Wieder Manipulation auf „Stigma Videospiele“

Vergleicheerneut werden unter dem Deckmantel über „Fakten“ zu berichten Darstellungen verdreht und Titel gegeneinander ausgespielt, am Ende der Eindruck erweckt dass zwei der Täter deutscher School Shootings kein besonderes Nahverhältnis zu Spielen gehabt hätten, nur weil sie sich mit einem bestimmten Titel, der in der Presse genannt wurde, nicht dermaßen beschäftigt hätten, dass diese Beschäftigung wohl unter „spielen“ subsummiert werden dürfte. Wobei es zum Teil auch um die Historizität einer Technik geht, da hier von einer Welt vor zehn Jahren ausgegangen werden muss in welcher eine Internetverbindung noch nicht so weit verbreitet war wie heute (schon gar kein Breitband) und „Counter-Strike“ (CS) eine Vernetzung von Geräten voraussetzt. Richtig bleibt jedoch allein, dass beide an (gewaltdarstellenden) Videospielen sehr wohl und in jedem Fall interessiert waren.
In meiner Kindheit war ich etwa privilegiert und hatte schon eigene Computer, während andere nur darüber lesen durften. Dennoch würde ich heute nicht behaupten wollen, dass ich mich damals deshalb besser mit Computern ausgekannt hätte als jene welche sich nur oder vorwiegend aus zweiter Hand damit beschäftigten (also etwa medial über Bücher). Und wieder würde ein solcher Vorwurf bloß von der Ideologie des Realismus zeugen…

Kommentar: ‚Ich hab mir auch mal „Day of Defeat“ gekauft nur um mir die Karten, das Figurendesign und deren Waffen genau ansehen zu können. „Gespielt“ hätte ich es demnach aber auch nie. Bei CS ist das bei mir dann gewissermaßen sogar ähnlich.
Wie soll also bei einer Beschäftigung mit Videospielen zwischen „spielen“ und einer anderen Tätigkeit auch unterschieden werden? Ebenfalls wüsste ich nicht wie relevant es sein soll ob Steinhäuser nun das populäre CS oder ein weniger bekanntes, öffentlich potentiell noch mehr gescholtenes, eher inkriminiertes Game verwendet hat, dann gibt es statt dem „Stigma CS“ halt das „Stigma SOF“.
Bloß einen Sündenbock anderer Farbe, aber immer noch die gleiche Tiergattung. So what?
Das mag zwar ein interessantes Detail sein und weist etwa darauf hin, dass er weniger an Spielen als an Gewalt(darstellung) interessiert war, doch wir sprechen hier von einer Öffentlichkeit welche oft nicht einmal „Battlefield“ von „World of Warcraft“ auseinander halten kann – insofern empfinde ich das hier kritisierte sogar schon als vorbildliche Berichterstattung.
Ich finde auch, dass das noch mehr diskriminiert: dann gibt es das „gute“ CS und die bösen Attentäter-„Killerspiele“ der Mörder.
Und gewissermaßen ist der Manipulation dereinst ja ebenfalls die BPjM gefolgt, als sie den gern in Zusammenhang mit hehren Werten wie „Sport“ und „sozialem Gemeinschaftssinn“ zusammengebrachten Titel CS nicht indizierte.
Auch keine Ahnung was dadurch gewonnen werden soll, wenn behauptet wird jemand (in dem Fall noch dazu ein späterer anderer Täter) hätte vielleicht zwar geholfen beliebte Karten herzustellen, nur diese nicht selbst „gespielt“. Der Typus eines Autobauers ohne Führerschein (so jemanden kannte ich mal sogar), wenn schon keines vegetarischen Fleischers etc.‘

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