Weiterer Kommentar zur Linken

Auf „Stigma Videospiele“: ‚Ich finde die Antworten der Linken insgesamt äußerst löblich, zumal es sich da um eine Partei handelt in der es – ähnlich wie bei den Grünen – auch eine bekanntlich starke autoritär-medienfeindliche Stossrichtung häufig anzutreffen gibt.
Als Videospieler in Deutschland wären mir deshalb die Linken eine echte Alternative zur Piratenpartei, sollte mir die grundsätzlich zu systemtreu sein, deren antimaterialistisch-negativer Zugang zum Eigentum nicht behagen, oder ich doch Probleme mit deren Konzeptionen von UrheberInnenrecht haben.
Tatsächlich befürchte ich könnte der Missbrauch von kulturpolitischer Arbeit für den Lobbyismus der Konzerne noch mehr zunehmen, siehe etwa heute schon „SimCity“ im Bundestag. Nächstes Jahr gibt es auch wieder ein „Sims“, dass der Lorber dann strategisch positionieren könnte. Besonders problematisch wird es in Hinblick auf „Kinderspiele“, wenn so etwa indirekt behauptet wurde, dass es Zensur gewesen wäre, hätte das kritische „Spec Ops: The Line“ gewonnen, und nicht das kommerzielle „Crysis 2“.
Ich bin mit der Kritik von „Spec Ops“ bekanntermaßen nicht einverstanden, dennoch geht es darum diese anzuerkennen. Nicht um ansonsten halt auch mal ein Spiel für „Erwachsene“ zu prämieren. Denn sonst wird da bei der Beurteilung von Videospielen nie weiter gekommen werden: sonst braucht es keine Einrichtungen wie den DCP, wenn dort schonmal kaum jemand zu wissen scheint, dass ein „Trauma“ ein in jedem Fall preiswürdigeres Spiel ist als eine gefällige Komödie wie „Deponia“. Und so sehe ich auch die potentiellen Förderungen: Aufgabe der Politik wäre es demnach eigentlich nicht eine Zementierung von zum Beispiel „Serious Games“ außerhalb des Marktes zu betreuen, sondern deren Segregation integrativ zu verhindern (!) und so für mehr Vielfalt in öffentlich breitenwirksam sichtbaren Räumen zu sorgen. Keine Abgrenzugsmaßnahmen zu betreiben: oder wo käme denn die Filmförderung auch hin, wenn die geförderten Filme außerhalb irgendwelcher Kabuffs nie zu sehen wären. Oder nur solche kommerziell orientierten Titel gefördert werden würden, bei denen mit einiger Begründung angenommen werden kann, dass eine Förderung sowieso nicht unbedingt nötig gewesen wäre und etwa nur als zweites Kickstarter-Programm gedient hat. Das betrifft im Übrigen auch die Media-Initiative der Europäischen Union. So sehe ich eigentlich nicht ein weshalb kommerzielle Spiele wie „Witcher“ oder „Game of Thrones“ darüber Gelder erhalten haben: die Politik sollte vielmehr darauf bedacht sein, dass Konzerne dazu angehalten werden Verantwortung über Inhalte zu übernehmen und etwa auch Sachen auf ihren Marktplätzen anbieten, welche sie aus kommerzieller Sicht ansonsten dort eigentlich nicht hinstellen würden.
Vielfach wird demnach einfach mit einem marktorientierten Gießkannenprinzip gearbeitet, dass mehr auf Quantität denn Qualität bedacht und ausgerichtet ist, dem praktisch sämtliche inhaltlichen Unterscheidungskriterien für Videospiele als Ausdrucksform fehlen und das immer nur mit exkludierenden Begriffsbestimmungen und Normvorgaben aufwarten kann.‘

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