Zur „Suche nach dem Bösen“

Kommentar im VDVC-Forum: ‚Manch ältere werden sich vielleicht noch daran erinnern wie RTL (1) dereinst über eine Videospielmesse in Deutschland berichtete – Stichwort Geruchsbelästigung. Insofern ist der Artikel einerseits schon erhellend, andererseits das offensichtlich zur Schau gestellte, mangelhafte Kulturverständnis doch wieder ziemlich erschreckend: da ist er nämlich einmal mehr, der alte Vorwurf der Spekulation mit niederen Instinkten, jene vorgebliche Kapitalismuskritik welche bei der Wahrnehmung von visuellen Medien bereits spätestens seit den Adenauer-Fifties zu beobachten ist. Und sehr verwunderlich, oder auch nicht: wieso wird da die ARD-Sportschau (Fortnite) angegriffen, was zum Sport- und Gewaltbegriff dort gesagt, aber nichts zur Tätigkeit des Autors beim ZDF (seit 2007) verlautbart. Ein Schelm…
Und ein Troma, ein Lloyd Kaufman, wären demnach analog – und ja, ich bestehe weiterhin auf diese Analogien – auch Firmen und Leute welche dem Ansehen des Mediums Film (oder zumindest Video als Ausdrucksform) massiv geschadet hätten, wenn er die Produktion von „Harvester“ mehrmals nennt, zumindest eines der ersten „Mortal Kombat“ und „Manhunt“ genau damit meint. Mich als Textarbeiter beschäftigt ja komplett gegenteilig vielmehr die Frage weshalb sich große Firmen von heute bei ihren Millionenbudgets und zunehmend schwieriger gewordenen, sowie immer langwieriger und mit Myriaden an Zulieferungen stets umständlicher werdenden Entwicklungsprozessen bei Videospielen als Service oft nicht einmal mehr in der Lage sehen Inhalte fertig zu stellen, welche auch nur etwas „angriffig“ erscheinen – sondern über Marketing-Maßnahmen wie Trailer lange vor Veröffentlichung zurückgepfiffen, „Street Fighter V“ fällt mir diesbezüglich spontan ein, wenn sich irgendjemand demonstrativ auf den Schlips getreten fühlt (im Sinne gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit). Andere sich selbst nach Veröffentlichung noch bemüßigt fühlen „Publikumswünschen“ gerecht zu werden („Mass Effect 3“, Nolan North statt Peter Dinklage in „Destiny“ und bald sogar absurd unpassende NPCs in „Fallout 76“). Oder weshalb seit „Destiny“ 2014 der Trend zu beobachten ist, dass amerikanische „Gewaltspiele“ für den nordamerikanischen Markt sowieso gleich auf ein Teen-Rating „spekulieren“ (etwa „Overwatch“, „Anthem“ und wieder „Fortnite“). Schließlich, mein absolutes persönliches Lieblingsthema, weshalb es eine Firma wie Nintendo mit „Splatoon“ geschafft hat Shooter-Mechaniken medial zu transportieren die überhaupt gleich keineswegs als „Gewalt“ gelten. Also: was tut diese Branche da bloß alles um öffentlichen Negativwahrnehmungen zuvorzukommen, oder um diese nachträglich zu „berichtigen“ – und mit welchen „Auswirkungen“, Folgen für die Integrität und die Glaubwürdigkeit des Mediums jenseits von auf der (politischen) Betroffenheitsklaviatur spielenden „Indies“, Serious- und Not-Games.‘

Fremder Text. P. S. in eigener Sache: da ich nach Facebook nun auch von Twitter blockiert werde, wird eine weitere öffentliche Verteilung meiner Beiträge zukünftig vermutlich gar nicht mehr gelingen. Glücklich also wer den Weg trotzdem hierher gefunden hat.

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Null „Verständnis“.

