„Bioshock Infinite“ – „Who needs the power company?“

Der Zwang zu Gewalt in Shootern ist immer auch ein relativer. Alle unmittelbare Konfrontation ist keineswegs alternativlos, auch wenn dies noch so sehr beklagt wird, denn die Alternative ist immer der eigene Tod. Und vor jedem Schuss wird erstmal, ob dieser nun zugegeben werden mag oder nicht, ein Gedanke gesetzt: so wie zur Energie des Lebens, doch genau das scheint den Leuten nicht zu gefallen. Ob sie nun eine Integration von Ismen negativ interpretieren, vor Gewalt zurückschrecken (wollen), oder eine Welt bewahren möchten die sich in ihrer Kultur und Ästhetik als noch so schrecklich und schlecht erweist. Von Krieg und Unterdrückung geplagt, etc.
Die Klage über die „Gewalt“ in „BioShock Infinite“ ist genau deshalb eine überaus durchsichtige und entlarvende: Sinn oder gar Geist, eine Liebe zur Weisheit wie bei den üblichen Gedanken daran, stünde dem entgegen, wäre damit gewissermaßen sogar unvereinbar – mit einer dementsprechenden „Güte“, denn dass nichts „Gutes“ daran ist, das darf nicht sein. Es muss folglich immer eine „Wahrheit“ für diese Leute geben, nur eine wahrhaftige „Realität“ an die sich mit Sinn und Zweck zu halten wäre. Doch schon im epischen Theater ist die Mutter Courage sowohl eine bewundernswerte, starke Frau, als auch eine ganz schäbige, egoistische Kriegsgewinnlerin. Während im Shooter darüber hinaus sogar noch die singuläre Opferrolle wegfällt: die Opfer sind im Gegenteil unübersehbar und vielfach halt auch undifferenzierte Produktionen eines vermeintlich „Guten“ oder sogar „Besseren“, wo keine Ästhetisierung eigentlich mehr möglich wäre. Dennoch wird so versucht diese zu finden, und sich dementsprechend erfolgreich dann darüber empört, weil das „Bessere“ weiterhin alternativlos erhalten bleiben soll. Selbst wenn es tatsächlich nirgendwo mehr auffindbar wäre, weder in Form von pubertierender Unschuld – wie in „The Last of Us“ – noch, wie hier, der Begleitung aus selbstbewusster Zuversicht.

Werbeanzeigen

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter Almrausch-Urteile, Amerika, Chauvis, Freiheiten abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s