Medienwirkungsforschung kann als solche gar nicht scheitern

Weil Medienwirkungsforschung gar nicht so erfolgreich sein kann wie es sich etwa so vorgestellt wird: erfolgreiche Medienwirkungsforschung ist wenn Ergebnisse stimmen, Statistiken harmonisch und sauber ausgearbeitet worden sind, oder Eindeutigkeiten nach entsprechenden Fragen als Antworten halt vorliegen. Und das kann alles hoch interessant, wichtig, ein enormer Erkenntnisgewinn sein – wie andere (Sozial-)Wissenschaft auch, aber was für eine Politik soll daraus folgern? Was wurde schon gefragt?
Medien können von sich aus gar nie eine Schuld dermaßen tragen, eine Schande, „Schund“ sein, dass sie exkulpiert werden müssten – genau so wenig wie Menschen selbst: sicher kann ein Lars von Trier heute das Ende seines Films „Dogville“ von 2003 bedauern – wenn schon nicht bereuen, weil acht Jahre später jemand das Gewaltverbrechen daraus vermeintlich nachgestellt hat, re-enacted, das liegt aber auch weiterhin im Ermessen des Autors, des Kreativen, des hier Filmemachers, des Künstlers.
Was ihre Ergebnisse bedeuten, worauf sie hinweisen, welche Willen sie bekunden, auf welche Leben ODER Verbrechen sie hindeuten, kann jedoch Medienwirkungsforschung überhaupt nicht beurteilen, da Medienwirkungsforschung mit Medien (sic!) keinen Gegenstand hat der nur für sich selbst erstmal stehen könnte. KeinE Gift, Smog oder Krebszellen. Medien sind nunmal nichts das nicht zurücksprechen würde, sondern Ausdruck von Menschen: Wissenschaftstheorie Grundkurs – bei Medien kommt es immer darauf an wie sie verwendet werden und Medien können wie Worte allein immer unterschiedlich verwendet werden, außer sie sind bereits Dokumentationen realer Straftaten. Medien sind nichts das nicht zurücksprechen könnte, nicht jedem Rezipienten, jeder Rezipientin auch etwas sagen könnte – über sie selbst auch wenn sie noch so negativ ihren Inhalten gegenüber eingestellt sind. Würden Medien Hassreden darstellen, solche realen gewalttätigen Straftaten, so sollte das gegebenenfalls ausreichend begründet werden. Die Thematisierung von Hass oder Gewalt allein kann dafür jedenfalls nicht ausreichen – so wird ein Sprechen über Hass oder Gewalt nur verhindert. Unmöglich gemacht, selbst gewalttätig.
Medien sind nie tote Masse, etwas nur Materielles oder nur ein Sachverhalt, sondern immer auch etwas Immaterielles, Geistiges das den Mind ansprechen kann – und als Ausdruck von Menschen wohl auch stets Teil der sich so oder so Ausdrückenden. Noch lange bevor sich mit Fragen nach ihrer Wirkung genähert wird. Spätestens dann sollte es bei „Gewaltvideos“ zum Beispiel auch überhaupt nicht mehr um „Bennys Video“ gehen, um gar keine Videos mehr, sondern um das Verbrechen oder Vergehen, eine Straftat wie Tierquälerei, welche für deren Herstellung etwa erforderlich gewesen ist. Bei allem anderen kann sich eine „Medienkritik“ in Bezug auf reale Gewalt auch nur selbst entlarven, als zum Beispiel von einer schauderlichen Weltfremdheit behaftet – in Verbindung mit negativen Anthropologien, etc. Und wenn Gewaltdarstellung oder schon Blogs darüber illegal gedacht werden – was zumindest strafrechtlich in Deutschland einen gewissen Ernst doch hat, dann würde es eben gelten dagegen aufzustehen und laut „nein!“ zu sagen. Wirklich Widerstand zu leisten –
Und das sollte eigentlich auch offen homophobe Äußerungen betreffen, die natürlich behaupten nichts gegen Homosexuelle zu haben (sic!), aber Homosexualität als Krankheit hinstellen deren Heilung „politisch korrekt“ verhindert werden würdevergleiche.

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