Der Inbegriff der Heuchelei, oder: mit den Waffen von MTV

Merke: ich darf den US-Kolumnisten Marcus Beer, auch bekannt als Annoyed Gamer (AG), nicht des Rassismus bezichtigen. Einen entsprechenden, noch überaus freundlich gehaltenen, Kommentar von mir, hat Viacom gelöscht.
Andere Wortspenden Fremder blieben dafür glücklicher Weise erhalten: wie „too much fat white guy in this vid…“, „I can’t beleive that GT erased my comments about using AG for this video,there was no profanity or anything wrong,just an open discussion……this sucks,this site has no integrity!!!“, „black guy in hoodie. Crime probability 100%“, „White guy who stereotypes blacks is 100% *****. And so are those who agree with him.“ Oder „So Marcus gave a whole rant about previews a while back, and now he’s doing one himself…?“

Meine Probleme mit Beer, den ich zwischendurch schonmal sympathischer fand, und seinen Verhalten gegen einem angekündigten Botschafter der „Entertainment Consumer Association“, die Kontroverse ist im NeoGAF-Forum nachzulesen, haben nichts damit zu tun, dass dieser sexistische und homophobe Beschimpfungen des „Botschafters“ verurteilen wollte, obwohl er auch schon hätte berücksichtigen können, dass der Angegriffene sich für seine Wortwahl – in einem für diese Hassreden wie ich finde überaus seltenen Zug – bereits entschuldigt hatte, sondern damit wie Beer seine Angriffe mit dessen sozialer Herkunft zumindest indirekt begründete. Dessen Zugang zu Waffen in Frage stellte, mit welchem Gürtel der sich kleidete etc. Alles auf einem Sendeplatz der seinen Journalismus-Kollegen Daniel Kayser allwöchentlich auf die
Schießanlage schickt
, wo PMCs ganz ohne Raiden oder Solid Snake ihrem Handwerk nachgehen und wogegen ich noch keinen einzigen Rant von Seiten Beer’s vernahm.
Über entsprechende Sentimente welche ich gegen diese Person des „Hip Hop Gamer“ in den USA nun schon seit fast fünf Jahren auch wahrnehme, also da wird etwa von Plagiatsfällen und dem Diebstahl irendwelcher Taschen berichtet (siehe NeoGAF oben), etc. Und da geht es mehr als nur um Lebensstil und Sexualität, Whiskey oder Zigaretten, sondern halt auch um die Ausgrenzungen einer Mittelklasse – jedenfalls Beer bediente sich eindeutig des kriminalisierenden Stereotyps des videospielenden „Gangsters“, das in den obig erhaltenen Zitaten noch kritisiert werden wollte. Und wenn schon nicht um Rassismus, dann geht es dort zumindest um Klassismen – so eingebildet kann ein vorgeblich „liberaler“ Anti-Waffen-Stance in den USA gar nicht sein.

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