Neuer Hinweis auf den Game-Standard

Im VDVC-Forum: ‚Zwei neue politische Games-Artikel beim österreichischen Standard: im einen wird, gerade über Rockstar Games (!), (editorial) der Frage nachgegangen wie „rechts“ Videospiele eigentlich seien http://derstandard.at/1373513314121/Wie-rechts-sind-Videospiele Das Elaborat bezieht sich dabei vor allem auf den Salon-Artikel von Jon Hochschartner http://www.salon.com/2013/07/20/grand_theft_auto_maker_video_games_hate_liberals/ Wonach Rockstar Liberale hassen…
Zumindest in den Kommentaren bei dem Artikel wurde aber auch schon das in meinen Augen unsägliche Stöcker-Interview als Beleg aus Deutschland für derlei Ansinnen herangezogen. Im anderen wird über die deutsche WASD moniert, dass Videospielen „die richtigen Skandale“ fehlen würden http://derstandard.at/1373512699709/Videospielen-fehlen-die-richtigen-Skandale
Ich halte beide Texte naturgemäß für völlig untragbar, habe mir aber feierlich geschworen wenigstens dort nichts mehr zu kommentieren…
Langsam wird mir jedenfalls auch das Games-Klima in meinem Land überaus ungemütlich –

2008, und später 2010 bei „Red Dead Redemption“, wurde zum Erscheinen des vierten Teils von GTA dieses ja noch als positive Ausnahme unter den „kommerziellen Gewaltspielen“ gelobt. Ich fürchte, dass es in den nächsten Monaten zum fünften Teil da einen deutlichen Umschwung geben wird – wohl bedingt durch den Eindruck der ideologisch vorgeblichen Unabhängigkeit anderer
Da wird es mit der Vorgabe eines „akademischen“ oder „intellektuellen“ Dogmas demnächst sicher jede Menge „kritischer“ Beschimpfungen von GTA als „reaktionär“ etc. geben -‚

Ergänzung: schon früh wurde mir in dieser Gesellschaft prägend und „nachhaltig“ zu verstehen gegeben, dass jemand wie ich hier nur ein Mensch zweiter Klasse sein kann. Zwar lernte ich das erst relativ spät zu begreifen, aber immerhin – weshalb ich nicht zuletzt mit dieser besonderen Form des Bloggens überhaupt erst begann. Das Leben der Menschen und in diesem Sinne wohl auch eine Politik des Gemeinwesens erscheint mir so in erster Linie von einer Bestimmungswut getragen zu werden: ist etwas über die Maßen heterogen, ambivalent, uneindeutig, von Ambiguität gekennzeichnet, einer einseitigen Sozialität widersprechend, könne es schon nur mehr eine „schwache“ oder einseitige „Politik“ aufweisen, denn „Politik“, das wäre so praktisch immer ein Konsensweg, sowie theoretisch über Gemeinsamkeit(en) definiert.
Nicht nur in Europa, sondern etwa auch bei einem Antirassismus in den USA – mit Figuren wie Spike Lee – welche ihrerseits nichts anderes tun als Menschen sozial, kulturell, historisch und in Hinblick auf ihre Identität(en) auf Hautfarben oder sonstige damit verbundene Herkünfte zu reduzieren. Dennoch gelten diese Vorstellungen gemeinhin nicht als Rassismen, da sie ihre Grundlagen in entsprechenden Wertvorstellungen haben – wie etwa sozialen Werten, welche einer Idee davon eigentlich zuwider laufen.
Und ähnlich verhält es sich mit der Beziehung Individuum/Staat: die polizeiliche Autorität bleibt so oder so unangetastet, selbst dann wenn etwa „das Militär“ kritisiert wird. Zumal „Kritik“ dabei schon vielfach nicht als Ab- oder Auflehnung, als humaner Ein- und Widerspruch, verstanden wird, sondern eben als Unterschied. Also Diskriminierungen welche in Abstimmung und zusammen mit negativen Gefühlen gegen das nebulös Unerwünschte, beziehungsweise eine Angst davor, diverse Ausgrenzungen erst ergeben. Und bereits das bloße Menschsein kann darüber erfahrungsgemäß anderen in ihren Leben(sweisen) abgesprochen werden, wenn eine Autonomie des Einzelnen den sozialen Konsuminteressen (diametral) entgegensteht.

Update 24. Juli. Ich hab mich nun doch noch zu einem kleinen Beitrag entschlossen: ‚Die Frage ist eher wie politisch einseitig Videospiele sein können. Und „Spec Ops: The Line“ hat dabei gezeigt, dass sehr wohl auch größere Titel unter eine einzige Ideologie gestellt werden können – wie eine allein als „Kritik“ akzeptierte, negative
Bezugnahme zu Militär: wird selbiges stärker portraitiert, oder gar als gute SamariterInnen, wie etwa in „Medal of Honor“, ist – nicht nur hier – sofort das Diktum vorhanden, dass da so nur einseitige Propaganda betrieben werden würde, ein (Hurra-)Patriot-/Militarismus unterstellt.
Denn interpretiert wird abseits von manchen Zugeständnissen an Humor (wie bei GTA) immer nur Gutes und Schönes, weshalb es in Videospielen leider auch so wenige echte Tatrollen gibt. Die Serien“mörder“ sind wenn dann meistens nur irgendeine Form von „Soldaten“, wo sich dann wieder über den „dummen Krieg“ empört wird
Ähnlich wie in der Fundamentaltheologie „Diablo“ Satanismus vorgeworfen wurde, obwohl auch dort Wertungen eigentlich ganz klar anders definiert sind.

Erfolgreiche Spiele MIT einer klaren politischen Haltung zeichnet jedoch meistens auch eine gewisse Ambiguität aus, nicht unbedingt Zweifel an dem was ihre Grundüberzeugungen und dementsprechende Werte ausmacht, aber vielfach deren Modalität betreffend
Bestes Beispiel hierfür ist wahrscheinlich „Metal Gear“ – das so Beizeiten durchaus auch ohne Probleme in „Krieg“ oder „Gewalt“ schwelgen kann, obwohl es eigentlich bekanntermaßen dagegen ist – soll heißen: Videospiel-Kreative wie Hideo Kojima folgen glücklicher Weise noch nicht immer Normvorgaben und autoritären Puritanismen wie in der Filmwelt etwa Spike Lee oder Michael Haneke.
Während „Serious Games“, die häufig auch eine klare Agenda aufweisen, bislang sowieso überhaupt keinen Platz auf den internationalen Videospiel-Marktplätzen gefunden haben. Darüber hinaus ziehen sich die vermeintlich „unabhängigen“, kleineren Produktionen, etwa „Thomas Was Alone“ oder auch ein „Cart Life“, gerade dort oft auf einen emotionalen Minimalismus zurück.

Einen Minimalismus der ziemlich unpolitisch ist -‚

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