Krankenfeindlichkeit der FPÖ beispiellos

Auf dem FPÖ-nahen „Unzensuriert“ fand sich vorgestern dieser Artikel, welcher an Verabscheuungswürdigkeit kaum zu überbieten ist. Auf eine in absolut erschreckender Weise ganz ähnlich klingende Vilimsky-Aussendung hinzuweisen, erspare ich mir da gleich. An dieser Stelle findet sich schließlich und hoffentlich keine nach unten hin offene Niveau-Skala: die Marschrichtung ist jedoch leider eindeutig – diejenigen welche seit Jahren nunmehr schon an der Europäischen Einigung nagen, Europa höchstens als fremdenfeindliche „Festung“ gut genug ist, sehen in solchen Bildern ihr Sinnbild einer wankenden Union. Nichts anderes.

Und Nationalismen, genuine Europafeindlichkeit, sowie originäre Menschenverachtung bilden hierfür das Dreigestirn.

Unsere Aufgabe als Andersdenkende, und niemand sonst ist hier erwünscht, muss es deshalb sein diesem abscheulichem Denken nicht nachzugeben – nach Möglichkeit mit langem Atem unter dem Abschaum durchtauchen und politisch wieder bessere Zeiten erwarten. Dennoch gilt: geistiger Widerstand gegen solches Denken ist gerade jetzt Pflicht! Im Hier und im Heute. Wie Überall und zu jeder Zeit.

Beim Standard hat Thomas Mayer dankenswerter Weise mit einem Kommentar darauf einzig richtig reagiert. Ich füge nur noch eines hinzu: eine Stellungnahme des Bundespräsidenten wäre diesbezüglich auch mehr als angebracht, denn ansonsten weist unser Ratsvorsitz bereits jetzt in die Richtung einer Farce – unter dem Vorzeichen der Renationalisierung Europas.

Neoliberale und moralisierende Eliten mögen uns zwar die Suppe eingebrockt haben, wir europäisch denkende Menschen müssen nun aber dringend aufpassen, dass uns von einem alten Faschismus im neuen Gewand nicht die Nahrungsgrundlage, das Teller, zerstört wird.

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Björn Höcke: Deportationen als Ausdruck einer „moralischen Kraft“ des „Volkes“?

Als die AfD letztes Jahr in den Bundestag einzog habe ich mich naturgemäß sehr gefreut. So wie ich mich, bis vor ein paar Jahren noch, ebenfalls über einen Einzug der Piraten gefreut hätte – ohne sie je, auch hier in Österreich nicht, gewählt zu haben. Ich hoffte darauf, dass das deutsche Parlament damit endlich wieder lebendiger wird – so wie dereinst beim Einzug der Grünen 1983 -, und ich wurde keineswegs enttäuscht: der Bundestag ist seitdem tatsächlich deutlich bunter (und mitunter wesentlich wunderlicher) geworden. Von skurril bis opportunistisch.

Wer sich einen erfolgreichen Wahlkämpfer wie Alexander Gauland erstmal nicht nur in Badehose vorgestellt hat, sondern gesehen, für den kann „im Internet“ der Unterschied zu einem gescheiterten Joseph Beuys durchaus geringer sein, als mehrheitlich vorgesehen. Und so kann landwirtschaftlich schonmal mit Brustkreuz, kaum verhüllt, die Wiedererweckung der Scholle beschworen werden. Oder in absolut abscheulicher Weise demonstrativ eine Schweigeminute eingelegt werden, ein Verbrechen instrumentalisiert werden.

Von lustig bis erhellend und ziemlich beängstigend, wenn oft auch eher unbeholfen wirkend, ist da schon viel dabei gewesen. „Gefahr“ sollte in der alltäglichen Politik jedenfalls keine negative Kategorie darstellen und das alles eine veritable Demokratie schon aushalten können. Und mancher Aktionismus ist gelegentlich sowieso nicht verkehrt.

Es ist im Gegenteil (auch) Aufgabe von Demokratie Strukturen einer politische Klasse, oder eines dementsprechenden Milieus, aufzubrechen. Mitunter komische Kostgänger hereinlassend.

Und vieles was an AfD-Äußerungen medial skandalisiert wird, ist von einer Fasson und Tragweite die vielfach dem doch sehr ähnelt was bis in die späten Neunziger Jahre hinein noch aus den Reihen der beiden Unionsparteien in Deutschland möglich gewesen wäre. So weit, so nicht (allzu) schlimm.

