Neuer Kommentar zu Zsolt Wilhelm & Co.

„Die Aussetzung“ der Bereitschaft, „Pokémon Go“ reloaded – beim VDVC: ‚Wenn alle fünf Jahre mal ein größeres Spiel erscheint das dem Autor und seinen Kollegen auch nur ansatzweise zu interessieren scheint, das letzte dürfte dem redaktionellen Output nach zu urteilen in dem Fall 2013 „GTA V“ gewesen sein, frage ich mich wen ein solcher Beitrag eigentlich überzeugen soll. Außer jene die sich aus ganz ähnlichen Gründen auch mit keinen längeren narrativen Spielen mehr beschäftigen (wollen), sich von traditionellen Spielen wenigstens in diesem Bereich ebenfalls längst abgewendet haben.
Und *das* Problem beginnt schon bei jenen Leuten die auf Spiegel Online etwa irgendwann mal eingeführt haben sich mit manchen Games „immer“ nur genau 60 Minuten zu beschäftigen. Donald Hewitt kann sich das nicht schlimmer ausgedacht haben – so kann sich nämlich sowohl vor „Sucht“ (den Verhaltensweisen von übergewichtigen Keller-Kind“männern“ in Erwachsenenwindeln), als auch „Gewalt“ (konzipiert für „erzkonservative Waffennarren“) oder der Aussetzung einer etwaigen Sexualisierung (bei giftigen Inhalten für sexistische Raubtiere, kurz vor dem realen Übergriff stehend) noch „besser“ geschützt werden, halt alles was die alte oder neue Bürgerlichkeit so für problematisch hält.

Zumindest wird da überall behauptet, dass genau dieses Spiel *noch* interessiere – ich finde ja nicht einmal das mehr glaubwürdig, sondern halte sogar diese indirekte Äußerung für höchst unehrlich und weitgehend unzutreffend. Das beginnt schon bei den politischen Zuschreibungen denen ein „Assassin’s Creed“ oder „Red Dead Redemption“ so ausgesetzt sind – dabei gebe es ganz andere Titel, wie etwa „Not Tonight“, mit denen sich ein Journalismus ernsthaft und eindringlich auseinandersetzen könnte, nicht nur in einer Randnotiz, wäre ihm das Medium tatsächlich wichtig – würde es ihm wirklich am Herzen liegen.

Warum sollte so jemand „Red Dead Redemption“ aber auch spielen wollen? Nehme ich zum Beispiel „Red Dead Redemption“ seine affektorientierten Gewaltdarstellungen als das Reizthema eines traditionellen Videospiels, in Hinblick auf eine angenommene Habitualisierung von Gewalt, bleibt eine Bildungsgeschichte übrig wie sie typisch für die zweite Hälfte des 19., oder den Anfang des 20. Jahrhunderts, gewesen ist – ein fiktionaler Gegenstand der versucht historische Entwicklungen wie die Emanzipation, oder den technischen Fortschritt, in vielerlei Hinsicht zu skizzieren. Das kann ich selbst im Jahr 2018 gut finden, zumindest als Neuerung im Videospiel, muss ich aber überhaupt nicht – sondern kann ich auch da für unglaublich antiquiert halten, aber einem „Krieg und Frieden“ seinen Umfang vorzuwerfen, das nötige Engagement es zu lesen (trotz auch dort repetitiver Formen der Iteration in der Handlung), wäre dann so auch kein Verhalten von Familienvätern, sondern vielmehr (pubertär) von frustrierten Schülern.
Dasselbe galt schon für die plumpe „Satire“ eines GTA. Klar erinnert die Tonalität der Rockstar-Dialoge weiterhin an einen Tarantino, doch auch bei dessen Filmen fand ich die *Ausnahme* in der Publicity stets unbegründet. Für mich können diese Artikel deshalb praktisch nur über einen kommerziellen Charakter verfügen: so wie heuer in Cannes bei einem Film wie „The House That Jack Built“, der jetzt hierzulande ins Kino kommt, jegliches Marketing versagt hat, weil der Film so sehr gegen den Geschmack seines Publikums verstoßen hat und dieses sich in der Schwarmintelligenz seiner „sozialen“ Medien, deren Aufmerksamkeitsspanne und Möglichkeiten zur Textinterpretation, nur fragte weshalb es sich so etwas auch nur antun sollte, geschweige denn intellektuell nähern: wenn die Gewalt eines solchen Videospiels schon dermaßen „konsumierbar“ wäre, um mit Michael Haneke zu sprechen, dass man es etwa „gerne“ spielen würde, weil es „Spaß“ oder sonst was mache, aber es sich wegen privater Verpflichtungen oder sonstiger wie eine Monstranz vor sich her getragener Sozialisationen jemand trotzdem nicht antun möchte – also bitte die Schulfassung, oder noch besser gleich als Hörbuch.
Aha. Good luck with that!

