Zum drohenden Zerfall der AfD

Kommentar: *Bei der dubiosen Anwältin Doris von Sayn-Wittgenstein hat es noch funktioniert, welche

dereinst mit ihrer Rede auf einem Parteitag aufhorchen ließ und der schon eine glänzende (späte) Politkarriere prophezeit worden war – bis ihr Verbindungen zu Ursula Haverbeck nachgewiesen werden konnten. Aber bei einem bereits sehr erfolgreichen Landeschef?
Wie soll das gehen? Kalbitz ist nicht Poggenburg. Kalbitz kann sich auch unterordnen und hat das selbst im Umgang mit Meuthen wohl schon genüge unter Beweis gestellt.

Was Meuthen da auch immer neu in der Hand hat und offenbar (noch) nicht ausplaudern will – darüber hinaus widersprüchlich: auch Meuthen war (wie Weidel und Gauland) in Schnellroda. Ja, vielleicht hat es ihm dort nicht so gut gefallen, aber ein (Sonder-)Parteitag der die Rechtsrechten verweist? Mit Chrupalla als Sprecher??*

Repliken: *Ganz einfach: bei der bis jetzt zur AfD, dem in Deutschland unvergleichbar erfolgreichsten Projekt rechts der Union seit 1945, hoffnungslos zerstrittenen Rechten jemand mit Kontakten zur NPD, den „Freien Kameradschaften“ oder sonst einer Neonazi-Gruppierung. So jemand gilt in Kreisen mit Zug zur Öffentlichkeit, ob „neu“ oder traditionell rechts, als „verbrannt“.

Und kann auch ein publizistischer Bann treffen – etwa von Dieter Stein, einmal (vor fünfzehn Jahren) traf es zum Beispiel sogar „unseren“ Andreas Mölzer: bei Stein im Büro hängt schließlich der Stauffenberg an der Wand! Die (Lebenslügen und) Selbstverständnisse sind da „recht“ eindeutig.
Nur zu peinlichen Zuschreibungen wie „Nazi“, so sie hier im Forum gepflegt werden, passts net.

(…) tut mir leid, falls ich auch Sie überschätzt haben sollte, aber ich glaube nicht dass es „dumme“ Menschen gibt und möchte tatsächlich jedeN gleich behandeln: die Feststellung, dass es sich bei allen um Rechtsradikale handelt mag zwar

stimmen und in sich schlüssg sein, nur hilfreich ist sie sicher nicht. Mit der Vorstellung eigener Moral kann kein „Kampf gegen rechts“ gelingen, funktionieren oder in der Sache erfolgreich sein: es handelt sich bei den Akteuren dort etwa oft um schlesische Kinder der zweiten oder dritten Generation
Vielleicht doch noch einfacher: der Unterschied ist sie grenzen sich von Nazis ab. Punkt. Ein Satz
Ob gerecht, Selbstlüge oder nicht: Menschen sehen sich auf jeden Fall moralisch im Recht, treten für ihre nationalen Anliegen ein Leben lang ein und werden sich dabei auch nicht beirren lassen. Und hinzu kommt eben, dass auf den Parteitagen bislang die Gemäßigten eher im Hintertreffen (letzte Reihe) zu finden waren, das heißt nicht den Ton angaben.*

Nachlese

Nachtrag:

‚Man beachte wie Herr Meuthen das Wort, den Namen, „Gauland“ ausspricht – äußerst bemerkenswert 🙂 Ein selten präzises, neutrales, geglücktes, sachliches und erklärendes Interview – sogar der sozialistische Kurs der (ehemaligen) Flügel-Leute wird ausnahmsweise berücksichtigt. Vielen Dank Frau Maischberger! Unvoreingenommen, höchst erfreulich und absolut sehenswert. Ich glaube trotzdem, dass da jemand auf einem gänzlich anderen Planeten lebt – so cool sollte eigentlich niemand sein (können).‘

Nachlese „Gauland“

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Spiele(n) am Mac(Book) mit Grafikkarten als Problem: ich irrte mich

Was war das für eine herrliche Zeit: Anfang des letzten Jahrzehnts bildete ich mir eine Zeit lang ernsthaft ein, zukünftig auf nichtintegrierte Grafikkarten vielleicht verzichten zu können.

