Polygon hat mich gesperrt…

Wie ich soeben erfahren habe wurde ich, offenbar schon im April, von Polygon ausgesperrt. Als Grund wird ein Kommentar zu Sexualität in „Fire Emblem“ angegeben, mit dem ich die gesamte Community dort beleidigt hätte – wobei mir unterstellt wird, ich hätte mich dafür extra registriert ^^ Bei Facebook? Ja sicher…

Nachzulesen ist er jedenfalls weiterhin hier. Sollte mir das auf einer österreichischen Publikation einmal passieren, werde ich um eine Anzeige jedenfalls nicht herumkommen: alles lasse ich mir sicher auch nicht gefallen. Sich gegen Diskriminierung und Hassreden zu engagieren, darauf hinzuweisen, in sein glattes Gegenteil zu verkehren, nur um das eigene Selbstverständnis einer Publikation wo das (im Februar) eindeutig und nachweislich geschehen ist dabei nicht zu beschädigen – meine Daten und Zeugnisse liegen alle auf…

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Letzte Stellungnahme beim VDVC

Wieder zu einer wenigstens indirekt angenommenen Vielfalt. Replik: ‚Das noch zu wiederholen ändert nichts daran, dass darüber ein Diskurs erst gar nicht stattfindet. Das ist bestenfalls die Rezitation einer eigenen Selbstgerechtigkeit, derselbe Egoismus welcher den „Ego-Shootern“ für gewöhnlich vorgeworfen wird. Und damit wird eben kein Ausbruch von Vorbehalten verhindert, keine Vielzahl an Ressentiments eingedämmt, angegangen, nicht einmal herausgefordert.
Das Problem ist nicht der „Kölner Aufruf“, oder die „Arbeiterfotografie“, sondern alles was sonst publiziert wird und sich vom „Kölner Aufruf“, oder der „Arbeiterfotografie“, trotzdem kaum unterscheidet. Im Gegenteil: Texte wie dieser
http://www.deutschlandfunk.de/gamescom-2016-es-dominieren-immer-noch-martialische-ego.720.de.html stoßen in genau dieselbe Richtung. Etwas anderes existiert in der Öffentlichkeit gar nicht mehr: früher gab es wenigstens noch Beschwichtigungsversuche, ich denke da etwa an Mathias Mertens, aber selbst diese Zeit ist längst vorbei. Der einzige Unterschied liegt in der Sprache und/oder vereinzelter Wortwahl.

Doch wo bleibt dann die Nicht-„Polemik“: wo sind die Inhalte aus „Killerspielen“, aller traditionell inkriminierten Videospiele, tatsächlich erwünscht, anerkennt etc.? Das alles, diesen Anpassungsprozess, zu ignorieren, oder tendenziell gleich zu leugnen, die weitaus größere „Polemik“.
Es ist bestenfalls ein Nebeneinander-Vorbeireden, im deutschsprachigen Raum politisch flankiert zwischen BuPP in Wien, etwa relativ aufgeschlossener oder besonders restriktiver CSU-Programmatik in Bayern, und der BPjM in Berlin. Dasselbe gilt für „Killer-Games“ in der Schweiz: alles andere als ein Gespräch auf Augenhöhe, sondern ein Immer-wieder-nur-noch-weiter-Ausgrenzen (im schlimmsten Fall perfider Weise noch verpackt als Pseudo-Inklusion), angefangen bei GamerGate (ein gegenseitig Fertigmachen-Wollen, zwischen vorgeblich „konservativ-reaktionären“ und angeblich „liberal-progressiven“ Kräften).
Den Ton geben weiterhin in die Jahre kommende Intellektuelle wie Haller oder Schwarzer an. Der Rest ist Schweigen und/oder schon Zustimmung.

