Das Letzte für Menschen wie mich.

Eine Ergänzung – Gleich im ersten Kommentar beim „Spiegel“ wird vorgestellt, dass „The Last of Us“ doch gleich wenig mit Haneke verglichen werden könnte wie Black Sabbath mit Beethoven – so als ob Ludwig Van und Michael Haneke Menschen wären, aber Ozzy Osbourne nicht. Und genau das ist das ReichsverweserInnentum welches solche Artikel evozieren, die normiert-autoritätren Kunst- und Kulturbegriffe als Ersatz für ansonsten überkommene Obrigkeiten: Begriffe, welche perfider Weise noch vorgeben demokratische Tugenden zu erfüllen, aber selbst infam weit eher nichts als Terror über Sinn und Zweck von Inhalten ausüben. Bedeutungen vorgeben. Aggressivität bei „Gewalt“ unterstellen, mit Ismen beschimpfen, aber selbst nichts als die Brutalität einseitiger „Meinungen“ transportieren – im Gleichklang von „Pro“ und „Contra“, wo der angebliche (Nicht-)Zweck stets derselbe bleibt. Immer und immer wieder nichts als TäterInnen-Opfer-Umkehrungen vornehmend. Alle auch nur ansatzweise vorhandene Aufgeschlossenheit gegenüber einem anderen Denken wurde über die Jahre höchstens mühsam abgekauft, bevor sie so erst wieder zunichte gemacht wird. Doch wozu eigentlich?
Hanekes „Konsum“ pathologisierende Ethik und Einstellung ist sicherlich gut dokumentiert, würde aber sofort in sich zusammenbrechen sobald er dazu gezwungen wäre ein Setting zu entwerfen in dem jeder Verzicht auf „Gewalt“ moralisch verwerflich erscheinen würde. Also doch genau so wie die Fiktion aus dem Spiel? Auf so was wie einen „gerechten“ Krieg braucht da gar nicht gekommen werden – ein gegenwärtiger Alltag der Zivilcourage erfordert würde schon genügen: die schlicht fremdenfeindliche Menschenverachtung von derlei Einstellungen würde sofort zum Vorschein kommen, wenn jemand dadurch eben nicht bereit ist zu helfen – weil diese Hilfe nur als „Gewalt“ bürgerlich (mit) diffamiert, denunziert werden würde. Wo etwa nur dabei zugeschaut werden würde wie andere sterben. Die Logik des Wutbürgers, ob gegen „Killerspiele“ wie „The Last of Us“, oder 1% an den Börsen.

Gäbe „The Last of Us“ seit seinem ersten VGA-Trailer 2011 nicht bereits einen ideologisch realistischen Anspruch vor, es wäre gar nie – wie unzählige urbane Endzeitspiele vor ihm – ein Kandidat für so einen Spiegel-Artikel geworden. Wo sich in über dreißig Jahren Videospiel-Berichterstattung schließlich doch nicht viel geändert hat, danach wie die neuen Erfolgreichen im deutschen Journalismus-Business erzogen wurden.
Und wo „Gewalt“ halt auch immer nur andere betrifft, die Staatsgewalt welche auch den „Spiegel“ vor Übergriffen schützt gehört da anscheinend ja nicht dazu. Wie ebenfalls kein anderes zivilisatorisch längst etabliertes Gewaltmonopol. Danach fragt dieser überaus einseitige, ausgrenzende Humanismus nicht einmal –

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