Wie manches Glück(sgefühl) war das jedoch nur eine Illusion: unter dem Eindruck der Intel HD 4000 und meinem damals brandneuen MacBook Pro, auf dem ich Titel wie „Borderlands 2“ mit nur wenigen Abstrichen zum Laufen brachte, sah ich das Ende der seit meinem Wechsel auf Konsolen kurz nach der Jahrtausendwende zunehmend verhassten Grafikkarte nahen (analog zur Soundkarte).

Doch dann die technische Entwicklung: Intel entwickelte die Technik kaum mehr weiter. Standardmäßig sind heutzutage selbst die „UHD“ getauften Lösungen kaum besser. Etwa auf meinem 2018er MacBook Air, oder einem anderen i5-Notebook der achten Generation mit Windows 10.

Erst aktuell bei den Ice Lake-Prozessoren versucht Intel offenbar Paroli zu bieten, wird wenigstens probiert AMD mit seiner „Vega 10“-Lösung wieder einzuholen – überzeugen können diese Bemühungen aber nicht mehr.

Ende 2017 gab ich schließlich nach: nachdem ich mir bereits für den Desktop-Bereich wieder neue Grafikkarten gekauft hatte besorgte ich mir ein dickes G-Sync mit 120hz von MSi. Und einer GTX 1070 darin. Ein mobiles Gerät das sogar knapp an die dünne Max Q-Variante der 1080er herankommt: problemlos betreibe ich damit meine Oculus Quest (zusätzlich zu meiner Rift am Desktop). Titel wie „Prey“ (2017) oder „The Surge“ (1+2) laufen damit in durchaus hohen, variablen Bildraten (dank Free Sync-Technik alles eben kein Problem).

Dennoch sollte es wiederum eines der letzten seiner Art am Markt sein. Selbst mit seinen 15″ ist es nicht nur 4cm dick, sondern wiegt 3kg schwer und die Lautstärke erreicht sogar jene der PS4 (Pro) unter Last. Als dezidiert auf Videospiele ausgerichtetes Markengerät habe ich es zwar trotzdem (irgendwie) immer noch am liebsten, aber nicht nur die Notebook-Bauer scheinen solche Geräte nicht mehr herstellen zu wollen – NVIDIA selbst mit seinen aktuellen RTX- und GTX 16-Reihen (der Turing-Architektur) keine leistungsfähigeren Lösungen für dickere Laptops mehr anzubieten.

Der Markt dafür scheint insgesamt leider zu klein zu sein, als dass sich dort viel mehr tun würde: bei der Notebook-Grafik geht es nicht nur um Leistung, sondern in erster Linie wohl auch um die Größe und die Kühlung. Und die Leute streamen in ihren Häusern und Wohnungen allgemein wohl viel zu gern, als dass sie sich ein Gerät anschaffen würden das auch für aufwändigere Spiele geeignet wäre. Diese Erkenntnis mag ernüchternd sein, eine bittere Einsicht darstellen, entspricht aber leider der Realität: der Traum eines Konsolen-ähnlichen Chipdesigns für Notebooks bleibt längerfristig Wunschdenken.

Diesmal habe ich zum MacBook Pro 16 gegriffen. Nachdem ich mit meinem MacBook Air so zufrieden bin und am liebsten alles darauf spielen würde, vor allem wegen dem grandiosen Bildschirm und den sensationellen Lautsprechern, aber nur das wenigste damit spielen kann, durfte es ruhig auch wieder etwas größer sein (und einen Kilo schwerer). Mein persönlich gestecktes Ziel war „Civilization VI“ in der nativen, sehr hohen Auflösung damit auf annähernd 30fps zu bringen. Ohne eigene Grafikkarte ein Ding der Unmöglichkeit: anders als Windows (10) lässt das (Mac)OS (X) von Apple eine Grafikkarte zuschalten, das heißt es verwaltet sie zentral, einheitlich und überschaubar. Treiber brauchen dafür nicht separat angesprochen werden (automatischer Wechsel der Grafikmodi, Computer wechselt automatisch zwischen Modi, um eine längere Batterielaufzeit zu ermöglichen).

