Menschen mit Eigenschaften

Kommentar (Steam, nicht öffentlich): ‚Hier in den Bergen gilt teilweise noch immer eine Person aus dem nächsten Tal als „fremd“. An Menschen mit anderen Hautfarben kein Gedanke, nicht einmal an relativ abstrakte Ideen wie etwa „amerikanische“ Firmen. Mag unvorstellbar klingen, aber die Globalisierung dringt überall (leider!) längst nicht so durch wie es medial häufig suggeriert wird. Sie korrespondiert auch nicht unbedingt mit dem Bildungsbürgertum: jemand kann durchaus „gebildet“ sein und über so ein Weltbild verfügen.
Ich würde keinen Ismus im Singular denken. „In gefährliche Nähe“ halte ich dennoch für unendlich verharmlosend: sobald einer Gruppe eine Eigenschaft zugeschrieben wird (wie Schuld oder ein Privileg) sind entsprechende Theorien präsent.

Der Rechtspopulismus hat hierzulande ebenfalls mit dem Gedanken an Privilegien jahrelang große Erfolge gefeiert, etwa dass „die Ausländer“ gewissermaßen privilegiert seien indem sie Einheimischen „die Arbeitsplätze“ wegnehmen würden: Solidarität kann viele Gesichter haben.
Nur aus Moden die aus meiner Sicht vorläufig über nicht viel mehr als den Charakter eines sozialen Happenings verfügen, um sich selbst und das eigene Umfeld in das „rechte“ (!) Licht zu rücken, eine Tradition wie das Christentum abzuleiten ziemlich lächerlich. Die Frage nach dem „woher“ finde ich trotzdem selbstverständlich rassistisch – sie kann schließlich auch das nächste Tal meinen.‘

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Neue Widmung

Bis auf Weiteres bleibt dieser Blog Bernell Trammell gewidmet: until further notice this blog remains dedicated to Bernell Trammell.

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Kommentar bei Censored Gaming

Comment: „Why should depictions of Japanese Imperial iconography be less of a problem in China? Chinese people were first and foremost victims of Imperial Japan.“

Replique: ‚Thank you but being a trained historian myself I rather get my information elsewhere (i. e. books).

The channel should point out that „Chinese language versions“ doesn’t necessarily mean video games getting sold in mainland China, and therefore clarify some things. Then I guess there are still some Chinese games getting a release in Hong Kong too without destined to the mainland Chinese market (with no English version in sight).‘

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Zu „Deadly Premonition 2“

Replik: ‚Sehe ich grundsätzlich auch so. Nur kann ich nicht nachvollziehen, weshalb sich das Verhalten des Charakters überhaupt zu eigen gemacht wird – ich kann darin nur einen kommerziellen Zwang im Verhältnis zur Öffentlichkeit (also in der public relation) sehen, der jedenfalls nicht für den Autor spricht.

Ich sehe dabei die Spiele eindeutig in der Tradition von André Breton stehend. Und da geht es gerade darum über das Gefängnis der Identität hinaus zu gelangen, die Grenzen der Repräsentation zu sprengen – hinter sich zu lassen. Auch politische Grenzen: Inhalte können dort, in dieser Tradition, beides sein – „links“ und „rechts“. Liberal und autoritär, progressiv und reaktionär.
Regelrecht absurd anzunehmen, dass sich in dieser Tradition jemand „angemessen“, „sozial gerecht“, verhält. Das ist einfach nicht vorgesehen, aber passt nunmal offensichtlich nicht (mehr) in „unsere“ Zeit.

Genau dort verorte ich das Dilemma: kreative Freiheit wird in dieser Situation der ständigen Rücksichtnahme auf die Gefühle (Bedürfnisse) anderer zunehmend unmöglich. Im Mitgefühl, in der Empathie – sachlich also im „dafür sein“ für etwas oder jemandem (wie in der Umweltbewegung oder dem Antirassismus) -, genauso wie im politischen Kampf „gegen“ einen (strukturellen) Missstand.
Es ist dabei keineswegs inklusiv, oder ein Kennzeichen von Diversität, eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe zu „feiern“. Das zeigt sich etwa im Gegenteil, also am zunehmenden Mangel an Feindbildern: es sind darüber nur wenige akzeptable „Gegner“ in Videospielen übrig geblieben, etwa „Nazis“.