Doch was geschieht wenn diese „kritischen“ Stimmen erst verstummen, ungeachtet eines sich wie auch immer eingebildeten Generationenkonflikts? Welche Selbstdarstellung kommt dann – in der nächsten (Internet-)Generation?
Welches Vakuum entsteht dann? Verzögerung schafft keine substantielle Klarheit – weder inhaltlich, noch ideologisch, oder wissenschaftlich.‘

Nachlese –

Zweite Replik, vom 26. August: ‚Diejenigen welche gegen „Killerspiele“ auftreten lehnen für gewöhnlich auch die Psychoanalyse ab. Das verläuft analog zu einer Ablehnung von „Pornografie“: gut herausgearbeitet hat das dort schon vor Jahren Laura Kipnis.
Widersprüchlich ist eher, dass dabei dennoch auf empirische Forschung zurückgegriffen wird – als Beleg für ihre Thesen, zwecks „Beweisführung“ – denn ihr Denken, siehe die anti-aristotelische LaRouche-Bewegung (etwa mit Dave Grossman), wendet sich für gewöhnlich auch gegen positivistischen Realismus: ich gehe deshalb aus ideologiekritischer (und wissenschaftstheoretischer) Sicht zunehmend davon aus, dass ihre Forschung nur Mittel zum Zweck ist und sie eigentlich wissen, dass sie nichts taugt und beliebig verwendbar ist. Sie glauben aber, und meiner Meinung nach zurecht, dass sie ihre politischen Ziele wenn dann nur darüber erreichen können.

Denn Grundlage ihres (platonischen) Denkens ist eben ein idealistisches Menschenbild, in dessen Zentrum Konzepte wie Unschuld und Würde stehen. Figuren wie Friedrich Schiller oder Jean-Jaques Rousseau werden dort hoch gehalten, neben Ideologen wie Anton Semjonowitsch Makarenko. Wobei sich die (neo)liberale, kapitalistische Welt dagegen verschworen hätte – sie hätte sozusagen (erst) damit begonnen, die Jugend zu verderben: meiner Meinung nach ist das, ihr Denken, aber keineswegs „extrem“, sondern über Ideen aus dem Wellness-Bereich, Dispositive (im Sinne von Deleuze) in Zusammenhang mit Gesundheit und Sicherheit, wunderbar kompatibel mit dem was heutzutage im Mainstream sonst noch präsent ist.

Also etwa sonst in den Zeitungen so drinsteht, vor allem im Feuilleton. Deshalb habe ich vorgeschlagen sich eher darauf zu konzentrieren, als sich immer wieder nur selbstgerecht gegen den „Kölner Aufruf“ und Co. zu wenden.
Und Hintergrund ist das was allgemein als „Werterelativismus“ bekannt ist. Dessen Ablehnung kann religiöse Gründe haben, es können aber auch andere Ideale dahinter stehen – über den Marxismus etwa alles das als „dekadent“ begriffen wird.‘

Dritte und letzte Replik (27. August): ‚(…) sehe das eben (…) so, dass kein Diskurs stattfindet – sowieso nie stattfand, sondern – aus Sicht der „Medienkritik“ – auf der anderen Seite höchstens Beschwichtigungen oder Rechtfertigungen standen. Es ist jedoch so, dass heutzutage nicht einmal diese mehr zu erwarten sind, da nach der Verbreiterung oder Diversifikation des Mediums in den letzten Jahren sich beide Seiten zunehmend vermischt haben. Diejenigen welche beim Rundfunk oder in den großen Zeitungen einen Platz (teilweise sogar eigene Ressorts) gefunden haben und der spielenden Zunft angehören vertreten jedenfalls größtenteils ganz bestimmte „Haltungen“ – sie wollen dass etwa Indies auf Messen ein Vorzug gegeben wird, gegenüber dem Geschmack der Masse: unliebsame Spiele in der Repräsentation/Sichtbarkeit zurückgedrängt werden sollen, weil sie dort „stören“ – den nützlichen, „guten“ Spielen usw. sogar Schaden zufügen würden.
Und ich finde, ich dränge sogar darauf und fordere: das sollte berücksichtigt werden! Es ist in der Situation einfach absurd so zu tun, als gäbe es weiterhin nur die Leute um den „Kölner Aufruf“ welche unliebsamen Spielen am Zeug flicken.
Wesentlich sind heutzutage die Gebotsforderungen, nicht die Verbotsforderungen – und erst recht nicht irgendwelche verschwörungstheoretischen Spinner die da schreien, sondern das sind – teilweise ganz prominente – Gesellschaften mit Macht und Einfluss, die es sich auf Twitter und Co. gemütlich gemacht haben und ihre Einstellungen sich von niemandem, garantiert niemandem, streitig machen lassen. Wesentlich sind diese meinungsbildenden Pop-Autoritäten, auf die vor allem auch viele Gamer hören. Ist deren Manipulationsgehalt, sind deren einfache Losungen und ist ihr Populismus: und denen wird es wahrscheinlich gelingen werden, über kurz oder lang, alle Spiele welche die nicht haben wollen aus der Welt zu schaffen. Zumindest so weit an den Rand zu drängen, dass sie im Jahresrhythmus nicht mehr relevant erscheinen. Sogar mit Hilfe vieler Gamer, denn die Ressentiments gegen etwa „Call of Duty“ und Co. sind schon länger unüberhörbar. Und am Ende nennen diese ihr getanes Werk dann zynisch noch – ein bisschen so wie beim Vollverschleierungsverbot/Gesichtsgebot – „Liberalisierung“.

