Automatisierungen: zurecht schockiert…

… über die Verwerflichkeit der Welt:

Ende 2016: geschichtsvergessene Ignoranz kann heutzutage erfahrungsgemäß schon bis in den öffentlich-rechtlichen Bereich hineinreichen, wenn entsprechende Seilschaften vorhanden sind. Nicht um die große Geschichte geht es hier, keine sozial „messbaren“ Probleme oder repräsentative Identitäts- und Betroffenheitspolitik, sondern jene im Schatten wenn man so will. Das Wissen darum.

Und ein Ausloten der (technischen) Möglichkeiten kann dabei etwa auch eine Sklaverei des Marketings bedeuten. Als Erfahrung für den Menschen: Fortschritt Unterwerfung – eine Geste vermeintlicher Freundlichkeit und Nähe, wie im Deutschen ein (wiederholtes) „Du“-Wort, meint dann unter Umständen auch das Gegenteil, Feindseligkeit und Ferne. Unverständnis/Fremdheit sind dann „trollhafte“ Vorgaben, wie in diesem Fall die Aussicht auf „Zombie-Videospiele“, wobei das obige Video und die meiste Berichterstattung dazu den Vorfall leider selbst auch aus dem Zusammenhang riß: der Topos einer Bedeutung von „Kontext“ ist hier ausnahmsweise wirklich relevant, denn nicht um empörte „Kulturkritik“ oder Pessimismus ging es da, sondern um eine Feststellung des Inhumanen – was passiert wenn Maschinen (wie Algorithmen) menschliche Kreativität übernehmen, Menschlichkeit – mehr noch, die human condition – gewissermaßen zu imitieren versuchen, Wahrnehmung manipulieren.

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Einflüsse: der Einzelne nichts, die Gemeinschaft alles?

Die Gesellschaft der Schwarmintelligenz definiert sich über das Recht der Stärkeren: ihr Unrecht bestimmt wer Recht hat und wer nicht, was Gefühle wie „Hass“ und „Liebe“ wären, wer „Opfer“ sein darf und „Täter“ wäre – gütig sei, oder nicht.

Sie diagnostiziert amerikanische Präsidenten (mitunter sehr fern), sagt welche Wahlen wo angemessen seien. Welche Inhalte dem Namen nach als „Kritik würdig“ zu denken.

Ihre, für gewöhnlich absolut gottlosen, Götzen heißen Normalität und Gesundheit. Ihre Motive? „Fortschritt“ und nachhaltige Profitabilität, also versteckter Kapitalismus – nur mehr oder weniger längerfristig gedacht. Alles was sie für „gut“ hält, oder sogar besser, für „richtig“ und nicht für „falsch“ – überall dort wo die Reste einer anderen Ideologie noch zu finden sind, andere Ideale sich erhalten haben. Darin besteht scheinbar ihr Glück.

Und sie ist es auch die moralische Werte wie eine Monstranz vor sich her trägt, daran verbissen festhaltend – bei allem Naturalismus und Empirismus metaphysisch klammernd. Doch auf welcher ethischen Basis?

Was für einer „Vernunft“? Welcher „Vielfalt/Diversität“?

Was macht ihre Güte richtig? Ihr angeblicher „Humanismus“ kann es nicht sein, da immer noch einzelne Menschen die anders denken auch existieren und ihre erwünschten oder abgelehnten „Bilder“ immer nur einzelne Menschengruppen, nicht aber die gesamte Menschheit betreffen: ihr Blick schweift zwar vom Gleichgesinnten zum (womöglich nur virtuell) Nächsten, aber – all ihrer sozialen Einzäunungen sei Dank – nur selten darüber hinaus weiter weg.

So kann sie in ihrer Wirklichkeit kaum etwas dazulernen, wahrhaft Neues entdecken, und beschränkt sich für gewöhnlich dann sogar darauf sich dafür zu schämen was sie ist – oder sonst halt „fremd“, dafür was der andere – wie der einzelne Mensch – ist: dem antrainierten und keineswegs natürlichen Schamgefühl sei Dank.

Dieses bestimmt schließlich auch was dem anderen zustünde, wie sich alle menschliche Welt verhalten solle. Zu verhalten habe.

„Die Natur“ bietet dafür nur bedingt eine Grundlage. Ihre „Kultur“ ist vielmehr geprägt von Konformität, dem Drang zur Anpassung, der Neigung zum Gleichklang. Bedenklicher Weise alles was sie, zu allem Überdruss noch dazu, „auf Seiten der Aufklärung“ wähnt.

