Neue Repliken beim Standard

Zum aktuellen Zensurfall des neuen „South Park“-Videospiels: ‚Kein „Assassin’s Creed“ ist für Deutschland je „zensuriert“
worden. Die Freigaben sind einfach unterschiedlich und da gäbe es sogar noch wesentlich krassere Beispiele – etwa bei Eishockeytiteln früher: „NHL 09“ USK-0 und PEGI-16. Erst 2012 hat sich die Situation dabei mit Freigaben ab 12 Jahren eingependelt. Glücksspiel wäre ganz früher noch so ein Beispiel gewesen, darauf stand sogar mal PEGI-18.
Fantasieszenarios oder historische Settings vor dem 20. Jahrhundert werden von der USK traditionell milder bewertet. Stichwörter sind „nicht wirklichkeitsnah“ sowie „realitätsfern“, eine angeblich deutliche Empirie als „Spiele“ und klare Trennung von Bedeutungen (Letzteres ist auch für FSF und FSK sehr relevant) (…)
Die USK/
OLJB sind bei den genannten Zensurmaßnahmen nun wirklich nicht das Problem. Möglicherweise wurde für die Konsolenversionen darüber nur sogar eine Jugendfreigabe erreicht – die englische PC-Version wurde mit 19.12. letzten Jahres aber bereits positiv geprüft.
Das einzige was darin fehlen wird sind Swastikas, auch die „Judenklasse“ soll unangetastet geblieben sein – anders als der englische Vorname „Jude“ in „Tales of Xillia“. Nur darüber spricht der Artikel naturgemäß nicht, weil diese Zensur nachweislich der Ideologie des Autors Herrn Wilhelm entspricht.
Das sind eher typische Probleme für Staaten des Commonwealth (namentlich GB und Australien) – war bereits bei „Saint’s Row IV“ letztes Jahr so.
Nach ein wenig Recherche wird das schon klar.
(…)
Das was da beschrieben wird wäre schlicht und ergreifend illegal, nämlich nach der Verfassung verbotene Vorzensur. Also mit „Deals“ ist da gar nichts – höchstens in der
Fantasie. Das spielte einfach nicht: ich verstehe zwar, dass der deutsche Jugendschutz kompliziert ist, aber dieser Unsinn ist enorm. Die BPJM reagiert bis hin zu den Eilverfahren überhaupt nur auf Antrag. Fraglich ist höchstens wer den Antrag stellen darf, ob etwa ein Ministerium oder auch Privatpersonen. Viele Titel bleiben deshalb auch ohne Kennzeichen unbehelligt von der BPJM, obwohl sie nach einer Ablehnung eigentlich gleich tätig werden sollte. Tatsächlich sind USK-Verfahren kostspielig, nur machen diese im Gegenteil erst dann Sinn, wenn die BPjM keine Probleme sieht (!). Bei den Gerichten und der BPJM ist das Verhältnis wiederum ähnlich. Die Liste von der BPJM für strafrechtlich relevant befundener Titel ohne Beschlagnahme ist lang –
(…)
Die USK stellt auch nur die Kennzeichen aus, wobei die USK im Besitz der Industrie ist. Sie hat einen Vertrag mit dem Staat, ist dieser aber nicht. Sie liefert die Gutachten, entscheiden tun die Obersten Landesjugendbehörden im Rahmen von Verwaltungsakten.‘

Update: ‚Und weshalb bestehen diese Regeln? Doch bloß um sich mit Staaten zu arrangieren – zwecks Profitmaximierung wird die Welt in „Regionen“ und/oder „Territorien“ eingeteilt, werden damit unterschiedliche „Bedürfnisse“ bedient. Auf Kosten ursprünglichen
Contents, einer einmal vorhandenen kreativen Vision „Unterhaltung“ auf einen Warenwert reduziert.
Auch weil alles einfacher wäre als zu unliebsamen Inhalten zu stehen und sich dafür ebenfalls keine Unterstützung geleistet wird, wobei eine erfahrungsgemäß entsprechend einseitige Rechtsberatung ihr Übriges dazu beiträgt. So wie hier im Artikel auch keine längst bekannte Swastika-Zensur erwähnt wird, weil diese* hier offenbar auch nicht erwünscht ist – „Hitler“ nicht in Videospiele „kommen“ soll: http://derstandard.at/1389860320372/Wie-Hitler-in-Videospiele-kommt Geschichtsklitterung. Coitus interruptus
Alles Wege um die Ausdrucksform klein zu halten, nicht emanzipieren zu brauchen, weiterhin unter Technikspielzeug zusammenfassen zu können
(…)
Und im Übrigen betrifft das längst nicht mehr nur den Westen, sondern gerade auch Länder wie China – also wo politische Verantwortung für freie Inhalte zu übernehmen noch wesentlich dringender wäre. Doch auch für diese wird „angepasst“ wo es nur geht, siehe etwa „World of Warcraft“ in China -‚
* Unterstützung

Update 28. Februar – Kommentar: ‚Dieser Bericht ist hochgradig irreführend, denn er behandelt offensichtlich die falsche Adresse! Natürlich kann die PEGI nichts mit der Sache zu tun haben, es hätte dafür aber etwa beim Video Standards Council in Großbritannien nachgefragt werden
sollen, weil der die BBFC-Nachfolge dort im Videospielbereich angetreten hat und zum Beispiel über ein Vetorecht gegen PEGI-Gutachten verfügt. An der USK wird die „Marketing“entscheidung auch nicht gelegen haben, weil diese Inhalte für Deutschland erfahrungsgemäß weitgehend unproblematisch sind
Dennoch wird Ubisoft schon seine Gründe dafür gehabt haben… Und im deutschsprachigen Raum gilt auch kein einheitliches NS-„Verbotsgesetz“. Unser Wiederbetätigungsverbot kümmert sich höchstens für uninformierte Anwälte um Symbolzensur in Videospielen
Deutschland hat dafür schließlich ein eigenes Gesetz, das gezielt darauf gerichtet ist und Österreich nicht kennt. Und mit Volksverhetzung etc. (in Deutschland) hat das im Normalfall auch nichts zu tun -‚

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