Neuer Kommentar zu Betroffenheit bei Michael Schulze von Glaßer

Im VDVC-Forum: ‚Also, ohne es gesehen zu haben, aber die Vorstellung dieses Videos finde ich schon äußerst bedenklich: https://www.youtube.com/watch?v=iJRckg3BDRM
Es läuft wohl immer darauf hinaus, ob etwas „positiv“ oder „negativ“ dargestellt wird – was im Sinne des Autors „Kritik“ wäre und was nicht. Und das Ergebnis kann in dem Fall bloß Geschichtsklitterung sein, denn dass Menschen dereinst wie Währung behandelt wurden ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Nur wollen solche Darstellungen in Videospielen einfach nicht gehabt werden, selbst dann nicht wenn es formal um deren „Befreiung“ geht, weil jemand einfach nicht damit konfrontiert werden möchte. Mit dem Ergebnis, dass diese historische Ökonomie ausgeblendet werden soll, oder zumindest nicht dermaßen offensiv behandelt werden wie in „Assassin’s Creed IV: Black Flag – Freedom Cry“.

Und auch der aggressive Tonfall gegen Nazis, identifiziert über bloße Oberflächen: es wird nicht gefragt weshalb diese Menschen so denken, Nazis geworden sind, ihre Ideologie vor sich her tragen etc. Nein, stattdessen sollen sie aus dem Land verwiesen werden – seien sie einfach „Scheiße“ usw. Wird Menschenverachtung mit nichts als Menschenverachtung begegnet.
Ich kann doch nicht auf Hass und Intoleranz mit denselben Mitteln reagieren, also gegen welche ich eigentlich vorgebe zu kämpfen. Was soll denn das bitte auch für ein „Antifaschismus“ sein?

Schließlich verwundert mich sogar das mangelhafte Verständnis für die Gesetzeslage, welches in dem „South Park“-Video zum Ausdruck kommt: normalerweise ist der Autor doch der erste welcher kapitalistische Umtriebe anprangert. Hier jedoch scheinbar nicht: der Handlungsspielraum der USK, im Besitz der Industrie (!), sowie der OLJB ist in dem Fall halt arg begrenzt. Und dahingehend nicht die Ablehnung der USK, so relevant diese auch sein mag, entscheidend, sondern die potentielle Indizierung über das Strafrecht, also die Kombination aus BPjM und zumindest einer Angst vor ähnlichen Gerichtsentscheiden wie in Frankfurt 1998.
Also das wäre doch in jedem Fall eine gute Gelegenheit die Geldgier der Branche zu kritisieren, denn (selbst)zensiert wird in erster Linie zwecks Profitmaximierung. (…)‘

Weitere Texte über Schulze von Glaßer.

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