Ihr Wesen ist kein sozialer Dienst. Kein echtes Mitgefühl, kein Perspektivenwechsel, keine Frage nach der Herkunft von Dingen die sie (angeblich) nicht versteht oder herzhaft ablehnt, zurückweist. Sondern eine „Aufklärung“ wie im Falle der „Skeptikerbewegung“: alles was nicht in ihr Bild passt bleibt belächelt oder wird erst verächtlich gemacht, verhöhnt.

Von der Kirche des Säkularen. Letztlich die eigene Naturwissenschaft und Technik, das eigene Medium des Gestells, zur Hermetik/Esoterik – insgeheim versteht sich. So soll es zumindest sein – und nach außen hin, jedenfalls, nicht.

Alles andere „Verschwörungstheorien“.

Öffentlich, aber vermutlich auch privat, bestimmt von Enthüllungsverboten und Verhüllungsgeboten – oder Enthüllungsgeboten und Verhüllungsverboten, etwa wenn das Patriarchat über derlei, seine ureigensten Normen in einem nur mehr sogenannten „Feminismus“ paradoxer Weise seine Erfüllung findet. Sexuell – kulturell.

Oder bei clean food: das Private wird so nicht nur politisch, sondern das Politische geht darüber überhaupt erst im Privaten auf. Im Moralkapital. Und dennoch hält sie sich für „inklusiv“, „liberal“ – ja sogar „weltoffen“ und, als Gipfel des Zynismus, noch für „tolerant“. Die Gesellschaft der Schwarmintelligenz.

Sie tituliert und kategorisiert, steckt alle die nicht zu ihr gehören in Schubladen. Sie stempelt ab, ruft höchstens zu – verhält sich jedenfalls nie neutral, denn ihre Bürgerlichkeit erkennt längst nicht jedeN BürgerIn an.

Doch was erträgt und erduldet sie? Von „Freiheit“ ganz zu schweigen.

Nichts, oder wenigstens kaum etwas. Also genau den Wert welchen sie, die Gesellschaft der Schwarmintelligenz, dem Einzelnen zuschreibt.

Dem Störfaktor, den sie ignorieren kann – über dessen Perspektiven sie spotten kann, mit „Mitleid“ bedacht haben. Als Phrase. Der aber auch immer noch ein Faktor ist mit dem sie nicht rechnet und der ihr Weltbild ins Wanken bringen kann, ihre weitere Verbreitung letzten Endes vielleicht sogar, hoffentlich, verhindern. Zum Umdenken, oder erst einmal Nachdenken, bewegen.

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Kommentar zu einem besonders fragwürdigen „Censored Gaming“-Video

Bei neuer „Störung“: ‚“Hardcore Gaming“ wasn’t labelled anything. There is no mention of hardcore gaming at all.
The term derives from everyday language. What does it even mean?

And the problem with all of this disease mongering starts by declaring minds and bodies as „functional“ entities. Therefore prolonging those empiristic and naturalistic world views regarding „health“ and „cognition“ does not help at all.
As a form of expression, especially no games. Just for the sake of „objectivity“.‘

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(Kontroll-)Rundgang bei Webedia

Zu Video: ‚So viel unverschämtes Eigenlob geballt wahrgenommen, wie auf dieser DVD – in diesen Videos -, habe ich noch nicht dürfen. Wer beurteilt denn was die besten Eigenproduktionen gewesen wären – hat das etwa auch mit Klicks zu tun? Oder doch nur mit irgendwelchen Umfragen im eigenen Publikum: dieses Video ist einfach beleidigend – so habt ihr einen Kunden auf absehbare Zeit jedenfalls garantiert wieder verloren.
Warum soll Beliebtheit ein Indikator für Güte sein, und und und. Oder wird dieser Kommentar auch „ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht“…‘

„Mobbing“ und „Schikane“? Wenn aus „manchen“ Läden „Psychoterror“ etc. wird. „Vereinzelt (…)“: ‚Es geht im „bezahlbaren“ (sic!) „Qualitätsjournalismus“ scheinbar immer noch ein Stück niveauloser und reißerischer – schlicht populistischer, „sinnbefreiter“. Jedenfalls solange das alles noch, jede Verkürzung oder Übertreibung, unter dem Deckmantel „sozialer Gerechtigkeit“ laufen kann. Und wer in erster Linie mit Twitter-Hashtags denkt, stimmt naturgemäß (weiterhin, ja sogar noch immer mehr) zu.‘

