Wann kommt die „Gewalt“ ins Spiel?

Kommentar und Replik auf „Stigma Videospiele“: ‚Es ist wohl einfach nicht von der Hand zu weisen, dass zumindest überwiegend ein Interesse bestand. Alles andere ist doch auch absurd: wer an einer Sache wie Gewalt interessiert ist, wird sich auch – zunächst egal in welcher Form – damit beschäftigen. Das ist bei anderen Themen genauso. Die Frage ist vielmehr was mit den Inhalten und dem Rest (der Bevölkerung) geschieht – wie konstituiert sich ein Rechtfertigungsdruck, welche (positiven) Inhalte werden sonst leichter akzeptiert, wie funktionieren dabei Verdrängungsmechanismen dunkler, negativer Seiten in Menschen, sollen Darstellungen letztlich aussehen.
Und dann kommt noch die Demoskopie “Männer unter 40″ hinzu, eine technisch orientierte Veranlagung wie die bloße Affinität zu Gerät – siehe auch den Link zu einem Breivik-Artikel der kürzlich im Forum gepostet wurde. Da spielen ebenfalls Rationalisierungshypothesen eine nicht zu unterschätzende Rolle – wie etwa dass Gewalt für die Täter Probleme dahingehend lösen würde, dass “Störfaktoren” euphemistisch “ausgeschaltet” werden.
(…)
Die Frage ist für mich eher wovon Du eigentlich ausgehen willst. Wie Aginor schon gesagt hat, wurde auch ein „River Raid“ mal indiziert, später aber für jugendfrei (tatsächlich sogar USK-0 wenn ich mich richtig erinnere) erklärt. Damals reichte vielleicht ein Hintergrund im Beipackzettel, welcher aus der Darstellung nicht einmal ersichtlich sein mochte (Kriegsspiel im fernen Osten).
Und die Behauptung, dass etwa „Super Mario“ kein „Gewaltspiel“ wäre übernimmt damit auch nur unkritisch aktuelle Sichtweisen – Sichtweisen die viellicht zwar auch die BPjM schon 1985 (als „Super Mario“ ursprünglich erschien) teilte, welche aber keineswegs einem Sachverhalt entsprechen müssen. Für das KFN mag etwa „Die Sims“ positiv „harmlos“ sein, und damit dienen es einem „Gewaltspiel“ gegenüber zu stellen, dennoch können darin auch Menschen systematisch verbrannt werden oder versucht, sie dem Hungertod zu überlassen – was in einem Shooter oft nicht einmal möglich ist.
Die Behauptung „es gibt“ oder „es gab“ ist aus wissenschaftlich-historischer Sicht überhaupt schwach. Grundlegender finde ich da schon ein allgemeines Interesse an Videospielen – sicher ist ein Tanzspiel wie DDR noch weniger ein „Gewaltspiel“ oder ein Musik-Shooter/Prügelspiel – dennoch gebe ich das zu bedenken.‘

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