Der Reiz von Spielen am Mac hat für mich immer in diversen Komfortfunktionen und der Verwaltung von Apps im Betriebssystem bestanden: so sehr ich Windows 10 mittlerweile mag (und praktisch überall einsetze), das Sammelsurium an Dateien, die Treiber- und Hardware-Problematiken haben sich tendenziell nicht geändert. Ein Mac funktioniert immer noch ähnlich wie eine Konsole, ist einfacher und übersichtlicher aufgebaut. Also ich rede nicht von Möglichkeiten wie Bootcamp etc. – das war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option, denn am Mac spiele ich wenn dann ja gerade um Windows zu meiden. Einzig den Dienst PlayOnMac, eine Art DOSBox für Windows auf dem Mac, habe ich für einzelne Spiele auf meinem MacBook 2010 mit High Sierra noch immer konfiguriert und in Verwendung.

Leider funktioniert das alles weniger gut als ich dachte, wobei es um die Leistung des Geräts da gar nicht geht: der automatische Wechsel zwischen den Grafikmodi sollte zumindest vorübergehend wirklich abgestellt werden, wenn über längere Zeit ein technisch aufwändigeres Spiel verwendet werden möchte. „Civilization VI“ scheint schon nach wenigen Minuten mit einem älteren Spielstand durcheinander gekommen zu sein – es ging praktisch nichts mehr, nicht einmal eine „Slideshow“ konnte mehr richtig dargestellt werden.

Hinzu kommt, dass ich beim Probespielen feststellen musste, dass die wenigsten Titel die Retina-Bildschirme erkennen. Das hätte mir eigentlich bereits mit meinem MacBook Air auffallen sollen: sogar das relativ neue Spiel zur Netflix-Serie von „The Dark Crystal“, erschienen erst Anfang des Jahres, erkennt sie nicht. „Civilization VI“ versteht sie auch nicht, obwohl es etwa die Metal-API (das Pendant zu DirectX von Apple) anspricht. Mit Metal läuft „Civilization VI“ darüber hinaus zwar etwas schneller, kann aber dafür nicht im Vollbild (oder rahmenlos) dargestellt werden – dies ist wiederum nur nach Wechsel zu OpenGL möglich.

Und Abhilfe gegen niedrige Auflösungen schaffen lediglich Third Party-Apps wie „EasyRes“ (im App Store gratis erhältlich). Wenigstens vorübergehend sind diese unabdingbar: so stiefmütterlich wie viele Mac-Versionen dabei immer noch behandelt werden, trotz vielfacher Verfügbarkeit und darauf spezialisierter Firmen wie Aspyr, doch recht enttäuschend. Bei einem älteren Spiel wie „Civilization V“ müssen vor dem Start sogar Grundfunktionen teilweise sowieso in Initialisierungsdateien als Text eingegeben worden sein, damit grafische Möglichkeiten richtig erkannt und aktiviert werden.

Apple verwendet für das Einstiegsmodell seiner 16er-Baureihe eine 5300M von AMD. Die RDNA(1)-Karte (Navi) verspricht eine Leistung die weit unter dem meines MSi-Laptop mit Pascal (GTX 1070) liegt (eher in Richtung der günstigsten Modelle aus der GTX 16-Reihe von NVIDIA). Es sollte mein erstes MacBook (seit 2007 bin ich auch bei Apple) mit Grafikkarte werden: den Premium-Preis welchen Apple dafür verlangt mehr in Richtung meiner Schmerzgrenze von 2000 Euro zu drücken gelang mir trotzdem nicht, das heißt das zumindest grafiktechnisch wesentlich stärkere Gerät von MSi von vor zweieinhalb Jahren wäre dennoch (damals schon) deutlich günstiger gewesen.

Da eine Reduktion der Details für mich nicht in Frage kommt, konnte es deshalb, trotz deutlich reduzierten Anspruchs, kritisch werden: ich rechnete schon fest damit das bestellte Gerät lieber wieder zurückschicken zu wollen. Dies werde ich jetzt zwar nicht tun, ich bin jedoch froh aufgrund der beschriebenen Schwierigkeiten keine teurere Ausstattung gewählt zu haben. Die erwartete Leistung in „Civilization VI“ geht zwar in Ordnung, jedenfalls dann wenn der ziemlich unbrauchbar wirkende, spielinternen Benchmark missachtet wird, doch aufgrund der vorhandenen Probleme bei der Unterstützung der Mac-Plattform werde ich von einer Nutzung für noch mehr Spiele als vorgesehen eher absehen: um eine mangelhafte Performance der (seit ich sozusagen „dabei“ bin von Apple immer noch verwendeten) Intel-Prozessoren, oder um die jeweils verwendeten Grafiklösungen, geht es dabei aber erstaunlicher Weise eher nicht (vielleicht kümmert sich Apple selbst ja um die „Arcade“-Spiele aus dem hauseigenen Store besser).