Kommentar: ‚Wenn ich der Meinung wäre, dass ich erst etwas „verstehen“ bräuchte, „Bilder sortieren“ können, bevor ich mich darauf oder darüber freue, würde ich umgehend jegliches Interesse an dieser Materie verlieren. Der Artikel fasst deshalb unfreiwillig ganz gut zusammen was mich an dieser Wahrnehmung von Videospielen so sehr stört – zusammen mit den sozialen Dynamiken welche mit ihr einhergehen.‘

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Genugtuungen

Repliken: ‚Wenn jemand

Stunden nachdem ein Vorwurf publik wurde aber schon die Arbeit einstellt, w.o.-gibt wie wir im Tennis sagen, hat das jedoch weniger mit dem Vorwurf selbst, oder der „Wahrheit“ zu tun, als vielmehr mit den sozialen Abhängigkeiten in welche sich diese Gesellschaft so begeben hat. Einem Panoptikum, praktisch einer Anstalt öffentlicher Genugtuung – mit bestimmten Körpern auf jeweils beiden Seiten, gleichen Interessen und „moralischen Kompassen“.
Alle drei Faktoren halte ich dabei für ähnlich verabscheuungswürdig und zutiefst menschenverachtend, alle drei konstruieren eine jeweils fremde Menschengruppe (Geschlechtsgenossen zum Fremdschämen usw.), meinen gleichzeitig über „alle“ oder eine „Mitte“ sprechen zu können, obwohl es nur ein Milieu ist –

(…)

Woher wollen Sie bitte wissen was wie oft „passiert“. Worauf beruht bloß wieder diese „Meinung“, auf Basis welcher absurd-lächerlichen „Daten“. Der ganzen Welt als Labor? In

diesem steten Tonfall vorgeblicher Rationalität, Abgeklärtheit und „Reflektion“.
Woher stammt diese Selbstüberschätzung, stammen diese Kenntnisse?
Und bestimmen nicht nur welches Verhalten, welche Interessen, Bedürfnisse von „Männern“ legitim wären, sondern in dieser bipolaren Geschlechterwelt mit ihrem dermaßen konstruierten Kampf – gerade auch jene von „Frauen“
Eine moralische Gewalt die auch immer beide Seiten betrifft: jene die, wie Sie es beschreiben, nicht wüssten was „normal“ wäre, genauso wie jene die Opfer von Übergriffen werden. Und wer profitiert letzten Endes von den Clicks und Comments bei sämtlichen Artikeln über Gewalt und (sexuellen) Identitäten? Da Aufklärung darum wüsste und sie nicht bekämpft praktisch nur finstere Zeiten‘

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Zur Games-Subventionierung

Wieder im VDVC-Forum. Replik: ‚Ich denke die Kritik der Autorin geht an dieser Realität von Videospielen in Deutschland ohnedies komplett vorbei – was gerade auf der diesjährigen Gamescom (wieder) deutlich wurde: Yager sollte in Berlin ja irgendwann mal „Dead Island 2“ umsetzen – was aber jedenfalls irgendwie nicht funktioniert hat – setzt dafür offenbar lieber ihr eigenes (F2P?-)Ding durch. Wobei die kommerziellen (AAA-)Produktionen, welche da im Auge sind, im Land aus meiner Sicht überhaupt nicht entwickelt werden – in dieser Generation insgesamt auf der Welt aufgrund einer wohl unerwarteten Kostenexplosion schon überschaubar wurden (ein Trend der weiterhin anhalten dürfte). Und Videospiele als Service, wie sie anscheinend halt auch Yager erneut plant, halte ich ohnehin für keine Kandidaten dafür… Hinzu kommt im EU-Raum hoffentlich immer noch die europäische Ebene. Siehe CD Projekt (Red): „Blood & Wine“ wurde zwischen 2014 und 2017 dort etwa mit 150.000 Euro subventioniert https://ec.europa.eu/programmes/creative-europe/projects/ce-project-details/#project/565503-CREA-1-2015-1-PL-MED-DEVVG „Cyberpunk 2077“ taucht in der Datenbank (noch) nicht auf. Darüber kann schon mal nachgedacht werden meine ich, zumal sich große Spiele mit diesen Summen sowieso nicht finanzieren lassen. Ob andere, wie Quantic Dream in Paris unter der Ägide von Sony, oder Blue Byte nach der Übernahme durch Ubisoft, auch öffentliche Gelder kassiert haben, kann ich ebenfalls nicht sagen.
Die Frage bleibt was sich bezahlt lassen werden soll: das „Produkt“, oder der Standort? Und wenn Konzerne wie Sony vor ein paar Jahren „Shenmue 3“ bewerben, aber nicht bereit sind zu bezahlen – das lieber die „Crowd“ machen lassen – ergeben sich bei der Finanzierung von Videospielen noch ganz andere Probleme. Von einem „Star Citizen“ zu reden fange ich da gar nicht erst an.
Ich denke es sollten in erster Linie Inhalte gefördert werden, bei denen ein öffentliches Interesse besteht – und halte es bei diesem Sendungsbewusstsein da (ausnahmsweise) mit Gerd Bacher: unterscheide diesbezüglich strikt zwischen „public broadcasting“, und „commercial broadcasting“.

