Zur ganzen Unzucht und Brutalität in FSK-12-Filmen (sowie Fernsehserien)

Kommentar bei „Die Mühle und das Kreuz“ (2011): ‚Diese vielen FSK-12-Freigaben für solche Filme ergeben sich heutzutage anscheinend aus der Annahme, dass Schilderungen – analog zur Literaturtradition – (jugend)frei sein sollen, das heißt dass das auch für audiovisuelle Medien gelten sollte. Subjektiv mag man zwar (weiterhin) meinen, dass da etwas „geradezu sadistisch genau dargestellt“ wird, der Begriff expliziter Darstellungen beginnt bei den Freiwilligen Selbstkontrollen (mittlerweile) offenbar jedoch erst ganz woanders. Und erst dann, wenn diese Wahrnehmung erfüllt ist, wird eine „sozialethische Desorientierung“ im Sprachgebrauch angenommen werden dürfen (als scheinbare Voraussetzung für FSK-16-Einstufungen, oder höher).

Spätestens bei der Fernsehserie „Babylon Berlin“ war das zu beobachten, wo die FSF sämtliche Folgen auch ab 12 freigab – obwohl darin alles mögliche thematisiert wird, auch extreme Sexualpraktiken. Und die FSK setzt für die spätere Videoauswertung erfahrungsgemäß sogar noch niedriger an (siehe vor ein paar Jahren bei „Game of Thrones“, wo eine Folge von der FSF ursprünglich keine Jugendfreigabe bekam), also wird sich daran in Deutschland nichts ändern.
Leider schwiegen bislang meines Wissens nach die Freiwilligen Selbstkontrollen zu dieser Situation, oder leugneten sie. Wobei ein bereits eingesetzter (oder vollzogener) Wertewandel für gewöhnlich ja leider überhaupt nicht kommentiert wird, dazu finden praktisch keinerlei öffentliche Debatten statt.
Leider wird es sich da sehr einfach gemacht und einfach ein Zeitgeist übernommen. Im Zweifelsfall deshalb zusätzlich etwa noch die Datenbank des zuständigen Ministeriums für Filmfreigaben in Österreich konsultieren https://www.bmb.gv.at/schulen/service/jmk/jmk-db.html

„Babylon Berlin“ bei der FSF: der Text einer Studierenden beginnt mit einem Proust-Zitat. Am Ende heißt es unter anderem, die Autorin interessiere „sich leidenschaftlich für das Schöne“…

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Industriepreis für Schöpferin des ersten indizierten Videospiels, Carol Shaw

Gratulation und vielen Dank an das Team um Geoff Keighley: für eine äußerst gelungene, souveräne Veranstaltung – vor allem im Vergleich zum letzten Jahr – von der so manch ein Film- oder Fernsehpreis heuer sogar was lernen konnte…

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„Mediengewalt“ meint „Paper Mario – Color Splash“ sei „Fun-Sports“

Jetzt soll noch eineR kommen und sagen „Xtreme 3″ sei kein Beach-Volleyball… Offener Brief zur Behauptung der Videospiel-Reformer, zur Weiterleitung an alle „Redlichen“: ‚Sehr geehrte Damen und Herren!
Das für Ihre Begriffe demnach eindeutige „Gewalt“-Rollenspiel „Paper Mario Colour Splash“ hat mit Fun-Sport doch überhaupt nichts zu tun, dagegen kann sich nur „verwahrt“ werden – mehr als vor jeder Müllhalde in „Deponia“. Oder seit wann ist es das „Ziel“ in „Fun-Sports“ sich gegenseitig zu verletzen und letztendlich zu vernichten, denn nichts anderes geschieht dort – wie im Genre (für Sie zweifellos „leider“) üblich.
Vor „Paper Mario Colour Splash“ sollte deshalb ganz klar eher auch eine Warnung ausgesprochen werden, oder – wie überhaupt zum Gros der Videospiele zwischen USK-0 und USK-16-Einstufungen – ansonsten ebenfalls geschwiegen.
Ja, warum sagen diese Informationen eigentlich nichts über USK-12-Titel, außer neuerdings Eishockey und „Robinson – The Journey“? Oder weshalb wird vor denen hier sonst ausdrücklich nicht gewarnt – wie etwa unzähligen „Kriegsspielen“?
Wo bleibt da die „Verantwortung“ im Umgang mit „Gewalt“medien des eingetragenen Vereins „Mediengewalt“, die „Erziehung“ zum „Frieden“ vor dem Fest?‘