Schon gar nicht, wenn man weiß dass in Deutschland mit dem Begriff der „Menschenwürde“ schonmal „menschenähnliche Wesen“ geschützt wurden, und damit nicht einmal Tierrechte gemeint waren, sondern Fantasiegestalten (konkret Untote wie Zombies).

Da gibt es aber auch anderes und über das möchte ich heute etwas schreiben. Etwas das vielleicht zu wenig griffig oder zu sperrig ist, als dass es überhaupt skandalisiert werden würde. Und vielleicht hat das auch mit der mangelnden Bildung zu tun, die Björn Höcke beklagt, mir ist es auf jeden Fall wichtig: es geht um ein Interview das der „rechtsradikale Aktivist“ (O-Ton Wikipedia, unten) und Anwalt Dubravko Mandic mit Höcke geführt hat, der offenbar plant nächstes Jahr bei den Landtagswahlen in Thüringen stärkste Kraft zu werden (die AfD „Volkspartei“ zu werden).

Mandic lernte ich erst am AfD-Parteitag kennen, als er eine Frage zur NPD beantworte:

Im Zentrum des in Videoform kurz wiedergegebenen Gesprächs steht Höckes eigener Kulturbegriff, den er unweigerlich mit „dem deutschen Volk“ assoziiert. So weit, so nicht ungewöhnlich:

Der Kulturbegriff ist keine Allein-Erfindung der „Neuen Rechten“, des „Ethnopluralismus“ oder des Rechtspopulismus an sich: er ist eher eine Verschärfung des wirklicher kulturalistisch gemeinten deutschen „Leitkultur“-Begriffs, der gerade von der bürgerlichen Rechten in Deutschland seit der Jahrtausendwende früher verwendet wurde um verschiedene Formen des Zusammenlebens „kritisch“ zu beschreiben. Und reichte als solcher bis weit in konservativere SPD-Kreise hinein (aus denen später Sarrazin hervortrat, beziehungsweise sich hervor tat).

Der Kulturbegriff wie er im Rahmen des „ethnopluralistischen“ Konzeptes vertreten wird ist nur scheinbar kulturalistisch, sondern eigentlich ein biologistischer Ersatz für jedweden „Rasse“-Begriff. Es ist aber auch ein Menschenbild, das die Konservative spätestens seit der Popularität von Konrad Lorenz in der Nachkriegszeit hierzulande festhielt – ein Bild das die Menschen und ihre Verhaltensweisen nur allzu gern auf die Ebene von Tieren stellte, naturverbunden mit Tieren verglich, eigentlich Unvergleichbares komparatistisch nutzte (vom Tourismus bis zur „Hirnforschung“ bei Singer und Co., und damit häufig auch keinen Widerspruch zu einem gleichzeitig vertretenen Christentum feststellte – Wink mit dem Zaunpfahl an den gegenwärtigen österreichischen Bundeskanzler).

Dass diese „Debatte“ schon länger nicht mehr existiert, darüber nicht mehr „diskutiert“ wird, und das Feld diesbezüglich dem Rechtspopulismus überlassen wurde (bis neuerdings zur Kehrtwende innerhalb der CSU – Stichwort Seehofers „demokratische Rechte“), kennzeichnet jene politische Misère, welche zum Aufstieg der AfD erst führte. Eine Rückkehr zur bürgerlichen „Leitkultur“-Debatte erscheint mir dennoch unmöglich, aber gut: was die rechten Grenzen der AfD angeht, die da gewissermaßen von Mandic vertreten werden, reagiert Höcke auffallend zurückhaltend bis verlegen: mehrfach wird er am Ende auf die Anklage zum gerade stattfindenden Identitären-Prozess in Graz angesprochen, auf das Verhältnis der AfD zu den Identitären im Allgemeinen (und sein eigenes, beigelegtes Parteiausschluss-Verfahren im Besonderen). Seine Antworten sind alles andere als eindeutig und klar.

