Zahlen und Information

Neue Kritik an „Stigma Videospiele“: ‚(…) ich glaube dazu nämlich nicht, dass Vorurteile dadurch aus der Welt geschaffen werden indem eine andere Wirklichkeit vorgestellt wird, denn wenn ich schon in einem Umfeld frage wo hauptsächlich PC-Technik-affine, junge Männer anzutreffen sind werde ich auch mit keinem anderen Stereotyp dort statistisch wieder herauskommen. Da war aus meiner Sicht nämlich schonmal gar kein Vorurteil vorhanden. Und weiters der Erkenntnisgewinn eines solchen Unterfangens die (Preis-)Frage. Zumal das zweifellos sehr viel Arbeit gewesen ist.
Genauso wenig wie ich das Klischee der vermeintlichen „Soziopathen“ die Computer spielen tatsächlich widerlege, indem ich ein Publikum irgendwohin stelle das von sich selbst meint „normal“ zu sein. Als solches fest integriert demonstrieren geht usw. Denn die Betroffenen bleiben in jedem Fall zu Hause und ich generiere darüber nur eines: noch mehr Vorbehalte, negative Gefühle gegenüber all jenen die tatsächlich anders sind. Denn es sind immer die anderen, all jene welche etwa nicht im Raum sind, welche erstens eigentlich betroffen wären, von denen sich zweitens in der einen oder anderen Form dann abgegrenzt wird, sowie welche schließlich drittens zu den Opfern von Ausgrenzung werden. Also samt deren etwaigen Folgen. Wobei mitunter gerade diese dann womöglich Amokläufe oder Gewaltverbrechen, ganz abgesehen von Suchtverhalten, produzieren. In Zusammenhang mit etwa Depressionserkrankungen die wiederum mit entsprechenden Psychopharmakas behandelt werden, aber dazu gibt es bekanntlich ja keine „Wirkungsforschung“. Kein „Institut für Medienverantwortung“. Keine Frage danach wie sich diese „Gesellschaft“ eigentlich auswirkt, doch bevor die „Gesellschaft“ vielleicht verkündet wo sie (einmal) hin will sollte sie sich vorher erst einmal fragen woher sie überhaupt kommt -‚

Update 5. Mai: meine Kritik wurde in das Forum verlagert. Ich habe mir dort erlaubt diese noch zu ergänzen, denn wenn der wilde Reiter schon antritt, dann aber richtig – ‚ (…)
Die Frage ist glaub ich in welcher Gruppe, soziologisch welchem Milieu, gefragt wird. Da hatte man zweifellos tolle Partner und die Möglichkeit einer großen Befragung.
Dann wurde auch sicherlich sehr viel Arbeit überall hineingesteckt, nur entspricht das Ergebnis halt vordergründig doch einem Klischee. Sicher mag das grundsätzlich keine Rolle spielen, da es in erster Linie ja um Verbraucherschutz ging.
Nur wenn ich mich in einem Ergebnis nicht wieder finde, kann ich mich darin (epistemologisch) auch nicht selbst erkennen. Ich kenne zum Beispiel das Forum in dem offenbar die meisten Leute gefragt wurden schonmal gar nicht. Ich habe als VDVCler mitgemacht. Und komme mir da jedes Mal wie die Jungfrau mit Kind vor, auch weil ich mich mit dem Ergebnis nunmal überhaupt nicht identifizieren kann.
Ich glaube nicht, dass die Umfrage beim VDVC allein viel anders ausgefallen wäre, dennoch stellt sich mir die Frage ob das nun wirklich die Klientel des Verbandes sein soll. Oder ob das nicht vielleicht etwa doch nur die Klientel ist, welche sich für den Verband (auch) interessiert?
Ich bin etwa auch ein Gewerkschaftsmitglied und überzeugter Gewerkschafter. Nur dort kann man aber vielleicht leichter sagen: wir kümmern uns in erster Linie um unsere eigenen Leute, also all jene die gerade bei uns dabei sind oder auch mit machen wollen, als etwa wenn es um die ganzen Video- und Computerspieler in einem großen Land geht und dafür dann so eine Umfrage veranstaltet wird. Gerade wenn es um Verbraucherschutz gehen soll: ein Verbraucherschutz kann doch nicht nur all jene berücksichtigen welche dem Verbraucherschutz nahe stehen. Zynisch könnte ich sagen: das wäre so als wenn der TÜV nur jene Autos prüfen würde mit denen auch die Menschen beim TÜV fahren (wollen).
Aber Leute die zum Beispiel überwiegend hier Spiele kaufen http://www.bigfishgames.de werden auch von früheren Aktionen wie zum Beispiel „Spiel gekauft“ kaum berücksichtigt werden (können). Ich hab mich da schon als jemand der vorwiegend auf (alten wie neuen) Konsolen spielt vor den Kopf gestoßen gefühlt, weil es nur ein bis drei allgemeine Plattformen (also auch den PC ohne etwa exklusive Vertriebe die keinen Retail kennen) betraf, die hier zwar bis an die 90% ausschließlich gespielt zu werden scheinen, aber dennoch einen sehr kleinen Ausschnitt des Mediums nur bilden. Ein anderes Beispiel ist das neue „Dungeon Keeper“, das die versammelte Videospielpresse und traditionelle Gamer für ein Unding halten mögen, neue (Casual) aber womöglich für ganz „normal“: meine Frage ist deshalb ob sich der VDVC nun nur für die alten, traditionellen (überwiegend jungen, technikaffinen Männer) zuständig fühlt, oder ob auch diese neuen Leute, welche von der Umfrage jetzt vielleicht (auch) gar nichts wissen, vertreten möchte.
Also das Ergebnis jener „Selbsterkenntnis“. Und das ist ein Vertretungsproblem.
(…)‘

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