Bereits seit 2016 weiß ich, dass die Apple-Lösungen von AMD nicht unbedingt die schlechtesten sind: damals kaufte ich als meine erste neue Grafikkarte in zehn Jahren eine RX 460. Eine Variante dieser kleinsten Polaris-Karte verwendete Apple damals auch (in seinen zehnmal teureren Geräten). Diese Grafikkarte kann ich heute immer noch jedem mit geringeren Ansprüchen wärmstens empfehlen: sie ist (für den Desktop-Bereich) zwar nicht die schönste auf der Welt (ihre Kühlung sieht bei jedem durchsichtigen Gehäuse wie ein dicker Bauch aus), aber die Leistung der RX 460 hat mich damals regelrecht umgehauen. In den zehn Jahren davor, nachdem ich beinahe komplett zu Konsolen gewechselt hatte, versorgte ich mich am PC nur mit Notlösungen und blieb lange Jahre bei Vista und 32bit hängen: zunächst einer 3870, dann einer 7790 (deren Vista-Treiber gerade noch so gingen). Mit dem legendären Q6600 von Intel als Basis, welcher in meiner Küche immer noch seinen Dienst tut. Mittlerweile bin ich am Desktop auch auf einen Ryzen umgestiegen – was sich ebenfalls Apple überlegen könnte.

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Immer noch keinen Schimmer?

Kommentar: -I

Dieses Gespräch habe ich jetzt zwar wieder nicht zu Ende gehört, aber vorstellig zu machen dass die eigene Karriere in der Bundeswehr nun zum Vorwurf gemacht werden würde kann einfach nicht ernst gemeint sein und empfinde ich mehr als lächerlich.

Nicht alles bleibt schlecht recherchiert. Etwa Anfang 2017 Andreas Speit über Arne Schimmer https://taz.de/Neue-Rechte-und-Medien/!5374860/ Leider (!) macht das sehr viel Sinn: was mit Landtagsabgeordneten geschehen, nachdem diese ihre Mandate verloren hatten? Wie finden diese nun ihr Auslangen – wer „kümmert“ sich um sie?

2011 befragten Sie Schimmer zur Ceska-Mordserie, wo diesem breit Gelegenheit gegeben wurde sich und seine Partei von den NSU-Morden zu distanzieren https://sezession.de/28886/existentielle-fragen-ein-interview-mit-arne-schimmer-npd

Also wer schreibt wirklich für Sie? Manche Namen bei Ihnen sind einfach nicht nachvollziehbar.

Bildschirmfoto 2020-05-12 um 20.22.53

Quelle: kanal schnellroda

Der letzte Sommer war sehr schön. Doch in einem Video wird an dieser Stelle, neben Frau Weidel stehend, wieder jemand unkenntlich gemacht: sicher kann das auch ein Saalschutz gewesen sein und/oder wer der dort nicht gesehen werden möchte. Aber genauso gut kann es wiederum umgekehrt sein, dass es sich um jemanden handelt mit dem Sie nicht in Verbindung gebracht werden wollen. Also: wen sehen Sie da an?

II

Diese Inszenierungen als brave Familienväter, in Richtung Güte und Schönheit, sind mittlerweile selbst aus dem linksbürgerlichen Milieu absolut unerträglich geworden. So oder so an diesem bürgerlichen Antlitz, dieser Verbürgerlichung allenthalben, nichts neu.

Kürzlich etwa einer Ihrer (noch) nachvollziehbaren Autoren (mit Künstlernamen), den ich als Filmkritiker eigentlich schätze, mit einem Satz welcher sehr wohl auch als Apologetik nationalsozialistischer Politik aufgefasst werden kann https://sezession.de/62832/das-jahr-1945-im-film-1 : ’so kann es keinen Zweifel daran geben, daß „Operation Barbarossa“ ein Präventivschlag war, der einem bevorstehenden Angriff Stalins zuvorkam.‘

Selbstredend versehen mit Link zu einem jüngeren Text von Stefan Scheil (soviel Werbung muss sein). Und nein: es kann, es darf Zweifel geben!

Er schreibt hier was Ihre Klientel lesen will – wenn er über Filme schreibt scheint das diese dafür überhaupt nicht zu interessieren. Kein Wunder!

