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Im VDVC-Forum: ‚Die Monetarisierung der Ausdrucksform wird über den F2P-Bereich in den nächsten Jahren zum Hauptproblem glaub ich. Sogar in der Review von „Forza Motorsport 5“ bei Viacom tauchte sie kürzlich auf – mal sehen wie sich dagegen noch Widerstand bildet, wenn bald in Point’n’Click-Adventures fürs automatische Rätsellösen etwas bezahlt werden kann.
Als nunmehr schon seit Jahrzehnten Konsolen bevorzugender Gamer habe aber ich eher das Problem, dass die Leute viele Spiele einfach nicht mehr verwenden wollen. Der Multiplayer ist dort zwar viele Jahre nach Release noch offen, aber keiner spielts. Es sind immer nur die Handvoll besonders populären Spiele, wo bei den Konsolen die Verbreitung der Hardware – nebst kostenpflichtigem Multiplayer bei Microsoft und bald auch Sony – noch hinzu kommt.
Aktuelles Beispiel: „Splinter Cell“ auf der Wii U. Gerade hatte Amazon.de eine Aktion mit dem Game – jetzt hoff ich schon, dass demnächst dort wieder frisches Menschenmaterial zum Spielen eintrudelt.
Die 1%-Klausel von EA, von drei Jahren weiß ich nichts, finde ich persönlich somit etwa nur legitim, nachvollziehbar sowie ökonomisch bei den Serverkosten auf Konsolen anders wohl auch gar nicht zu machen. Nur so wie 2K bei der NBA jedes Jahr einfach den Saft abdrehen geht in meinen Augen gar nicht –
Während sich auf dem PC in den letzten Jahren gerade Nischen etabliert haben: „Empire at War“ würde ich etwa nicht als Sequel von „Rebellion“ ansehen, das 1998 schon eine Billigproduktion bei Lucasarts war, sondern ganz klar von „Force Commander“ – eines der technisch aufwändigsten PC-Spiele seiner Zeit. Nur hat das nach Verrissen auch kaum wer gespielt – lange vor Indie, F2P und Co. Rundenstrategie war früher oft nur eine Frage verschiedener „Civilization“-Teile, oder den Anfängen von Paradox. Von „Master of Orion II“ oder gar nix von ähnlichem Rang, wobei ich ja nur den dritten Teil mochte ^^ Was damals ein absolutes No-Go war. Heute finde ich den Markt für diese Nische dem hingegen schon fast unübersichtlich – manche „Indie“-Weltraumtitel kenne ich aus dem Bereich nicht einmal vom Namen her…

Und „Call of Duty“ ist sowieso auf dem absteigenden Ast denke ich. Die Wertungen dürften weiter fallen und die Verkäufe nachziehen, wenn sie in dieser kommenden Generation keinen Neustart wie damals 2007 mit „Modern Warfare“ mehr schaffen sollten. In einigen Jahren wird sich Herr Kotick sicher überlegen die Franchise einzustellen, so wie dereinst „Guitar Hero“.
Ich glaube die Wahrnehmung kommt jedoch (auch) da von einer PC-Sichtweise her: „Call of Duty“ war als Ware ursprünglich ein Konkurrenzprodukt von „Allied Assault“ von 2015, das wiederum eine PC-Variante des „Medal of Honor“ für PlayStation darstellte. Im Jahr 2005 hat sich das allerdings mit Teil 2 umgekehrt. Das war ein 360-Launchtitel wie heuer bei der One „Ryse“ von Crytek. Seitdem ist „Call of Duty“ ein Konsolenspiel und hat sich an dortigen Entwicklungen orientiert, über „GoldenEye“ und „Perfect Dark“ vor allem an „Halo“.
Das ist eine ganz andere Tradition als sie am PC mit „Doom“ zu „Quake“ führte und danach eigentlich abbrach. Damals waren Videospiele einfach noch kein Massenmarkt – geschweige denn Service wie heute.