Wobei die Hermetik im Zuge dessen ebenfalls brüchig wurde. Nur ein Beispiel: früher konnte beobachtet werden, dass etwa auf Weiß vor allem Regionalzeitungen eingestiegen sind – jetzt wurde er doch zum Focus eingeladen? Und nicht als Teil eines Panels, sondern als alleiniger Repräsentant von, ich sage mal, bestimmter Anliegen gegen einen Vertreter der Videospiele – Anliegen die sich über all die Jahre nunmal nicht geändert haben. Dort hätte er sich, noch dazu, sogar als „Verbotsgegner“ präsentiert – hat es zumindest geheißen, sollte ebenfalls im Forum nachlesbar sein.
Ich finde das alles könnte schon zu denken geben, wobei ich mit selbstgerecht vor allem meine, dass trotz dieser Entwicklungen immer noch das gleiche Studientango wie anno 2009 vollzogen wird. Dieses Doktorspiel: ich zeig dir meine Studie, du zeigst mir deine. Früher hätte auch ich gemeint, dass da am Ende mal (hoffentlich!) was Gescheites dabei rauskommt, aber so war es nunmal nicht und wird es nach all den Jahren auch nicht mehr sein denke ich: dennoch halten sich alle immer noch gegenseitig ihre Ergebnisse vor. Sicher ist es legitim, aus meiner Sicht aber auch „sinnbefreit“ – wie es neudeutsch so schrecklich heißt.‘

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Ersteindruck „PES 2017“

„Pro Evolution Soccer“ neu: vorgestern war Konami wieder als erster dran und veröffentlichte eine weitere Probierfassung seines alljährlichen Fußball-Videospiels, Electronic Arts (EA) ist in zwei Wochen dran: ab dann wird wieder gestritten werden können, wer dieses Jahr besser gewesen ist.

Oder auch nicht, denn der Anspiel-Kick von Konami fühlt sich verdächtig ähnlich wie letztes Jahr an, oder wie das Spiel zur „Euro“ – das ja leider nur ein Re-Packaging von „Pro Evolution Soccer 2016“ war. Neu ist vor allem die Grafik, ähnlich wie bei EA: erstmals seit „2014“ 2013 wurde wieder substantiell an der Technik geschraubt. Vorbei ist der leichte Plastik-Look von früher, die Beleuchtung – seit damals eine der großen Stärken von Kojima’s Fox Engine – wurde noch weiter verbessert. Revolutionär ist diesmal vor allem die Grasdarstellung, welche nun nicht mehr einen Bruch zwischen der Darstellung während des Spiels und „Zwischensequenzen“ wie Wiederholungen oder TV-Illusion aufweist: erstmals in einer Fußballsimulation ist nun von Haus aus ein durchgehend plastischer Bodenbelag sichtbar. Und wie schön sieht dieser grüne Rasen doch auch aus!

Ein Wermutstropfen bleibt hingegen die verschärfte Lizenzsituation: EA gab mit der diesjährigen „Euro“ jeden Anspruch auf jene der UEFA ab. Die UEFA ist nun voll in japanischer Videospiel-Hand: Konami nutzte diese heuer trotzdem lediglich halbherzig, zumal es wahrscheinlich noch teurere „Zustimmungen“ rund um das Großereignis bedürfen hätte, um eine authentische Stimmung einzufangen.

Hinzu kommt, dass EA Bayern München und Manchester United komplett an sich gebunden hat – etwa diese beiden Klubs nun vollständig nicht mehr bei Konami vertreten sein werden. Stattdessen wurde eine Kooperation mit Barca (dem FC Barcelona, samt Lionel Messi – dem langjährigen Coverboy von EA) sowie Borussia Dortmund verlautbart. Dieser Lizenz-Hickhack ist für treue Fans zweifellos schade und verhindert etwa auch eine durchgehend konsistente Erfahrung auf beiden Seiten: während EA die Champions League fehlt, fehlen Konami einzelne Klubs zur Identifikation.