Schnell tun sich absolute Abgründe auf, wenn anstatt der üblichen bio- und gesellschaftspolitischen Agenden einmal wirklich kulturpolitische Ideen und Ansichten aufblitzen – all das darf und kann den Verfassungsschutz ebenfalls interessieren, nein, sollte diesen interessieren.

2006 der renommierte Militärhistoriker Rolf-Dieter Müller in einer FAZ-Rezension zu Scheils „1940/41“ (2005) https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik/adolf-der-friedliebende-1332449-p2.html : „Für Scheil steht fest, daß der England-Flug des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß eine ernstgemeinte Offerte der deutschen Regierung gewesen ist.“

Womit bereits eine weitere Brücke, nämlich in Richtung Heß-„Gedenken“, geschlagen wäre. Keine Polemik.

Wo kommen wir da hin? Dazu, dass Scheil heute auch ein AfD-Politiker wäre? Ja, aber eben nicht nur.

III

Jedenfalls zu Vorwürfen gegen das hier vorhandene geistige Fundament und die personellen Verstrickungen in demselben. Nicht die Selbstherrlichkeit ihrerseits dubioser Stiftungen auf der politisch anderen Seite, kein ohrenbetäubend lautes und politisiert oberflächliches Glockenturm-Boulevard einer militanten „Zivilgesellschaft“, oder überaus einseitige Erinnerungskultur. 20 Jahre Publizistik reichen dafür aus, 20 Jahre mit (immer noch) äußerst fragwürdigem Neuigkeitswert.

Die Verehrung für südeuropäische Faschismen ließ sich schließlich bereits bei Herrn Mohler finden, dafür braucht es niemanden mehr.

Und was ist dann überhaupt mit den „verdammten zwölf Jahren“ eines Gauland, oder wenn Höcke einen mutmaßlichen NPD-Mann des Saales verweist? Wie kann das alles so überhaupt noch zusammenpassen.

Ich bin (gelernter) Österreicher und von FPÖ-Seite wird auch immer wieder etwa behauptet, dass sie mit dem Nationalsozialismus „nichts am Hut“ hätten. Hierzulande existiert allerdings auch ein, im krassen Unterschied zu Deutschland, Verbot der Ideologie (Wiederbetätigung) – nicht nur einzelne Paragrafen gegen Symbole (Kennzeichen), Medien (Propaganda), Verhetzung usw.

Deshalb wurden mögliche NPD-Ableger von den Wahlbehörden (teilweise) nicht zugelassen und konnten Strukturen wie in Deutschland vielfach erst gar nicht entstehen. Rechte Publizistik hat es dennoch immer gegeben.

IV

Ja, der Antifaschismus heute ist von überaus trauriger und beschämender Gestalt. Er beschimpft in Deutschland lieber tendenziell Millionen von Mitmenschen, Nachbarn nebenan, als „Nazis“, als dass er mit seinen eigenen Ressentiments bezüglich Leben und Welt hinter die Fassade der Fremdenfeindlichkeit blicken würde: wo mit dem Glauben an Hierarchien unter dem Deckmantel einer nationalen Befreiung zurück in die Knechtschaft gezwungen werden soll und damit erst recht neue Eliten wieder installiert werden sollen. Leider sehen das die unzufriedenen Opfer der Globalisierung nicht, welche seit 35 Jahren das Fundament des Rechtspopulismus bilden, und fallen deshalb ihrerseits dessen Demagogie zum Opfer, obwohl sie damit Strukturen erst schaffen (würden) gegen die sie sich über entsprechende Verschwörungstheorien traditionell vorgeben zu stellen.

Ob bei althergebrachten Antisemitismen, oder abstrusen neuen Feindbildern wie aktuell jenem bezüglich Bill Gates – überaus kluge Menschen die sich mit ihrem vielen Geld etwa für die wirklich wichtigen Dinge auf dieser Welt einsetzen, wie Soros etc. Bildung und Gates die Toiletten der Ärmsten der Armen (und damit nicht jener die zumindest über ausreichend Mittel zur Flucht verfügen), ohne dass die Öffentlichkeit davon viel mitbekommen würde. Aus Politik sonst halten die sich eher raus, so naiv diese Feststellung hier auch erscheinen mag.

