„Sexualität als reale Waffe“ und mehr

Neue Kritik am Standard: ‚Gerade „Dragon Age II“, obwohl mir das Spiel insgesamt besser gefallen hat als der altmodische erste Teil, ist was LGBT-Themen angeht ein äußerst schlechtes Beispiel, denn im Prinzip waren alle Charaktere mit denen darin ein Verhältnis gehabt werden
konnte – als männlicher oder weiblicher Hawke – bisexuell, das heißt eine andere Identität wurde für diese erst gar nicht konstruiert. Bedenklicher Weise vielleicht außer im Bordell, wo es Prostituierte beiderlei Geschlechts gab.
Und das ist schon mehr als einseitig und normativ gewesen: dahingehend sind das auch typisch westliche Motive, welche da von dem Autor artikuliert werden. Eine zutiefst fantasiefeindliche Politik sozialer Abgrenzung. Sexualität als reale Waffe –
Das ansonsten prüde „Gone Home“ machte die Sache dafür schon deutlich besser, auch weil es in der Beziehung widersprüchlicher war. Insgesamt empfehle ich zu dem Thema aber immer noch diesen alten Gamasutra-Artikel: http://www.gamasutra.com/php-bin/news_index.php?story=22015

Mal sehen wie lange dieser Kommentar dort stehen bleibt, bei ideologischen Identitätsfragen ist das ja nicht so sicher… Zum alten „Nazi“-Thema passend auch eine Anmerkung bei IDG: ‚Zu „Jude“ erinnere ich nur noch an die Eindeutschung von „Tales of Xillia“. Was wie bei dem Thomas-Hardy-Roman gewesen ist, weil es den englischen Vornamen betraf und überhaupt nichts mit dem Judentum, jüdischen Menschen, zu tun hatte… Doch „Jude“ ist anscheinend, zumindest für manche deutsche Übersetzung oder deren Rechtsberatung, welche zumindest Gamer als dermaßen antisemitisch einschätzt, ein Schimpfwort (!) das vermieden werden möchte. In „BioShock Infinite“ gab es mit dem „Schacherer“ Ed Gaines ein noch viel schlimmeres Beispiel, das nämlich (auch) auf Antisemitismus in der Übersetzung verwies. Aus einer Beschimpfung wurde ein Stereotyp, das den antisemitischen Charakter der Beschimpfung völlig unterschlug: für die Translation schien es eine einfache Sache zu sein das englische Wort für „Jude“ als „Schacherer“ zu übertragen. Insofern fordere ich auch die hiesige Redaktion wieder einmal heraus, zu erklären, wieso da in der Newsmeldung von einem „Muss“ die Rede ist. Auch Swastikas aus Videospielen zu entfernen ist weder in Deutschland noch Österreich ein „Muss“, sondern einfach eine Diskriminierung gegenüber anderen Ausdrucksformen – die sich leider niemand endlich einmal ausjudizieren traut (gegenüber Filmen etc. – selbst nachdem Videospiele nun schon vor einigen Jahren zum „Kulturgut“ erklärt worden sind) und noch immer, man möchte sagen „immer wieder“, auf eine zwanzig Jahre alte Einschätzung des OLG Frankfurt zurückgeht.‘

Mein ursprünglicher Artikel zu „BioShock Infinite“

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