Nachtrag: nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – bei „Trüberbrook“ bestand dieses öffentliche Interesse in jedem Fall, da das Spiel ein Deutschland abbildet wie es so noch in keinem anderen Videospiel davor zu sehen war. Ähnliches gilt für den Filmbereich: den Schulfilm, der kaum mehr als eine Aktualisierung der „Lümmel von der ersten Bank“ darstellt, hätte ich auch nicht gefördert. Genau das meinte ich mit meiner Kritik an den EU-Förderungen.Nachlese

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Kommentar zu „Berlin 1936“

Im VDVC-Forum: „Also diesen ND-Artikel finde ich jedenfalls gut.

Die Fahrsequenz erinnert an das uralte österreichische Spiel „Oldtimer“ (der ursprünglichen „Anno“-Macher), der Preis ist mit fast 17 Euro ziemlich hoch bemessen, und die Ästhetik wirkt zwar sehr elaboriert, insgesamt aber auch eher unfreiwillig komisch.

Und wieder stellt sich mir bei so einem Titel die Frage woher die Assets eigentlich stammen – in den Reviews gibt es dafür schon einen Hinweis, nur kann ich mit dem absolut nichts anfangen (hier in Österreich wurde das nicht gesperrt).

Und etwas Recherche zufolge ist der Autor wohl (doch) kein Nazi, nur recht naiv. Warum? Weil „Bildung“ so nicht funktionieren kann. Zu sagen „ich halte mich da raus“ und anstatt eines Statements Wikipedia-Artikel zu verlinken ist bei der „Sozialadäquanz“ kaum vorgesehen. Das kann auch nicht wirklich mit Wissenschaftlichkeit gemeint sein und wird höchstens bei Partikularinteressen wie der Militärgeschichte (noch) akzeptiert, aber sicher nicht als Gesellschaftsdarstellung… Also wenn die Bundesprüfstelle keinen Hinweis auf „Kritik“ findet, wie Darstellungen von Verfolgungen etc., wird der Titel hoffentlich indiziert werden – genauso wie dem entsprechende Bücher und Videos (Riefenstahls Film „Olympia“ wurde etwa nach dem Krieg ja auch nur in einer „Adenauer“-Version aus den Fifties verfügbar gemacht, in welcher der Nationalsozialismus kaum vorkam).

Es soll zwar eine Taste geben mit welcher der Avatar umgebracht werden kann, also auf Knopfdruck quasi, aber dann kommt man (mitten in Berlin!?) zu einem Tor auf dem „Arbeit macht frei“ draufsteht – was wohl Sachsenhausen sein soll, aber mir auf keinen Fall „authentisch“ erscheint.‘

Lesenswerter Artikel von Katharina Schwirkus.

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Wird die Gamescom wichtiger?

Die E3 war heuer ziemlich zu vergessen. Doch nicht nur die erfolgreiche Einladung der (Kölner) Messe an Geoff Keighley eine Eröffnungssendung zu gestalten überraschte, auch das Verhalten der restlichen Industrie.

Wie News welche ich eigentlich schon zur E3 erwartet hatte und für die Branche im Westen so zentral sind, dass sie nicht den üblichen Gamescom-Anhängseln entsprechen (also anders als die dafür sonst verspäteten Sportspiel-Ankündigungen von Electronic Arts): etwa dass jetzt „Pillars of Eternity II“ auch für Konsolen eindeutig finalisiert wurde, oder dass SEGA endlich die restlichen „Ryu Ga Gotoku/Yakuza“-Hauptspiele auf der PS4 für den Westen klarstellte (von soeben bis Anfang 2020). Nein, so sicher war das nun wirklich nicht… Typische E3-Details.

