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Repliken: ‚Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese andauernden Beschimpfungen von Menschen wie mir dann auch stellvertretend für „Zurückhaltung“ stehen sollen? Diffamierung und Denunziation als Kennzeichen von „Intelligenz“ – im Sinne des Autors? Von über

50 Millionen so völlig ausgegrenzten Menschen, die ihn gewählt haben, zu schweigen

Trump bliebe als der mit Abstand liberalste Republikaner im Amt übrig, einer der selbst Zerrbilder wie Ted Cruz verändert zu haben scheint – wäre die Wahrnehmung und das Selbstverständnis von „Anstand“ ein anderes, weniger selbstgerecht und nicht so ureigentlich bigott
Einer mit dem sämtliche Neocon-Warmonger verlustig gegangen sind.

Ganz abgesehen von sonstigen Politiken und Sexualität etwa die Fabrikation von vor ein paar Jahren als Trump jenen NYT-Journalisten, der eine Behinderung an der Hand hat, angeblich verspottet hätte – eine Konstruktion welche völlig jenseits meiner Vorstellungskraft liegt
Hier kann ich so jedenfalls nichts mehr „gut“ finden. (…)

(…) Marxistisch geprägt schon gar nicht die „Alternative“ in Amerika kann ich dabei „gut“ finden, für die am Ende jetzt auch die „linke“ Hoffnung beinhart um jede Stimme warb. Damit der Einfluss von Werbeträgern allerorts ja gefestigt bleibt.

Ein unsagbarer Verrat an der Arbeiterklasse: mit dem eigentlich einzigen alternativen Faktum, dass eine amerikanische Fabrik chinesisch sei – dem Ausverkauf der westlichen Wirtschaft. Die Marken und der intellektuelle Wohlstand Privilegierter übrig.
Während fast gleichzeitig die ebensolchen Werte auf der Straße revisionistisch mit Füßen getreten werden, Denkmäler gott- und gedankenlos gestürzt, der Eindruck von „Stärke“ und Gesundheit einer Geschlechterkonstruktion allein vorbehalten bleiben soll usw.‘

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Zur Stellung der Geisteswissenschaften

Kommentar: ‚Was sind die Voraussetzungen für die Latinistik-Professur in Salzburg? Reicht es (ausnahmsweise) Altphilologe zu sein, oder ist spezifisch dieses eine Fach gefragt? Vielleicht ist gerade in dem Bereich die (Bereitschaft zur) Mobilität nicht hoch

genug? Rätsel in der Finsternis: bietet sich Herr Söllradl selbst an? Ich kenne jedenfalls niemanden der in Latein habilitiert ist.
Dafür weiß ich, dass es anderswo in wesentlich populäreren Fächern der Geisteswissenschaften mitunter schon schwierig war nach zu besetzen.

Nicht nur für den „Kampf“ gegen politisch unerwünschte Alternativen: in einer Gesellschaft welche in erster Linie „Kompetenzen“ ausbilden möchte (STEM this, STEM that), anstatt den Menschen ganzheitlich zu bilden… Und Gewis sind nicht unbedingt für „harte Fakten“ bekannt, so „empirisch“ sie auch immer arbeiten mögen: einerseits gilt Tradition weniger, andererseits erfolgt der Vorwurf des „Relativismus“ oder „Konstruktivismus“ längst nicht mehr nur von katholischer Seite.‘

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Auf der Insel

Kommentar: ‚“Ist“ es nicht vielmehr eher so, dass die meisten Menschen – völlig unabhängig von Covid – in ihrem ganzen Leben überhaupt keine Einladungen auf Privatinseln erhalten werden? Und weshalb wurde nach dem Fall E. die Privatisierung von Inselwerk, so ganz ohne Behördenzugriff, nicht überhaupt eingestellt?
Ja, nach Abschaffung der Blutgerüste – Marie-Antoinette wurde nicht einmal 38 Jahre alt – war die Reduktion der physischen Gewalt zweifellos ein großer Fortschritt für die Menschheit. Wo liegt jedoch der Informationsgehalt bezüglich der ständigen Brutalität dieser sogenannten Fäkalienstürme?
Dieser würde mich nämlich brennend interessieren, nur habe ich in solchen Texten noch je kein Sterbenswort darüber lesen dürfen. Was bitte geht hier vor?‘

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Facebook: Oculus-Info und Hinweis – Stories bitte meiden!