Ganz allgemein (das heißt abgesehen von Grenzüberschreitungen wie bei Sex und Gewalt): bei „Cowboys gegen Indianer“ geht selbst der Typus des „edlen Wilden“ (Karl May) schon lange nicht mehr, Kriminalgeschichten ebenso aufpassen dass sie keine Stereotype bedienen usw. Frauen müssen in passiven Rollen vermieden werden, „Stärke“ stets mit Gruppenidentitäten korrespondieren etc.
Wenn nun selbst vormals relativ abstrakte Begriffe wie „urbane Gewalt“ bereits als überaus belastet erscheinen: ich hatte mir zuletzt etwa überlegt wie ein zukünftiges GTA in so einer Situation noch „Satire“ mit einzelnen gesellschaftlichen Gruppen machen könnte (etwa in Florida) – ohne zu einem Ergebnis zu gelangen, und zwar nicht wegen Trump (weil die „Realität“ angeblich die „Satire“ überholt hätte) sondern weil gewisse Dinge einfach nicht mehr angesprochen werden dürfen.

Nur „Videospiele für alle“ herzustellen zu wollen bleibt dabei so oder so eine Illusion, da niemandem wirklich bewusst sein kann welche Gefühle jemand (!) verletzen kann. Es kann gar niemanden bewusst sein, deshalb bin ich eher dafür Inhalte mit dem Gedanken an niemanden (als Vorbild) zu produzieren: den(n) niemand halte ich jedenfalls für das bessere Ideal.
Wobei ich den Realismus in diesem Medium sowieso für einen Irrtum halte: so kann selbst in regellastigen Spielen wie „FIFA“ jemand durch dauerndes Foulspiel durchaus Erfolg haben. Auch das wäre Gewalt, eine Grenzüberschreitung, unfair und dennoch zielführend. Der Multiplayer von Spielen ist häufig (leider) sogar voll davon.
Ich rede vielleicht zugegebenermaßen (zu) leicht, weil ich an den sozialen Medien gewissermaßen von vornherein nicht teilgenommen habe und ich Leute deren „Agenden“ mir nicht gefallen dort sehr schnell blockiere, ich keinerlei Bereitschaft zeige mich mit denen (sozial) persönlich auszutauschen, aber die momentane Entwicklung kann aus meiner Sicht nur zu einer enormen kulturellen Verarmung führen. Da bin ich in der Tat äußerst (kultur)pessimistisch.

Nachtrag: beispielhaft die Bemerkung, dass sich jemand beim Spielen der Titel des Autors nicht mehr „wohl fühlt“. Sicher existieren auch Wohlfühl-Spiele, aber solche (in dieser Tradition) würde ich keinesfalls dazuzählen.
Ich möchte mich nicht wohlfühlen, wenn ich ein solches Videospiel rezipiere. Ganz und gar nicht. Und das hat nicht einmal nur inhaltliche Gründe, sondern betrifft wenigstens teilweise auch die Technik (wie die Steuerung).
Also Videospiele immer „gleich“ zu bewerten erachte ich dabei als wesentlicher Bestandteil des Problems, dieses überaus schwierigen Umgangs mit der „Norm“.‘

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Zu „NBA 2K21“

Kommentar: *So wie ich das

sehe handelt es sich dabei um die bislang einzige Multiplattform-Neuentwicklung welche heuer noch erscheinen soll. Bei Microsoft wird mit dem Marketing aus der „Smart Delivery“-Kampagne prinzipiell Xbox One-Ware angeboten und wir wissen nichts über PS5-Preise, da noch nichts vorbestellt werden kann und es dafür einen eigenen PlayStation Store geben wird.

In der Vergangenheit waren Sportspiele die dezidiert für neue Konsolen erschienen inhaltlich oft massiv reduziert (zuletzt etwa „F1 2015“), hatten dafür aber eine neue Technik parat. Und hohe Preise so oder so vorhanden.
Also sollte 2K dafür nicht nur Patch-Qualität bringen, würde ich das sogar in Kauf nehmen, wobei sie für den PC dann sicherlich die Version der „alten“ Konsolen abliefern.*

Vorbestellungen von „NBA 2K21“ laufen bei Microsoft vorerst nur für die Xbox One. 2K hat jedoch angekündigt für PS5 und Xbox Series X mehr zu verlangen: die Presse drehte daraus eine Preiserhöhung für die gesamte neue Generation.

