Kommentar im VDVC-Forum

Zu einer Ankündigung von „ttt – titel, thesen, temperamente“, heute Abend im ARD-Fernsehen (DasErste): ‚Spitzer ist auch weniger Psychologe als Psychiater. Ähnlich negative Bezugnahmen wird man auch aus der Pädagogik vernehmen, wo er etwa die Idee vertritt, dass Erkenntnisse aus der Hirnforschung in die Bildungspolitik einfließen sollen, das heißt selektiv nach empirischen Erkenntnissen (ebenso) wie (bei) einer Genetik dabei vorgegangen werden soll. Alles andere wäre „Irrsinn“ hat er bei der ZEIT 2010 ausrichten lassen: http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-11/interview-spitzer-lernen-gene
Ich weiß, dass man es auch hier nicht gerne hört, aber seitdem steht für mich fest, dass das kein Demokrat ist.
Ich bin davon überzeugt, dass – wenn es nach diesen Leuten ginge – Menschen mit einer sozialen Herkunft wie ich sie habe, das heißt schonmal solche aus bildungsfernen Teilen der Gesellschaft, niemals einfach Mittlere Reife erlangen können. Dann müsste ein Scan des Gehirns gegebenenfalls darüber entscheiden wer welche Schule besuchen darf –
Und das muss ich wohl leider ernst meinen. Er wird der deutschen Öffentlichkeit so auch noch länger erhalten bleiben, da er anders als viele andere die vielleicht so denken wie er noch kein Pensionsalter erreicht hat. Und er scheint die Menschen nach meinem Dafürhalten auch massiv beeinflussen zu können – was allein schon sein Engagement in Frankfurt (Zukunfsrat) belegen mag. Ich finde das überaus beunruhigend. Ein Interesse an entsprechenden „Studien“ und Meinungen scheint in diesen ökonomisch unsicheren Zeiten immer vordringlicher zu werden – jenseits von Bewegungen wie den Piraten kaum ein Gedanke mehr mehr Freiheit zu fordern. Und zuletzt sah man ja, dass sogar bei den Piraten mit seinem Namen und Auftreten argumentiert wird. Der Ruf nach einem starken Mann der einem sagt wo es lang ginge scheint unüberhörbar zu sein. Sogar ein meiner Erfahrung nach besonnener Demokrat wie der Herr Juncker scheint sich mit seinem jüngsten Vorstoss in Europa dem Vernehmen nach in Richtung Autokratie zu verlagern http://diepresse.com/home/politik/eu/1265117/Juncker_Buerger-sollen-EUChef-direkt-waehlen- Alles aus meiner Sicht äußerst bedenklich.
Begeistert aufgenommen wird Spitzer eher dort werden wo ich früher studiert habe, nämlich in der analytischen Philosophie. Da hab ich schon während meines Studiums leider bemerken müssen wie Leute wie ein Peter Singer dort goutiert werden.
Das ist hier in Österreich ähnlich mit Gerald Hüther, der den „Kölner Aufruf“ ebenfalls unterzeichnet hat. Und wie der in einem konservativen Boulevard begeistert aufgenommen wird – hierzulande, wo sich eine Christlichsoziale bereits Jahrzehnte gegen die Einführung einer Gesamtschule erfolgreich gewehrt hat. Die wehrt sich dagegen heutzutage mit der Vorstellung einer Aufrechterhaltung von „Vielfalt“. Wahrscheinlich soll sich das dann die „Neue Vielfalt“ in einer Neuen Schule nennen, wo es auf den Typ gar nicht mehr ankommt – wer, das heißt welche Typen von Menschen, sich darin noch aufhalten.

Mir ist die Sendung schon im Mai äußerst negativ aufgefallen, als sie schwärmerisch und völlig unkritisch über diesen Herren berichtet haben http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Göring
Dieter Moor hat hier in Österreich früher einmal die „Kunst-Stücke“ moderiert http://de.wikipedia.org/wiki/Kunst-stücke , eine meiner Lieblings-Fernsehsendungen in jungen Jahren. Seine damalige Kollegin, die spätere Grün-Politikerin Mercedes Echerer, hat in der Sendung auch einmal auf ein Videospiel hingewiesen: die Infocom-Umsetzung von Douglas Adams „Hitchhiker“ durch Steve Meretzky. Das war das erste Mal, dass ich von Videospielen in einem kulturellen Kontext hörte. Ein denkwürdiger Augenblick für mich. Weit ist er gekommen :-(‚

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Eine Antwort zu Kommentar im VDVC-Forum

  1. Pingback: Hauptsache Untote besudeln einem nicht, oder: die Videospielwelt braucht noch viel mehr Sex | Der Almrausch. Allerlei Unsinn -

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