Social Media für Noobs: als jemand der „soziale“ Medien nur dann nutzt wenn an Kontakte und Informationen nicht anders (oder nicht anders so einfach) gelangt werden kann probierte ich kürzlich das „Story“-Feature von Facebook aus. Nicht wieder: kurze Zeit später bekam ich nämlich die Nachricht, dass mein Posting gelöscht wurde. Als zensurbewusster Mensch schwante mir natürlich Übles, doch Facebook dachte sich offenbar nichts dabei (beziehungsweise das Feature korrespondiert diesbezüglich mit Datenschutz und der dazugehörigen Vorstellung eines digitalen Gedächtnisses): nach 24 Stunden werden anscheinend sämtliche Inhalte welche auf diese Weise erstellt wurden einfach gelöscht.

Es besteht zwar die Möglichkeit zur Archivierung, doch diese benötigt eine eigene Aktivierung. Wenn das nicht im Vorfeld extra erledigt wurde geht der Inhalt verloren, dann ist er komplett weg.

In anderer Facebook-Sache warte ich momentan auf die Lieferung meiner fünften VR-Brille, der vierten von Oculus: gleichzeitig zu deren Veröffentlichung wurden die Konten von Oculus und Facebook zusammengeführt – was zur Folge hatte, dass ab dieser zweiten Quest-Brille nun (vorerst) keine Geräte von Facebook mehr in Deutschland veröffentlicht werden. Auch hier in Österreich scheint die Verfügbarkeit momentan noch nicht flächendeckend gegeben zu sein: konkrete Nachricht für meinen persönlichen Fall habe ich zwar noch immer keine bekommen, aber meinen Quellen zufolge sollte es allgemein ab Anfang nächster Woche diesbezüglich besser aussehen.

Worin jetzt der große Unterschied zwischen (früheren) Oculus- und heutigen Facebook-Konten besteht konnte mir der Datenschutz bislang jedoch auch nicht erklären, denn schon die erste mobile Brille von Facebook, die Go, brauchte 2018 eine völlig idiotische Smart-App zu ihrer Einrichtung und Verwaltung. Weder um die Anmeldung der Geräte an sich, noch die Smart-Pflicht als solche, kann es dabei also gehen – diese ärgerlichen Prozeduren und Hindernisse (immer verbunden mit jeder Menge Werbung die seitdem meine iPods ständig bevölkert) haben sich keineswegs geändert. Und gegen den Facebook-Dienst selbst wurde in Deutschland bislang ebenfalls nicht unternommen: im Zweifelsfall sollte ein Facebook-Account doch auch so gestaltet werden können, dass keine persönlichen Informationen darauf sichtbar sind.

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Zu „Children of Dune“ (2003)

Rezension auf Amazon.de: ‚**** Inhaltlich natürlich tadellos, dafür ein technisches Rätsel: mit deutschem Ton wahrscheinlich nur 1080i auf einer Disc

Ich kaufte dieses Produkt 2014 und bekam eine einzige BD mit der Serie im 1080i HDTV-Format darauf (so jedenfalls laut Verpackungsrückseite): klar, denn anders werden viereinhalb Stunden Video mit zwei 5.1-Tonspuren und ein paar Extras auch auf keine normale Double Layer passen. Also dieser Release der zweiten „Dune“-Miniserie ist kein Vergleich mit der aufwändigen Veröffentlichung der ersten durch Alive 2014.
Anläßlich der australischen BD 2018 behaupte eine US-Rezension dennoch diese deutsche Veröffentlichung aus dem Jahr 2013 sei auf 2 BDs erschienen. Das ist in jedem Fall, also nicht nur bei mir, wahrscheinlich falsch und bezieht sich auf das hier sichtbare erste Produktfoto das noch immer von zwei Scheiben spricht (in der Amazon-Produktbeschreibung selbst ist wiederum nur von einer die Rede).