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2019

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Wieder zu „Detroit“ (Become Human)

Kommentar: ‚Die Unterscheidung zwischen „Serious Games“ und allen anderen (Video-)Spielen finde ich grundsätzlich unselig bis zumindest unglücklich, denn auch „Detroit“ wird dahingehend sicher kein „Serious Game“ werden – zumindest nicht im engeren Sinne.
Darüber hinaus spielt dabei ebenfalls der kommerzielle Vorbehalt eine enorme Rolle: große Spiele werden in erster Linie als Produkte betrachtet, und auch ein „Detroit“ (mit dem finanzstarken Sony im Hintergrund) wird diesen Makel kaum los werden (können).

Stattdessen sollte sich vielmehr gefragt werden ob das alles nicht schlichte Vorurteile sind, oder emotional belastet ist: nur wird das keine (Bildung von) „Kompetenz“ verhindern können, wenn Begriffe wie „Spiel“ und „Spaß“ halt genau so assoziiert und interpretiert werden. Gerade deshalb ist der Begriff des „Serious Game“ ja überhaupt erst entstanden (!), da die Meinung zwischen Ernst und Unterhaltung unbedingt trennen zu müssen sehr weit verbreitet ist und andere, etablierte (wissenschaftliche) Begriffe wie „digitales Spiel“ eher noch das „Spiel“ und nicht die Fiktion betonen – also etwa keine Gemeinsamkeiten von „Videospiel“ und „Schauspiel“ (Dramatik).
Wichtig wäre es deshalb zunächst einmal wenigstens zu erkennen was hier passiert, dass nämlich zwar behauptet wird ein ernstes Thema würde damit „trivialisiert“ werden – und das Thema „häusliche Gewalt“ ist hier wirklich nur eines von unzähligen austauschbaren, vermeintlichen Tabuthemen oder tatsächlichen Inhalten (die schnell als „spekulatives“ Kalkül mit niederen Instinkten abgetan oder verurteilt werden können, wie gerade auch hier 2009 „No Russian“) – in Wahrheit/Wirklichkeit es aber das Medium (oder die verwendete Ästhetik innerhalb dieses Mediums) selbst ist (sind), das (die) hier das Stigma „trivial“ (oder das einer sonstigen Abscheu/Verwerflichkeit) trägt.‘ Nachlese

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Neues zum „Bundesfighter“

Kommentar: ‚Sorry, aber „ermittelt“ wird hier kaum werden weil das Medium zufällig ein Videospiel ist – sondern weil hier, völlig zurecht wie ich meinen möchte, Persönlichkeitsrechte als verletzt angesehen werden dürften. Dass es sich um ein Videospiel handelt dürfte eher komplett irrelevant sein.
Und das lässt die ganzen anderen genannten Beispiele kommerzieller Produktionen, wo es eben doch genau darum ging (das heißt um eine vorsätzliche Diskriminierung der Ausdrucksform Videospiel als „digitales Spiel“, gegenüber anderen audiovisuellen elektronischen Medien als Dokumentationen oder Fiktionen), diesbezüglich sehr lächerlich erscheinen und in Zweifel ziehen.
Abgesehen davon lässt sich der Vorwurf (bezogen auf Alexander Gauland) leicht ad absurdum führen, obwohl die Wahrnehmung des Symbols angeblich sowieso nicht beabsichtigt gewesen ist und die unter dem Deckmantel der „Kritik“, oder als „Satire“, in selbstherrlicher Arroganz vorgetragene Verwendung/Unterstellung, nicht nur das Erkennungszeichen eines Nationalsozialisten als vermeintlich vielleicht lustige Artistennummer missbräuchlich verharmlost – sondern es fehlt dem Vergleich, mehr oder weniger, auch die Grundlage.

