Ergänzungen bei sexueller Denunziation

Zu „Da muss man durch“ des Standard: ‚Die „Berufsspieler“-Kolumne wird nicht abgedruckt, aber Hauptsache der Herr Winder kann sich in dermaßen abscheulicher Weise über Objektophile, noch dazu latent heteronormativ-homophob, auslassen, und in seiner sexuellen Denunziation dabei vorgeblich was von „Toleranz“ schwafeln.
Das zeigt mir wieder, Frau Föderl-Schmid und Herr Bronner, wieviel diese Zeitung von wirklich anderen Menschen und deren Lebensweisen hält. Nämlich absolut rein gar nichts, wenn sie nicht in das Schema Ihrer Leistungsgesellschaft, von Beruf, dem Rückzug in ein neues Biedermeier und Erfolg passen. Nur gut, dass ich das nicht zu erdulden oder ertragen habe und dagegen wenigstens versuchen kann zu protestieren.‘

Sowie noch mal auf YouTube über „Redakteur“ Sebastian Leber vom „Tagesspiegel“: ‚Hinzuzufügen wäre vielleicht noch, mit welcher Bekenntnislogik da ursprünglich argumentiert wurde. Für den Herrn Leber scheint es etwa heteronormativ festzustehen, wie die sexuelle Identität von Figuren wie „Gronkh“ oder Euch aussieht, und das weniger weil sie oder Ihr sich selbst diesbezüglich definiert oder abgegrenzt hätten, sondern da er diesen Umstand als scheinbar selbstverständlich einfach so annimmt – wer auch immer sich von „Schwulenwitzen“ die er vorgibt zu „kritisieren“ überhaupt angesprochen fühlen sollte, also was Herr Leber etwa darunter versteht und wie diese Menschen ihre Sexualität öffentlich leben sollten. Und letztlich ist dahingehend ein lockerer, ungezwungener Umgang mit Sexualität im öffentlichen Raum das eigentliche Ziel des Artikels. Der Leber ist es zwar, welcher offensichtlich keine Sexualität öffentlich thematisiert sehen möchte, dennoch wirft er quasi als Schutzbehauptung und weiteren Vorwurf aggressiv in den Raum, dass die Angegriffenen ja noch dazu möglicherweise „verklemmt“ wären. Ebenfalls fällt auf, dass die „Kritik“ keine „Let’s play“enden Frauen meint, sondern offenbar ein (weiteres) „Männerproblem“ darstellen soll. Der Artikel verlängert damit ebenfalls die patriarchale Logik einer Männermacht, indem ausschließlich „Männer“ als (sexuell) Sprechende „kritisiert“ werden und viktimisiert damit nicht nur all jene, welche sich nicht als solche bekennen würden, sondern feminisiert diese Betroffenen auch. Und typisch für die Sexualpolitik der zweite Generation ist dabei ebenfalls, dass diese ureigentlichst misogyne Kategorisierung, also Bestimmung darüber welche(s) Geschlecht(erkonstruktion) was mitteilen dürfte, für gewöhnlich und äußerst bedenklicher Weise noch als feministische „Kritik“ verkauft wird.‘

Update 2. Juni. Nachtrag zum ORF: ‚Diese unerträglich euphemistische Positionierung einer vorgeblich liberalen Kirchenpolitik traf da, in Verlängerung der Religionsredaktion, auf biologistisches Normdenken. Regelrecht erschütternd die Situation der Wissenschafterin: einzig nennenswert
ihr Hinweis, dass der Beirat für sexistische Werbung in dem sie sitzt sich ja nur mit Kommerziellem und eben nicht mit Public Service Announcements wie zum Lifeball beschäftigt. Aber das wurde natürlich überhaupt nicht vertieft, wie denn auch – bei deren Sexnegativität. Der absurde „Pornografie“-Vorwurf blieb bestehen. Ihr selbst schien es nur um „Realität“ zu gehen und sie war damit, wohl ohne es zu merken, ganz nah bei der Kirchenfrau.
Leider ging es Herrn Soldo als erfolgreichen Unternehmer natürlich auch vor allem um die Leistung einer Frau Wurst, womit der wiederum unbeabsichtigt ganz nah bei Stronach war. Als ich nach einer halben Stunde das Wort Anerkennung noch nimmer nicht hörte, und zwar von allen Seiten nicht, habe ich abgedreht.‘

Weitere Replik: ‚Nicht bloß Zeugungsunfähige oder Unwillige (ganz wichtig!), sondern formal würde das ebenfalls biologische Frauen nach der Menopause betreffen. Die dürften dann nämlich auch nicht heiraten – und nicht beide Heteros, wie es in der Sendung abschwächend
kurz geheißen hat. Das ist ein ganz altes patriarchales „Argument“, das ursächlich misogyn ist.
Was die Kollegin die Kirchenvertreterin hätte aufmerksam machen müssen ist, dass sie die Institution der Ehe sexualisiert, denn Ehe bräuchte mit Sexualität eigentlich überhaupt nichts zu tun haben – im Gegenteil geht es niemandem etwas an ob Eheleute ihre Ehe vollzogen haben (können) oder nicht, gerade als Mensch mit Behinderung, der in solchen Debatten sowieso nicht existiert, gebe ich das zu bedenken.
Stattdessen wird im Gegenteil abgestritten, dass das Plakat „sexualisiert“ gewesen wäre – was absurd ist, da es sich in dem Fall natürlich um sexuellen Ausdruck handelt, der anzuerkennen wäre. Das Thema zu erörtern nichts als ein Lippenbekenntnis.‘

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