Vorbilder wie Konrad Lorenz, welcher den Menschen – mehr als dies Darwin & Co. je im Sinn hatten – auf seine animalische Dimension reduzierte, oder Carl Schmitt, der Anhänger eines Staatsgedankens war den Hobbes treffend mit dem Namen eines Ungeheuers (Leviathan) bedacht hatte, sind allesamt die besten Garanten für von Furcht geleitete Obrigkeitszwänge oder gottlose Entmenschlichungen, welche kein „Kulturmarxist“ je aushecken könnte.

Etwa Organisationen wie ein „tiefer Staat“ sind in totalitären Systemen nämlich tatsächlich Realität. Ein Inlands-Geheimdienst(chef), als was hier etwa auch der deutsche Verfassungsschutz (und sein Präsident) verunglimpft wird, agiert dafür nicht in dessen Sinne, sondern um diesen zu verhindern. Er macht (im besten Fall) auf entsprechende Vorbilder aufmerksam: eine Äquidistanz kann deshalb nicht möglich sein, genauso wie dass ein Islamismus eher beobachtet wird als ein politischer Katholizismus. Es wird (weiterhin und an die jeweilige Situation angepasst) hoffentlich das verdächtigt was Terror oder Umsturzversuchen näher steht. Wichtig und wertvoll bleibt rechte Publizistik trotz allem – für den Pluralismus in jeder Demokratie.-

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Zu „Ghostrunner“

Comment: ‚Actually quite like „SUPERHOT“. A puzzle game.
One hit and you’re dead. That’s what I call pretentious. Doesn’t work for me.
I don’t like to take a sword to a gunfight… They should allow reviews of demos on Steam. To warn people.‘

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Kleine Schau – mit großen Fragezeichen…

Microsoft zeigte gestern (Xbox 20/20) erstmals konkrete Bilder im Sinne der „neuen“ Konsolengeneration. Das dargebotene Material war bestenfalls enttäuschend.

Als Ersatz für die E3 (und darüber hinaus) will der Konzern jetzt monatlich solche (halbstündigen) Sendungen bringen – mit diversen Zuspielern der Third Parties. Zumindest die erste stand dabei ganz im Zeichen des „Homeoffice“, doch wohl als Inszenierung – oder wieso gelang es Microsoft seine beiden MitarbeiterInnen scheinbar nur vor das hauseigene Skype zu bringen, aber Electronic Arts konnte dagegen (für „Madden 21“) einen Football-Spieler professionell ablichten?

Und auf „play anywhere“ (zwischen Xbox One und Windows 10) folgt nun „smart delivery“. Gemeint ist, dass das jeweilige Gerät für Inhalte korrekt erkannt wird. Im Einzelhandel dürfen sich diesbezüglich wahrscheinlich Sticker vorgestellt werden – Hinweise auf der Rückseite von Xbox One-Verpackungen: der „Sprung“ von Xbox One S auf Xbox One X kann deshalb allein von der Distribution her logistisch ähnlich wirken.

Mit Covid-19 hat das jedenfalls nichts zu tun – Microsoft scheint das von Anfang an so geplant zu haben: fast wirkt es auf mich deshalb schon so wie die weiche Variante des PR-Desasters 2013, der Disc-Aufgabe, denn für die neue Konsole „Xbox Series X“ dürften dann durchaus große Datenmengen aus dem Netz anfallen (und sich auf den Scheiben selbst in erster Linie Xbox One-Daten befinden). Die 100GB-Laufwerke sämtlicher neuerer Xbox One-Konsolen (S, X und „Series X“) nimmt Microsoft für Spiele jedenfalls weiterhin nicht in Anspruch.

Weshalb eine neue Konsole „Serie“ heißen soll, obwohl bislang nur ein Gerät angekündigt wurde, entzieht sich dabei weiterhin sowieso meinem Verständnis.

Wie dem auch sei: der Sizzle, den Microsoft gestern zusammen mit seiner Sendung veröffentlicht hat, erhielt bislang auf YouTube nur 2/3 Zustimmung – es darf davon ausgegangen werden, dass sich unter den Downvotern nicht nur Sony-Fans befinden.

Manche Inhalte sahen tatsächlich so aus als könnten sie auch für die Switch umgesetzt werden. Codemasters steuerte etwa „DIRT 5“ bei – parallel dazu erschien auch ein Trailer für PS4 und PS5 (Unterschiede konnte ich keine feststellen): auffallend zunächst das statische Publikum – alles daran erinnert mich an „Minecraft RTX“.