„man könnte hunderte Seiten auslassen und würde dennoch einen befriedigenden Höhepunkt erleben – derstandard.at/2000090667479/Red-Dead-Redemption-2-Gebt-uns-einen-Kurzmodus
Nein. Könnte man nicht, nicht ein Wort – wenn die betroffene Ausdrucksform, irgendeine Ausdrucksform, auch nur ein wenig ernst genommen, aufrichtig und anständig wertgeschätzt (oder in „empathischen“ Kategorien „geliebt“) werden würde. Dieselbe Geisteshaltung dieser „Kritik“ brachten übrigens die „Fans“ von „Mass Effect 3“ damals an die Öffentlichkeit, und disqualifiziert seit jeher von selbst – redet nichts anderem als Zensur das Wort, ohne jegliches Verständnis dafür. Nur ein Hinweis dazu: vielleicht geht es ja gar nicht um (Selbst-)Befriedigung, „Spaß“ oder sonst was in diese Richtungen.

Ich kann, als jemand der diese „Kultur“ normativ nicht „verweigert“, das deshalb nur ehrenrührig und beleidigend finden – weil ich in meinem Leben halt andere Prioritäten gesetzt habe. Was? Wieder zu lang um zu lesen?
Also auch hier eine Kurzfassung: darf ich auch einen Vorteil haben, ein „Privileg“, wenn ich kein „Familienvater“ bin? Und sei es nur die wenigen verbliebenen, größeren und umfänglicheren Videospiele zu rezipieren, ohne dass diese nivelliert werden – der allgemeinen Gleichmacherei anheim fallen?

Und ich bin (darüber hinaus) an den familiären Verhältnissen dieser Leute, welche sie zweifellos als „respektable“ Bürger auszeichnen sollen die ihre (überlegenen) „Rechte“ (gegenüber anderen wie mir) somit einfordern, auch keineswegs interessiert – so wie ich behaupte, dass sie an den meisten Videospielen ohnehin kein Interesse haben, ob gut oder schlecht, weil das in dem Fall einfach das Andere ist welches sie als Aufgabe erachten manipulativ in ihrem Sinne und mit ihren Wertvorstellungen entsprechend zu „bearbeiten“.

Nein – es geht ihnen um kein „für alle“, sondern nur um ein „für sich“ und ihresgleichen. Sie setzen sich eben nicht für alle anderen ein, die sie sowieso nicht leiden können – was sie schüren sind (auch) Hass und bleiben (ebenfalls) Ressentiments, Chauvinismen, Bigotterie und Heuchelei.
Und es ist ein bisschen so wie ab vorgestern bei Merkel in Chemnitz: auch da konnte ich mich nicht des Eindruckes erwehren, dass der vorprogrammierte Konflikt oder ein Zündstoff, das „Problem“, die Untergangsstimmung, förmlich gesucht wurde, selbst wenn all das unbedingt nicht einmal vorhanden gewesen ist. Die Aussetzung. Und die allgemeine Fremdenfeindlichkeit wird auch da gewissermaßen sogar strukturell erst konstruiert, während im Grunde ebenfalls ganz anders über unterschiedliche Meinungen, Pluralität, oder einen Sachverhalt die Öffentlichkeit informiert werden könnte.