Ich würde mal da ein paar Gedanken weiterspinnen bei dem was in dem von Dir verlinkten Video einen Moment lang dankenswerter Weise sogar kurz anklingt, ich in der Videospielpresse sonst nie als „Kritik“ höre, aber mich vom PC vor allen Dingen auch entfernt hat, dass nämlich die Publisher wegen des DRMs PC-Spiele zunehmend wie Ramsch behandeln. Sie einfach nichts mehr wert sind, wenn EA eine ganze Menge neuerer AAA-Titel über Humble praktisch verschenkt würde ich mir mal Gedanken darüber machen, wie wertvoll die Publisher ihr Publikum auf der Plattform eigentlich noch sehen. Und nicht doch etwa nur mehr als Melkkühe –
Die Massen freuen sich nur über Dumpingpreise bei den regelmässigen Discounts auf Steam. Dass sie damit den PC-Spielemarkt längerfristig ruinieren fällt ihnen nicht einmal im Traum ein – was im übrigen auch den Indie-Hype betrifft, also Spiele welche von Haus aus schon „günstiger“ produziert werden: gerade im AAA-Bereich geht ohne Steam, Origin oder uPlay legal schon lange nichts mehr. Und am Ende steht Valve samt eigener Box, OS ohne Störung durch Microsoft, wie ein Moloch da der über sämtliche Konzerne jenseits von EA und Ubisoft bestimmt, noch ärger als Nintendo in den Achtzigern bei Konsolen und Handgelds.‘

Replik zu „Star Wars – Rebellion“: ‚“Billig“ war vielleicht zu überspitzt formuliert. Ich erinnere mich nur, dass es im Frühjahr 1998 nach jahrelanger Entwicklung endlich rausgehauen wurde und LucasArts zu dem Zeitpunkt auch schon andere Strategiespiele veröffentlicht hatte. „Afterlife“ von 1996 fällt mir ein (…)
Ich glaube sogar, dass es ähnlich schlechte Wertungen wie später „Force Commander“ bekam – so unterschiedlich können Wahrnehmungen eben sein: ich erinnere mich auch noch gut daran, wie „Force Commander“ als C&C-Konkurrenz vorgestellt wurde. Das sah zunächst eher wie das spätere deutsche „Thandor – Die Invasion“ aus http://www.youtube.com/watch?v=pMl5RskIU9s Wobei LucasArts „Rebellion“ ja afaik noch In-House entwickeln ließ, also um Lizenzkosten kann es da nicht gegangen sein.
Die Strategie-Genres stecken momentan ja allgemein glaub ich in einer tiefen Krise. Paradox macht munter ihr Ding weiter, aber als AAA blieb neben Firaxis und Blizzard praktisch nur „Total War“ übrig: in der letzten Konsolengeneration versuchte EA noch diese zu beliefern, doch jetzt haben sie selbst ihr großes F2P-C&C eingestellt. Während ehemalige Genre-Koryphäen wie Brian Reynolds (Alpha Centauri) zu Facebook gingen: es wird immer über den Gratisaspekt von F2P gesprochen, aber nicht darüber dass diese Spiele ungleich billiger zu produzieren sind – „Die Siedler Online“ in jedem Fall günstiger kommt als ein potentieller Flop wie „Die Siedler 8“, vielleicht noch erneut mit Bruce Shelley als prominenten Onkel aus Amerika… Die großen deutschen Strategie- und WiSim-Traditionshäuser haben sich ja auch hoffnungslos ins Ausland verkauft mein ich: Blue Byte zunächst an Ubisoft, später Sunflowers, aber wie man dieser Tage sieht längerfristig auch ein Gerald Köhler ohne Electronic Arts im Rücken. Nur Daniel Dumont hat es irgendwie geschafft auf kleinerer Flamme weiter kochen zu dürfen: „Rise of Venice“ sieht sehr gut aus find ich -‚

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