Dabei kümmert sich Konami weiterhin keineswegs um positive PR-Geschichten wie eine Integration von Frauenfußball, der im Grunde ja auch bei EA nur Marketing-zweckhaft marginalisiert vorhanden ist: zumal Konami seit einiger Zeit jetzt auch schon eine große F2P-Variante auf Konsole liefert, in welcher das Potential zu Abzocke und Versüchtigung von EA’s voll und ganz auf Mikrotransaktionen setzendem „FIFA Ultimate Team“ noch deutlicher wird…

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Um den Ausbruch vielleicht doch zu verhindern…

Die Zeichen stehen kurz davor. Noch eine Replik im VDVC-Forum: ‚(…) wo ist die „Kritik“ welche diese Form der Medienkritik kritisiert? Diese Medienkritik mag „extrem“ erscheinen, aber ist sie das wirklich?
Ich finde Texte wie dieser
http://www.deutschlandfunk.de/gamescom-2016-es-dominieren-immer-noch-martialische-ego.720.de.html?dram:article_id=363369 sind doch wunderbar kompatibel dazu. Fast scheint es mir, wenn sich die öffentliche Wahrnehmung auch von „spielender Seite“ noch weiter in diese einzige Richtung entwickelt, dass die weitergehenden Verbote zwischen 2006 und 08 – Stichwort „131a“, (…) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bayern-bringt-Gesetzentwurf-gegen-Killerspiele-in-den-Bundesrat-ein-144141.html – nur aufgeschoben wurden, sich aber in der historischen Entwicklung seitdem (Verbreiterung des Medienpublikums, Vervielfachung der Medienproduktion) keineswegs aufgehoben haben. (…)

Das ist nur eine Interpretation davon. Eine andere wäre, dass Messen Orte der Repräsentation für eine Ausdrucksform sein sollen – ähnlich wie die documenta in Kassel für darstellende Kunst an sich.
Und da hätten „Panzer“ und Co. nunmal nichts verloren. Das einzige was dafür nicht gefordert wird ist ein „Verbot“, aber was heißt das schon?

Über ein angeblich schon vorhandenes „Verbot“ wird dafür an ganz anderer Stelle, nämlich selbst hier im Forum (!!), offen fantasiert https://vdvc.de/forum/viewtopic.php?f=79&t=2065&start=30#p17084
Es existiert kein Verbot für die Darstellung Minderjähriger in Videospielen! Ein solches kann sich nur, ganz konkret (!), an der eigentlichen sexuellen „Darstellung“ orientieren. Diese darf dahingehend nicht einmal „eine untergeordnete Rolle“ spielen!
Ansonsten wird jede Fiktion uferlos zu einem „Spiel mit dem Feuer“, weil eben vermutet wird, dass hier – mit Schulkindern die eigentlich nur zu ihrer Oma wollten – „Kinderschänder“-Spiele hergestellt worden seien, so wie bei den Panzern in den „Killerspielen“ die völkerrechtswidrigen Kriege vorbereitet werden würden, eine eigene Sozialisation/Bürgerlichkeit/Sexualität eine sexuelle Verfolgung und Hetzkampagne starten würde die allein in ihrer Absurdität kaum mehr zu überbieten wäre… Analog zum Medienpazifismus bei den „Killerspielen“.
In Europa ist eine Person unter achtzehn Jahren auch immer noch kein „Kind“, sondern einE JugendlichEr. Und egal ob „Panzer“ oder „Kind“, das sind die Symbole um die es hier geht.‘

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Memo an Christian Schiffer: „Abendland“ ist ein rassistischer Begriff

Zum Deutschlandfunk (via VDVC-Forum): um dessen „Untergang“ (zwar des „Abendlandes“, aber demnach wohl auch eines in diese Richtung arbeitenden, bestimmten „Deutschlandfunks“ – wenn solch widerwärtige Artikel dort erscheinen dürfen) sich niemand sorgen braucht, und das heißt mit dieser Verteidigung eines Rassismus erst recht niemand recht bekommt. Stattdessen sollte sich vielmehr um einen Abbau entsprechend negativer Werturteile, um Gefühle wie Ängste und sonstige Spannungen in diese Richtung bemüht werden, eine Reduktion normativer Kunst- und Kulturbegriffe gekümmert – die immer zutiefst ausgrenzend und im Grunde auch jedes Mal dermaßen fremdenfeindlich und menschenverachtend sind. Genau dort ein Mangel an Verständnis und Humanität für ein Gegenüber, für andere Menschen – Menschlichkeit – vorhanden ist – außerhalb dieser Verachtung.