In jedem Fall ordne ich das alles, diese Polemik, dem mangelhaften persönlichen Charakter der Sprechenden und deren unverblümter Unverschämtheit, penetranter Überheblichkeit, Maß- und Zügellosigkeit im Umgang mit allen anderen, höchst fragwürdigem Demokratieverständnis beim Gefängnis der eigenen „Identität“ (wie eben „Familienvater“, wie geht eigentlich Nicht-Familienvater?), schlichter Menschenverachtung sowie allgemeiner Ideologisierung und Gegen-Aufklärung zu.
Das eigentliche *Problem* in der Sache ist jedoch, dass gleichzeitig komplett gegensätzliche Entwicklungen in allen (anderen) Videospielen damit völlig ausgeblendet werden, indem so und nicht anders über die Handvoll Open-World-Titel die jährlich noch erscheinen (falls überhaupt das) wiederholt berichtet wird – und diese damit quasi als letzter Rest vom Schützenfest noch beseitigt werden sollen. Denn nicht nur im Indie-Bereich konnte in den letzten fünfzehn Jahren beobachtet werden, dass große Singleplayer-Spiele immer kürzer, komprimierter und einfacher wurden, vor allem ab 2010 – bis hin zu dem Umstand, dass „Call of Duty“ heuer erstmals überhaupt keine Kampagne aufweist. Zumal diese Polemik/Forderung eines angeblich „erwachsen“ gewordenen Journalismus an genau dieser Entwicklung sicher nicht ganz unbeteiligt gewesen ist: die Verbürgerlichung des Mediums in jedem Fall das zentrale Merkmal/Kennzeichen von dessen Verbreiterung gewesen ist, im Kern mehr als jede inhaltliche Änderung.‘

Der „böse“ Demonstrant von draußen applaudiert (und ich mit ihm) – Hetze und Hass (nach welcher Definition auch immer) dürfen an keiner Tagesordnung stehen:

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Aphorismus der Woche #6

Selbst der radikalste Nationalismus ist nicht unbedingt fremdenfeindlich, wenn er doch vorgibt auch „nur“ das Eigene zu lieben. Die Behauptung das Fremde sei eine Erfindung, dabei als Vorstellung widersprüchlich – denn Fremdenfeindlichkeit kann so wiederum nur das Eigene betreffen und jeder Vorwurf in diese Richtung wäre demnach sinnlos, würde umgehend auf das Selbst im Eigenen zurückfallen – was er sowieso ist und tut.

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Rezensionen zu „Dear Esther“ und „The Quiet Man“

„Dear Esther – Landmark Edition“ reviewed (Steam): ‚Being a journey through one man’s mind, the literary quality of „Dear Esther“ may still stand high above most other games – which is kind of sad actually. As sublime and socially never intimidating as it is, I just have to appreciate it – especially when compared to juvenile Zeitgeist efforts like „Gone Home“.
When it comes to this „Landmark Edition“, I already played it in late 2016 when it was first released on consoles (the Xbox version) – after having played the original Source game on my 2010 MacBook. Now, I could play it in 4K, and, after switching my main monitor, in 5K even.
Graphically it still holds up – even when compared to „Firewatch“, another favorite of mine (played the PS4 version excessively in early 2016), that does not technically benefit from higher resolutions. And even though I thought I knew „Dear Esther“ in and out, it’s just amazing how its tiny details and little discoveries can change my perception of the game after every playthrough. This time around I still „managed“ to all in all miss ten voice over points and two commentaries (I already listened to them on Xbox): the commentary mode is really very good, especially the insights by the composer who seems to be so passionate about this tile.‘

Und wer sich gewundert hat warum „The Quiet Man“ bei Square Enix nicht in deren Indie/Arthouse-Abteilung „Collective“ erschien: ‚What a pleasant surprise! „The Quiet Man“ is an interactive movie to die for.
Forget about the likes of „Her Story“ or „Contradiction“: similar to „Need for Speed“ (2015) and, in part, „Quantum Break“ (2016), „The Quiet Man“ uses today’s technology to its most effect when blending its real-time rendered gameplay with FMV cutscenes. Still, anyone who considered this to be a social awareness piece is thankfully dead wrong.

Like the one’s who thought Ubisoft’s „Watch Dogs“ may be serious about the politics of data security, or „Far Cry 5“ a concrete statement against Trump. No, „The Quiet Man“ is not really about the deaf and hard of hearing. And it’s not as sophisticated as „Hellblade – Senua’s Sacrifice“ either.
„The Quiet Man“ is not politically correct. In fact, it’s so far away from today’s usual mainstream video game fare – maybe because its „Max Payne“-style anti-hero does belong to an out-of-the-box demographic – that I’m even glad such a game could still get greenlit by a major publishing house.
It may even be considered „pornography“ by today’s standards. Anyone who has ever read the term „revenge porn“ should know what I mean by that phrase.

