Freiheit sollte doch eigentlich für sehr vieles vorhanden sein…

Es darf sich in letzter Zeit des Öfteren gefreut werde für Deutschland. Scheinbar.
Zuletzt gab es im von Turbine Medien angestrengten TCM-Fall die finale Listenstreichung. Werke die oft jahrzehntelang unterschlagen wurden dürfen plötzlich wieder offen gehandelt und besprochen werden im Land. Doch zu jedem „Quake“ das frei kommt, scheint doch auch ein „Dead Island“ wieder für strafrechtlich relevant befunden zu werden, zumindest einfach indiziert: „Quake“, in dem Menschen überhaupt kaum vorhanden sind, ist plötzlich frei, aber „Dead Island“, das sehr viele kleine soziale Geschichten erzählt, durch und durch menschelt, muss sich vor den Gerichten fürchten – ist laut Leuten welche die deutschen Gesetze eindeutig besser durchblicken als ich jetzt schon quasi soweit verboten: nein, noch viel schlechter – sollte es eigentlich immer schon gewesen sein… Wie auch immer –
Am Schlimmsten muss wohl befürchtet werden, dass gerade die vielen Menschen in „Dead Island“ ein Problem für das deutsche Strafrecht darstellen.

Was sind das für Entwicklungen?
Ich denke es sind sowohl (stereo)typische als auch traditionelle Vorgänge. Ja, ich glaube es gibt eine gewisse Liberalisierung seit einiger Zeit. Es gibt Wohlwollen für manchen 80er-Jahre-Mainstream im Film, bei den ersten 3D-Spielen werden Sichtweisen angepasst, usw. Aber diese Anpassungen sind eben auch nur solche: am Prinzip hat sich nicht das Geringste geändert.
Und mit Prinzip meine ich nicht nur die rechtliche Lage oder die Vorgänge um Beschlagnahmen und Indizierungen, sondern vor allem auch die Prinzip-Köpfe. Der Wertewandel ist ja schon seit jeher fest vorprogrammiert, auch bei den Index-BefürworterInnen. Man wandle sich ja – das stellt man wohl nur ungern in Frage. Den Wandel. Diese Menschen wollen ja nicht verknöchert oder eben gar reaktionär wirken. Jedenfalls nicht immer. Doch wofür wird sich gewandelt?
Ich sags mal so: für einige Wenige. Für Manches halt – das was gerade (in den Kram) passt.
Für Vieles, jedenfalls das Meiste, sicher nicht.

Nicht für die dunklen Gelüste der Massen. Für die keineswegs. Die dürfen weiterhin nicht wirklich selbst denken – einschätzen was ihnen gefällt. Da muss ihnen zumindest gesagt werden, eingetrichtert, was besser wäre. Nicht ginge, usw. Wenn sie zu alt sind oder zu gute Möglichkeiten in ein Ausland haben, um vom Jugendschutz im Inland noch erfasst zu werden, dann sagt es ihnen schon das Fernsehen, ein Aktivismus, die Zeitungen und Zeitschriften, oder nur allzu oft bekanntlich leider auch die Wissenschaft, was sie wovon zu halten hätten.
Und diese Vorstellungen decken sich halt auch mit den grundlegenden Ideen von Wert und Ausschluss von Wert. Dem Ausschlusscharakter, wo das was „Kunst“ wäre weiterhin kein Recht sondern eine Auszeichnung ist, ein Orden der sich umgehängt werden kann. Oder besser: der repräsentativ im Rahmen offizialisierter Kultur, von denen welche glauben über die entsprechenden Deutungshoheiten zu verfügen, umgehängt wird. Etwas das zur Ab- und Ausgrenzung taugt: da fällt es dann auch leicht(er) noch von „kulturellen Artefakten“ zu sprechen, weil die sind ja nichts Lebendiges. Brauchen das jedenfalls nicht sein. Tote Materie kann leichter unter den Tisch fallen als lebendige Kunst. Leichter als alle Kreativität. Vor allem unliebsame Kreativität.

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