Es soll damit offenbar die RT-Fähigkeit der auf RDNA2 basierenden Konsolen unter Beweis gestellt werden. Das Ergebnis wirkt jedoch höchst aufgesetzt auf mich (wie eine Stilisierung in Richtung Cel-Shading).

Dass SEGA mit seinem Ryu Ga Gotoku Studio auf die Xbox (und deren Game Pass) strömt ein alter Hut: es ist zwar sehr erfreulich, dass für „Yakuza 7“ so nicht mehr unbedingt auf die PS4 zurückgegriffen werden braucht, aber die neue Xbox damit ankündigen zu wollen dennoch mehr als absurd zu nennen. Wenig sah überhaupt nach „Next-Gen“ aus. Am Ende einigermaßen „Assassin’s Creed – Valhalla“, für das Ubisoft momentan eine beispiellose PR-Kampagne durchzieht, ja, aber bereits der Einstieg mit dem PC-Titel „Bright Memory“ verhieß nichts gutes: RT-Fähigkeiten als Alleinstellungsmerkmal? Na danke. Sehenswert war wirklich wenig – etwa die überraschend sexuelle Giger-Verwurstung „Scorn“ (auf Steam seit Ende September 2018 angekündigt!):

Highlight der Show war da schon das „Medium“, der neue Titel des polnischen Bloober Team (inklusive EU-Förderungshinweis):

Die Mittel von Microsoft waren gestern zwar vermutlich ganz bewusst begrenzt worden – tröpfchenweise soll auf die neue Xbox eingestimmt werden – doch bleibt so oder so erstmal abzuwarten ob die Saat aufgehen wird. Vorerst wirkt alles nur wie ein weiterer Xbox One-Refresh: gut möglich, dass es den Redmondern gelingt ihren Turm noch heuer unter die Leute zu bringen, weil sie die stärkere aber einfachere Technik haben, und Sony die PS5 wegen irgendeiner Unterbrechung in der Lieferkette (vor allem bei ihrer überaus kompliziert wirkenden SSD-Lösung) auf nächstes Jahr verschieben: trotz des dann zeitlichen Vorsprungs (wie 2005 als sie mit der 360 gewonnen hatten) wäre Microsoft so eindeutig im Nachteil, sollte es ihnen nicht gelingen zu kommunizieren für was eine neue Investition bei ihnen gut sein soll, wenn Inhalte lediglich „optimiert“ neu verteilt werden.

Sony verfügt so jedenfalls über die eindeutigere Botschaft: die PS5 ist die PS5. Dass nicht alle PS4-Titel darauf laufen werden unterstreicht diese Message sogar eher noch.

Nachtrag zu „DIRT 5“: laut Digital Foundry gäbe es keinen Hinweis auf Raytracing bei dem Titel. Stattdessen sollen 120hz angepeilt werden. Mein technischer Eindruck hätte mich damit getäuscht und wäre allein auf die verwendete Ästhetik zurückzuführen. Darüber hinaus seien (wenigstens) die ersten Szenen im „Medium“-Trailer (oben) nur vorberechnet gewesen – was mir ebenfalls nicht aufgefallen wäre. Na ja.

Comment: ‚As I understand it all games shown up to this point should run on Xbox One too. That’s what „smart delivery“ means.

To my understanding, Microsoft actually somehow prohibits next-gen only titles. Still hoping I get something wrong with this, but the form of delivery they chose for the near future is still „optimization“. This is very much like it was back in 2017 with Xbox One X.
All new games must run on Xbox One too. Until further notice.
So this is not just a transition period but something that should be of great concern regarding the regular launch of a new console generation.
Especially in retail, where I don’t think there will be any kind of „Xbox Series X“ exclusive packaging for example. At least not this holiday.‘
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„Lindenstraße“-Chronik

