Warum nicht „He’s Sexy. Now Kill Him?“?

Meine These: eigene Überlegenheitsdünkel, schlichte Fremdenfeindlichkeit und Hass überschatten immer noch jegliche auch nur mögliche Debatten über Sexualität und/oder Gewaltdarstellung in Videospielen.
Das Beispiel Stephen Totilo’s zeigt, dass jedenfalls aus meiner Sicht keine Einigung über Ismen möglich erscheint – zumal dann nicht, wenn es um eine negative Beziehung zur Sexualität anderer geht. Eine Beziehung die gerade über Normdenken funktioniert: fixe Ideen Gesundheit, Sozialität und dementsprechende Kompetenzen betreffend.
Und sei es ob sich da eigentlich über Geschlechterzuschreibungen unterhalten wird, deren sexuelle Implikationen überhaupt fraglich sind. Demnach mehr oder weniger völlig unklar bleibt worüber da eigentlich diskutiert werden soll, das heißt welche Voraussetzungen anderen so entgegen stünden dass ein Gespräch gar beidseitig stattfinden könnte.

Über eine Behauptung wie dass Frauenfußball etwas Schlimmes sei, Obdachlose in einem futuristischen Detroit, die sprechen wie ethnische Minoritäten im 19. Jahrhundert, oder eindeutig misogyne Trophäen, wird sich so gleich gar nicht (mehr) unterhalten: was zählt sind und bleiben unerwünschte Körperbilder die darüber scheinbar auch wesentlich leichter abgelehnt werden können. Die unliebsamen Körper sind es, auf welche dabei die Wünsche und Ängste projiziert werden, das was alles nicht sein darf so abgelehnt wird.
Auch wenn es RealistInnen nicht gefallen mag was darin alles zu sehen und hören ist: kaum jemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass etwa „Django Unchained“ ein lupenrein rassistischer Film wäre. Bei Videospielen ist das nach wie vor anders, VideospielerInnen werden immer noch eher bereitwillig für alles mögliche Schlechte auf dieser Welt verantwortlich zu machen versucht. Gerade eben aus eigenen Reihen. Sie werden leicht zu potentiellen Massenmördern, Nazis, Vergewaltigern stilisiert – zumal ihrem heteronormativen Bild als (junger, noch nicht vollständig geformter) Männer mit überkommenen Vorstellungen von Geschlechterrollen auch nicht widersprochen wird. Bei Ideen was in Entwicklungen nicht nur alles sein soll, sondern auch sein darf. Und selbst dann wenn diese Vorwürfe nichts anderes tun als ihrerseits entsprechende Ideen über Männer und Frauen, Männergewalt und Frauen in Opferrollen, zu transportieren. Ihr idealisiertes Normdenken. Gewissermaßen auch alles eine überaus fragwürdige Kombination von „Jugendschutz“ darstellt: eine Mentalität des Bewahren-Wollens junger Männer vor vielleicht auch nur eingebildeten Schrecken dieser Erde, Instinkten welche eine vorgebliche Moral- und Zivilgesellschaft ausradiert haben möchte, jedenfalls nicht daran erinnert werden will. Ob an den Krieg in Afghanistan oder Leben abseits akzeptabler Familienmodelle und Lebensweisen. Ob es dabei nun um Sex, Militär oder Straßengewalt geht.

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