Anstatt die Existenz von „Panzerattrappen“ zu virtuellen Spielen auf einer Messe zu monieren, obwohl damit im kommerziellsten AAA-Bereich sowieso nur ein einziges Spiel (Battlefield 1) mehr gemeint sein kann – militärische und/oder polizeiliche Spiele ansonsten schon so weit zurückgedrängt wurden, könnte etwa auch über den Aktionismus gegen die Bundeswehr-Präsenz auf der Messe berichtet werden – der den (immer noch, trotz aller einebnender „Verbreiterung“) vorgeblich militarisierten Videospielen zumindest ein anderes Gesicht verleiht, zeigt wie vielfältig auch Gamer in ihrem Denken sind: ungeachtet sexistischer Vorurteile bezüglich ihres (statistisch angenommenen) Geschlechts, oder einer anderen verabscheuungswürdigen Gesinnung welche Mehrheiten so vorhalten.

Sich demonstrativ gegen eine Auseinandersetzung mit Krieg in TäterInnenrollen zu stellen sagt dabei vor allem viel über die Ignoranz eben dieser performativen Verweigerungshaltung aus. Und das ist haargenau dieselbe Ignoranz welche etwa nicht nur behauptet nicht zu spielen, sondern dies auch noch mit Stolz verkündet: denn es stimmt, wie sogar die bekannte, um Games bemühte CSU-Politikerin Dorothee Bär jüngst gemeint hat, dass es „viel kaputt“ macht, ‚wenn Politiker auf Spiele-Veranstaltungen eine Laudatio halten und sagen „Eigentlich spiele ich nicht“, als wäre das etwas Gutes.‘

Marketing-Sprech wie von wegen, dass Games in „der Mitte“ einer Gesellschaft angekommen wären fanden sich zuletzt bei SPON diesmal überraschender Weise auch kaum. Lediglich vorsichtig wird gemeint, dass die „Killerspiel“-Debatte selbst jetzt, das heißt nach dem als „Amoklauf“ titulierten, geplanten Gewaltverbrechen von München, nicht wieder an Fahrt aufgenommen hätte. Dass Täter gespielt haben wird ebenso zugestanden, wobei auch die Verbreiterung des Marktes nicht unbedingt blauäugig positiv gesehen zu werden scheint – eine Verbesserung in der Wahrnehmung des Mediums höchstens mittelfristig nur mehr in Aussicht gestellt: kurzfristig zeigt Schiffers Text beim Deutschlandfunk nun wo die Probleme in der Wahrnehmung immer noch vorhanden sind, gepaart mit dementsprechenden Forderungen, während sich langfristig vorerst ohnehin nichts geändert zu haben scheint…

Dabei könnte sich auch gefragt werden was es über eine Gesellschaft sagt, wenn Kriegsspielen jegliches kritische Potential abgesprochen wird, solange sie nicht in vermeintliche Opferrollen (wie „This War of Mine“) drängen oder irgendwelche Fahnen plakativ verkehrt herum aufhängen (à la „Spec Ops – The Line“) – sich vielleicht endlich einmal wirklich „selbstkritisch“ zu fragen was diese Bigotterie und dieses sublime Ideal einer Betroffenheit, diese beständige Anpassung an die Vorurteile einer Öffentlichkeit, über den Zustand einer „Kritik“ eigentlich aussagen: „Empathie“ im Kontext der Desensibilisierungshypothese – in Zusammenhang mit Ideen über „Abstumpfung“ und „Verrohung“ – wie eine Monstranz vor sich her zu tragen, aber dabei jegliches Verständnis für Andersdenkende trotzdem vermissen zu lassen – bei gleichzeitiger Vorstellung einer eigenen moralischen Überlegenheit. Nicht „Gewalt“ wie im strafrechtlichen Vergehen der „Gewaltdarstellung“, aber Moralismus als Selbstzweck, eben keine reflektierte Ethik an den Tag zu legen – bei aller vorhandenen staatlichen und/oder polizeilichen Gewalt auf der Welt eine „Zivilgesellschaft“ im Geiste nicht bloß waffenlos denken, sondern wehrlos fordern, womit aber perfider Weise noch jenen die damit „das Abendland“ verteidigen „recht“ gegeben werden soll. „Gewalttätig“ ist diese argumentative Struktur vielleicht weniger als jene von PEGIDA und Co., aber dafür nichtsdestotrotz  dennoch „brutal“ und „aggressiv“ – im Umgang mit Andersdenkenden, denen keine Einrichtung wie der Deutschlandfunk Platz einräumt, moralische Gewalt.