Das betrifft gewissermaßen auch das worum es mir hier geht, aber dann auch wieder nicht (nämlich wenn der verwendete Kulturbegriff berücksichtigt werden sollte). Es geht nämlich um den Umgang mit Menschen in Deutschland die nicht dazugehören, also dahingehend nicht zum „deutschen Volk“ gezählt werden. Mandic fragt Höcke nämlich was man dann (in der Machtposition) mit jenen zu tun gedenkt die schon da sind. Verklausuliert ist das wieder mit jenen die (dann) ihr „Recht“ verloren hätten – was damit gemeint ist wird nicht erklärt. Aber gemeint kann da eben keine illegale Migration im heutigen Sinn mehr sein, können keine Menschen mehr sein die etwa zu „Illegalen“ erklärt wurden weil sie in ihren Asylverfahren gescheitert sind, ihnen kein Asyl gewährt wurde, ihr Antrag (im oder aus dem dann jeweiligen Land) abgelehnt wurde, die figurativ spontan als „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder ähnliche Personengruppen verunglimpft werden könnten. Dafür liegt das gedachte Szenario bezüglich dieser Menschen in zu weiter Ferne und wird das „Problem“ auch eindeutig als zu wenig „akut“ beschrieben.

Also es geht weder um den „Rechtsbruch“ der einer Merkel unterstellt wird, noch um Asyl oder überhaupt Migration als noch stattfindenden Prozess – sondern weit eher einen dann vorhandenen Migrationshintergrund (soweit er als Problem der „Kultur“ aufgefasst wird). Diese Interpretation ist zweifellos wenigstens legitim.

Bei 3:00 fragt Mandic Höcke diesbezüglich nach „der moralischen Kraft sich der Menschen zu entledigen“, worauf eine längere Pause (seitens Höcke) folgt. Dann schwimmt er kurz (zumindest wortwörtlich mit beiden Armen): die Frage sei berechtigt, er könne sie aber nicht mit Sicherheit beantworten. Er sei kein Prophet, aber der Zustand des Landes sei deshalb ein „so erbärmlicher“, weil keine Eliten mit „gesundem Dienstethos“ in Deutschland mehr vorhanden wären, die Interessen „des eigenen Volkes“ vertretend. Es bestünde eine Verkrustung des Parteienstaats „mit entsprechender Negativselektion“ – ein Elitenwechsel über „Jahrzehnte“, und ein nötiger Mentalitätswechsel schwebt Höcke diesbezüglich vor. Aber das liegt alles eben noch in ferner Zukunft.

Also mir persönlich kann diese Zukunft gar nicht weit genug entfernt sein. Ich frage mich vielmehr warum ich das aus erster Hand (und Höckes Mund) erfahren muss und nicht aus „den Medien“ – solche wirklich gravierenden, möglicherweise Leib und Leben, zumindest aber Existenzen und Lebenschancen bedrohenden Äußerungen keinen „Aufschrei“ auslösen, keine Folgen haben. Vielleicht weil sie halt wieder zu kompliziert, und zu wenig plakativ, sind – im Unterschied zu „Stolz“ auf „Leistungen“ von Wehrmachtssoldaten (Gauland), dem Shoah-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ (Höcke früher) und „Hitler-Deutschland“ oder der Nazizeit als „Vogelsch***“ (wieder Gauland)?

Politiker wie Höcke nehmen die politische Korrektheit augenblicklich als eine Form von Gefängnis wahr, aus dem sie langsam aber sukzessive auszubrechen gedenken – indem sie „Sprechräume erweitern“. Man kann sich das wohl sehr gut mit dem Bild von Ausbrechenden vorstellen, die unter diesem Gefängnis momentan graben.

Zynisch kommentiert: ohne dass dies selbstherrlich-selbstgerechte „Satiriker“ wie Oliver Welke oder Jan Böhmermann als öffentlich-rechtliche Wärter überhaupt mitkriegen würden. Oder einem programmatisch empörtem „Kampf gegen rechts“ überhaupt interessieren würde – als Treppenwitz der Geschichte: der Ausbruch findet trotzdem (oder gerade deswegen) statt.

Bleibt mir nur noch ein Punkt festzuhalten: was wir momentan nicht wissen, gar nicht wissen können, ist, was diesen rechten Politikern und Politikerinnen mit bürgerlichem Antlitz an Sprache so wirklich vorschwebt, wenn sie erstmal ausgebrochen (und damit frei) sind. Ihre Räume erweitert haben.