Universum dürfte hier auf billig gemacht haben und hat sich die zweite Scheibe durch eine Umcodierung einfach erspart. Leider finden sich selbst auf Seiten wie der OFDB keine weiteren Infos über etwaige andere Veröffentlichungen von „Children of Dune“ auf Blu-ray durch Universum Film. Als Fan rate ich deshalb sich im Zweifelsfall heutzutage gleich die australische Veröffentlichung zuzulegen, sofern auf den deutschen Ton verzichtet werden kann – auch diese wird nur auf einer Disc ausgeliefert ist aber wohl in 1080p codiert.
Fest steht, dass „Children of Dune“ in HD auf jeden Fall Sinn macht, denn hierfür wurden die Effekte teilweise wirklich hochauflösend gerendert – was für ursprüngliches Fernsehen aus dem Jahr 2003 längst keine Selbstverständlichkeit gewesen ist, sondern eher schon ein absolutes Novum war. Hinzu kommt inhaltlich, dass dieser zweite Dreiteiler trotz geringerer Produktionswerte bei Kamera und Ausstattung die Originalserie wie eine glückliche Fügung ergänzt, die „Dune“-TV-Verfilmungen mit ihrer charmanten Besetzung analog zum wahnwitzigen Dino-De-Laurentiis-Kinofilm (1984) praktisch jedes Jahr immer noch besser werden: der erste Teil behandelt den zweiten Band „Messiah“ und ginge auch als eigenständiger Fernsehfilm durch. Die „Kinder“, also der dritte Band, werden mit Teil 2 und 3 erstmals verfilmt. Schade bleibt, dass die anderen Bände (der schräge „Gottkaiser“ etc.) bislang keinerlei Verfilmungen spendiert bekommen haben, ich hoffe aber irgendwie immer noch dass James McAvoy (der ja jetzt ein großer Star ist) seine Rolle irgendwann wieder aufnimmt (trotz Denis Villeneuve).‘

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Neues zur Rückwärtskompatibilität*

Kommentar: ‚Unfug. Der einzige Titel welcher mir im Gedächtnis blieb (und den ich wohl besitze): „Robinson – The Journey“ von Crytek.
„Wie soll PSVR gestreamt werden“ kann da nur mehr eine rhetorische Frage sein.

Über kurz oder lang wird Sony für „Classic“-Titel erneut zur Kasse bitten. So wie schon auf der PS3 und (!) der PS4. Soviel zur „Unwichtigkeit“ von Rückwärtskompatibilität (und der hiesigen Agenda).
Es wäre zweifellos viel auch gegen Microsoft zu sagen, aber die Redmonder verzichten seit dieser Generation vielfach genau darauf (verwendeten sie im Gegenteil als kleine zusätzliche Einnahmequelle, aber eben so dass sie sogar uralte Discs unterstützten). Sony und Nintendo tun das eben nicht.
Das was Microsoft da zustande brachte mag zwar ein dermaßen erstaunliches technisches Wunder sein, das Sony und Nintendo einfach nicht leisten können (vor allem Sony mit der schwer wiegenden Emotion Engine und dem noch komplizierteren Cell), aber wenigstens Original-PlayStation-Discs sollten (so wie auf der PS3) auch mit der PS4 und der PS5 durch die Bank funktionieren.

Nur stellte auch Microsoft das Programm wegen Unrentabilität wohl (vorzeitig?) ein. Mehr Kompatibilität wird es leider auch bei Microsoft nicht geben – obwohl dort noch sehr viel zu tun wäre. Vor allem Lizenztitel sind davon massiv betroffen, weil die – ja ok, auch höchst unpopulär – einfach nicht wiederveröffentlicht werden.
Erst heute kaufte ich mir deshalb Ersatz für meine Original-Xbox von 2002, weil meine kürzlich ihren Geist aufgab. Nicht „alle“ stimmen dem Zeitgeist zu – wollen ihre Häuser und Wohnungen (für Kind und Kegel) so spartanisch und leer wie nur irgendwie möglich halten, schätzen Streaming deshalb sehr etc.‘

*15. Oktober: zwar war in der deutschen Presse 2017 kurz auch von „Aufwärtskompatibilität“ die Rede, analog zu etabliertem Marketing mit „forwards“ und „backwards“ (bei massiver Werbung) spreche ich hier trotzdem nicht von Abwärtskompatibilität – gerade um bei Microsoft Missverständnisse zu vermeiden. Der Zugang zu Kompatibilität im allgemeinen ist bei Sony (und Nintendo) sicher ein anderer. Dennoch nachträglich dieser Disclaimer.