Die Logik eines Menschenbildes das Negatives als positiv gemeint auffasst. Und übrig bleibt somit auch nur eine weitere TäterInnen-Opfer-Umkehrung, denn „martialisch“ ist letztlich ebenfalls weitaus eher genau diese Programmatik gegen eine andere Diversität, die zumindest indirekt einen einseitig erhofften „Kampf der Kulturen“ führt, unter dem Deckmantel einer „Critique“ antiintellektuell Unerwünschtes zurückdrängt und eben nicht nur „in Frage“ stellt, „hinterfragt“ oder „reflektiert“ – wie in WASD und Co. so gern gönnerInnenhaft behauptet wird -, sondern auf Messen halt einfach nicht mehr sehen will, davon komplett ausschließen möchte, entfernen – eine Einstellung welche zumal umso bedrohlicher erscheint, wenn nachweislich ohnehin schon nur mehr sehr wenig davon existiert.

Dass Sätze wie jeder „schlechte Film hat in der Gesellschaft ein besseres Ansehen als ein gutes Spiel“, wie jüngst sogar eine Linda Breitlauch formuliert hat, immer noch ihre Gültigkeit haben, zeigt diese Form einer normativen, herablassenden Kulturkritik, deren kulturalistisch rassistischer Gehalt, nur allzu „gut“: bei aller schon vorhandenen Anpassung der Branche an ästhetische und/oder normative Befindlichkeiten ist dies überhaupt nicht von sich zu weisen. Der Vorwurf liegt im Gegenteil als Problem offen, die immer weitergehende, scheinbar nimmersatte Forderung brach: Emanzipation oder Inklusion ist im Gegenteil zum pseudoliberalen Duktus dabei überhaupt nicht vorgesehen, sondern Assimilation bei gleichzeitig erwünschtem Verlust der eigenen kulturellen Identität und geistigen Herkunft der Spiele, als dem was „vor zehn Jahren“ war.

Was Breitlauch am Ende mit „Ludologie“ meint, bleibt jedoch etwas unklar. Historisch ist die Ludologie, angewendet auf digitale Spiele, eine Form der Game Studies geworden – journalistisch öffentlich-breitenwirksam zu verarbeiten ist diese nur schwer, zumal dann wenn das darüber angesprochen werdende Publikum tatsächlich nicht spielt: das Problem ist auch nicht die Kulturwissenschaft an sich, trotz Figuren wie Christan Schiffer die vermeintlich in deren Namen sprechen. Selbst eine soziologische Systematik à la Luhmann wäre gar nicht mal so schlecht auf Games anzuwenden, würde ihr empirischer Positivismus als inhärentes Moment nicht wieder – gerade bei der Einschätzung von Medieninhalten wie einer Freude an Gewaltdarstellung, dem Geschmack und Empfinden gesellschaftlich potentiell unerwünschter Audiovisualisierungen – neuerlich Gefahr laufen missbraucht zu werden.

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Diesmal zu „Valkyrie Drive“ (via VDVC-Forum): ‚Ich habe den Anime, „Mermaid“, gesehen und fand der wies aus psychoanalytischer Sicht einige der kreativsten und beeindruckendsten Bildkompositionen auf welche in den letzten Jahren überhaupt produziert wurden. Wäre das ein Kinofilm gewesen, ich hätte ihm in Cannes allein dafür die Goldene Palme verliehen.
Ein Riesenspaß.
Doch auch wenn es nach sexueller Verfolgung aussieht und so als ob hier ein neues Gremium politisch-ideologisch motiviert übereifrig agiert, ist diese Entscheidung doch verständlich, sowie nachvollziehbar: laut Wiki wäre vom halben Dutzend Figuren in diesem Konsolenspiel, „Bhikkuni“, gerade einmal eine (!) volljährig. Im Anime sei das schon ähnlich gewesen – ich wäre nie auf die Idee gekommen, habe aber auch kein Wort verstanden -, und selbst in „Siren“ diese Situation vorhanden, das aber aus sozialen und technischen Gründen sowieso nicht lokalisiert werden wird.

