen würden immer noch Empörung hervorrufen
Was Games erreicht haben eine erwünschte Differenzierung: heute wird zwischen guten und schlechten Spielen stärker unterschieden, was als „gut“ oder „schlecht“ gilt hat sich dabei aber eher nicht verändert – im Übrigen ganz ähnlich wie bei der populären Musik: die Akzeptanz von Heavy Metal oder Hip-Hop immer noch begrenzt, Provokation – weniger Punk – sogar tendenziell rückläufig

(…)

Die Frage bleibt wie eine Publikumsmesse stattdessen anders aussehen müsste. Und übrig bleiben in jedem Fall die dazugehörigen normativen Grundlagen – wie was bei einer Verbreiterung für „junge Männer“ wäre, und was nicht. Angeblich… Repräsentation

Hier werden sich einerseits „junge Männer“ vorgestellt, andererseits wird idealisiert was „Kunst“ wäre – oder eine „Kulturform“ normiert. Warum soll militärischer Inhalt gar einen „juvenilen Charakter“ aufweisen – was ist das überhaupt für eine Logik?
Was den Games fehlt ist ein Festivalzirkus wie ihn die Filmwirtschaft hat, Festivals sind wenn dann No-Budget wie Gamejams, das heißt nicht orientiert am Handel. Aber diese Messen? Der kulturelle Hintergrund ist bei den Messen einfach ein anderer: viele Kreative begreifen sich selbst in erster Linie immer noch als UnterhalterInnen, und eben nicht als KünstlerInnen, wo genau diese Begriffe dabei hinderlich sind – weil sie eben das, wie für die „jungen Männer“, machen was darüber abgelehnt wird.

(…)

Das ist doch eine unglaubliche Finte die so geschlagen wird ^^ Mir wurde etwa schon mehr als einmal sinngemäß an den Kopf geworfen, dass ich mich privat doch nicht mit „diesen Spielen“ beschäftigen werde… Als „educated“ gilt heute eben nur zwischen

„guten“ und „schlechten“ Spielen zu trennen. Alles andere blieb so opportunistisch wie gehabt
Und ich könnte es mir da auch leicht machen und einfach sagen: ich spiele diese „platten, pubertären und sexistischen Gewaltspiele nicht in denen frustrierte Übergewichtige mit Windeln Frauen objektifizieren“, sondern vorzugsweise Indies und „Serious Games“. Mein Steam-Profil bestätigt das meistens sogar noch…
Der Unterschied zu den „Killerspiel“-Vorwürfen von früher ist und bleibt weiterhin marginal, falls überhaupt vorhanden – immer schon völlig unklar welche „Verbote“ gemeint sind. Eine billige Ausrede für politischen Missbrauch: zwischen Neokonservativen und Libertären auf der einen Seite, sowie „Liberalen“ und „Progressiven“ auf der anderen‘

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„Feedback“ zu Christoph Bareither

Wegen Sueddeutsche.de (via VDVC-Forum): ‚“Der Krieg gegen den Terror“ ist ein politischer Slogan seit (nach) 9/11 (gewesen). Für Peter Ustinov war „Krieg“ etwa ein Mittel der Reichen und „Terror“ eines der Armen.
„Counter-Strike“ ist wirklich schon älter: mit seinen Ideen über Bombenlegung und Geiselbefreiungen repräsentiert es ganz und gar nicht das was dieser Slogan impliziert. Und ob Fahnen plakativ verkehrt herum aufhängen, wie in „Spec Ops – The Line“, oder ProtagonistInnen in Opferrollen zu drängen, wie in „This War of Mine“, bei gleichzeitiger Ausblendung deren off-screen erfolgender Taten zwecks des Topos „Überleben“, die Bezeichnung „Antikriegsspiel“ rechtfertigt einfach fraglich. Fraglich auch, ob nicht vielmehr Titel die beim Thema Gewalt über eine funktionalistische Dimension hinausgehen, wie „Manhunt“ oder „Medal of Honor“ – auch Genre-Konventionen brechende, wie „No Russian“ in „Modern Warfare 2“ -, sich nicht stattdessen das Attribut „kritisch“ verdient hätten, anstatt als sensationslüstern, militaristisch, unmoralisch oder spekulativ auch von SpielerInnen-Seite selbst verurteilt zu werden. Alles Inhalte welche in der PR-getriebenen Videospielindustrie von heute aus wohl genau dem Grund ihrer öffentlichen Beanstandung gar nicht mehr hergestellt werden.