Hideo Kojima konnte auf besagter Keighley-Bühne einmal mehr darlegen, dass er (doch) der beste ist: „Death Stranding“ sprudelt weiterhin nur so vor Ideen, auch wenn es immer noch (oder sogar mehr denn je) wie ein Schaulaufen der Eitelkeiten wirkt. Gut möglich, dass es sein innovativster Titel seit „Boktai“ werden wird und für einige Unausgegorenheiten zum Abschluss von „Metal Gear“ entschädigen.

Der in die Jahre gekommene Japaner und der vordergründig unpolitisch-kanadische Anchorman, dem in Ermangelung von anderem vor ein paar Jahren Geldgeilheit vorgeworfen wurde und der sich ein kleines aber einflussreiches Imperium aufgebaut zu haben scheint (auch ich habe ihn anfangs mit einem kleinen Obolus für dessen erste eigenständige Projekte finanziell unterstützt – „Indie“ hat wirklich viele Gesichter), stellten da am Montag Abend einmal mehr so etwas wie den Ausgleich für Videospiele dar. Fünf Jahre nachdem die „neue“ Rechte (Milo!) jedenfalls teilweise „erfolgreich“ versucht hat mit Antifeminismus das Videospielklima zu ruinieren, nachdem es jetzt intrusive Seiten wie „One Angry Gamer“ gibt (automatische Übersetzungen inklusive) und der Hass (beziehungsweise dessen Leugnung in Form von TäterInnen-Opfer-Umkehrungen) zu unüberwindlich erscheinenden gesellschaftlichen Mauern anwuchs. Nicht nur im unverbesserlichen Publikum oder dem Journalismus und der etablierten Games-Forschung, sondern auch in den Marketingabteilungen der Spielefirmen selbst.

Und dieser opportunistische Ausgleich betrifft nicht einmal nur Videospiele, sondern gewissermaßen halt auch den Film – in Form der beiden Regisseure die da mitwirken. Guillermo del Toro (Shape of Water) und Nicolas Winding Refn, dem Garant für empathielose Zeiten, von dessen Amazon-Serie selbst SPON zuletzt ausnahmsweise ehrlich ausführte, dass es (vor allem nach der dritten Staffel von „Twin Peaks“ 2017) mit so etwas nicht weitergehen kann.

Das „Risiko“ das Sony mit „Death Stranding“ eingeht ist jedenfalls mehr als kalkuliert und höchst manipulativ zu nennen, denn ihre „Blockbuster“ verkaufen sich gewissermaßen von selbst – obwohl „Death Stranding“ sicherlich verächtlich auch (wieder als typischer) Kojma-Spiel-Film und aufgeblasener „Walking Simulator“ bezeichnet werden kann, der eher ein bizarrer „Artbuster“ wäre (wie sonst höchstens noch David-Cage-Titel). Auch politisch passt es keinesfalls ins Bild von einem Konzern, der, wie ansonsten nur noch Facebook (Oculus) und Electronic Arts, nunmehr peinlich viel Wert auf politische Korrektheit legt. Der Held (Norman Reedus) macht keine Anstalten als Viriler vom Platz zu weichen und tut noch so als sei er ein gebährender Nährvater, wo in der Branche sonst höchstens bebrillte Familienväter Kinder mal schaukeln dürfen. Und das Frauenbild Kojimas referiert einmal mehr durch und durch eine zutiefst sexuelle Ikonografie – diesmal von den Siebzigern bis in die Nullerjahre.

Verkaufen wird es sich aufgrund des Marketings im Vorfeld trotzdem (oder gerade deshalb, weil es so unangepasst wirkt), für das Weihnachtsgeschäft hat Sony sonst alles leergeräumt, nur das „Medievil“-Remake ist im Mid-Range-Bereich noch übrig geblieben – was ehrlich gesagt in erster Linie auch zum Rauswurf von Kojima bei Konami (und der Absage von „P.T.“) geführt haben wird, weil sich die mangelhaften Vorbestellungen für „The Phantom Pain“ damals (2015) bereits abgezeichnet haben dürften und ein Riesenhit im lokalen Mobilbereich Konami zu Kopf stieg: eine erste Rückkehr in den Core-Bereich war bereits in diesem Sommer zu beobachten, mit neuen Sammlungen für „Castlevania“ und „Contra“. Vielleicht wird es (wegen Sony) zwar kein drittes „Rumble Roses“ geben (obwohl gerade das zuletzt für die Xbox One adaptiert wurde, ohne dass es die Öffentlichkeit groß mitbekommen hätte), aber sonst doch alles wieder so wie früher (und gut – bis auf das neue „Contra“…).