Geschweige denn den sprachlichen Räumen irgendwann Taten folgen lassen wollen. Ob mit dementsprechend angepasstem „Dienstethos“ am Schreibtisch, oder in freier Wildbahn: solange diesen Leuten ihr Kulturbegriff und ihre Moralvorstellungen nicht ausdrücklich zum Vorwurf gemacht werden, gehen wir (mit oder ohne Badehose) – so wieder – düsteren Zeiten entgegen.

Solange die neue moralische Mehrheit in der westlichen Welt nicht endlich anfängt über ihre (eigenen) Schatten zu springen, anstatt immer nur lieber ihre eigenen „Werte“ vertritt.

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PC-Spiele: 30 Jahre Soundkarten-Support

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Zu Grafikkarten und Christian Huberts

Replik: ‚Auf meinem MacBook Pro hier, mit dem ich auch gerade wieder schreibe, konnte ich vor über fünf Jahren das damals aktuelle „Borderlands 2“ mit dem verbauten HD 4000 problemlos spielen. Ich war damals ganz enthusiastisch deswegen.

Das Problem ist eher, dass Intel seither (seit Iris etwas später) nichts mehr getan hat. Im Gegenteil: auf eigentlich beispiellos skandalöse Weise wurde die Grafikleistung vieler Onboard-Chips noch zurückgefahren – mit dem Ergebnis dass etwa der auf meinem neuen Windows 10-Notebook mit i5 der achten Generation (schon in Konkurrenz zum Ryzen) nicht besser ist als der alte hier. Nur im „Journalismus“, da gab es keinen „Aufschrei“ deswegen.

Doch über die neue Onboard-Qualität bei AMD habe ich jetzt schon viel Gutes gehört, nur kann ich sie leider nicht persönlich beurteilen.

Trotzdem: ja. „Einfach nur Ja.“

Eine Welt ohne Grafikkarten ist auch immer noch mein Traum – zwar kaufe ich selbst wieder welche, aber mit nicht wenig Schamgefühlen…‘

Kommentar: ‚Bloß wird dieses, mit Verlaub, überaus selbstgerecht wirkende Geschreibsel mit astronomisch hohem Fremdschäm-Wert (oder ist er doch eher astrologisch orientiert?) der Problematik kaum gerecht. Das beginnt etwa schon damit, dass im Text mit Hipster-

und/oder Trend-Vokabular nur so um sich geworfen wird, das meinem Dafürhalten nach einfach nicht allgemein verständlich sein kann – nicht nur nicht verstanden werden will.
Auch verkennt es, dass der Shop selbst (und nicht nur in der Community) Titel wie „IS Defense“ anbietet, mit einem wahren Sammelsurium „allpolnischer“ und etwa fremdenfeindlicher „Erfolge“. Und es berücksichtigt auch nicht, dass die „Festung Europa“ mittlerweile europäischer Mainstream wurde.
Stattdessen entsteht der linksbürgerliche Eindruck, dass mit der Plattform Steam und der damit verbundenen Kultur der Autor sowieso und überhaupt nichts gemein hat. Dafür mit einem Milieu, das Applaus spendet wenn EA NS-Sexismus und Rassismus für den Multiplayer-„Spielspaß“ umdeuten?‘

Repliken: ‚Ich wünschte mir schon sehr lange einen solchen Artikel. Er war leider mehr als überfällig.

Nur wohl nicht ausgerechnet von diesem (mir schon sattsam bekannten) Autor – der mal so, dann wieder anders schreibt.

Allein dass mit dem deutschen „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ argumentiert wird, bei einer österreichischen Zeitung, ist mehr als bedenklich – zumal er auch überhaupt nicht erklärt von welcher Organisationsstruktur da berichtet wird: Valve ist keineswegs dezentral organisiert, nicht einmal ein börsennotiertes Unternehmen, und operiert global zentral aus Washington State. Dass sie keine Nazis sperren wollen, sondern höchstens Nazi-Software als Produkte, hängt dann mit der libertären Unternehmensphilosophie zusammen. Und andere Plattformen sind auch kuratiert, wobei Steam vor allem mit Quantität/Qualitätskontrolle Probleme hat.