„Verschlimmbessert“? Frequentiert? Wenn, ganz in übelster „Digital Foundry“-PC-Manier, eine höhere Bildwiederholrate eine signifikante Verschlechtertung darstellen würde, aber massenhaft entfernter Inhalt scheinbar kein Problem ist. Mit einem Tipp für „Final Fantasy XV“ (zur Abwechslung mal konstruktiv): ‚Diese saisonalen Sonderinhalte! Nicht alles was in MMOs Sinn macht sollte auch in Singleplayer-Spiele übernommen werden: im Karneval kann ich mich stundenlang vergnügen – ich bin noch nicht durch damit, Aschermittwoch nächste Woche hin oder her. Immerhin funktioniert er noch mit 1.04 (offline oder bei zu wenig Speicherplatz für 1.05)
Gerade deshalb erinnert mich diese Politik sehr wohl wirklich an Konami und P.T.: so einen schönen Inhalt einfach wieder zu entfernen – zumindest bis nächstes Jahr… In „Final Fantasy XIII-2“ war das ein permanent zugänglicher Bezahl-DLC (der mit Sazh).‘

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USK gibt „Cinderella Girls Viewing Revolution“ völlig frei

Via Gematsu: so unterschiedlich können Wahrnehmungen und Interpretationen bei Jugendschutz und potentiell strafrechtlicher Relevanz (in Deutschland) sein. Ein paar Bilder mehr toned-down, und die Ästhetik spielt offensichtlich überhaupt keine negative Rolle mehr – kann vermutlich sogar erfolgreich gegenteilig verkauft werden. Während letztes Jahr binnen kürzester Zeit gleich zwei sexualisierte sexuelle Titel abgelehnt wurden, bei der BPjM zumindest als „jugendgefährdend“ oder „Jugendpornografie“ diskutiert werden könnten, reagierten die OLJB jetzt, als ihnen wohl zum ersten Mal ein „The Idolmaster“-Spiel vorgelegt wurde – noch dazu in VR -, komplett anders: jugendfrei, ohne Altersbeschränkung, „ab 0 freigegeben“. Der sexuelle Gehalt dieses Spiels wird demnach scheinbar gar nicht gesehen (!). Oder in welchem Verfahren wurde das nun wieder beschlossen? Egal:

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Ideologie spielen

Kommentar (via dem VDVC-Forum): ‚Sehr guter Beitrag. Leider entspricht das auch haargenau meinen Erlebnissen hier in Österreich – jenseits der pseudokritischen Twitterblasen trendiger und technikaffiner Hipster.
Trauriger Weise erzählt die Branche und ihr angeschlossener, „freier Journalismus“ das glatte Gegenteil davon: dort dominiert das Narrativ wonach Games längst in der vielzitierten „Mitte der Gesellschaft“ angekommen wären – diese nunmehr (auch) spielen würde. Die Verbreiterung selbst es „bewirkt“ hätte, dass Videospiele als Popanz in der Wahrnehmung verschwunden seien.
Doch auch meiner Erfahrung nach ist gerade das, diese Einstellung, ein politisch nicht zu unterschätzender, schlichter und illusionär-repräsentativer Mythos. Eine oberflächliche Vereinfachung – reduziert auf vermeintliche Zahlen: auf das Sentiment diese(s) Spiele(n) überhaupt nicht mit Computerspielen zu assoziieren, sondern darunter ja etwas GANZ anderes zu verstehen – was dieser Bericht schon nebenbei deutlich macht, wird dort statistisch gar nicht eingegangen.
Es dominiert diese tendenziell doch neoliberale Erfolgsgeschichte, wonach Vorurteile längst überwunden worden wären – inklusivere Spiele schließlich ebenfalls inhaltlich zu mehr Diversität und damit zu einer gestiegenen Akzeptanz des Mediums geführt hätten. Wobei ein normatives Begriffsdenken in Richtung „Hochkultur“ das Medium in letzter Konsequenz sogar als neues „Leitmedium“ fantasiert: Mechanismen der Anpassung, Konformität, quasi als kreative „Leitung“. Auch eine Form der Medienmanipulation.‘

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1963-2016

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