Neuer Kommentar zu(m) Computerspielpreis(en)

Auf „Stigma Videospiele“: ‚Das aus meiner Sicht besonders perfide Konzept nennt sich in der Medienwissenschaft etwa auch „Positivprädikatisierung“ und hat etwa hier in Österreich zur Gründung der BUPP als Gegenmodell zur BPjM in Deutschland geführt. Alles zusammen aber halt mit dem Ziel aus dem Markt einseitig zu selektieren und diesen damit sozusagen zumindest indirekt auch (kulturell) zu regulieren, wobei vor allem der pädagogische Blick aussperrt. Man stelle sich vor in Cannes würden gegenwärtig erstmal sozusagen „Jugendverträglichkeitsprüfungen“ eingeholt werden, bevor etwas für die Palme überhaupt in Frage käme, denn afaik darf ja auch kein Spiel nominiert werden das nicht zumindest schon seinen Erwachsenensegen durch die OLJB erhalten halt – falls ich mich da mittlerweile irre bitte ich um Korrektur.
Also ich würde dazu tendieren den Preis in seiner jetzigen Form voll unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten: ich frage mich nur wie die Stellungnahme von Martin Lorber nun nach dieser BIU-Äußerung zu sehen ist, wozu es im hiesigen Forum ja eine kleine Debatte gab. Siehe auf dessen Blog hier: http://spielkultur.ea.de/kategorien/gesellschaft/deutscher-computerspielpreis-2013-und-der-gewinner-ist…das-medium-computerspiel
Dort kann man den Lobbyisten aktuell übrigens im Bundestag beobachten, mit Frau Bär an „SimCity“, oder auch mit Herrn Jarzombek.‘

Repliken vom 20. Mai: ‚@Tig3r
Das ist 2011 mit dem LARA-Award praktisch schon geschehen http://www.lara-award.de Da man sich bei der internationalen Kategorie für den „Deutschen Computerspielpreis“ nun noch am allerwenigsten einigen konnte und etwa 2010 „Anno 1404“ als Verlegenheitslösung gleich doppelt ausgezeichnet hat. 2011 kam es dann zum Intermezzo mit „A New Beginning“ als bestem deutschem UND Jugendspiel, bevor es 2012 zur Trotzreaktion mit Crytek (und wohl vor allem auch dem Aushängeschild der Cry-Engine) gekommen ist. 2011 hat der Preis wohl deshalb schonmal am allerwenigsten Aufmerksamkeit erregt…
@Rey
Das was der BIU da sagt erinnert mich an die Breitseiten mancher EA-Manager gegen die Situation mit USK, BPjM und dem Strafrecht. Die sind nunmal nicht sonderlich ernst zu nehmen: das Verhältnis der Industrie zu Politik ist, noch dazu über entsprechende Wissenschaft, ganz einfach von Arrangements gekennzeichnet. Ansonsten hätte man das „beste internationale Spiel“ nicht ausgelagert, sondern weit eher Widerspruch zu Interpretationen wie vom KJM-Chef gegen „Dragon Age“ damals angemeldet. Die Lobby hat zwar die Installation dieses Preises erreicht, die Bundestags-LANs etc., aber ihre Stellung ist damit von Rechtfertigungen, Verschweigungen und Beschönigungen geprägt. Sie redeten schon vor Jahren jetzt davon, dass Videospiele in der „Mitte“ einer Gesellschaft angekommen wären, aber sie sagen nicht dazu was sie damit eigentlich meinen. Welche Videospiele (als Übung etc.), was für akzeptable Inhalte allein, usw. Welche Anpassungen zumindest indirekt so alles gefordert werden, was für TäterInnenrollen etwa schon die Presse vielfach nicht (mehr) haben will, welche Darstellungen (etwa von Männern und Frauen) nicht mehr sehen.
Und wenn ich mir diverse Stellungnahmen aus der „Indie“-Szene, von Warren Spector etc. so anhöre ist das „Stigma Videospiele“ international womöglich sogar noch schlimmer geworden als vor ein paar Jahren, wo es diverse Reife- und Überlegenheitsdünkel wenigstens aus der Branche selbst – unter dem Deckmantel von „Selbstkritik“ – noch deutlich weniger gab.
Auch diese Veranstaltung wird in erster Linie dazu genutzt in die Kameras zu lächeln: früher kam wenigstens noch die Frage auf wer diese „LAN“ überhaupt besucht hat, und wer, welche – in dem Fall vielleicht nur mehr wirklich schweigende – Mehrheit immer noch nicht. Wahrscheinlich wird es diesmal zwar keine politische Protestnote von irgendwem dagegen geben, aber auch da die Frage: wieso das nicht (mehr)? Oder anders ausgedrückt: was sollen jemandem schon die biographischen Anekdoten des Wirtschaftsministers zur Heimcomputer-Ära interessieren der oder die gegenwärtig unter Einschränkungen wie Selbstzensur (durch Seiten dieser Industrie in Deutschland), unmöglich gemachten Aktivierungen im umliegenden Ausland legal erworbener Spiele, oder anderen (persönlichen) Ausgrenzungen im Land leidet?‘

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