Kommentar zum Beirat „Stiftung Digitale Spielekultur“ und der dortigen Ideologie von „Skills“

Auf „Stigma Videospiele“: ‚Ich sehe in diesen ganzen Konstellationen praktisch reinen Lobbyismus am Werk. So wie etwa auch in der Jury vom Deutschen Computerspielpreis, da gibt es nur noch zusätzlich eine dem Medium gegenüber von Vornherein negativ eingestellte Staatsobrigkeit. Nur viel besser ist das hier auch nicht, und das liegt allein schon an der Verzahnung zwischen Videospielpresse, strukturell vor allem systematisch (wenn schon nicht pädagogisch) orientierter Medienwissenschaft und Industrieinteressen im Verhältnis zu etablierter (Partei-)Politik.
Und Vielfalt ist dabei häufig nichts weiter als ein Vorwand: vielmehr zeichnen sich sämtliche Gamejams, Serious-Games-Bewegungen und Unabhängigkeitspraxen durch Distanz zur restlichen Industrie aus, welche dann in deren „Kritik“ für gewöhnlich schon ähnlich negativ gesehen wird wie von vermeintlichen Neue-Medien-Außenseitern à la Christian Pfeiffer oder Manfred Spitzer. Doch nur diese bekommen so auch eine Stimme: abweichende Meinungen haben da überhaupt keine Chance sich Gehör zu verschaffen, wobei als Gipfel der Hypokrisie derlei normierte Kulturbegriffe dann sogar noch für PR-Aktionen genutzt werden: so lud EA heuer naturgemäß zu „Sim City“, aber voriges Jahr NICHT zu „Syndicate“ in den Bundestag. Zusammen mit den üblichen Games-Verdächtigen von CSU und FDP.

Soll heißen: es wird einerseits nicht dazu führen dass mehr Videospiele in Deutschland zugelassen werden, das sehe ich bei den Leuten dort überhaupt nicht – unliebsame Inhalte werden in Hinblick auf „Videospiele für alle“ über diese sicher nicht erwünschter -, sowie andererseits ebenfalls halt nicht, dass Interessen auf VerbraucherInnenseite gestärkt werden. Sämtlichen Bemühungen und -strebungen scheint es vorrangig darin gelegen, etablierte Begriffe wie „Medienkompetenz“ vorstellig zu machen – einer Öffentlichkeit gerade zu „nachhaltig“ (das heißt im Sinne von „gottgefällig“, Richard Kämmerlings) manipulativ einzubläuen.
Das Ganze hat für mich etwas von Gordon Jackson, wenn er im Haus am Eaton Place als Butler Hudson das Schönschreiben übte…‘

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