Wobei „Killerspiele“ seit jeher auch auf (sportlichen) Wettbewerb reduziert wurden. Und diese Reduktion war keineswegs je hilfreich: im Gegenteil änderte die sozialromantische Vorstellung eines kreativen, konstruktiven oder positiv bewertet kollektiven Umgangs mit häufig inkriminierten Spielen eher nichts an ihrer negativen öffentlichen Wahrnehmung.
Wiederum wurden Vorurteile und Ressentiments diesbezüglich eher verlängert, wenn die Unterteilung zwischen „Mainstream“ und etwa „Indie“-Titeln ihrerseits in Gaming-Communities vielfach zu Anfeindungen von „Call of Duty“-SpielerInnen und Co. führen. Und zu einer höheren Akzeptanz von „Killerspielen“ hat das alles zusammen, diese „empirisch“-normativen Vereinfachungen und die nunmehr in dieser Form vorhandene Repräsentation in Breitenmedien, siehe die unmittelbaren Reaktionen auf München von politischer Seite, eben auch nicht unbedingt beigetragen.‘

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Bei Microsoft wurde gestern nach (nicht unbedingt nur gefühlten) Jahren wieder mal ein neues Kinect-Spiel veröffentlicht…

„Perfect Woman“ ist zwar nicht in Österreich erhältlich, dafür gibts aber ein paar Impressionen vom (US-)Blog des Larry „Major Nelson“ Hryb, dem primären Marketing-Vehikel von Xbox: ‚The world isn’t even close to being ready for ironic post feminism yet. Or, as expressed in my wife’s more prosaic manner: „What the hell do they think they’re doing?“ (…) If you don’t buy it then you are a sexist. (…) Sexism won’t be tolerated here. (…) Or if you do buy it you are a sexist. (…) I don’t even know how to comment on that. (…) How did this pass certification? Is it supposed to be comedy?‘

Amerika anno 2016. Wahlkampfjahr: ein bestenfalls amateurhaftes Videospiel das offenbar vom üblichen Inhalt stereotyper Frauenzeitschriften inspiriert wurde gebiert solch mindestens ebenso stereotype Kommentare. Realsatire pur.

Über… Stereotypisierungen an sich, oder doch nur den üblichen Geschlechterkampf und die ganz gewöhnliche Viktimisierungspolitik samt Zuschreibung von Sexismen? Zwei Beiträge dazu sind sogar gelöscht worden – nein, keine von mir

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PlayStation Store: christliche Symbole für Asien, eines in Nordamerika, noch immer keine in Europa

Vor über einem Jahr berichtete ich davon wie bei Sony satanistische Slogans und Symbole verkauft werden, aber keinerlei christliche Motive repräsentativ zur Auswahl vorhanden sind.

Zeit sich an einem Update bezüglich jener Situation zu versuchen (für die PS3 erscheinen kaum mehr neue Designs und Avatare – lediglich die Vita wird außerhalb Europas noch regelmäßig mit neuen Designs beliefert -, weshalb folgende Informationen ausschließlich für die PS4(-Avatare) gelten): Anlass ist die Veröffentlichung dreier Kreuze gestern in Asien – der christliche Gehalt dieses Friedhofsmotivs ist zwar relativ gering, so habe ich für diesen Zweck auch keine eher zufällig erfolgenden, architektonischen Darstellungen wie Kirchenmotive aus Städten berücksichtigt, aber diese drei Kreuze sind auch nicht die einzigen.

Als Vergleichsmotiv kann etwa der „Native Patterns Monkey – Avatar“ herangezogen werden, der eine ähnliche Stilisierung (und hellblaue Farbgebung) aufweist wie ein ebenfalls seit gestern in Asien angebotenes, christliches Kreuz. Dieses Affengesicht befindet sich an prominenter Stelle im US-Store und etwas versteckt auch das Kreuz, wobei beide dort bereits seit Anfang des Jahres verfügbar sein sollen.

Der Hersteller all dieser Designs heißt 7o Times 7 Design, der verschiedenste Symbole und einfache Designs (teils völlig überteuert) anbietet. Und dieser arbeitet (zumindest eben für die PS4) offenbar nicht mit SCEE zusammen, weshalb seine Produkte nicht in Europa erhältlich sind. Die Folge ist, dass es in Europa weiterhin keine christlichen Symbole zu kaufen gibt: als europäischer Vergleichsmarkt dient mir immer der österreichische. Möglicherweise existieren in christlicheren Staaten Süd- oder Osteuropas doch mehr Symbole von denen ich nichts weiß, weshalb ich für jedes neu entdeckte überaus dankbar wäre.

Nachlese: ‚Die Teufelsanbeter von der PlayStation – Neues zu „Kritik“ und „Moral“‚

Um 21 Uhr MESZ stellt Sony heute in New York übrigens eine (oder gleich mehr als eine) neue PlayStation vor.

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