Auch „BioShock Infinite“ ist keine eindeutige Anleitung

Kommentar zur „Jungle World“ im „VDVC-Forum“: ‚Ich finde (auch) das einigermaßen absurd: da wird so getan als ob Booker ganz bewusst nach Columbia gekommen wäre um Unruhe zu stiften. Nein: Booker ist kein primär politischer Akteur, der sich Gewalthandlungen vielleicht einmal vorher als gerechtfertigte Mittel für seine Zwecke ausgesucht hätte, kein fiktiver Andreas Baader, sondern vielmehr eher so was wie ein Kopfgeldjäger, also wie Dr. King Schultz. Und, ganz analog zum jüngsten Tarantino-Film, Elizabeth seine Django – im Gegenteil ist, weit eher wie das Stereotyp des Wilden Westens selbst, die Welt in die er geworfen wurde primär gewalttätig – nicht die politische Motivation oder derlei Handlungen eine Frage von „gut“, „gerecht“ oder nicht – sondern diese Frage stellt sich gar nicht. Sie stellte sich nur dann wenn derlei Filme oder Spiele moralische Anstalten wären in denen eine empörende Schwarzblende eintritt, dazwischen schreitet – also etwa im Sinne des Schweizer Aktionsduos „interveniert“ -, sobald eine Entscheidung getroffen wurde welche nicht der moralischen Vorgabe, welche nahegelegt wird, entspricht. Da kommt dann vielleicht nur, wie in „Funny Games“, eine Fernbedienung zum Einsatz die zurückspult um dem Publikum so seine eigene Verwerflichkeit zu beweisen – während sie gleichzeitig eine Gefühlskälte beklagt, einen Mangel an „Liebe“, das heißt Lieblosigkeit die sie aber letzten Endes womöglich nur selbst (wieder) nicht einlöst: der Tarantino-Kopfgeldjäger handelt im Einklang mit einem perfiden Rechtssystem, Marshall und Sheriff – sein Leben als solcher, und in dem Fall nicht als bürgerlicher Zahnarzt, funktioniert auch nur so. Und ganz ähnlich bei Booker: das Recht des Stärkeren gegen das bigott-rassistische Columbia in der „Revolution“ wäre auch ohne ihn vorhanden. Doch da scheinen immer nur irgendwelche Idealismen, wenn schon nicht Realismen, ausgemacht werden zu wollen: egal ob das jetzt der Spiegel, die Jungle World, oder jüngst auch die New York Times ist. Nur Idealismen und Realismen scheinen da zu gelten – angewendet auf die deutsche Kulturgeschichte also weder der „Sturm und Drang“ welcher davor kam, noch die Romantik welche dazwischen stand. Bloß die eigene ideologische Gewalt scheint für diese Leute infamer Weise zu zählen, nur darüber reden sie nicht als „Gewalt“: und da stellt sich für mich halt leider schon die Frage welch Geistes Kind diese alle eigentlich sind, hüben wie drüben des Atlantiks.‘

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