„M! Games“ kritisiert in ihrer Aprilausgabe (84f.) die nicht vorhandenen West-Releases vieler großer Spiele aus Japan

Heute erscheint „Metal Gear Solid V – Ground Zeroes“ auch im europäischen Retail. Ein Freudentag einerseits, andererseits ein gutes Beispiel für die Verwestlichung der japanischen Videospielindustrie im Westen, jedenfalls abseits von Nischen.
Denn nicht nur das Gameplay des neuen „Metal Gear“ hatte wohl viele westliche Vorbilder (bis hin zu Open World und einem „Splinter Cell“), in der Hauptrolle wurde erstmals ein Hollywoodstar besetzt, sondern „Ground Zeroes“ ist auch die erste von Kojima veröffentlichte Produktion nach Öffnung des Konami-Studios in Los Angeles. Und bei japanischen Spielen die noch vornehmlich „japanisch“ sind heißt es demnach wohl auszuwählen wie die Markt-Chancen wo genau stehen.
Zwar hätte man schon dazusagen können, dass selbst große Titel wie das Square-Enix-Rollenspiel „Bravely Default“ im sexuellen Bereich für den Westen zensiert werden, und ich darf mich zwar über „Senran Kagura Burst“ freuen, aber es stimmt ganz einfach: spezialisierte Firmen veröffentlichen zwar mehr japanische oder zumindest japanisch anmutende Titel, reduzieren diese dadurch aber auch auf Nischen für den Otaku und andere. Zwar erscheint Gust’s „Atelier“ mittlerweile regelmäßig bei Sony und werden auch Titel wie „Hakuoki“, mit Hetero-Frauen als Zielpublikum, umgesetzt – sofern sich keine zusätzlichen Kosten für die USK erspart werden wollen – doch für breit angelegte Veröffentlichungen, die natürlich auch viel PR-Einsatz erfordern würden, ist dann wiederum gar kein Platz.

Und das Ergebnis ein verzerrtes, tatsächlich sexualisiertes Bild japanischen Videospiel-Outputs, wenn die größten Namen und beeindruckendsten Produktionen aus dem Mainstream-Bereich nicht einmal mehr umgesetzt werden. Bestimmte Inhalte, so scheint es, werden dabei auch nur einem spezialisierten Nischenmarkt (mehr) zugetraut: Beispiel „Ryu ga Gotoku“, „Yakuza“ im Westen. „M! Games“ geht da auf gar keinen bestimmten Titel mehr ein: mittlerweile gibt es von der Franchise fünf Hauptspiele mit einer weiteren Hand voll Ableger. Nur ein Ableger erschien bislang im Westen. Und das wohl auch nur weil er das im Westen populäre Zombiethema behandelte: für das aktuell in Japan laufende PS4-Spiel mit historischem Setting (gibts naturgemäß auch für die PlayStation 3) dürften die Chancen mittlerweile gar nicht gut stehen, zumal schon der Vorgänger aus den Anfangszeiten der PS3 nicht in den Westen kam. Das letzte Hauptspiel hierzulande war „Yakuza 4“. Der fünfte Teil hatte als eine Zentralhandlung die Geschichte um ein Pop-Idol: ob es „Ryu ga Gotoku 5“ als „Yakuza 5“ deshalb je geben wird ist fraglich. Die Eigenschaften des ursprünglichen Konzerns bestimmen dabei scheinbar die Entscheidung und bei großen Größen wie SEGA, Bandai-Namco oder Square-Enix sieht es damit eben eher schlecht aus.
Die Zeitschrift verweist in ihrem Artikel darauf, dass zu DS-Zeiten noch nach und nach die älteren Titel der Megaseller-Franchise „Dragon Quest“ auch in Europa ankamen. Doch für ein angepasstes „Dragon Quest VII“ am 2/3DS (85) besteht demnach wohl keine allzu große Hoffnung.
Für die „Tales of R“-Umsetzungen von „Hearts“ und „Innocence“ auf Vita sieht die Zeitschrift gleich eine Release-Chance von Null. Am schwerwiegendsten ist jedoch wohl, dass selbst einem potentiellen Blockbuster wie „Dragon Quest X“ (Wii mit und ohne U, sowie am PC) eine nur „niedrige“ Chance eingeräumt wird…

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