Zur Modalität von Morddrohungen

So löblich es auch ist wenn darauf hingewiesen wird wie gefährlich unbedachte Äußerungen im Internet wie auf Facebook sein können, noch dazu bei divergierendem Humor, so kurzsichtig-unterwürfig und ohne Selbstreflexion ist es ebenfalls – eine wichtige Frage wird dabei nämlich nicht gestellt: die welche danach fragt wer wann wo wen überhaupt umbringen wollen sollte, das heißt welche gesellschaftliche Situation den (sozialen) Eindruck einer angeblichen Morddrohung (sprachlich) eigentlich gebiert.
Denn das diskriminierende Stereotyp des potentiell mordenden Videospielers, noch dazu wenn dieser als Angehöriger eines „männlichen“ Geschlechts ausgemacht wurde, jener Rassismus der in den sich moralisch für überlegen haltenden Breitenmedien kursiert, wurde so schon längst (bereitwillig?) aufgenommen und wird demnach nur noch weitergehend tradiert – noch dazu wenn der Kommentator, wie in dem Fall Marcus Beer, selbst zur Presse gehört.
Und wenn die Opfer der angeblichen Morddrohungen zum Beispiel eben Kleinkinder sein sollen, dann gibt es da auch nichts zu verstehen. Denn das ist nicht wie Heavy Metal, Kleinkinder-Umbringen für gewöhnlich überhaupt kein gegenständlicher Bestandteil von Videospielen. Schon gar nicht international handelsüblichen.
Und schon gar nichts gibt es da zu „beweisen“: ja womit denn auch? Etwa mit einer Sozialwissenschaft welche bei der präsenten Annahme von Gewaltdarstellungen schon nach einer „Faszination für Gewalt“ im Voraus fragt? Das fragliche Vorurteil vielleicht sogar der (alleinige) Ausgangspunkt für eine jegliche Feststellung von Empathieverlust bereits ursprünglich gewesen ist, weil es gerade solcher Wissenschaft nicht einmal in den Sinn käme nach Empathie für Figuren wie James Earl Cash oder Danny Lamb zu fragen? Diese Forschung jenen Rassismus bereits längst (selbst) verinnerlicht hat, vielleicht sogar schon tagtäglich damit arbeitet, mit diesen Fremdzuschreibungen. Ohne es zu merken – zwischen „Medienkompetenz“ und „Gewaltbeherrschung“?

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