Konstante Irreführung der deutschen Öffentlichkeit durch IdeologInnen bei Heise

Artikel „Krieg der Kriegsspiele“: an keiner Stelle wird gefragt was eine iranische Führung an „Battlefield 3“ eigentlich auszusetzen hätte und wie selbstverständlich mit dem Titel die Fantasie eines imperialistischen Kolonialismus und Kampfes gegen den Iran in Teheran indirekt und subtil perfider Weise scheinbar einfach so angenommen.
Ohne auch nur einen Deut auf die fiktive Geschichte von Erdbeben und Terror in der Region einzugehen wird schnurstracks auf eine realistische und offizialisierte Antwort des Iran verwiesen, über irgendwelche historischen Geschichten die weit eher eine angemessene Reaktion auf Dokuspiele wie Kuma/War darstellen würden: weil ja auch „Battlefield 3“ den ideologischen Grundüberzeugungen zufolge ein Produkt des US-Militärs wahrscheinlich wäre. Ein schwedisches Videospiel.
Wie derlei moralische Gewalt Heise verantworten kann will ich mir gar nicht vorstellen, indem sie Leute wie Michael Schulze von Glaßer und Sabine Schiffer weiterhin eine Plattform stellt, sie für deren antiamerikanistische Ressentiments fruchtbare Böden anbietet und schlichter kultureller Fremdenfeindlichkeit, völlig kritikresistenten Überzeugungen gegen Militär und SoldatInnen Tür und Tor bereitwillig offen hält.
Wo Empathie für diese Menschen offenkundig kaum Platz hat und „Medienverantwortung“ andauernd ad absurdum geführt wird. SoldatInnen für ihr Schicksal offenbar immer wieder selbst Schuld wären. Oder auch nur an „Feindbildern“. Beständig behauptet wird, dass Videospiele allein schon über ihre Schauplätze und Bezugnahmen problematisch seien (ob mit Paris oder Teheran) – so als ob sie nie eine legitime Ausdrucksform wären, jedenfalls solange nicht solange sie keine ideologisch genehmen Situationen moralisch (einseitig) beschreiben würden.

Das betrifft auch immer noch „Medal of Honor“ (2010): kein Wort fällt darüber wie in dem Spiel Kritik an einer US-Militärführung geübt wurde die ihre eigenen Leute in Afghanistan sterben lässt. Wie soll das mit dem Artikel auch zusammenpassen: ebenfalls die Äußerungen über „Taliban“, welche aus dem Spiel damals keineswegs gänzlich verschwunden sind, sondern nur aus dem MehrspielerInnenmodus. Electronic Arts beugte sich damals schändlicher Weise dem Druck einer konservativen Öffentlichkeit welche nicht wollte, dass US-AmerikanerInnnen Rollen von Taliban in einem Videospiel übernehmen – als weitere offenkundige Kritik an einem einseitigen und womöglich auch nur angeblichen „Kampf gegen Terror“. Nichts ist darüber in dem Text bei Heise zu finden, weil das in die Tenorchöre dort eben auch nicht hineinpassen würde. In die Logik, dass ja gerade Spiele wie „Medal of Honor“ oder „Battlefield 3“ „unkritisch“ wären – indem eine eingebildete Friedensbewegung mit ungeheuerlicher Brutalität bereits über „Kritik“ als Konzept (von Zurückhaltung oder Verzicht von Darstellungen) bestimmt.

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