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„FIFA 21“ für Nintendo Switch…

Kommentar: ‚Nein. „FIFA 21“ auf der Switch „ist“ eigentlich „FIFA 19“: bereits „FIFA 20“ war eine „Legacy“-Ausgabe. Daran sollte es nun wirklich nichts zu deuteln geben – es „ist“ nicht „FIFA 20“, sondern eben „FIFA 19“.
Obwohl ich schon damals (2018) skeptisch war – ich hab mir nur „FIFA 18“ für die Switch gekauft was spieltechnisch, nicht grafisch, auch nicht dem damaligen Stand entsprach (sondern eher FIFA 16/17).

EA macht das für ältere (oder halt nicht so rentable) Konsolen schon seit PS2-Tagen: die PS2 wurde darüber bis „FIFA 14“ (!) unterstützt, also bis zum Start der PS4 (!) 2013 und damit fast fünfzehn Jahre.
Es gab also ein bis zwei Original-Entwicklungen für die Switch. Eigentlich sollte man froh darüber sein, da etwa für die Wii U überhaupt nur ein FIFA („FIFA 13“ mit der Technik aus „FIFA 12“) erschien.
Die Vorgangsweise braucht nicht unbedingt schlecht sein, wie aktuell etwa bei Konami das 2021-Update für PES zeigt. Sie zeigt vor allem wie beliebt die Switch ist.
Und vielleicht erscheint zum Start einer etwaigen „Pro“-Variante der Switch nächstes Jahr ja wieder ein eigenes Spiel.‘

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Personalien: Geschlecht und Abstraktion

Auf Steam (nicht öffentlich): „Ich wäre eigentlich auch dafür das Geschlecht der jeweiligen Abstraktion zu verwenden, nur ist gerade das politisch eindeutig nicht erwünscht: also überhaupt zum Beispiel Institutionen einzelnen Geschlechtern zuzuordnen, wonach die Polizei feminin/weiblich wäre oder etwa das Militär Neutrum. Gerade im Deutschen wirklich sehr vielfältig.
Erwünscht bleibt das jedoch deshalb nicht, weil damit – ob bewusst und ausgesprochen oder nicht – im gegenwärtigen Klima immer die Idee der Menschenwürde dazwischenfunkt, und zwar über jene Vorstellung von Objektifizierungen die sämtliche Darstellungen betreffen welche immer auch gleichzeitig Repräsentationen sein sollen. Alle Benennungen und Zuschreibungen, das heißt auch jene von Abstraktionen wie Institutionen, betrifft das – leider. So einfach und witzig es auch (ganz) anders ginge.“

