Neuer Kommentar auf Filmtipps.at

Kommentar: ‚Wieso soll etwas gar „übertrieben“ werden brauchen? Auch wenn es das nicht ist, ist seine Darstellung ethisch völlig in Ordnung solange dabei niemand zu Schaden kam, Verträge eingehalten wurden etc.
Das ideologische Problem ist eher, dass alles was gezeigt wird als gewollt angesehen wird, und das geschieht offensichtlich auch hier in diesem Text (oder bei dem verlinkten). Sonst wird es oft genug beschimpft – egal von welcher politischen Seite.
Und genau das macht Bilder letztlich unmöglich. In diesem Text kommt etwa 13x das Wort „Blut“ vor. Da frage ich mich eher wieso so ein Film nicht auch anders betrachtet werden kann, als über diese in jedem Fall an Desensibilisierung etc. denkenden Oberflächen. Wie soll so ein Film etwa ohne Blut auskommen, wenn Darstellungen die nicht „konsumierbar gemacht werden sollen“, wie im „Siebenten Kontinent“, nicht gerade vollständig ausgeblendet werden. Was für ein Menschenbild steckt da dahinter, wenn fiktionale Darstellungen – egal welche – bei einem hoffentlich doch mündigen Publikum darauf abgestellt werden.
Wenn in einem Film über Delfine Delfine vorkommen, werden diese schließlich auch nicht extra erwähnt werden um vorstellig zu machen, dass diese Tiere darin zu sehen sind. Entscheidend ist keine Darstellung vor Kameras (realen oder virtuellen), sondern wie dargestellte Lebewesen dahinter behandelt wurden. Falls ursprünglich überhaupt welche vorhanden waren – und was ansonsten übrig bleibt sind nichts als Vorurteile, die auch hier in Genreeinteilungen, diesen Diskriminierungen münden. Weil auch Ihr Euch weigert „Letztes Jahr in Marienbad“ in einer Kategorie mit „Blue Rita“ zu nennen – doch Film ist Film, Ausdruck Ausdruck. Ob Euch das nun politisch in den Kram passt, Ihr anderem vornehmlich mit Zynismus begegnet, oder nicht: ein wenigstens in Ansätzen demokratisches Denken das beleidigender Weise vorerst nicht einmal vorhanden ist.‘

Replik vom 30. März: ‚Ich glaube es kann alles nicht oder falsch verstanden werden, wenn sich auf ein anderes Denken dabei erst gar nicht eingelassen werden möchte. Mir ging es einerseits zwar um eine Behandlung von Lebewesen auf Filmsets, und diese sind dort längst nicht nur vor, sondern auch hinter Kameras präsent.
Bei den Delfinen aber andererseits um Symbole für Gutes und Schönes, die anders als die „Gewalt“ in Hinblick auf Wirkungen etc. in der Darstellung halt eher nicht kritisiert werden, während die „Kinogewalt“ oft genug affirmativ interpretiert wird. Und ich fragte damit eben genau nach diesem Verhältnis zwischen „Nicht-Bilder“ und „Bildgewalt“, wo allein in letzterem Wort ja schon wieder die „Gewalt“ drinsteckt.
So wie bei einem bildgewaltigen Delfinfilm. Aber das alles interessiert anscheinend überhaupt nicht.
Hauptsache das Selbstverständnis, wonach Deutungshoheiten ja nur Werturteile wären welche vermittelt werden möchten. Nur wie soll ein Zack Snyder dadurch überhaupt so ein Fascho werden können, das wird nicht gefragt.
Da ist eher schon Lars von Trier ein „Nazi“, der hat das zumindest selbst mal so gesagt, auch wenn das sogar ein Bernd Graff in der Süddeutschen verneinte. Beleidigend finde ich im Übrigen nicht bloß die Einleitung, sondern diese ganzen Zugänge: und ich verwehre mich auch gegen die Unterstellung ich hätte was gegen Genres.
Was ich meinte war Eure spezifische Kategorisierung zwischen „Seriösem“ und „Schummrigem“. Da wird mir nämlich ganz schummrig -‚

Weitere Replik vom 2. April: ‚Ich fragte danach ob es überhaupt stimmen kann was andere so über diese Filme sagen. Allein darum ging es mir.
Oder wo hätte ich etwas gegen irgendwelche Meinungen gesagt? Das ist, nach den Werturteilen, wieder so eine Sache…
Ich hab nicht einmal meine zum Film kund getan. Auch habe ich eigentlich überhaupt nicht „die Behandlung der Lebewesen an den Filmsets“ kritisiert – das zu behaupten zeigt mir bloß das Unverständnis das mir entgegen gebracht wird.
Aber da wird mir wieder vorgeworfen werden zu wenig oder gleich gar nicht selbstreflexiv zu sein, eine Opferrolle im Schmollwinkel zu bevorzugen, austeilen aber nicht einstecken zu können: wie dem auch sei, zu widersprechen bringt anscheinend nichts, führt nur zu Missverständnissen usw. Dennoch sollte diese Behandlung nur mein abstraktes Beispiel für das sein was vielleicht relevanter wäre bei der Beurteilung einer Filmproduktion als deren fiktionales Ergebnis.
Und wo man dann vielleicht auch besser draufkommen kann wie die Personen dahinter einzuschätzen wären. Also welche realen Folgerungen sich daraus ergeben.
Dass die Einschätzungen über die Filme selbst in dem Fall nicht geteilt werden ist sowieso klar, deshalb wurde ja auf den Zizek verlinkt etc. Nur leider scheint darauf hinzuweisen zu nichts zu führen, zumal dann wenn mir eine „subjektiv konstruierte Wahrheit“ unterstellt wird die ich eigentlich befragen wollte – aber ich bin offensichtlich selbst Schuld dass ich es wieder mal versucht habe. Denn wenn alle anderen solche „Wahrheiten“ kennen muss ich schließlich auch eine behaupten. Obwohl ich einfach ein unverbesserlicher Narr bin.
Wie dem auch sei: die einzige Facette welche für mich aus dem Gespräch positiv bleibt ist, dass auch mir schon bewusst ist, dass die Kategorien nicht unbedingt ernst gemeint sind. Also das ist selbst mir trotz all meiner Sturheit, Ignoranz und meinem ganzen Unverständnis klar. Bloß bin ich mir bei vielen Texten die ich darin vorfinde dann nicht mehr so sicher wie wichtig diese Ironie dabei noch sein kann…
In diesem Sinne: viel Erfolg, Glück und gutes Gelingen bei weiteren Filmtexten!‘

Über pyri

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