Die E3 2013 in der Aufzeichnung

(wird noch bis morgen mehrmals upgedated)
Konami veröffentlichte schon vor ein paar Tagen seine diesjährige, halbstündige E3-Präsentation – Fazit / keine großen neuen Titel und nur wenige Überraschungen. Am Ende wieder mit Comedy-Einsatz von Mega64, diesmal vielleicht etwas origineller: die Show konzentrierte sich praktisch je zur Hälfte auf das 2014er „Pro Evo“-Soccer, erstmals mit einem Derivat der neuen Kojima-Engine (aber vorerst exklusiv nur für PC und Current Gen? Zumindest bis zu Microsoft am Abend) und dem zweiten „Lords of Shadow“, das Konami offensichtlich auf Teufel komm raus in Richtung riesigem AAA-Blockbuster promoten will. Note Konami: D+ Ein drittes „Rumble Roses“ scheint in dieser sexfeindlichen und für tatsächliche Innovationen unempfänglichen Welt (politisch) leider niemals ferner gelegen zu haben, da hilft auch kein in der Gegenwart spielendes „Castlevania“ (als Ersatz).
Activison zeigte gestern, unter anderem mit Stephen Gaghan und dem öffentlichen De-Facto-Chef Eric Hirshberg (Bobby Kotick geht ja glücklicher Weise nie vor die Kameras), das neue „Call of Duty“ in einer gesponserten Veranstaltung – moderiert von Geoff Keighley und Justine Ezarik. Etwa bei Viacom: erneut beeindruckte mich die Produktion sehr, wieder fand ich den Hund supersüß und wirkte das Gameplay – anders als beim zweiten „Black Ops“ das ich jetzt gleich ganz ausließ – kompromisslos auf mich. Dennoch dürfte „Call of Duty“, neben Electronic Arts, damit das Hassobjekt der Branche bleiben, diesmal missfielen der Vocal Minority wohl vor allem die Animationsphasen des Hundes… Update Activision: Extrakt des höchst erfreulichen Interviews mit „Syriana“-Autor Gaghan, keine Bewertung da als Werbung für nur ein Spiel außer Konkurrenz.