In einer Zeit in der es mehr denn je fraglich erscheint was das Medium gar wäre – oder überhaupt sein kann: Kunst, Sport, oder etwa doch (nur) Bildung.

Abgesehen von „Unterhaltung“.

Und als Kojima meinte er wolle Gameplay erst in Tokio zeigen, aber dann doch was vorstellte, stellte er gewissermaßen Messe-Weichen: die Tokyo Game Show (im September) ist in den letzten Jahren immer unbedeutender geworden und nachdem Sony heuer nicht auf der E3 war, wurde die Gamescom (zusammen mit „Gears 5“ von Microsoft) tatsächlich so etwas wie eine kleine E3.

Denn vorher kam schon „Erica“! Der Titel hat wohl die größte Transformation eines Videospiels aller Zeiten durchgemacht, jedenfalls innerhalb von nur zwei Jahren. Technik, Ästhetik, Hauptdarstellerin – alles ausgetauscht. Nur das Interface dürfte übrig geblieben sein – da grenzt es schon an ein Wunder, dass Sony den alten Trailer nicht verschwinden lässt. Als es 2017 in Paris vorgestellt wurde, als das aktuelle Revival meines persönlichen Lieblingsgenres FMV noch überhaupt nicht abzusehen war, sah das nämlich so aus (also sehr nach „Her Story“, dem, für das FMV-Revival, Pioniertitel von Sam Barlow – „#WarGames“ – aus dem Jahr 2015):

Und Deutschland! Für nordamerikanische Ohren kaum fassbar, als ich dachte Codemasters verlegt nun doch wieder nicht nur mehr wieder Rennspiele. Gefühlte zehn Mal hörte ich „Code Media“, bevor ich draufkam dass „Koch“ gemeint war – eine Firma bei der ich mich dereinst einmal sogar beworben hatte. Äußerst kurios, dass die Messe bei den Publishern offenbar darauf bestand den deutschen Namen der Mutter zu nennen (anstatt einfach Deep Silver zu sagen). Selbst dabei blieb es nicht, denn Bethesda wurde Zenimax genannt, weil diese in Deutschland eher unter dem Namen des Mutterkonzerns auftritt. Und ich dachte nur ich rede über Zenimax

Aber (deutsche) Ordnung muss offenbar sein, nicht nur „Spielspaß“. Haha.

Germanophiler Höhepunkt war jedoch so etwas wie die Nennung von „Anno“ (die Reihe wurde international früher „A. D.“ genannt, gewann so einmal im selben Jahr sogar zweimal den Deutschen Computerspielpreis um sonst ja kein „Killerspiel“ auszeichnen zu brauchen, aber das „Anno Domini“ geht heute in der atheistischen Weltöffentlichkeit politisch ja ebenfalls nicht mehr durch).

Und natürlich als sich Keighley über den „Landwirtschafts-Simulator“ (als Sportart!) lustig machte, der aktuelle wartet hier bei mir immer noch auf seinen Ersteindruck nachdem ich den 17er ausgelassen hatte.

Gaming Minds, das Studio von Daniel Dumont – den ich seit fast zwanzig Jahren für den besten Designer Deutschlands halte (vor allem „Rise of Venice“ fand ich war das beste deutsche Spiel überhaupt) -, erhält nach „Railway Empire“ erfreulicherweise weiterhin Gelegenheit zur Arbeit. Es schlug die Stunde der kleinen Publisher – eben wie Kalypso:

Überhaupt wurden nicht nur ideell (so wie oben bis zurück zu „Der Patrizier“) viele Publikumslieblinge bis von vor 25 Jahren (oder sogar noch ältere) wieder ausgegraben, auch wenn manches halbgar wirkt (Comanche) und die übliche Zeitgeist-Nullnummer darunter war (nach „Dreadnought“ folgt aus Berlin „The Cycle“, also statt einem Nicht-Service wider besseren Wissens…).