Ein Blick auf Amazon.de verrät allerdings, dass dies nicht einmal unbedingt für diese Vorbestellungen (also die physisch möglichen) des Basketballspiels der Fall ist. Etwa für die „Mamba Forever“-Edition – zu Ehren des verunglückten Spielers Kobe Bryant. Alle kosten dort (wegen der neuen niedrigeren Steuer für Deutschland) in Österreich über 100 Euro: ich denke würden höhere Preise nun die Regel werden sollen, das sicher auch in diesem Luxussegment weitergegeben werden.

Wieviel die neuen Geräte selbst kosten werden ist dabei freilich ebenfalls noch immer nicht bekannt: gestern zeigte Microsoft erstmals (mehr) Spiele die ausdrücklich nicht mehr für die Xbox One konzipiert sind.

So wird „The Medium“ des polnischen Bloober-Teams offensichtlich über eine Technik verfügen, welche die SSDs in den neuen Konsolen nutzt und damit Inhalte ähnlich dem neuen „Ratchet & Clank“ von Sony transportieren kann. Wann es mit diesen Spielen (endlich) losgehen wird bleibt vorerst allerdings noch offen: ich rechnete frühestens mit Mitte nächstens Jahres (und „Ratchet & Clank“) damit, aber „The Medium“ soll am PC schon Weihnachten zur Verfügung stehen. Microsoft bietet es (analog zu „NBA 2K21“ nur für die Xbox One) vorerst nur im Rahmen seines Game Pass an. Entgegen der „Smart Delivery“-Politik werden die Redmonder im Microsoft Store demnach dennoch bald ein eigenes Abteil aufmachen müssen – für Titel die nicht mehr mit Xbox One-Konsolen funktionieren werden.

Während Sony zuletzt bereits viele Titel gezeigt hat die nur mehr für die PS5 erscheinen werden, bleibt „NBA 2K21“ bei Microsoft vorerst die große Ausnahme. Zumindest scheinbar: in den vergangenen Jahren machte sich 2K mit Mikrotransaktionen bei ihrem Basketball zunehmend unbeliebter. Die Vorgangsweise führte in der Videospielpresse mittlerweile regelmäßig zu rigorosen Abwertungen. Gut möglich also, dass es sich bei der „Preiserhöhung“ nur um die neueste Schröpfungsaktion des Konzerns handelt und defacto nicht viel mehr als ein kleines Technik-Update dabei herausspringt (nur ohne Zugriff auf die Version der vorherigen Generation), aber wenigstesns ein Teaser-Trailer versprach schonmal viel mehr.

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Vor zweitem Xbox-Event

Heute am frühen Abend europäischer Zeit will Microsoft (nach dem Fokus auf Third-Parties im Mai) vor allem hauseigene Spiele zeigen. Neue Informationen zur Hardware sind unterdessen nicht zu erwarten, wobei einer der Xbox-Launch-Titel („Yakuza – Like A Dragon“, also „Yakuza 7“) seit vor ein paar Tagen auch auf Steam vorbestellbar ist. Beispielhaft für den Trend, welchen Microsoft angestoßen hat: sämtliche Titel werden wohl ebenfalls dort erscheinen. Ein genaues Datum dafür fehlt zwar noch, aber aus der Presse war der November zu vernehmen – viel spricht deshalb dafür, dass dann die ersten Geräte verfügbar sein werden. Dazu passt auch, dass Ubisoft das neue Assassin’s Creed auf diesen Monat verlegt hat – während „Watch Dogs Legion“ nun schon im Oktober erscheinen soll.

Im Einzelhandel wird zusätzlich zu einer Plakette für die neue Konsole „Xbox Series X“ nur noch das „One“ von den Verpackungen oben gestrichen: das neue Watch Dogs erscheint Ende Oktober aber anscheinend noch in der alten*, weshalb es dann noch keine neuen Konsolen geben wird.

Grundsätzlich bedeutet die neue Xbox eine Ausweitung der „Videospiele für alle“-Ideologie: Phil Spencer hatte sich zuletzt äußerst negativ über Exklusivtitel (von Sony) geäußert, worauf naturgemäß hymnische Kommentare der üblichen Verdächtigen Gewehr bei Fuß folgten. Sony hinkt hier ironischer Weise der politischen Korrektheit gewissermaßen hinterher: nach „Death Stranding“, das Kojima über 505 publizieren ließ, wird der erste „echte“ First-Party-Titel von Sony (Horizon – Zero Dawn) bald durch PlayStation Mobile veröffentlicht werden. Ein sicher nicht unlustiger Umstand.

