Frau Hansen, zügeln Sie einmal Ihren Sexismus!

Offenbar Brief
Zu einem Artikel bei der Süddeutschen Zeitung: 1, 2

Als Feminist wäre für mich zunächst am Vordringlichsten die positive Schaffung eines angemessenen Videospielpreises von Frauen für Frauen, und das am besten gefördert durch die öffentliche Hand – keine Ausgrenzung von Hetero-Fantasien durch kreative Männer.
Oder wo tun Sie mit diesem Text etwas dafür dass mehr Videospiele von Frauen entwickelt werden, die wenigen von Frauen konzipierten Titel mehr gefördert werden würden, mehr Frauen in die Führungsetagen der Unternehmen und Konzerne aus der betroffenen Industrie einziehen, oder auch nur andersgesinnte Männer, deren Orientierungen, in der immer noch heteronormativen Branche verstärkt zur Geltung kommen – abgesehen davon was „Männer“ und „Frauen“ überhaupt sein sollen: wer bestimmt schonmal darüber wer was überhaupt sein darf? Auch Sie?
Ebenso wie wer sich in dieser Ausdrucksform wie sexuell ausdrücken darf? Ja, die allermeisten traditionellen Videospiele sind heterosexuelle Fantasien – doch wer sind Sie dass Sie über die Gedanken anderer Menschen bestimmen wollen? Was für eine Publikation glaubt die WASD zu sein, dass dort immer wieder nur mit der ungeheuerlichen Brutalität eines seinerseits normierten Realismus Medienfreiheit in dieser Ausdrucksform auf das Abscheulichste ideologisch angegriffen wird?
Rassistisch unveränderlich: wer bei Masturbation woran denken darf – so als würden Sie behinderten Menschen die Krücken wegnehmen wollen, Krankheiten vorwerfen oder es ignorieren wenn diese Hilfe benötigten. Von tatsächlicher Autosexualität ganz zu schweigen. Oder wer soll Ihnen das moralische Recht dazu gegeben haben so in die Sexualität Fremder einzudringen. Nein: „Kritik“ bedeutet eben nicht Unterschied, sondern zu unterscheiden heißt zu diskriminieren.

Weshalb wird, versehen mit hübschen Zitaten die teilweise schon zigmal in immer ähnlich gelagerten Kommentaren völlig unkritisch vorgetragen wurden, ständig diese Negativität gegen Fantasie(n) gehalten? Und werden stattdessen keine positiven Alternativen präsentiert, wenn das Leben, die Kreativität oder der Eindruck eines kommerziellen Zwangs bereits dermaßen missfällt? Einer Massenkultur entsagt werden – vielleicht über den Weg „alle“ ansprechen zu wollen: ich bin nicht „alle“ und ich sehe nur mit Ihnen allein so schon keine Gemeinsamkeit. Außer dieser massiven, ohrenbetäubenden Störung anderer Leben, eines Terrors gegen die Gestaltungen Fremder. Hier völlig Sprachloser: lesen Sie einmal das Kunstbuch welches der SammlerInnenausgabe von „Dead or Alive 5“ beiliegt, versuchen Sie deren Gedanken wenigstens zu hören –
Wo ist hier und anderswo eine Verantwortung geblieben wenn es um Medienfreiheit geht?
Wo werden hier und anderswo Gefahren für Pluralität und Diverstität „kritisiert“?
Wieso anderes nicht (auch) gelten gelassen? Soll das etwa ein Kennzeichen von Demokratie sein? Wie soll das auch mit dem Leitbild dieser Zeitung vereinbar sein: ich teile offensichtlich weder Ihre erotischen oder sexuellen Vorstellungen, noch ihre Tugenden, halte diese nach dem Text zu urteilen für unmoralisch und verwerflich – wo ist hier demnach ein Platz für Menschen wie mich…
Ihr Text beinhaltet für mich jedenfalls Äußerungen welche an Schäbigkeit und simpler Menschenverachtung kaum zu unterbieten sind.

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
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