Die Ubisoft-PK um Mitternacht wird übrigens auch heuer wieder in dankbarer Form von Aisha Tyler moderiert werden (Teaser-Comedy mit einem sprachlosen Ubi-Boss Yves Guillemot)
Update Microsoft: Big M verlangt gesalzene 500 Euro für ihre neue Konsole samt zweiter Kinect-Ausrüstung (ohne jegliche Abonnement-Möglichkeiten zu nennen), adressierte die DRM-Problematik mit keiner einzigen Silbe, war dafür aber sichtbar bemüht die hauseigenen Studios in einem möglichst guten Licht dastehen zu lassen. Etwas das seit Jahren nun schon überfällig gewesen ist. Die Show bestand, ohne auch jegliches Fernsehen zu erwähnen, zu etwa 80% aus Exklusivitäten. Capcom Vancouver entwickelt ein Open-World-„Dead Rising 3“ – schön zu sehen dass auch einmal ein so sehr gewaltdarstellendes Spiel einen großen E3-Auftritt spendiert bekommen hat, beeindruckt hat es mich trotzdem nicht. Dasselbe gilt für die erwartete EA-Kollaboration „Titanfall“ am Ende: die konventionellere Mischung aus „Hawken“ und „Destiny“ wirkte eher uninspiriert auf mich. Ansonsten war von einem Vertrag mit Electronic Arts nichts bis gar nichts zu sehen – Ubisoft bekommt das allein mit Sony schon viel besser hin. Eingestiegen wurde, wie von mir bereits mehrmals prophezeit, mit Hideo Kojima – Open World im Afghanistan vor über dreißig Jahren. Daneben waren es vor allem die vielen kleineren und Gratis-Titel welche toll aussahen: von Neuem der „Superbrothers“-Leute, einem „Deadly Premonition“-Sequel oder einer weißrussischen 360-Initiative angefangen. Erstmals dürfte Microsoft für Windows 8 und Xbox One auch „Little Big Planet“ einen hauseigenen, technisch ausgereiften „Minecraft“-Klon entgegen halten der durchaus eingänglich und revolutionär sein könnte. Dafür fand ich das zur QTE-Orgie mutierte „Ryse“ und „Minecraft“ selbst für die Xbox One deplatziert. Bekanntgegeben wurde auch, dass das Service (doch) übernommen wird und ab Juli ebenfalls an PlayStation Plus angepasst. Auch „Forza 5“ sah nun endlich wirklich nach „Forza“ und damit einer Simulation aus, sowie auch Remedy konnte nun endlich etwas gegen das Uncanny Valley unternehmen. Insgesamt also noch B-
Update Electronic Arts: EA kann sicher nicht so leicht (allein) eine neue Marke etablieren oder zurückführen wie Microsoft zuvor eine Rare-Lizenz à la „Killer Instinct“. Doch was die angeblich schlechteste Firma Amerikas heute Abend gezeigt hat war sicherlich dennoch mehr als beeindruckend: 2008 führten sie mit „Dead Space“ das letzte Mal eine große ganz hauseigene Neuigkeit ein. Davon war heute zwar nichts zu sehen, wofür sämtliche Zulieferungen aber ein auch mehr als zufrieden stellender Ersatz gewesen sind: angefangen vom fulminant animierten PVZ-Shooter, der die großartigen Soundeffekte des originalen Casual Games noch zu erweitern scheint und einmal PopCap – das gleichzeitig kurz sogar ein zweites „Peggle“ ankündigte – eine große Bühne bot. Die konzertierte E-Sport-Verbeugung