Neue Repliken zum Roten Kreuz

Auf „Stigma Videospiele“: ‚Ich bin im Übrigen auch kein Mitglied bei dem Verein – so weit würde meine Unterstützung dann nämlich doch nicht gehen, auch wüsste ich nicht wie derlei “violente” Autorität – um mit deren Worten zu sprechen – sich noch mit “Neutralität” vereinbaren ließe. Das kann dann aus meiner Sicht als betroffener, andersdenkender Videospieler nämlich nur eine Verhöhnung davon sein – geschweige denn von “Hilfe”…
(…)
Die Probleme mit den Emblemen beziehen sich afaik in erster Linie auf diese Stellungnahme des Kanadischen Roten Kreuzes: http://www.redcross.ca/article.asp?id=016637&tid=001
Ähnliche Äußerungen gibt es von Michael Meyer, seines Zeichen ein Repräsentant (oder sogar der einstige Chef) des Britischen Roten Kreuzes. Alles in Hinblick auf Illegalität. Ansonsten kenne ich glaub ich nur einen Beitrag vom US-Juristen Dave Glazier noch näher, vielleicht finden sich hier im Archiv aber auch noch weitere Stellungnahmen – das Thema kam wohl schonmal zur Sprache als „Stigma Videospiele“ seinen Betrieb gerade erst aufgenommen hatte.
Ob es daraufhin zu Klagen in Hinblick auf eine tatsächliche Prohibition, oder auch nur bloß deren Androhungen, kam, kann ich als Außenstehender naturgemäß nicht sagen – Firmen in der Branche sind, gerade wenn es um solche Sachen geht, erfahrungsgemäß keineswegs transparent und erscheinen mir insgesamt schon weitgehend eingeschüchtert aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung von Themen wie Krieg oder Gewalt. Aber auch wegen deren Selbstverständnis als UnterhalterInnen versus (Volks-)BildnerInnen, das mir eine etablierte Medienwissenschaft unsäglicher Weise nur zu fördern statt endlich aufzuheben scheint. Und dahingehend wende ich mich auch traditionell gegen Begriffe wie „Spielspaß“ etc.
Plötzlich waren rote Kreuze aus neuveröffentlichten Videospielen jedenfalls verschwunden. Und ich lege Wert darauf festzustellen, dass ihre Bedeutung darin KEINE andere gewesen ist als in einer „realen“ Welt – sie waren auch in Videospielen auf nichts anderes als Gesundheit bezogen (!). Und insofern stellte sich das RK da eindeutig dagegen, zumal dieser Text sich ganz klar gegen andere Leben und Welten ausspricht. Da gibt es aus meiner Sicht überhaupt nichts daran zu deuteln. Ich habe mich seit gestern Nachmittag zu dem Thema auch schon mit tatsächlichen RK-MitgliederInnen unterhalten und dort konnte ich zusätzlich kein Verständnis für die hier getätigte Behauptung ernten, wonach das IRK schon etwas gegen politische oder persönliche Äußerungen (an sich) hätte, wegen Neutralität und so – also sich bereits gedankenpolizeilich festgelegt. Ich finde das schon allein gegenüber dem IRK einigermaßen dreist und möchte mich deshalb dazu jetzt auch nicht mehr äußern – Also ich kann nur raten das noch einmal zu überprüfen: da scheint etwas gründlich missverstanden worden zu sein.
Das RK hegt offensichtlich (die üblichen) Bestimmungen gegenüber Videospiele, interpretiert Kriegsspiele anscheinend nur als „Prokriegsspiele“, zumal mir keine entsprechenden Stellungnahmen oder (Wert-)Urteile gegen Filme oder Comics bekannt sind
Aber damit hat sichs auch – das IRK ist demnach höchstens Opfer ihrer eigenen „Welt“. Wie andere ebenfalls –

Aus meiner Sicht gibt es viel zu wenig Darstellungen von Kriegsverbrechen in Videospielen. Ich würde deren Mangel sogar als eines ihrer größten und eklatantesten Probleme beschreiben. Und wenn selbst das RK diese Ausdrucksform (auch) so auffassen möchte, dass darin über kulturelle Sauberkeitsvorstellungen nur eine Beschönigung von Leben und Welt stattfinden sollte, dann finde ich das nur umso bedenklicher. Ich kann es mit meinem Gewissen jedenfalls nicht vereinbaren mich an diesen Normen, wie autoritär diese im konkreten Fall auch immer durchgesetzt werden möchten, zu beteiligen.
Die Verbindungen zwischen Videospielen und Militär sind dabei sicherlich vielfältig, aber eben womöglich auch nicht anders als in anderen Medienformen. Ich bin kein (amerikanischer) General. Und ich wüsste auch nicht welche Relevanz das haben sollte: am Ende soll diese verschwörungstheoretische Bemerkung vielleicht noch darauf hinaus laufen, dass Militärangehörige vom RK nichts zu erwarten hätten. Ich hoffe zumindest das NICHT, denn so ungeheuerlich es auch klingen mag, aber selbst SoldatInnen sind Menschen für mich. Punkt.‘

Advertisements

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter Chauvis, Freiheiten, In eigener Sache, Wirtschaft und Kulturelles abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s