„Death Stranding“ hat dabei zuletzt bewiesen, dass neue Assets nicht unbedingt notwendig sind um am PC dennoch beeindrucken zu können. Es reicht fortschrittliche Technik wie Deep Learning-Algorithmen oder ultrabreite Bildschirmmodi zu unterstützen: ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr Titel wie das erste „The Last of Us“ folgen werden – der Kannibalisierung des Konsolenmarktes wird Sony über diese Dogmatik vermutlich dennoch nur zögerlich folgen wollen, obwohl sie ihr offensichtlich auch zustimmen.

Der Start der neuen Xbox wird dank „Smart Delivery“-Politik jedenfalls einem Soft-Launch entsprechen (nachdem er ursprünglich angeblich schon für den August angepeilt war, ohne dem Virus). All das ergibt durchaus einen Sinn: die neue Xbox entspricht vor allem einem stärkeren PC mit SSD – die Frage wird in erster Linie sein wann sie (trotzdem) die Xbox One-Konsolen aufgeben wollen und mit der neuen Technik somit erst durchstarten können… Nächstes Jahr ist damit jedoch sicher noch nicht zu rechnen.

* Nachtrag: ein kurz vor der Sendung veröffentlichter Trailer zeigte nun doch (wieder) die neue Verpackung.

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Vor neuem Hays-Code?

Zu Wales Interactive auf Steam (nicht öffentlich): ‚Ich bin ja ein großer Fan von Wales Interactive und verfüge über alle ihre (Film-)Spiele: „Dont‘ Knock Twice“ spielte ich sogar dreimal komplett durch. Auf der Xbox, für PSVR und für die Switch.
Dennoch erstaunt es mich sehr, dass sie das zumindest soweit entwickeln konnten: inhaltlich erinnert es mich an „Cam“ (2018) von Daniel Goldhaber (minus dem ganzen Sex). Und den hat sogar Netflix aufgenommen.
Einen Film in dem die Protagonistin etwa wahllos Videospiele für ihren Bruder zusammenkauft – eine der für mich als Videospieler unerträglichsten Szenen die ich je gesehen habe. Ernsthaft.
Als Exploitation würde ich das trotzdem nicht bezeichnen, sondern ganz klar als Kolportage: bereits seit „Watch Dogs“ (2014) dürfte bekannt sein, dass der Stil in der heutigen Zeit höchst unerwünscht wäre wenn es auf Kosten von Gruppen geht welche es der moralischen Mehrheit zu folge zu beschützen gelte.

Dafür feiern etwa Kolportagen gegen Rechte jeglicher Art fröhliche Urständ‘, vor allem im Dokumentarfilm-Bereich. Aber dass das zurückgezogen wurde könnte vor allem auch am geplanten Konsolen-Release liegen (siehe „Super Seducer“). Entwickelt wurde es von FMV Future, den Machern ihres Erstlings „The Bunker“, also die haben schon verschiedene Studios unter ihren Fittichen – mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen und eigenen Ästhetiken: erst kürzlich legte ich mir hier auf Steam übrigens „Poe & Munro“ zu. Das war bis jetzt der erste Titel aus ihrem Umfeld welcher nicht von ihnen veröffentlicht wurde und nicht für Konsolen erschien. Das könnte auch einen inhaltlichen Grund gehabt haben, von dem die Öffentlichkeit nur nichts mitbekommen hat: ganz abschreiben für einen (etwaig verspäteten) Steam-Release würde ich das jedenfalls noch nicht.‘

Ein neuer Produktionscode für Medien müsste sich demnach etwa einer Prüfung unterziehen, ob sich jemand nicht „offended“ fühlt – bezüglich der Person und deren Erfahrungen im Leben. Es wäre nicht nur völlig uferlos, sondern eine noch nicht dagewesene inhaltliche Gratwanderung der moralischen Gewalt des vermeintlichen „Fortschritts“: wobei der Blick auf Netflix hier so oder so weiterhin bemerkenswert erscheint, das heißt die Hypokrisie dieser Plattform allein (und ihrer Publikumsmagneten).

