Neuer Kommentar zu politischen Parteien

Im VDVC-Forum: ‚(…) Als Außenstehender gebe ich zudem zu bedenken wie zum Beispiel das „Internet“ bei den Piraten eigentlich verwendet wird: das Narrativ „Internet“ ist als Thema sowieso etwas, das aus meiner Sicht an die europäischen Piratenparteien weit eher fremdbestimmt von außen herangetragen wird. Und sogar zu einem Gutteil dafür aufgewendet um diese als einseitig zu diskreditieren (versuchen)
Phänomenologisch sehe ich die Piraten vor allem dort wo die anderen Parteien eben nicht sind. Für die ist das „Internet“ oft nur ein weiteres Medium gewesen.

Und gerade in Deutschland kann das eine unheimliche Brisanz gewinnen, siehe etwa wie im Jugendmedienschutzstaatsvertrag von 2003 Prinzipien traditioneller elektronischer Medien, wie des Rundfunks, auf die neuen Telemedien angewendet wurden. Da wurden Ideen einfach übertragen, weil scheinbar gar kein Unteschied gesehen wurde und wird.
Während das Auftreten der Piraten in Europa für mich in erster Linie mit abstrakten Dingen zu tun hat, welche sich aus den neuen Formen der Telekommunikation und des (demokratisiert vervielfältigten und/oder quantitativ explodierten) Ausdrucks erst ergeben haben. Wie Veränderungen in den Bereichen von Eigentum, Grundrechte und deren Schutz, Freiheit, Sicherheit etc.

Das sind Veränderungen wie sie auch der Strom oder der Buchdruck mit sich gebracht haben, also deren (Aus-)Wirkungen. Und um Lampen oder Bücher als konkrete Dinge ging es da eigentlich doch auch nicht, sondern Entwicklungen wie Elektrifizierung und Alphabetisierung.
Ich finde die Piraten sollen deshalb wirklich vor allem über ihr Selbstverständnis als Bürgerrechtsparteien beurteilt werden. Nur das empfände ich dabei auch als gerecht.
Und ebenfalls: auch wenn es bei den unbeweglichen Kolossen von Volksparteien kaum mehr nachvollziehbar erscheint, aber sämtliche demokratischen Parteien formierten sich einmal um diese Rechte. Auch die Christlichsoziale hat sich ursprünglich etwa vielfach über Landreformen konstituiert. Und gerade die Grünen hatten ihren ökologischen Fokus einmal ähnlich zentriert wie die Piraten heutzutage (angeblich) neuere Medien, vermeintliche Nebensächlichkeiten wie die Drogenpolitik. Bevor sich „Umwelttechnik“ mitsamt einer entsprechenden Wirtschaft etabliert hat. In konservativen Kreisen war die Drogenpolitik sogar bei den Grünen (auch) einmal ein ganz ähnliches Stereotyp – und ist es zum Teil heute wohl noch immer, selbst bei denen die heute sonst auch „grün“ unterwegs sind.‘

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