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„Deja Vu“

Filmkritik: Nicht einmal für Grabsteine war Geld vorhanden

Hierbei dürfte es sich um die ultimative Übung in filmischer Profitmaximierung handeln – auf seine alten Tage hin wandelt Meir Zarchi 2020, bei dem ich mich schon immer gefragt habe womit der sich eigentlich verdingt, somit auf den Spuren von Herschell Gordon Lewis in den frühen Sixties, als Marketing-Experte also, nur dass Effekte hier keineswegs im Vordergrund stehen: für diesen Film brauchen Ästhetiken weder (erst) erfunden zu werden, noch brauchte dafür ein besonderer Aufwand in irgendeiner Form betrieben werden. Nur notdürftige Kreuze kurzfristig auf irgendeinen Friedhof platziert, diverse Fahrzeuge ausgeliehen und ein Stückchen Wald gefunden werden – das übrige Personal fand sich (bis auf Camille Keaton die offenbar extra gefragt wurde) bereitwillig im US-Horrorfundus. No-Budget in Reinkultur und trotzdem Nr. 1 auf Amazon bei den Horrorfilmen (wenigstens in den USA) samt Verkäufen in insgesamt gleich 60 (!) Ländern. Sogar die deutsche FSK spielte mit und winkte den ansonsten menschenleeren Film (der noch vor der Pandemie entstand) durch.
Nun gut: man kann von „Day of the Woman“ (1978) halten was man möchte, aber der Originalfilm ist sicher kein „Trash“ und vielleicht der schönste seiner Sorte. Wesentlich professioneller gemacht als all seine zugegebenermaßen teils wesentlich früher entstandenen „peers“ – wie Wes Craven’s „Last House on the Left“ (1972) – von filmisch hohem Niveau, gestalterisch und handwerklich tadellos die Ästhetik des damaligen New Hollywood transportierend. Die reißerische Werbung für den Film gab da einen großteils falschen Eindruck davon wieder: vielleicht stieß er auch deshalb auf so große Ablehnung, weil sich einige Zeitgenossen – nicht zu Unrecht – dabei an „Annie Hall“ erinnert und deshalb besonders brüskiert fühlten. Und dieser Film? Nichts davon – Diletantismus pur. Und da Zarchi eben beide gemacht hat, jedenfalls seinen Namen am Regiesessel dafür hergab, kann das praktisch kein Zufall sein – ist das so gewollt.
Das fällt besonders ins Gewicht wenn in dieses Machwerk hier zunächst immer wieder (16mm-)Bilder des „ersten Teils“ eingestreut werden: das sieht ungefähr so aus als ob sich die klassische Schönheit Camille Keaton, die mich sowieso immer an Diane Keaton erinnert hatte, in einen ausgesprochen stümperhaften Todd Sheets-Film verirrt hätte. Sollte Michael Haneke mit „Benny’s Video“ am Ende doch Recht behalten?
Bis die ältere Dame im Wald vorbeifährt könnte an eine harmlose Parodie gedacht werden, dann wird aber doch damit begonnen zu enthaupten und zu vergewaltigen. Emotional mitnehmen tut jedoch nichts davon. Ein deutliches Zeichen der Desensibilisierung?
Wohl kaum. Eher eine Folge des Provinztheaters, welches der ganze Film ausstrahlt. Tatsächlich wird hier mehr geredet als sonst was. Alles mögliche scheint erst diskutiert und dann dramaturgisch zurechtgebogen werden zu sollen: Sinn ergibt jedoch nichts davon. Zumindest nicht viel.
Erst Recht nicht der Plot und die Tatsache dass zwischen den beiden Filmen in der Realität über vierzig (!) Jahre liegen: in der Filmwelt scheint diese Zeitspanne nämlich eindeutig nicht vergangen zu sein – einerseits sind die beiden Opfer (das Mutter-Tochter-Gespann) zu alt, andererseits die sich für das „Ergebnis“ des ersten Teils rächenden Hinterwäldler zu jung. Rache zum Abgewöhnen also.

Ich bekomme die Handlung so jedenfalls sicher nicht (mehr) in mein Hirnkastel hinein. Wenigstens spielen alle, ausnahmslos alle, was das Zeug hält und stecken viel Herzblut in ihre jeweiligen Figuren.
Zur Message: Menschen mit Behinderungen in Nebenrollen sind ein staple für den amerikanischen Genrefilm seit „Texas Chainsaw Massacre“ (1974) das sich bis zu „Baywatch“ im Fernsehen weitertradieren lässt. Zarchi will das hier jetzt anscheinend endgültig wissen: ab einem gewissen Zeitpunkt wird der Figur des Herman (dargestellt von Jim Tavaré) die meiste screen time gegeben. Tropen, Konflikte, die ansonsten im Hintergrund passieren würden werden hier plötzlich nach vorn gekehrt – zu viel führen tut ihre Verhandlung allerdings nicht. Ebenso verhält es sich mit dem möglicherweise vorhandenen „Me Too“-Subtext: was möchte uns der Film darüber sagen? Auch hier bin ich mir leider nicht wirklich sicher über die Botschaft, nur soviel dass womöglich auf die „Männer“ vergessen werden soll. Der Haupt-Bösewicht in diesem Film ist schließlich eine „Frau“ die ihren bösen „Mann“ rächen will, warum auch immer, und sich an einer Stelle sogar als Vergewaltigerin versucht: die in „Me Too“ den Frauen zugedachte Rolle als passive Anklägerinnen referiert dieser Film jedenfalls nicht (und somit auch nicht das übliche Bild „starker Frauen“ – was schon viel Wert sein mag). Geboten wird deshalb vor allem ein menschliches Trauerspiel das eigentlich nur beabsichtigt nachdenklich stimmen kann – zumal, und das ist mit das erstaunlichste daran, die Überlänge von zweieinhalb Stunden „Gewaltpornografie“ im Diskurs nichts, aber auch wirklich gar nichts von der gelackten Remake-Trilogie (im konventionellen Stil von Jason Blum) aufweist – außer die Werbung für den Film, welche, einmal mehr, höchst irreführend ist.