(…)

Ich wusste nicht einmal wer dieser „Pepe“ überhaupt sein soll.
Offenbar handelt es sich jedoch um einen Frosch, analog zu „Kuma“, jenem Bären der mit Pädophilie assoziiert wird. Wer dermaßen unkritisch von Internetbildern als soziologischen Bedeutungsmustern erzählt hat sich für mich bereits hoffnungslos disqualifiziert – ein trauriges Armutszeugnis für Qualität in den Medienwissenschaften (der Autor ist nebenbei schließlich auch als McLuhan-Experte bekannt geworden), nicht nur im Journalismus.
Von der verwendeten Fäkalsprache samt dieser ganzen Beschimpfungen völlig zu schweigen. Einfach nur menschenverachtend und, im Sinne Pasolinis, billigster Antifaschismus. Hass mit nichts anderem als eigenen Hass zu begegnen. Verabscheuungswürdig!‘

Nachlese – Huberts bezichtigt in diesem Beitrag nun „Hearts of Iron“ und „Crusader Kings“. Ich persönlich kann – vielleicht bekannt -, (und auch nur) wenn man so will, das „Geschichtsbild“ von „Crusader Kings“ auch nicht leiden, und möchte den Titel deshalb selbst geschenkt nicht in meiner Steam-Bibliothek haben (im krassen Unterschied zu Titeln wie dem äußerst unterhaltsamen „Panzer Corps“, dem hoch intelligenten „Material Girl“, dem ziemlich amüsanten „Super Seducer“, oder neuerdings sogar „House Party“ – das in letzter Zeit wirklich große Fortschritte gemacht hat), halte aber auch nichts davon Geschichte (wie im Übrigen ebenfalls Menschen) auf irgendwelche Bilder zu reduzieren. Und erst wie in solchen Artikeln jedesmal der Begriff „Revisionismus“ (falsch) verwendet wird, oder besser: missbraucht wird.

Jeder Rassismus oder Kolonialismus in der Geschichtsschreibung wurde schließlich irgendwann (hoffentlich!) mal einem „Revisionismus“ unterzogen, denn früher war Geschichte hierzulande einfach etwa eurozentrisch – ist sie es erfahrungsgemäß heute leider häufig immer noch – und spätestens ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts oft auch rassistisch gefärbt. Von jeglichem Sexismus ganz zu schweigen.

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Neuer Kommentar zu Druckmann & Co.

Comment: „To me, the by far most embarrassing aspect of any (re)presentation of the game up to this video was actually its gameplay demonstration: gameplay-wise, „The Last of Us, Part II“ just seems to be more of the same violent bullsh** the first game provided. With an older Ellie just taking on the role of Joel. According to Ms. Sarkeesian, actually a great example for a Ms. Male Character „trope“. And no: then, their identities are not so unique anymore. I even spotted some very resembling animations.

Say what you want about „Tomb Raider“ (2013), but its gameplay was at least coherent.

Its lackluster narration was accompanied by exceptionally strong, intuitive mechanics. Leaving much of the previous „Tomb Raider“ gameplay behind.

And „The Last of Us“? „The Last of Us“ relied heavily on its poetic implications, contrasted by its violent gameplay. This game too, despite all of its flaws, was dissonance that worked: here we saw ambivalence at work, the identities of its characters were already settled and didn’t change much throughout the game. Therefore its world-building worked too: the fiction worked. The first part was not anti-fiction, and contrast is no contradiction.

But „Part II“? According to all of what we know up to this point, not only male characters are not important anymore, the whole dystopian „value“ isn’t it. Instead, it’s trapped in its identity politics gate – not unlike „Star Wars“ recently: and just like with George Lucas‘ artificial myth, much political agenda – any political agenda – will certainly destroy imaginations.

There are a lot of people working in the film/movie, games and television industries today, that are hard at work disrupting popular culture and fiction itself: yet if the 20th century and popular culture’s success since the days of „Flash Gordon“ proved one thing, than that people who are interested in popular myths are not necessarily interested in realism, reality or real-life at all.

Yet very few people nowadays are actually tackling this stance against cliché and fantasies, deeply rooted in high-brow culture: Amy Hennig is such a person, and is of course not working at Naughty Dog anymore. Like so many others.

David Cage is another irreformable one. Some Eastern European studios like CD Projekt Red and 4A Games. Or Yoko Taro and Hideo Kojima, two other ones from a whole different culture, where the agenda is still only recognized when they want to sell a lot of units in the west (like now with „Dead or Alive 6“, for example).

New guys are hardly seen. Maybe Daniel Vávra. In the age of Trump and Trudeau, there are certainly no new North Americans who will have any chance in these industries and think different.