bei „Battlefield 4“ war auch sicher nicht von schlechten Eltern. Eltern die in Stockholm darüber hinaus noch meine vielspekulierte Hoffnung auf ein weiteres „Mirror’s Edge“, das ich gerade auf der 360 spiele, erfüllen wollen. Sowie von denen der scheinbare Alleskönner Frostbite 3 stammt – mit dem etwa gleich in der Nähe jetzt ebenfalls „Need for Speed“ entwickelt wird und bald auch ein offenbar noch in Vorproduktion befindliches neues „Battlefront“. Eine nette Geste war die Verfilmung des Rennspiels vorzustellen, welche sich von „Fast & Furious“ doch deutlich unterscheiden sollte. Zeigen wird sich erst müssen, vor allem nach der von mir favorisierten Familiensaga im zweiten Teil, wie sich das damit entwickelte dritte „Dragon Age“ mit dem ebensolchen „Witcher“ schlägt, und mit der potentiellen Konkurrenz von Square-Enix und (hoffentlich bald) Bethesda. Insgesamt eine geballte Ladung überzeugender Spiele, bei der große Neuheiten wie „Titanfall“ nicht einmal so wichtig genommen werden brauchten. Darüber hinaus gab es zwar keine Gameplay-Demos, aber doch vielversprechende Bilder von einer weit entwickelt sein dürfenden Sportengine Ignite, wo dankenswerter Weise das Basketball-Revival im Mittelpunkt stand. Und darum, auch weil die Show zwar „The Download“ hieß aber damit nicht unbedingt assoziiert werden brauchte, klar Note A
Update 11. Juni, Ubisoft: Aisha Tyler war deutlich schlechter als voriges Jahr, kaum einer ihrer Gags zündete bei mir. Leider ging es der gesamten Show ähnlich – voriges Jahr hat Ubisoft die E3 bei mir sicher gewonnen, heuer dürfte es dafür die deutlich schwächste Performance hingelegt haben: zu „Watch Dogs“ (bereits gestern geleaked, siehe oben) und „Assassin’s Creed“ wurden praktisch nur neue vorberechnete Renderings gezeigt. Zu AC wurden nur ein paar mit Musik unterlegte Gameplay-Szenen noch zusätzlich gebracht, welche aber den technischen Rückstand von dessen Engine bereits überdeutlich machen konnten. Viele Trailer, wie zu „Splinter Cell“ oder „Rayman“, hätten dabei eigentlich gar nicht gezeigt werden brauchen: einzig das Rennspiel „The Crew“ konnte auf mich wie „Watch Dogs“ letztes Jahr Eindruck der Marke „Spiel der E3“ machen. Bei dem revolutionär anmutenden Projekt, das mit einem überwältigenden Trailer eingeführt wurde und Ambitionen eines „Test Drive Unlimited“ zu potenzieren scheint, traten am Ende jedoch deutliche Schwächen bei den Wagenmodellen auf, sowie stellte sich das MMO-Konzept doch mit eher vielen Fragezeichen dar: schließlich konnte „Watch Dogs“ bei mir auch längst nicht mehr den Eindruck aus dem letzten Jahr halten, sah „The Division“, das Tom-Clancy-Spiel der Ex-RTS-SchwedInnen von Massive (Ground Control), nur wie ein grandioser Nachgedanke zu „Watch Dogs“ für mich aus, und lag über der ganzen Sendung zudem der Schatten der äußert unguten Sache mit Patrice Désilets. Désilets war praktisch der Elefant im Raum, Note E+