All das aus meiner Sicht völlig grundlos: weder existiert ein praktischer Schulkontext, der gern zu einem Vorurteil oder einer Entwicklung in diesem Bereich (dem Alter der ProtagonistInnen) führt, noch deutet das Erscheinungsbild der Charaktere in irgendeiner Form darauf hin. Eine Chibi-Ästhetik ist hier körperlich auch nicht vorhanden, weshalb es in diesem Fall egal ist ob die Wahrnehmung als real oder virtuell erfolgt, ein „wirklichkeitsnahes“ Geschehen angenommen wird oder nicht, Charaktere bloß als Scheinerwachsene angesehen werden, nur „Jura studier“en dabei helfen würde usw.
Die einzige Frage stattdessen bleibt: warum machen die Kreativen das? Denn die Entscheidung trafen diese bereits eigenständig und selbstbestimmt im Vorfeld: schon viele JRPGs tendieren dazu Minderjährige darzustellen, und werden dafür – wie etwa „Atelier“ – im Westen regelmässig zensiert, doch weshalb wird dieser Umstand noch bei einem offenkundigem Sexspiel wie diesem hier – ohne Rücksicht auf jegliche Schutzalter – beibehalten??

Es ist zwar ein krasses (kulturelles und ästhetisches) Vorurteil zu glauben Medien aus dem Anime-Bereich würden ohnehin dazu neigen Kinder zu sexualisieren, meiner Efahrung nach ist die strikte Ausgrenzung von Kindern aus sexuellen Kontexten sogar sehr auffällig (wohl aufgrund dieses Vorurteils) und kennzeichnend für viele Anime – Kinder treten darin lediglich als comic relief auf etc. Alles andere existiert im kommerziellen Bereich der auch in den Westen gelangen kann überhaupt nicht, ist ein Mythos, eine Urban Legend und ein Internet-Gerücht, verbreitet von Leuten welche meinem Eindruck nach für sexuellen Ausdruck ohnehin kein Geld ausgeben würden – doch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen wird aus Japan im Anime weiterhin eher nicht unterschieden.
Warum? Die Schutzalter existieren nicht ohne Grund.

Bei „Criminal Girls“ hätte ich noch eher die sexuelle Gewalt als ausschlaggebend vermutet, sowie ein PEGI-16 angezweifelt: nein, im Gegenteil wird der Umstand dass über die Selbstregulierung der PEGI die Schutzalter ignoriert werden hiermit schon zu einem Problem, denn auch andere europäische Länder haben eine Gesetzgebung in diese Richtung – hier müsste sich die PEGI tatsächlich eher an die deutschen Verhältnisse anpassen…
Und für alle Gamer welche mit der Franchise nichts anfangen können: das *war* das neue Medienprojekt des „Senran Kagura“-Machers, spielt deshalb eigentlich schon in einer anderen Liga als vergleichbare Titel. Trotzdem fragwürdig, unprofessionell und letztlich auch unverantwortlich.‘

Nachlese

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Tekken’s Harada: „anything goes“ gilt nicht mehr

Für die japanische Videospielindustrie – wohl auch im Lichte jüngster Ereignisse zu betrachten. So long, Zeiten von Cole Porter und Co.: im Interview mit Eurogamer’s Aoife Wilson wird vergleichsweise offen einmal kurz Klartext gesprochen, welche Möglichkeiten an Inhalten bei einem verbreiterten Videospielpublikum samt dazugehörig geschminkter, mimosenhafter Öffentlichkeit numehr eigentlich noch bestehen: „(…) now it’s enjoyed by a much wider audience, it’s easier for outsiders to say that game’s content is not good for a particular group or ethnicity or country or religion or anything. So, in that regard there are a lot more lines that we can’t cross any more, (…)“

Nicht angesprochen bleibt ebenso selbstverständlich wie natürlich, dass sich dieselbe Gesellschaft mit derselben Ausgrenzung und Verachtung für andere, fremde Menschen, deren Ausdruck, Lebensstile oder Kultur gleichzeitig dennoch (im schlimmsten Fall gerade deshalb) für „inklusiver“, vielfältiger und sogar „liberaler“ hält. Dem Neusprech „angemessen“.

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