„Nicht nur zur Weihnachtszeit.“

Kommentar und Replik auf „Stigma Videospiele“: ‚Die Vorstellung bei Herrn Schweiger ist aber wohl eher die, dass er glaubt ein Recht darauf zu haben zu wissen wer in seiner Gegend wohnt. Um gegebenenfalls seine Kinder besser schützen zu können, etc. Ich habe das nämlich zufällig auch mal irgendwann von ihm so gehört. Und das ist eine Idee wie sie etwa aus den USA kommt (wie so oft auch die vermeintlichen “Killerspiele”), wo eine andere Tradition beim Thema Datenschutz vorherrscht – wie überhaupt ein anderes Verhältnis zum Staat als es eine (Konsens-)Gemeinschaft hierzulande vielfach vorgibt. Jetzt kann natürlich gesagt werden: der will “unseren Rechtsstaat” aushebeln, der kennt sich nicht aus, handelt dumm usw. Nur wer sich aufs Grundgesetz beruft und hier doch nicht für weitere Spieleverbote schreibt, sollte schon auch bedenken dass das Grundgesetz und deren darin praktisch an erster Stelle genannte “Menschenwürde” immer noch das ist was am allerehesten gegen Games vorgebracht wird –
(…)
Ich sehe das eben anders. Auch OLJB, BPjM, Gesetze und Gerichte berufen sich letztlich auf das Grundgesetz – auch Figuren wie Alice Schwarzer in ihrem Kreuzzug gegen (hetero)sexuellen Ausdruck oder Dienstleistungen. Sicher kann gesagt werden, dass gerade so Auslegungen die etwa Fantasiewesen wie Zombies schützen, wären schon verfassungswidrig, nur kann das in einer tatsächlich vielleicht mal geführten Diskussion bestenfalls eine Pattstellung ergeben. Die andere Seite wird immer auf ihren Konzepten bestehen bleiben und eine Mehrheit hinter sich versammelt sehen – eine für ihre Begriffe in jedem Fall „gesündere“, „normalere“, unbescholtenere Mehrheit die über kollektive Verdachtsmomente mindestens mehr erhaben ist und vielleicht auch ökonomisch erfolgreicher sich vorgestellt wird. Denn eine meines Erachtens nach grundlegende Idee wurde in der „Killerspiel“-Debatte schonmal immer ausgeblendet, nämlich die wieviel Geld die „Killerspieler“ dem Staat eigentlich kosten (würden). Abgesehen von medizinischen Kosten oder dem was ihre potentiellen Gewaltverbrechen verursachen würden auch etwa dass Bildungsverlierer eher arbeitslos sind usw. Alles ganz wesentliche Faktoren wenn es um sämtliche Äußerungen von ProponentInnen wie Christian Pfeiffer geht – bei dem sich „humanistisch“ verkleidenden Leistungsethos gegen „Gewalt“, für „Frieden“ etc. Nicht nur zur Weihnachszeit.
Und dabei werden auch sehr viele Dinge miteinander vermischt: Gewalt, Krieg, Anstand, Menschenhandel, Gesundheit oder Menschenverstand. Ich will zwar nicht ins Detail gehen, aber der Anthropozentrismus ist insgesamt schon überwältigend möchte ich noch sagen -‚

Update: ‚Ich glaub schon dass „Killerspiele“ Gewalt verursachen und dahingehend auch etwa Gewaltverbrechen negativ beeinflusst haben werden. Nur glaub ich, dass bei etwas wie Fußball, das auch viele Menschen glücklich macht, noch weit eher zutrifft. Von E-Sport-Veranstaltungen habe ich im Unterschied zu dessen großen Stadien noch von keiner Gewalt gehört, aber vielleicht liegt es auch an den Größen der jeweiligen Veranstaltungen.
Denn überall dort wo Emotionen hochkochen, Menschen mit Leidenschaft dabei sind, kann Gewalt vorkommen, das heißt nicht nur im Krieg sondern etwa auch in der Liebe –
Die Pfeiffer würde ich eher fragen was sie meinen, dass die Menschen dadurch nicht verlieren würden. Wieso sie den Menschen dieses (kleine) Glück wegnehmen wollen und welch größeres sie gegebenenfalls glauben ihnen dafür schenken zu können? Was für andere, bessere Leben als ihre etwa videospielend zu verbringen. Das würde ich fragen. Und gar nicht viel anderes –

Für ihren Bruder möchte ich zwar nichts Positives sagen, aber wenn ich der Frau Pfeiffer in letzter Zeit so zugehört habe oder gelesen was sie auf ihrem Blog schrieb, dann ging es da insgesamt mehr um Mechanismen des Kleinen Glücksspiels, als um die übliche Empörung über Inhalte. Und vielleicht kann sie dazu sogar auch fundierter etwas beitragen. Fundierter als so mancher Branchen-Lobbyist.
Nun will ich persönlich den Menschen auch dieses Glück nun ganz sicher nicht wegnehmen, aber fragen wieso Games mit Modellen finanziert werden sollen welche den Menschen penibelst kalkuliert und dauerhaft ihr oft genug schwer verdientes Geld aus den Taschen ziehen, und weshalb darüber in erster Linie kurzlebige Billigproduktionen entstehen, kann sich schon mal werden.‘

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