The liberal obsession with representation will certainly destroy many franchises. No, it won’t be „good“ for business in the long term, and its morals certainly are not „good“ ethically. It’s not inclusive or diversifying at all, instead it makes everything look and feel the same.

To overlook a lack of new ideas in anyone’s gameplay for fancy graphics or new gender and romantic representation is the stuff hypocrites dream of: a game that would once be condemned for its „violence“, is now praised as inclusive. Getting rid of any unwanted and supposed-to-be unhealthy sexuality, infusing it instead with „positive emotions“ like „love“. Without a doubt. Between the everyday killing, of course: a form of bigotry really seldom seen in human kind’s history, but so common in this day and age.

So, the content Hollywood, Netflix and games deliver will become more irrelevant every year. All three media will only provide mere social phenomena – like games with „Minecraft“, „Pokémon Go“ or „Fortnite“ already did. We’ll have to look at the past, not only for nostalgia but actual content that mattered. Like we look today at „Sonic“ or „Monkey Island“.

To say the least, it’s disrespectful to the men AND WOMEN Who fought in WW2, when „Battlefield V“’s multiplayer let people play as black women in the disguised Nazi army, just to represent their physical personas on the screen. Supposed to be „having fun“.‘

Die „realen“ Folgen dieser affirmativen Interpretationen, welche jetzt schon (leider) zu sehen sind – O-Ton GameStar 07/2018: „Endlich zurück in den Zweiten Weltkrieg“ – sogar in fetten Lettern am Cover. Einfach abscheulich und völlig verantwortungslos.

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Neues zur (offiziellen) Pathologisierung von Videospiele(rInne)n

Kommentar: ‚Solange diese Industrie nicht einmal ihr Verhältnis zum Glücksspiel ordnen kann, sehe ich keine reelle Chance dass sich an dieser Einschätzung (noch) etwas ändern wird: anders als beim US-Schusswaffengebrauch (gegenüber der dortigen Waffenlobby), und der Wirkungsproblematik, ist der Branchenstandpunkt hier (bei der exzessiven Nutzung) wohl weiterhin denkbar schwach: solange sich in dieser Öffentlichkeit konsequent geweigert wird sich über „Realität“, Gesundheit und Normalität grundsätzlich zu unterhalten, sich jeder Debatte (gerade) darüber lieber entzogen werden möchte. Schließlich ist aus dem BDSM-Bereich bekannt wie viel normabweichendes Sexualverhalten nach ICD-10 auch immer noch betroffen ist.
Und immer wieder etwa auf die Verbreiterung des Mediums (als neue Norm) hinzuweisen, also darauf wie viele Menschen heutzutage etwa spielen (was auch immer), ist mindestens so absurd wie lächerlich, denn dann sind halt (potentiell) mehr Menschen krank, oder „gefährdet“. Das kann einfach kein Argument wirklich entkräften, sondern dürfte im Gegenteil den Eindruck einer vorhandenen „Gefahr“ (als das wie üblich große Negativum) eher noch verstärken.‘

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Fußball-Abteilung des FC Bayern München will offenbar keinen E-Sport (mehr)

Deutsche Medien berichten heute, etwa bei Webedia Deutschland, dass der traditionsreiche Münchner Fußballklub und Rekordmeister mit E-Sport anders als geplant nun doch nichts mehr zu tun haben möchte. Den Basketball des FC Bayern scheint das allerdings (vorerst) nicht zu betreffen – neben sportlichen und kulturellen Sauberkeitsvorstellungen könnten auch wirtschaftliche Überlegungen dabei eine Rolle gespielt haben.

Die Vorreiterrolle übernahmen ohnedies andere, weniger konservative Vereine – allen voran der FC Schalke 04 und der VfL Wolfsburg. Und zuletzt probierte es der neu konstituierte, gemeinsame Branchenverband game mit einem Offenen Brief an den IOC-Präsidenten Thomas Bach (und dessen Vorbehalte), also noch einen Deutschen. Jedoch leider weitgehend wieder mit den sattsam bekannten, mittlerweile üblichen und eher fadenscheinigen „Argumenten“ bezüglich der neoliberalen Interessen dieser „Zivilgesellschaft“: über die militärische Herkunft von Sport im Allgemeinen, und „Mann“schaftssport im Besonderen, wird im Sinne von „Videospiele für alle“, sowie der affirmativen Interpretation von Inhalten und Darstellungen in diesem Bereich naturgemäß weiterhin geschwiegen.

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