Yet the whole game is still meant to be played by first and foremost non-gamers, more so than even David Cage’s games: I would go so far and compare „The Quiet Man“ to Sony’s Playlink series of titles even – except „The Quiet Man“ uses a very basic traditional input method, rather than a smartphone device.
There are no collectibles or anything else that would make a typical video game out of it. There is no narrative exposition and the story is told through vignettes, and vignettes alone (anyone who liked the narrative style of „Homefront“ should be in heaven: overall really unpopular stuff, everywhere to look at – therefore the bunch of negative reviews).
So, this is no video game Fast Food regarding „immersion“ or „skills“. Instead, and after GOTY contender „Forgotten Anne“, Square Enix released an exploitative title which is truly diversifying the medium again. And not in the usual sense of course, I’m certainly looking forward playing the rest of its chapters.‘ (erneut auf Steam)

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Neuer Beitrag über „Assassin’s Creed“

In meiner Steamgruppe „Computer- und Videospiele als Kulturform“: Film Bias Update, ausnahmsweise mit Kommentarfunktion – wegen etwaiger Fragen zu Historiographie, Historismus (Ranke/Schliemann), Historizität und Fiktion.

„Assassin’s Creed“ als solches erklärt der Artikel nicht. Zum Verständnis des fiktionalen Universums empfehle ich die Verwendung von Wikia (in Englisch) – auf meiner Ansicht nach zu populären Themen beständig absurde Diskussionen, wonach dieses oder jenes Setting antikatholisch, islamophob oder sonst was mit eingeschränkter Sicht auf religiöse Aspekte wäre, werde ich als Katholik allerdings nicht eingehen. Das widerspricht nämlich eindeutig meinem Verständnis von Katholizismus und der Kirche.

Mit Bezug auf die letztjährige Veröffentlichung. Nachlese.

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Zur allgegenwärtigen „Schönheit“ dieser Welt

Comment: ‚Diesem Herrn Zimmermann sei gesagt, dass sich die problematischen Frauenbilder der Betroffenen kaum ändern werden wenn er und seine „kritischen“ Kollegen mit den üblichen sexuellen Unterstellungen bei seinen „Geschlechtsgenossen“ ankommen. Von wegen

„in der Realität“ und so: wenn ich mir 1x im Monat meine Twitch Prime-Titel abhole kann ich mir schon in der kurzen Zeit in der mir dort dann irgendwas vorgeführt wird oft nicht des Eindruckes erwehren, dass die ganze Plattform eine einzige Modeschau ist. Keine Gesellschaft kann ernsthaft Feminismen etc. unterstützen, wenn gleichzeitig geglaubt wird dass Menschen ihrem Geschlecht nach bestimmt auftreten sollen, mit entsprechenden Körperbildern assoziiert werden – keine Schminke
Allein was Altersverteilung und Körperbau angeht: unterschiedliche Hautfarben allein ergeben noch lange keine Diversität…
Mir ist das alles ja ein schlichtes Gräuel. Natürlich abgesehen von der Zeit in welcher ich mich mit der dortigen ASMR-Tante in VR beschäftige.‘

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Zu Rockstars Zukunft (in dieser Gegenwart)

Kommentar: ‚Soll das etwa heißen, dass mit dem nächsten GTA vor 2025 nicht zu rechnen sein wird? Oder was weiß dieser Hauser das „wir“ nicht wissen?

Zwölf Jahre wären schon etwas lang, auch wenn „Online“ für sie sicher noch immer sehr lukrativ ist. Beim eher sentimentalen vierten Teil waren es nur fünf, wobei dessen beiden DLC-„Episoden“ in der Zwischenzeit sogar ziemlich ausgeschlachtet wurden und praktisch wie eigene Spiele behandelt.
„V“ war dann von Anfang an schon als Service angelegt. Genau so wie jetzt RDR2.
Dabei dachte ich eigentlich, dass die erste Rockstar-Satire mit Frauen als Protagonisten längst in Entwicklung ist. Gerade diese verrückten Zeiten schreien doch förmlich danach, also eher eine falsche Fährte – zumal bereits RDR2 deutlich ernster wurde.
„Cocaine Cowboys“? Zu nah an „Vice City“ und ähnlich durch wie damals „London 1969“. Da tippe ich doch eher noch auf „Agent“.‘

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Ein paar Gedanken zu einer Reformierung des deutschen Jugendmedienschutzes

