Kommentar anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung Europas

Im VDVC-Forum: ‚Wenn schon die mediale Perzeption im Spiegel verlinkt wird, sollte ebenfalls die bemerkenswert standhafte Reaktion von Creepypasta nicht unerwähnt bleiben: http://creepypasta.wikia.com/wiki/User_blog:Sloshedtrain/Fiction,_Reality,_and_You „These are the same people who think violent video games help create mass murderers, because it is convenient to blame and point fingers.“ Und genau darum geht es naturgemäß auch aus meiner Sicht: normalerweise betrifft es ja eher Bilder aus visuellem Ausdruck der inkriminiert wird, Literatur (allein) ist da schon eine Ausnahme – mittlerweile wohl nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, das heißt zwischen zwei Buchdeckel herrscht weitgehend Narrenfreiheit – jedenfalls solange eine Ähnlichkeit mit real lebenden Personen oder vielleicht manchen Handlungen nicht allzu deutlich wird.
Ein namhafter Europapolitiker kann so etwa selbst über Sex mit Kleinkindern „fantasiert“ haben, er wird deshalb weiterhin nur vor allem von jenen „kritisiert“ werden, die ohnehin schon seine politischen Gegner waren. Er kann sich ordentlich zurückziehen, selbst dann wenn die „Fantasie“ in Form eines Realismus erfolgte und er nachweislich mal in einem Kindergarten gearbeitet hat.
Jedenfalls solange sich keine Opfer von damals gemeldet haben, wird er weiterhin unbehelligt bleiben. Eine deutsche Autorin kann auch über alle möglichen Schandtaten fiktional schreiben, sogar dann wenn der Vorwurf eines Plagiats aufkommt, und dies wird ihr nachhaltig, das heißt im Sinne eines neuen gottgefällig, nicht schaden, wenn sie damit sprachlich ankommt.
Bei dieser Form von Literatur ist das aber nicht nur insofern anders, weil diese keine solche Resonanz erfährt, sondern für gewöhnlich nicht einmal gedruckt wird. Und bei kommerzieller Visualität ist das Urteil dieser angestammten Literalität, das Ergebnis jenes Kulturkonflikts, noch einmal ungleich harscher, deutlicher von vor allem Abgrenzungen geprägt. Da wird etwas noch gleich viel schneller als „Pornografie“ (oder Prostitution) beschimpft, als bei Marcel Reich-Ranicki früher. So geschehen etwa unlängst nach einem Marketingact für „Watch Dogs“ in Wien http://glamgeekgirl.net/2014/05/event-review/nutten-bier-und-burger-das-gamer-herz-begehrt/ Dort spielt es keine Rolle ob das beworbene „Produkt“ nicht ein voyeuristisches Videospiel ist und ob Voyeurismus dahingehend als PR-Gegenstand nicht schon mehr als angebracht wäre.
Nein. Das Produkt wird in seiner Bewerbung gleich behandelt wie etwa Hostessen die auf Messen in knappen Outfits „Männern“ irgendwelche anderen Dinge andrehen sollen, wie Schraubenmuttern oder Elektroteile, die weder mit ihnen noch irgendeiner Sexualität (weder jener der männlichen „Kunden“ dort, noch der angeheuerten „jungen und schönen“ Frauen), etwas zu tun hätten, das heißt trotz seines eigentlichen Gegenstandes wird der Inhalt eines Videospiels wie „Watch Dogs“ mehr oder weniger gleich übergangen. Völlig rücksichtslos brutal drüber gefahren.
Ähnlich die Situation damals beim Bikini-Torso zu „Dead Island“: dieser wurde als vorgeblich „misogyn“ nicht nur verurteilt, sondern gleich verhindert, obwohl er nichts anderes tat als eine Situation zu extrapolieren, welche im Spiel mindestens tausendfach vorkommt. Möglicherweise war der diesbezüglich hasserfüllte, menschenverachtende „Aufschrei“ aber auch deswegen so groß, weil so viel Wahrheit und Wirklichkeit auf einmal gerade ein gegen solche Sachen opponierender Realismus am allerwenigsten verträgt.
Und diese Dinge trotz allem gleich als „Porn“, unliebsame „Gefahr“ oder sonst was beschimpft werden. Nicht zuletzt weil für Freiheit am allerwenigsten „Verantwortung“ übernommen werden möchte. Und nicht dass die ursprünglich beauftragten PR-Agenturen von Videospielen oft mehr Ahnung als diese friedensbewegten „Pornografie“-„Kritiker“ hätten, dennoch -‚

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