Bezüglich jener Italienerin etwa, deren Familie Opfer der Mafia wurde und welche vor einigen Jahren einen „Kreuzzug“ (sic!) gegen Inhalte startete, die sie als Verherrlichung des organisierten Verbrechens betrachtete, wäre in einer solchen Zukunft die Norm und keine Ausnahme mehr: eine Bigotterie die im momentanen Kampf „gegen“ Bigotterie freilich noch völlig unvorstellbar ist. True Crime über Drogenkartelle korrespondiert mit der Verharmlosung von Drogen jeglicher Art über den Zeitgeist wunderbar, und auf wundersame Weise ist ebenfalls die Psychologisierung physischer Gewalt, die Wahrnehmung von deren „impact“, längst nicht gleich: es gäbe keinen „Tiger King“ würden Auftragsmörder ähnlich verachtet werden wie Vergewaltiger. Wären Menschenverachtung und Fremdenfeindlichkeit annähernd gleich: würde jemand von weit weg einen auch nur entfernt vergleichbaren Opferstatus „zugesprochen“ (!) bekommen wie eine AfD-wählende Nachbarschaft, die „gute Deutsche“ naturgemäß meiden sollen, und die „Opferrolle“ nicht nur (angeblich wie vorgeblich) „suchen“ würden. Wäre Toleranz und Nächstenliebe tatsächlich präsent, oder, zynisch gesprochen: wäre wenigstens Haß(rede) gleich Hass(rede). Und nicht nur die „Akzeptanz“ der eigenen (!) Werte. Die Grenzen des Egalitarismus: Opfer sind nicht gleich Opfer und TäterInnen scheinbar sowieso nicht.

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„Poker Show VR“-Rezension auf Steam

Empfehlung nicht veröffentlicht: ‚Over three years after I’ve refunded this game, I will purchase it again soon. In spite of all the tradition of this genre on the PC, this is still the only real strip poker game on Steam. No „adults only“ zone is actually helping here: with new FMV regulations in place, and virtually (no pun intended) no chance of getting more explicit content, this may very well stay that way.
The continued release of atrocities like the recent „Sex Poker“ paving the way to the garbage dump… The Hungarian company that produced this has a catchy Japanese name and a splashing website, but there’s no information given where they came from or if they’re still in (the VR) business.
In fact just three email addresses and no other information at all. I know they’re not the only ones who initially did amazing things with VR but had to leave development soon behind.

My verdict from 2017 meanwhile stays the same: the aesthetics are certainly above average, as are the production values. Although blurry, its technique of handling the action providing the foundation for a perfect game of chance: „VR Paradise“ or the one scene in „Heavy Rain“ show that it’s very difficult to animate the act of removing clothes outside of FMV, and one of the three models presented here (Britanny) is actually really great too, but there’s just not enough content to qualify this as a recommendation under regular circumstances.
Yet since then they drastically reduced the asking price, and therefore no one should really complain (or be ashamed of) having this in their library.‘ Thread im Forum aufgemacht.

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Zeichen der Zeit

Replik: ‚Prinzipiell werden zwar – wie in dem Fall offenbar – auch lukrative Verträge geschlossen, aber wer auftritt liefert sich immer voll und ganz den Eignern aus… Wer unter Vertrag steht muss spielen (wollen) – so wie beim Fußball: für Unsummen Menschen

„gekauft“. Es handelt sich also um eine höchst autokratische Form des Kapitalismus, die nur eben so mit den „Werten“ welche im Zeitgeist heutzutage vermittelt werden (wunderbar) korrespondiert: niemand braucht etwa mehr von einem ordentlichen Gericht verurteilt zu werden um „sozial“ und medial hingerichtet zu werden. Der US-Präsident ist im Rest der Welt praktisch machtlos, weil er die moralische Mehrheit gegen sich hat usw. Zeichen eines Post-Humanen: 15-18 Hulk Hogan, 17-20 (Bits & Pretzels) Kevin Spacey. Ganz ohne offizielle(s Blacklisting) „Zensurierung“ können Personen des öffentlichen Lebens binnen Minuten (vorübergehend) aufhören zu existieren
Virtuell ihre Leben verkürzt werden, ohne real Freiheit oder Gesundheit zu beeinträchtigen.‘

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Neues zur Gewaltdarstellung

Kommentar: ‚Der Raum ist einer dieser Gemeinplätze welche seit jeher das Medium belasten. Siehe für Deutschland auch uralte Wälzer wie „Computer.Spiel.Welten.“
Nur hat die Rede davon halt auch in der Literaturtheorie schon keine Bände gesprochen, wo sie eine Zeit lang bereits weit verbreitet gewesen ist (ohne Visualität und sogar noch vor dem Hypertext), zu nichts geführt.

