Die Überheblichen aus Cupertino

Ich bin wirklich ein überzeugter Apple-Jünger. Seit 2008 habe ich keinen anderen Computer mehr gekauft, sitze ich mittlerweile an meinem dritten MacBook (Pro), verwende Safari, iPods und iTunes, habe alles damit vernetzt usw. Würde nie mehr OS X den Rücken kehren, bin jetzt schon ganz verrückt nach den Finder-Tabs aus Mavericks etc.
Dennoch geht es mir mit Apple irgendwie so wie mit meiner Katholischen Kirche, kenne ich persönlich eigentlich nur Distanz zu ihren Repräsentationen, kann ich dabei keine einzige Sympathie nennen, sehe ich bei denen in erster Linie nur lächerliche Bosheit gegenüber Anderen wie Fremden am Werk, in meinen Augen schier menschenverachtende Einstellungen die ich selbst bloß verachten kann, fühlte ich mich in hiesigen Apple-Stores – so es sie denn noch gab – regelmäßig diskriminiert, weil jemand wie ich eben sicher nicht den Eindruck macht als könnte er sich ein Gerät von denen leisten, oder auch nur überhaupt eine von deren Verpackungen. Nur ausnahmsweise, weil mich die neuen MacBook-Air-Prozessoren doch zu sehr interessierten, wollte ich am Montag über meinen Schatten springen und habe mir die parallel zur Microsoft-E3-PK in Los Angeles abgehaltene heurige WWDC-Keynote von Apple in San Francisco zur Gänze antun wollen.
Es tut mir leid, aber ich habe das einfach nicht durchgehalten.
Denn da wurde eine vermeintliche Überlegenheit vorgestellt die sich wirklich gewaschen hat – sowohl sozial, als auch technisch und ästhetisch. Ging es praktisch nur um „Vergnügen“ bei gleichzeitiger Effizienz, Funktion bei Gestaltung und Produktivität bei Erfolg. Wäre ich dort vor Ort gewesen, ich hätte mich nachher müssen drei Tage lang duschen um den politischen Gestank dieser Einbildungen und vorgeblich weltoffenen Sauberkeitsvorstellungen wieder los zu werden. Dieser Tim Cook ist ein noch viel unerträglicherer Zeitgenosse als ich je gedacht hätte.

Da wurden Statistiken verdreht was das Zeug hält, und nach jeder öffentlichen Manipulation kam jenes hämische Gelächter im Übermaß zum Vorschein, das für solche Veranstaltungen von denen wohl bereits abgrundtief typisch ist und wahrscheinlich auch dieses Sinnbild dereinst mal vollständig (erst wieder) etabliert hat. Während sich irgendwo in China erneut einer wegen dieser Leute, die in Theatern in Berlin oder sonstwo protzig ihre überteuerten Designs einkaufen, bei Foxconn das Leben nimmt. Fast so wie in „Brazil“ von Terry Gilliam – nur dass es zur Rettung hier nirgendwo einen widerständigen Heizungsinstallateur namens Harry Tuttle gibt.
Und praktisch alle die dort gesprochen haben und ich doch noch gesehen hatte schauten irgendwie aus wie der unverwechselbare Eric Roberts als Ober-Bösewicht Donovan in Bernd Eichingers (Der Untergang) „Dead or Alive“-Verfilmung von 2006.
Da braucht es wirklich kein „Iron Sky“ und keinen „unschlagbar charakterlosen Zettl“ Michael Herbig mehr:

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