„Untersexualisierung“. Anyone?

„I can very well do without God both in my life and in my paintings, but I cannot, ill as I am, do without something which is greater than I, which is my life–the power to create.“

Wieder beim Standard. Diesmal zur „Königin der Klingen“: langsam glaube ich, dass es um eine einseitige Erotophobie und Sexualität dabei überhaupt nicht mehr geht, sondern allgemein einen regelrechten Bildersturm in den Maschinen.
Das zeigt sich für mich schon daran, dass die Overalls und Lederhosen der jüngsten Lara Croft auch längerfristig nicht angeprangert wurden weil sie keinen Vorstellungen davon entsprechen werden – und ihre Autorin diskriminierender Weise kein „Mann“ war.
Bezeichnend ebenfalls, dass die potentiell penetrierende Männergewalt von Figuren wie „Edward“ bei Tim Burton, oder Freddy Krueger, kein solcher Gegenstand ist: ‚Wer andauernd „Übersexualisierung kritisiert“, aber von „Untersexualisierung“ noch nirgendwann etwas wissen wollte: der Artikel schafft es dabei nicht nur die Empörung eines einzelnen Devs in die angebliche Rechtfertigung eines Sachverhalts
umzukehren, weil die Empörung geteilt wird
Sondern er verschweigt auch, dass es ständig über die Besitztümer eines Körpers von Frauenfiguren geht. Einer einzelnen Geschlechterkonstruktion: Kreativen vorschreiben zu wollen wie sie ihre Schöpfungen einkleiden (oder nicht) – was eine ganz gravierende Form der Fremdbestimmung ist http://www.getty.edu/art/gettyguide/artMakerDetails?maker=381 Niemand kommt hier ja scheinbar auf die Idee, dass Sarah Kerrigan, der Charaktername wird in dem Artikel ja schon nicht einmal mehr genannt und damit entpersonifziert, diese Kleidung tragen soll weil sie sie als Fiktion (selbstbewusst) tragen will. Stattdessen wird eine Norm imaginiert, welche irgendwelchen realen Frauen angeblich ihr Bildnis aufdrängen soll‘

Update 27. November – Replik (dreigeteilt): ‚Ich sehe bei Frauen auch noch andere Körperteile gern, denn ich bin weit überwiegend heterosexuell. Manchmal schaue ich mir zwar auch Männer genauer an, aber das eben nur sehr selten. Ich schäme mich für meine Sexualität nicht, spreche auch darüber.
Sie mögen mich mit Ihren Ressentiments dagegen pathologisieren, zu einer „Männerberatung“ schicken (was auch immer das sein soll), wobei ich als Behinderter in der Gesellschaft von Leuten wie Ihnen, diesem Hass, nur allzu gut weiß wie es ist aufgrund meines anderen Körpers sexuell ausgegrenzt zu werden – also ist mir Ihr beleidigendes Verhalten auch nicht neu. Nur „lustig“ kann ich es so, mit Verlaub, nicht finden. Auch wenn ich natürlich weiß, dass Ihre diskriminierenden Untergriffe/Gewalt gegen meine Person in erster Linie der evozierenden Brutalität dieser Zeitung zu verdanken sind.
Videospiele sind dabei wie alle anderen Medien auch sexueller Ausdruck. Und da die meisten Menschen heterosexuell sind und die meisten Videospieler männlich,
ist ein Titel wie „Starcraft II“ in erster Linie natürlich auch deren heterosexueller Ausdruck.
Nur Ihre Gleichgesinnten finde ich schon witzig: einmal soll ich „intellektuell“ sein, dann wieder „antiintellektuell“. Einmal „kultiviert“, dann würde es
mir erneut an „Niveau“ mangeln. Nur mein „Gefasel verstehen“, das tun Sie für gewöhnlich nicht. Wird jedenfalls gesagt.
Ich glaube aber, dass das meist bloß vorgegeben wird und deshalb kommen auch so Unterstellungen wie ich hätte was von „Story-Gründen“ geredet. Nein, diese Frauenfigur ist deshalb so angezogen weil sie sexuell attraktiv sein soll, heterosexuelle Männer mit einer erotischen Ausstrahlung ansprechen, sie im besten Fall auch physisch erregen – denn das ist ihr Publikum: und in meinen Augen kann es davon gar nie genug geben. In Ihren ist das jedoch offenbar schon viel zu viel offensiver Sexualität Fremder, und deshalb Ihre Verachtung für diese fremden Menschen. Menschen wie mich. Für welche in Ihrer Welt offensichtlich kein Platz
ist, deren Ausdruck Sie wenn schon nicht verbieten, dann wenigstens aus einer Öffentlichkeit verbannen wollen. Anerkennung verhindern.
Gleichberechtigung zu Ihrer Einstellung, bei der diese unerwünschte Sexualität nur irgendwo im Verborgenen geschieht, versteckt, unterdrückend. Körper nivellierend und auf bürgerlich-biologische Funktionen reduzierend.
Nur eine wird es Ihnen nicht gelingen aus manchen Köpfen zu vertreiben: die „Königin der Klingen“!
Wobei deren Eros mit dem Phantasma tödlicher, Welten vernichtender Gefahr einher geht und dadurch ambivalent wird. Als auch nur mehr halbmenschliche „Femme Fatale“ im Weltraum quasi sogar noch verstärkt animalische Züge tragend, wobei die Zerg sowieso eine überaus vaginale Rasse sind. Im Unterschied zu den maskulinen Protoss. Und der masochistische Wunsch ein kleiner Zergling unter ihren Fittichen zu sein bleibt übrig -‚

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