Schnaps ist Schnaps. Und Videospiele sind Videospiele…

Ich hab mich jetzt doch nochmal kurz zu NeoGAF begeben um nachzusehen was mir der/die UserIn „snap0212“ diesmal für jugendmedienschutzrechtliche Errungenschaften schmackhaft machen möchte.
Doch die Leute werden dabei wohl immer wieder nur mit ihren Vergleichen kommen, Vergleiche die meine Wenigkeit nunmal nicht so einfach akzeptieren kann und möchte. Ob mit Kinderpornografie, Heroin oder halt Alkohol: Antwort der/s UserIn.
In welcher Zunge auch immer: so kann ich anscheinend hundertmal noch sagen, dass ich diese Dinge nicht für vergleichbar halte. Das auch noch so oft begründen (versuchen). Etwa warum das Aushändigen einer Flasche Whiskey an einen Zwölfjährigen für mich nicht vergleichbar ist mit der möglichen Gefahr, dass er bei einer einigermaßen liberalen Gesetzgebung unbeabsichtigt „Doom“ in die Hände bekommt. Ja ich möchte nicht unbedingt, dass Zwölfjährige „Doom“ spielen – schon gar nicht wenn ihre Eltern das auch nicht gestatten wollen, ungeachtet eines Staates: obwohl heutige Zwölfjährige bei dem Game wahrscheinlich vielfach nur wenig erkennen würden und die ganze darin enthaltene „Gewalt“ vielleicht überhaupt nicht einmal mehr ausmachen -, aber nicht genauso dass sie keinen Alkohol zu sich nehmen oder rauchen etc. Noch viel weniger will ich haben, dass sie realer Gewalt ausgesetzt werden, usw.
„Doom“ war früher „jugendgefährdend“ und hat heute eine Jugendfreigabe in Deutschland. Es ist bei den dort vielfältigen Jugendverboten demnach nicht einmal mehr „jugendbeeinträchtigend“. Die Erklärungen ändern sich. Jedoch nicht bei Schnaps oder Geschlechtsverkehr, da mögen sich höchstens Schutzalter verschieben, doch wovor sie Kinder und Jugendliche jeweilig schützen wird dabei nicht anders gesehen. „Schnaps“ und „Geschlechtsverkehr“ sind auch noch keine Konkretisierungen von Sachverhalten. Und genau da beginnt das Problem: ein „Schnaps“ wird ebenso erst identifiziert werden müssen wie ein „Geschlechtsverkehr“. Bei „Killerspielen“ ist das nicht anders. Der Blick darauf was Alkohol in einem menschlichen Körper alles anrichten kann ändert sich soweit nicht (mehr). Jedenfalls nicht so wie im ästhetisch-subjektiven Wahrnehmungsbereich von Fiktionen. „Jugendgefährdende“ Videospiele gibt es dafür immer noch, auch wenn „Doom“ nicht mehr dazugezählt wird, denn „Doom“ ist kein Schnaps. „Doom“ ist ein interpretierbares Werk, dessen Wahrnehmung einem Wertewandel unterliegt etc. Auch wenn sich sein Inhalt nicht verändert. Also für mich als moralischen Menschen versteht sich das von selbst, ebenso wie dass ich da zwischen verschiedenen Dingen unterscheide. Muss darüber wirklich debattiert werden? Was für eine Diskussion wäre das – dreht sich die dann auch um das was „Wertrationalität“ genannt wird? Wie abscheulich ich das fände kann ich gar nicht zum Ausdruck bringen.
Und ich frage mich dabei schon welche Moral, was für ethische Überlegungen, diese Sachen glauben immer miteinander vermischen zu müssen? Welche Verantwortung und was für ein Jugendschutz da eigentlich am Werk sein soll? Das ist doch in jedem Fall schonmal eine unglaubliche Verharmlosung von zumindest Alkohol, welche ich etwa mit meinem Gewissen niemals vereinbaren könnte.

Und ich möchte mich mit solchen Leuten die sich dermaßen über Gewaltdarstellungen äußern eigentlich auch nicht länger unterhalten:
„I can only explain this by your view that sex and drugs are worse than violence, which you have yet to confirm to me.“

Das ist so als würde jemand behaupten vom Betrachten der Fernsehserie „Mad Men“ ebenso Lungenkrebs zu bekommen wie beim Kettenrauchen. Und ich habe noch nie in meinem Leben eine Zigarette geraucht, sowie dies auch nicht vor.
Es gibt einen Grund weshalb sich auf der Tür zu meiner Küche genau zwei Filmposter befinden, eines von „John Rambo“ (2008), und eines von „Good Night, And Good Luck.“ (2005)

Über pyri

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