Kommentar: ‚Ein (weiterer) Nachteil der Zahlen (allein) ist, dass sie wohl noch immer häufig als „Empfehlungen“ gesehen werden, und nicht als das was sie sind, nämlich Beschränkungen. Nicht nur im Einzelhandel kann so (noch leichter) beobachtet werden, dass es dann heißt ein Spiel sei etwa „für“ ab 6/12 (eben ohne „freigegeben“). Und ein Journalismus übernimmt das dann und weist den einen oder anderen Titel darüber etwa gleich als „Kinderspiel“ aus – sogar beim Deutschen Computerspielpreis konnte die Einstufung einer Komödie wie „Deponia“ als „Jugendspiel“ darüber hergeleitet werden, als sogar pädagogischer Nimbus eines Mediums das ansonsten ja so häufig (zumindest vor dem Engagement der Politik mit u. a. dem Preis) mit Mord und Totschlag landläufig assoziiert worden war.
Ich finde an den PEGI-Piktogrammen besonders charmant, dass sie keine Stigmata darstellen. So wird etwa auch bei niedriger eingestuften Spielen schonmal auf „Sex“ hingewiesen, wo das ein Vorurteil nicht vermuten würde.
Apropos Vorurteil: gefühlt vergibt die PEGI im Core-Bereich meiner Meinung nach wesentlich häufiger höhere Freigaben. Die Statistiken widersprechen dem jedoch, so lag der Anteil an PEGI-18-Titel 2017 noch immer unter 10% https://pegi.info/de/node/44 Und damit relativ nahe am (noch niedrigeren) USK-Wert http://www.usk.de/pruefverfahren/statistik/jahresstatistik-2017/ Die Anteile sind sich überhaupt verblüffend ähnlich, sodass die Behauptungen der deutsche Jugendschutz sei trotzdem „strenger“, oder die Selbsteinschätzung führe zu niedrigeren Freigaben, kaum nachvollziehbar sind. Darüber hinaus sehe ich die Selbsteinschätzung eher vom Geist einer „Freiwilligen Selbstkontrolle“ geprägt als die deutsche Verwaltungsmixtur in diesem Bereich, mit den OLJB als Entscheidungsträger bei gleichzeitiger ökonomischer Kontrolle der Industrie über den Entscheidungsfindungsprozess.
Ich halte die Selbsteinschätzung auch für nicht nur wesentlich transparenter als die pauschalisierenden USK-Beschreibungen http://www.usk.de/pruefverfahren/alterskennzeichen/ , sondern ebenfalls tendenziell für objektiver. Der empirische Rahmen des Verfahrens bedingt eigentlich Gleichbehandlung und verhindert so ja gerade Willkür.
Wobei mitunter problematische Spiele mit potentiell niedrigeren Freigaben in Deutschland dadurch trotzdem halt „strenger“ bewertet werden können als dies im individuell „differenzierteren“ USK-System (mit seinen Abwägungen in Bezug auf frühere Kennzeichenvergaben und/oder mit Bezug auf die Wirklichkeitsnähe im Setting eines Spiels) überhaupt (noch) möglich wäre, zumal USK-16-Titel wie „Skyrim“ oder „Assassin’s Creed“ bei der PEGI ja schon immer ab 18 waren.
Im Zweifelsfall könnte Deutschland ja das britische System einführen – mit einer zwischengeschalteten Behörde welche über die Rechtmäßigkeit/potentielle Jugendgefährdung wacht, ähnlich dem Video Standards Council. Mit USK, BPjM, Gerichten und „Rechtssicherheit“ ist die Möglichkeit eines nachträglichen Entzugs von Kennzeichen ja leider nicht einmal vorgesehen, in keinem wirtschaftlichen Interesse der Branche und (2003) praktisch ausgeschlossen (worden).
Dazu müsste aber halt auch der Filmbereich erstmal reformiert werden und es etwa dort zu einer einheitlichen, europäischen Lösung (wie bei den Games der PEGI) kommen, vll. analog zu einer Reform des Urheberrechts. Aber da im Zeitalter des Populismus die europäische Integration zugunsten einer Re-Nationalisierung ja schon insgesamt eher nur mehr schleppend vorankommt, oder sogar bereits rückläufig ist, sind diese Gedanken bis auf weiteres sowieso nur Spinnereien.‘

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