Eine Rückkehr war aber noch erfreulicher und hatte nichts mit dem Gastgeberland zu tun – „Disintegration“, das ernsthaft an das alte Bungie erinnerte – und nicht den Mainstream welcher bei „Destiny“ einkehrte seitdem Peter Dinklage durch Nolan North ersetzt worden war (und der Erklärbär Kreativdirektor):

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Neues bei Gunnar Kaiser…

Kommentar: ‚Sorry, aber diese liberalen Gesellschaften wie sie hier imaginiert werden können in der Form gar nicht existent sein – beziehungsweise widerspricht sich deren Vorstellung doch selbst. Das betrifft genau diese stereotype Konstruktion eines „Anderen“ (other) wie den Amish People und deren (vorgeblich gesonderte) Lebensweise.

Das Beispiel ist gerade nicht überzeugend, denn es behandelt das „Eigene“ als eine nicht weniger verschworene Gemeinschaft.
Einerseits kann das hierzulande etwa jemand sein welcheR in eine Familie aus Zeugen Jehovas geboren wurde, oder auch in eine traditionalistisch katholische wie sie satirisch der Film „Kreuzweg“ gezeigt hat. Der Papa eines solchen „hiesigen“ Menschen kann auch ein veritabler Neonazi sein und schon seinem Kleinkind „den deutschen Gruß“ beibringen wollen – all das sind nicht weniger extreme Beispiele als die Amish, Produkte einer „liberalen“ Gesellschaft welche verschiedene Lebensentwürfe samt Subkulturen (im Sinne des Pluralismus) grundsätzlich vorsieht, eine Gesellschaft die eben nicht totalitär sondern liberal veranlagt ist, also der Wohlfahrtsstaat, diese höchst manipulativen „Auswüchse“ für seine BewohnerInnen, wegen Erziehungsprivilegien der Eltern usw., einer grundsätzlich immer noch vorhandenen Nicht-Einmischungspolitik, im Nachhinein (wenn es zynisch gesprochen vielleicht schon längst zu spät ist) erst wieder korrigieren kann. Es gilt auch für Phänomene wie Armut oder den Analphabetismus. Einerseits. Andererseits kann jemand den Liberalismus so auch als Sozialismus negativ empfinden, etwa wenn antiquierte Geschlechterrollen wie jene der Hausfrauen sukzessive unter Druck geraten sind, gerade im Sinne „liberaler“ Projekte wie einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie Konzepte wie das Hausfrauendasein für Frauen immer weniger offen stehen. Oder in Hinblick auf den Rechtspopulismus der Nativismus: dass jemand ohne dass für diese Person je in einen Arbeitslosentopf eingezahlt wurde bei Arbeitslosigkeit kein Arbeitslosengeld kassiert in vielen liberalen und illiberalen Demokratien wie hier in Österreich ganz selbstverständlich, allein die Vorstellung findet weit in linksliberale Milieus hinein breite Akzeptanz, aber dass zugewanderte Personen nicht dieselben Rechte und Pflichten wie Einheimische haben könnten nicht. Das wird gleich als rassistisch gebrandmarkt. Und das betrifft gerade auch Substantielles wie den Universalismus. TLDR: es kommt immer auf die Sozialisation eines jeden Einzelnen an und nicht ob wer „formal“ in den Liberalismus hineingeboren wurde…
Nicht einmal die Amish-Idee vom promiskuitiven Sündenpfuhl mag für die Restgesellschaft überhaupt zutreffen – die kann doch selbst biederer und verspießerter sein als jede Amish-Familie. Das sind doch nur Klischees – ich denke da insbesondere an das Schlagwort der „reaktionären Linken“ https://en.wikipedia.org/wiki/Regressive_left
Und ehrlich gesagt enttäuscht mich dieser Kanal bereits nach kurzer Zeit doch sehr: in älteren Videos wurde noch behauptet, dass der Liberalismus keine Ideologie sei, hier die Kritik daran einfach übernommen (!?). Den Roman finde ich in der Nachfolge von Umberto Eco immer noch ganz toll, auch die frei zugängliche Lyrik nicht schlecht, aber mir scheint die völlig unreflektierte Rezeption eines Naturalisten wie Peterson mich doch skeptischer hätte machen sollen – deshalb mein Urteil: arrogant, selbstverliebt, oberflächlich und leider nicht gut durchdacht. Wie bei vielen berufsbeleidigenden Hipster-Normies auch der Fall, nur sprachlich wesentlich angenehmer und wirklich selbstironisch.
Also immer noch sehr viel Zustimmung, dennoch: Abonnement schon wieder beendet. Schade.‘ Nachlese

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