Sony stellte in seiner Veranstaltung spät aber doch klar, dass die DRM-Problematik von Microsoft für sie nicht gelten wird. Die Erklärung des von mir höchst geschätzten Jack Tretton wirkte zwar etwas unorganisiert, doch auch mit einem 100 Euro günstigeren Einstiegspreis in die stationäre achte Videospielgeneration bei dem japanischen Elektronikriesen sollte Sony bereits jetzt gewonnen haben. Selbst Regionalsperre soll es keine geben. Negativ fiel auf, dass von der bekannt starken First Party nicht viel Neues gezeigt wurde, sondern sich diesmal eher nur auf kleinere Kooperationen mit Dritten verlassen worden ist. Ähnlich wie ein drittes „Battlefront“ bei Electronic Arts punkten sollte, kam ein ebensolches „Kingdom Hearts“ – dessen Popularität gerade in den USA ungebrochen erscheint (ähnlich wie „Super Smash Bros.“ bei Nintendo) – nur gelegen. Dafür fehlte von „The Last Guardian“ eben leider wieder jede Spur, während „Agent“ wohl gar nie wirklich entwickelt worden ist. Betont wurde auch „The Last of Us“, das erst am Freitag (in Europa) offiziell erscheint. Mit „Gran Turismo 6“, „Beyond: Two Souls“ und Co. hat Sony, völlig anders als Microsoft, eben auch noch ein besonders starkes Current-Gen-Aufgebot. Und zum kommerziell zweifellos wichtigsten Spiel des Jahres, „GTA V“, wurde dahingehend zumindest auch ein PS3-Bundle angekündigt: das Design des PS4-Systems von Architekt Mark Cerny wirkte in seiner Mischung aus PS2-Slim und XBO durchaus überzeugend auf mich, und Sony war darauf auch sichtlich stolz. Als positivste Information fiel mir auf, dass sie doch – ähnlich wie schon Microsoft – trotz widriger Inkompatibilitäten -, um Service-Kontinuität bemüht sind. Auch wenn es für PC-Gamer weiterhin unverständlich sein wird, aber ein Gratis-Onlinespielen kann sich bei Ausbau des Service halt Sony (ebenfalls) nicht mehr leisten. Dafür bekräftigten sie zu meiner freudigen Überraschung ihre mittlerweile größte Tugend, das Verschenken von Spielen, die nun auch schon Microsoft übernommen hat (aktuell dürfte auf Xbox LIVE noch immer ein versteckter Testballon mit „Fable 3“ laufen). Kleinere Titel wie die angekündigte Umsetzung von „Don’t Starve“ sollen so bereits zum Start der PS4 bereitgestellt werden. Sehr schön. Leider blieb ihre Cloud-Strategie nicht nur, wie bei Microsoft, nebulös, sondern konnte aus europäischer Sicht auch noch deutlich negativ auffallen: praktisch kleinbei wurde bekanntgegeben, dass es Gaikai zunächst nur in den USA geben wird. Zur Vita wurde schließlich nur gesagt dass sie noch jung sei. Nicht einmal eine Preissenkung oder ein Piraten-Tie-In à la Aveline gab es, nach dem „Killzone“ und vor allem „Tearaway“ sieht es – was größere Spiele angeht – wirklich zappenduster um das Gerät aus. Diese E3 war bei Sony auch die erste seit 2008 in der nicht mehr auf die Move hingewiesen wurde: mittlerweile dürfte die EyeToy-Nachfolge (als Kinect-Konkurrenz trotz Integration in den PS4-Controller) damit allgemein als gescheitert betrachtet werden. Selbst die (neue) Kamera (allein) scheint für die PS4 vorerst nicht weiter forciert werden zu wollen. Alles in allem machte Sony trotz der Freude und Erleichterung welche sie durch ihren Auftritt bei Hardcore-Gamern auslösen konnten einen überaus uninspirierten Eindruck auf mich und bekommt von mir deshalb nur die Note C
Nintendo präsentierte mit „Super Mario 3D World“ eine seltsame Entwicklung: einerseits hat es stereoskopische Brillen bislang nie unterstützt, andererseits nennen sie das 2D-Wii-U-Spiel doch „3D“. Darüber hinaus erinnert mich die Namensgebung an „Kirby’s Dream Land 3“ für den Super Nintendo: erstens erschien dieses Spiel 1998 lange nach der N64-Einführung, zweitens ursprünglich nicht einmal in Europa, und drittens war es ein Gameboy-Sequel. So wie sich dieses Spiel nun als 3DS-Nachfolge vorstellt: also entweder gehen Nintendo jetzt endgültig die Ideen aus, oder sie haben die Wii U selbst schon abgeschrieben. Dass der Third-Party-Support bereits praktisch dahin ist zeigte sich in der doch nur gut 40-minütigen Sendung welche heute veröffentlicht wurde in jedem Fall überdeutlich: daran konnte auch der tolle neue Haarschnitt einer noch sexier erscheinenden Bayonetta nichts ändern. Und kein entschuldigendes Verbeugen hilft gegen Ideenarmut selbst bei Zulieferungen wie über die Retro Studios. Wo sind „Metroid“ oder „F-Zero“? Eine neue große IP erwarte ich nach zehn Jahren (seit „Pikmin“) ja gar nicht mehr. Negativ hinzu kam, dass das „Wind Waker“-Remake dem Original jetzt doch wieder sehr ähnlich sah und mit eigentlich Kleinigkeiten wie „Mega Man“ in „Super Smash Bros.“ offensichtlich gepunktet werden wollte. Nur größer als die E3 wird es im Jahr nicht mehr – der Verzicht auf eine eigene große LIVE-Show war deshalb kaum eine freiwillige Entscheidung, sondern eine bitter-traurige Notwendigkeit aufgrund eklatanter Spielearmut. F

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Eine Antwort zu Die E3 2013 in der Aufzeichnung

  1. buzzti schreibt:

    Die Microsoft und EA-Präsentationen habe ich nicht gesehen, aber Sony, Ubisoft und einige Trailer von Nintendo. ‚The Crew‘ fand ich ganz interessant, leider schien das Spiel in den Gameplay-Szenen kaum ein Schadensmodell zu haben (schon wieder Lizenzgründe?), aber in den Trailervideos werden reihenweise Fahrzeuge verschrottet. ‚Rayman Legends‘ und ‚Watch Dogs‘ sind aber nach wie vor meine Favoriten. Von Sony interessiert mich hauptsächlich ‚Beyond: Two Souls‘, komischweise konnte der Trailer im E3-Publikum kaum begeistern. Von Nintendo bin ich recht enttäuscht, habe eigentlich eine Art neues Mario Galaxy/Sunshine erwartet, immerhin kann man im neuen Spiel auch die Prinzessin steuern (was wird wohl die Handlung sein?). F-Zero vermisse ich auch schon seit langem!

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