*** 7/10

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Zu „Tennis World Tour 2“

Kommentar: ‚Es ist nicht nachvollziehbar ein Spiel zu verteufeln nur weil der Vorgänger (in seinem Ursprungszustand) offenbar sehr schlecht war. Zumal dafür nicht Big Ant verantwortlich gewesen ist.
Ich spiele selbst den ersten Teil (auf der PS4) immer wieder sehr gerne, kenne ihn aber nur fertig gepatcht. Vielleicht sollten Sie so auch diesem nochmal eine Chance geben.

Big Ant hat hier eben nur dieselben Fehler gemacht wie schon bei „AO Tennis 2“ und sie bräuchten dringend eine neue Technik – vor allem die TennisspielerInnen aus dem Editor sehen teilweise echt grauenhaft aus. Ansonsten stellt die neue Aufschlag-Mechanik ein echtes Novum für alle Tennis-Videospiele dar – und „Tennis World Tour 2“ dürfte, als nunmehr gewissermaßen Ableger der „AO Tennis“-Franchise, der erste Titel sein welcher überhaupt sämtliche Abläufe in einem professionellen Tennis-Match visualisiert (wenn auch nur mittels Zwischensequenzen).
Dieser Fokus auf eine gelungene Präsentation (inklusive ordentlicher Simulation des Bodenbelags und sogar von Witterung!) wird nur leider durch die überaus schlechte Technik fast zunichte gemacht und da hier, im Vergleich zu „AO Tennis“, außer dem Player-Editor keine Editoren vorhanden sind besteht das Gefühl es fehlt etwas an Kreativität und wirkt alles recht lieblos. Die Karriere ist grundsätzlich aber auch viel besser als man meinen möchte und besticht mit witzigen Details wie Geld für Videospiel-Lizenzen.
Ob man die Aufschläge und die (kurzen) Big Ant-Rallies mag bleibt vor allem Geschmackssache.

Man mag von Publisher Nacon (vormals BigBen) halten was man möchte, aber seine (Billig-)Produktionen sind manchmal wirklich besser als ihr Ruf (das trifft auch auf die „WRC“-Titel zu).
Schließlich zu den vielgelobten älteren Tennisspielen, welche diesbezüglich häufig als (besserer) Vergleich herangezogen werden: ja, das erste „Top Spin“ auf der Original-Xbox war, unter der Ägide von Microsoft, wirklich das größte Tennisspiel das je publiziert wurde – aber die Nachfolger, so sehr sie mich jeweils erfreuten und ich sie durchwegs exzessiv spielte, verkamen (mit Ausnahme von „Top Spin 3“ das aber gleich wieder unpopulär wurde) zu brutalem Gewalttennis. Vor allem jedoch „Virtua Tennis“, das ich gelegentlich auf meiner Dreamcast oder 360 immer noch anwerfe, mag ich heutzutage kaum mehr spielen – da ist mir jedes dieser kleinen, vielgescholtenen Nacon-Spiele, trotz ihrer niedrigen Produktionswerte, noch lieber. Zumal es im Indie-Bereich (Tennis Elbow) leider keine besseren Alternativen gibt.‘

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