Rezension: *Ziemlich eigenwillige (und seltsam wehmütige) Zusammenstellung

Dies ist weder ein Nachschlagewerk, noch wird damit eine geballte Ladung textlicher Information geboten, oder irgendeine Lücke geschlossen: die vorhandenen Tabellen sind der Rede nicht wert. Ein Schutzumschlag fehlt (der wäre bei so einem großen Buch vermutlich ohnehin gleich kaputt gegangen). Vielmehr handelt es sich um eine Chronik fotografischer Erinnerungen, Reminiszenzen an eine teilweise längst vergangene Zeit: das Buch soll bereits 2015 zum 30jährigen Jubiläum erschienen sein, aber damals konnte ich mir einen solchen Band noch nicht leisten.
Das wollte ich jetzt nachholen, da er erweitert neu aufgelegt wurde, obwohl ich die Serie seit fünfzehn Jahren nicht mehr wirklich verfolgt habe: wie sich das Buch 2015 anfühlte kann ich deshalb naturgemäß nicht sagen, doch diese Veröffentlichung wirkt schon so als ob man lieber freiwillig gegangen wäre, den Zeitpunkt selbstbestimmt gewählt hätte, und nicht abgesetzt worden wäre.
Im Vergleich zu jüngeren Veröffentlichungen dieser Art, wie etwa zu „Babylon Berlin“, wirkt das hier dafür wesentlich weniger kommerziell – es erinnert eher an den (noch teureren) „Star Wars“-Band aus dem Taschen-Verlag (nur ohne Interview). Ein ergänzendes Interview mit Geißendörfer wäre sicher hochinteressant gewesen, aber ich hege die Vermutung dass der Groll dort wohl noch immer viel zu tief sitzt.
Ein paar Stunden kann man mit den Bildern dafür schon zubringen: sie erlauben den Eindruck einer Produktion die wohl wesentlich größer und aufwändiger war, als ich sie mir – ohne dieses Buch – trotz allem je vorstellen hätte können. Für „Fans“ vermutlich weniger geeignet, da zu künstlerisch angelegt.*

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Der Standard lernt ein neues Wort…

Einmal wird dort ausdrücklich nicht aus dem Wörterbuch der neuen Unmenschen zitiert… Kommentar: ‚Dass ich so etwas noch erleben darf: beim Standard wird (ausnahmsweise?) einmal nicht von „Objektifizierung“ geredet, sondern korrekt über Objektivierung… Wenn das so weitergeht wird vielleicht irgendwann sogar das obskure Subjekt, also in dem Fall

„ein Mann“ (!?), berücksichtigt. Ambivalenz ist auch gut: Valve sind die einzigen größeren, die solches Angebot überhaupt zulassen (und neuerdings auch nur mit Foto/FMV-Einschränkung, denn ganz wie ein Sexshop soll die Storefront dann auch versteckt nicht ausschauen). Schon vor der Globalisierung war das in Japan ein PC-Markt, nur SEGA (Saturn) etwa zwei PB-Karaoke-Nummern erlaubt. Nacktheit auf Konsolen dort heute komplett tabu. Refundierungen dafür auch auf Steam wahrscheinlich: billige Editoren zum Vollpreis, Minispiele ohne Produktionswerte, oder gleich zu Beginn der Welle eine uninspirierte Nachahmung von „Summer Lesson“… Dabei versteckt sich im Zentrum des Beispielbildes noch ein Vorurteil: „TOGETHER VR“ ist überhaupt kein Sexspiel.‘

(Vorsorgliches) Update vom 5. Mai. Auf Steam am 2. Mai (nicht öffentlich): ‚Mit „versteckt“ ist zweifellos gemeint, dass man angemeldet sein muss um da etwas sehen zu können. Damit wird eben rudimentär dem Jugendschutz genüge getan, und auch die Sperren (wie für Deutschland) werden darüber ermöglicht. Solange das nicht klarer gestellt wird gehe ich weiterhin davon aus, dass viele dieser Einnahmen zurückerstattet werden: wer sich die Rezensionen so durchliest wird schnell feststellen, dass nicht wirklich ein ernsthaftes Interesse an sexuellem Ausdruck dabei steht, sondern eher pubertäre Neugier. Es sollte zum Beispiel anhand der paar Vollpreis-Titel teilweise empirisch durchaus überprüfbar sein, wer davon spricht und das noch auf dem Account hat. Jemand dem ich etwa diesbezüglich vertraue, der YouTuber Rob Cram, berichtet auch nur über wenige Titel.

(…)

Viel gibt es da gar nicht zu sagen. Die meiste Entwicklung in diesem Bereich findet erfahrungsgemäß über Patreon statt. Ich glaub kaum, dass abgesehen von ein paar Ausnahmen wie „House Party“, hier davon bislang jemand reich wurde.‘

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