Weiterer Kommentar bei „Stigma Videospiele“

Zu Begriffen, Konnotationen und Definitionen in Deutschland: ‚(…) Die Berichterstattung geht in etwa so als würde über eine Automesse mit dem Hinweis auf Verkehrsunfälle berichtet werden, oder – in Bezug auf gesundheitsschädliche Substanzen – über das Oktoberfest bloß unter dem Vorbehalt des Alkoholismus, obwohl der sicher nicht nur hier in Österreich, sondern auch in Deutschland ein großes gesellschaftliches Problem darstellt. Beides ist regelrecht absurd zu nennen – das gibts ganz einfach nicht, da wird „Wirtschaft“ und „Gesundheit“ strikt getrennt. Entweder es geht ums Eine, oder ums Andere: reißt ein erweiterter Selbstmörder auf der Autobahn eine Familie mit in den Tod steht VW nicht auf dem Plan. Die Stiftung unterstützt vielleicht ja auch deren Anliegen. Nur bei den Games passiert das nicht.
Und da ist schon System dahinter, wobei das keine Frage einer Verschwörungstheorie ist, sondern weit eher dahingehend was gesellschaftlich erwünscht ist oder sonst halt noch geduldet wird – wie Medien, und da vor allem die öffentlich-rechtlichen, manipulieren. Die Zuspitzung würde ich eher bei den Privaten vermuten, denn der Rundfunk hätte dazu eigentlich gar keinen Grund.
Der Tonfall dort bildet sich ja noch ein, abwechselnd nüchtern, sachlich, vielleicht höchstens „hart aber fair“ zu sein. Und dazu gehören dann auch entsprechende Expertisen, die vielleicht noch mit Filterfirmen zusammenhängen. Da wird dann deren Arbeit belohnt, nicht unbedingt im Sinne von Korruption, sondern weil diese etwa im Sinne der Anstalten moralisch gefestigt ist – für „Familien“, „Schutz“ (Jugend und Daten), Sicherheit und ähnliche „Werte“ steht.

(…)
In Deutschland geht es viel um festgelegte Begriffe, Abgrenzungen die auch für andere Bereiche gelten. Egal ob das jetzt „Sucht“ ist, oder (…) dazu „Pornografie“ – siehe etwa den Streit zwischen Liesching und Müller bei Beck http://blog.beck.de/2014/02/19/kinderpornographie-posenverbote-kategorie-1-und-kategorie-2-reformpostulate-setzen-grundlagenkenntnisse-vorau .
Bei Sucht würde ich etwa stets den Leidensdruck der Betroffenen in ein Zentrum stellen, im anderen Fall ist es für mich schon fraglich weshalb Gewalt oder „Pornografie“ überhaupt interessiert: relevant sollte das Leid sein, das verursacht wird sobald jemand zumindest sexuell mit Darstellungen Kinder ausbeutet. Bei den Gewaltdarstellungen in Videospielen, wieso diese für die Öffentlichkeit überhaupt problematisiert werden – weshalb sie sich Welten scheinbar ständig schön oder friedlich reden und denken lassen wollen. Mit welchem Impetus einer eigenen Position.‘

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