So hat Herr Gauland etwa bei seinem Lob für Wehrmachtssoldaten die Verbrechen der Wehrmacht offenbar ganz bewusst gar nicht geleugnet (!), im Gegensatz zu manch führenden Unionspolitikern bis in die Neunziger Jahre – die davon anscheinend nichts wissen wollten, darüber nichts lernen, nicht unterrichtet werden wollten und sich sogar gegen Ausstellungen diesbezüglich wandten: ein historisches Geschichtsbild der „politischen Mitte“ das im „Kampf“ gegen die AfD in einem weiterhin geschichtsvergessenen Deutschland mit all seinen monstranzartigen Moralvorstellungen nur allzu gern übersehen zu werden scheint.
Und dasselbe gilt auch für die beleidigende Swastika-Form von Wiener Schnitzel in der „heute“-Show. Da möchte ich, als Österreicher, am liebsten ebenfalls klagen.

Alles zusammen sind Zeichen einer Zeit in der politischer Ausdruck leider zunehmend Bestandteil eines Comedy-Betriebs und von Marketing-Agenturen wurde – über unsoziale Medien wie Twitter & Co. und das unselige Vorbild des (neu) medialisierten Amerikas der Obama-Jahre, in dem Komiker wie Jon Stewart Gewissen ersetzten: Menschen sich orientierungslos zunehmend auf Spaßmacher und Gaukler zur Wissensvermittlung und als Bildungsersatz verließen, anstatt ernsthafte Nachrichten zu rezipieren. Viel Platz für kulturellen Optimismus bleibt bei jenen nicht mehr übrig, die, schlichte Posen für tiefgründig hielten, moralische Überlegenheitsdünkel für „ethisch“ oder verantwortungsvoll, und öffentlichkeitswirksame Selbstdarstellungen für „Selbstreflexion“ oder gar „Selbstkritik“: bis hin zu einer europäischen Gegenwart in welcher im öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk so wenig Ahnung von der eigenen Geistesgeschichte vorhanden wäre, dass die kulturellen Verbrechen welche im deutschen Namen geschehen sind – wie 1938 die ideelle Auslöschung Österreichs (nicht nur als Begriff!) – keineswegs mehr jemandem bewusst zu sein scheinen, bevor abstruse Anschüttungen als Zuschreibungen getätigt werden. Doch nur weil in Österreich zuletzt (auch) Wahlen stattfanden, hat Österreich noch lange nicht wieder aufgehört zu existieren.‘ Nachlese.

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Zur (Un-)Sachlichkeit von „Stärken“ der Universität Ulm

Comment: ‚Die Spitzerfrage ist doch: na und? Wäre weniger Gehirnvolumen denn schlecht?
Etwas Negatives… Ich dachte da an die rote Königin bei Tim Burton, oder jenen Großkopferten mit denen es ein Gerhart Polt politisch immer aufgenommen hatte.

Mich erinnert das deshalb eher an den Zehn-Prozent-Mythos, von sonstigen Schädelvermessungen ganz zu schweigen. Dabei dachte ich in Deutschland gilt (wenigstens seit 1945, moralisch überhöht) ohnedies oft „weniger ist mehr“??

(…)

Das Personal pathologisiert ja längst nicht nur Computerspiele. Gleich im vorherigen Artikel, dann mit Spitzer, heißt es am Ende: „Landet das einst so innig geliebte Kuscheltier nun unbeachtet im Schrank, heißt das wohl nichts anderes, als dass man sich stark genug fühlt für die Welt da Draußen. Egal ob man nun groß ist oder klein.“ http://www.uni-ulm.de/med/fakultaet/med-detailseiten/news-detail/article/wenn-das-stofftier-nicht-loslaesstkuscheltiere-weisen-bei-borderline-patientinnen-auf-bindungsaengs/
Also selbst Computerspiele wohlwollend auf materielle Kultur mal reduzierend, ist die Analogie bei beiden unerwünschten Bezugsobjekten mehr als evident, die Beziehung zum jeweiligen Forschungsgegenstand „vermutlich“ dieselbe (wie überhaupt das zugehörige Menschenbild) – sowie jeweils das Umfeld dieser vermeintlich aufgeschlossenen Forschung zu beachten.‘

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