Das Bild von Crawford scheint dabei eben noch von „Pac-Man“ oder „Galaga“, seinen eigenen militärischen Konfliktsimulationen oder dem Maze aus der Interactive Fiction geprägt worden zu sein. Später entwarf er narrative (sprachliche) Systeme die davon zwar losgelöst waren, aber wieso soll es sich dabei etwa nicht um Videospiele gehandelt haben?
Konflikt ja, aber statt Raum würde ich eher auf Bewegung setzen: Bewegung braucht nicht auf einen bestimmten Platz verortet zu werden, sie kann sich etwa auf einen geistigen Fluxus (Flow) beziehen. Und aus phänomenologischer Sicht würde ich zusätzlich sogar noch eine dritte Kategorie vorschlagen, nämlich jene der Gestaltung: Titel wie „Minecraft“ konstituieren sich eigentlich weder durch Konflikt noch Bewegung, sondern vielmehr mittels Kreativität. Spätestens seit Will Wright und sein „SimCity“ Ende der Achtziger schon feststellbar. Aber all das macht das Medium natürlich kaum fassbar: da gibt es auf der einen Seite den Wettbewerb (wie bei „Fortnite“), auf der anderen die Erzählung (eigentlich überall), und auf einer dritten wiederum die schiere Schaffenskraft (in bestimmten Bahnen und Ästhetiken versteht sich, siehe aktuell etwa Media Molecule’s „Dreams“).

Und all diese Aspekte der Simulation können dabei Gewaltdarstellungen berühren: es ist einfach unmöglich Gewalt auf die Verletzung, Grenzüberschreitung, zu reduzieren. Der (englische) Sprachgebrauch ergibt keinerlei Sinn, wenn Gewalt auch energetisch eine Kraft/Macht (force/power) meinen kann. Und „Bedeutung“ kann auch anderes erlangen: es bleibt vor allem eine politische Frage, ob möglichst viel oder wenig Fantasien eine Daseinsberechtigung zugesprochen wird, über Legitimität verfügen würden. Und wie es mit den „Phantasien“ so überhaupt gehalten wird: weshalb hätten diese etwa an sich keinen Wert? Finden sie allein (solch große) Ablehnung?

Längerfristig wird es der Psyche kaum zuträglich sein negative Gedanken zu unterdrücken.

Es ist nicht nur antiintellektuell zu sagen „ist nur ein Spiel“, denn das Spiel ermöglicht zunächst Handlungen ohne Personen zu traumatisieren und andere Folgen abschätzen zu brauchen. Wenigstens vordergründig.

Und es zeugt dabei schon von einiger überheblichen Menschenverachtung den Blick davon abzuwenden, das tendenziell los werden zu wollen – bei den offenkundig unerwünschten Spielen.
Die etwa „gewalttätig“ seien oder Gewalt als Selbstzweck „zelebrieren“ würden – welcher Unsinn das alles auch immer wäre. Ja ich weiß schon, Ihr feiert Euch offensichtlich lieber selber. Unter Euresgleichen: alles ganz funktional, sozial abgedeckt und strukturell abgesteckt.
Deshalb lassen SEGA oder Rockstar bestimmte Spiele, welche bei Euch hier in Deutschland früher unter das Gewaltdarstellungsverbot fielen, etwa nicht mehr produzieren, oder lässt sich selbst der Erfolg der Souls-Spiele erklären, auch wenn die noch andere Qualitäten aufweisen, weil „Gewalt“ wenn dann „weh“ tun müsste, idealerweise ein „Masochismus“ wäre usw. Wieder eher im Indie-Bereich Titel mit Permadeath oder Rogue-likes sowieso – der „Herausforderung“ willen: Hauptsache für das ethische Wohlgefühl sei gesorgt, die eigenen moralischen „Kompasse“ und Überlegenheitsdünkel. Gegen alles andere wird sich schon ein zynisches Meme finden, oder ein Grund/Begriff das nicht zu monetarisieren: „man“ bleibt ja unter sich und reproduziert stets die gleichen Gedanken, wenn vielleicht auch mit Jahrzehnten Abstand.‘

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