Neuer Kommentar zu „Gran Turismo 6“

Bei IDG. Zum florierenden Tauschhandel Echt- gegen Spielgeld: ‚Ich glaube das könnte in den nächsten Jahren sogar noch wesentlich weitreichender kommen.
Der dahinter liegende Gedanke ist aber nicht DLC, oder dass für Geld Spielinhalte erkauft werden können, sondern dass Spielzeit welche in so einen Titel investiert wird auch etwas Wert sein soll, weshalb ich diese Berichterstattung auch einigermaßen manipulativ finde. Denn man kann jetzt sagen dass das teuerste GT6-Auto ungefähr 150 Euro Wert ist. Ja gut, soll denn Videospielen nichts Wert sein?
Sollen denn die Leute nur aus Spaß an der Freud spielen, um sich weiter zu bilden oder ein ästhetisches Erlebnis zu haben, Gefühle vermittelt zu bekommen?
Und falls sie nicht die Zeit haben, sollen sie es sich dann theoretisch nicht auch erkaufen können? Das Endprodukt, ein Ergebnis ihrer Bemühungen. Das sind alles ideologische Fragen welche sich bei Videospielen als medialer Handlung zwangsläufig ergeben, sofern diese so (sehr) monetarisiert wird.
Denn wer ein schönes Modell-Segelschiff haben will aber selbst nicht die Muße hat sich ein solches mühselig in Kleinarbeit zusammen zu bauen, wird sich irgendwo schließlich auch eines gegen Geld zulegen können. Jetzt kann man natürlich sagen: da ist nicht viel Kreativität dabei, sondern ein fertiges, schon vorhandenes Produkt gewesen. Mit dem nur der ursprüngliche Hersteller verdient.
Ja gut, aber das ist ein nach Plan gebautes Schiff auch nicht – auch keine eigene Erfindung.
Nur ist halt auch klar woher das kommt, und wovon nicht: in traditionellen MMOs wurde der Handel mit Ingame-Währung wie Gold bei Blizzard ja schon früh illegalisiert. Doch im F2P-Bereich ist das oft genug die einzige oder zumindest eine Haupteinnahmequelle. Wenn ich mir manche dieser Titel bei Sony sonst noch so ansehe, dann ist es absolut nicht ungewöhnlich über 100 Euro für solche Kombinationen bei eigentlichen Gratisspielen zu verlangen. Siehe aktuell etwa „Warframe“ auf der PS4
Während Blizzard eines ihrer Auktionshäuser sogar dicht gemacht hat weil sie letztlich nicht damit in Verbindung gebracht werden wollten: die Frage bleibt wer am Ende mit welchem Konzept noch dasteht. Ob es ein „World of Warcraft 2“ auf Abobasis überhaupt geben wird, oder ob „The Elder Scrolls Online“ vielleicht sogar ein Flop wird nur weil es nicht diesen Weg ging. Und bei den Bezahltiteln viel problematischer finde ich tatsächlichen Luxus-DLC wie diamantene Kleidungsstücke im letztjährigen „NBA 2K“ für ähnliche Preise, worüber die Presse seltsamer Weise aber gar nicht berichtet hat…

Also ich gebe zu: ich weiß nicht was ich davon halten soll. Einerseits wertet es Videospiele formal auf, andererseits bedroht es sie in Form eines Kapitalismus, spekulieren Hersteller damit wild bei Leuten von denen niemand je wissen kann ob sich diejenigen welche tatsächlich dafür Geld ausgeben sich solche Sachen überhaupt leisten können – erinnert es an Mechanismen aus der Glücksspielindustrie.
Ich bin jedenfalls schon froh wenn diese F2P-Phase wieder vorbei ist und sich Videospielen als Service vielleicht einmal doch (wieder) anders konstituiert hat…‘

Update: ‚Es ist ja schön und gut wenn Videospielen dermaßen als Kapital betrachtet wird, so wie auch Zeitinvestitionen in der „echten“ Welt.
Das ist nunmal die Ordnung in der wir leben und diese wird damit nun halt auch auf Videospielen erweitert. Also Realifizierung von Games, und nicht Gamifizierung von „Realität“.
Nur fragt sich wo da die gesellschaftlichen Grenzen liegen: wenn es um den Wiederverkauf virtueller Güter geht gibt es mittlerweile ein EuGH-Urteil von 2012. Die rechtliche Stoßrichtung wäre demnach (in Europa) schonmal klar, nur geht das eben wohl noch längst nicht so weit und wäre dahingehend auch kaum im Interesse von Konzernen wie Sony, also ein demokratisches Recht wonach nicht nur diese daran verdienen könnten, sondern Gamer ihr Kapital auch dementsprechend veräußern.
Denn so ergibt das in jedem Fall eine Schieflage, also solange Gamer Spielgeld nicht in reale Währungen wieder zurück verwandeln können -‚

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