„Warum so aggressiv gegen uns?“

Fragte der Herausgeber einer deutschen Lokalzeitung einen User, der so einiges gegen den „Offenen Brief an den Assassinnen von Rottweil“ vorbrachte, welchen selbiger Herausgeber zu verantworten hätte – würde er sich offenbar nicht viel lieber in einer scheinbaren Umkehrungstat üben. Der Widerspruch in User-Kommentaren auf der Seite, die mittlerweile bereits geschlossen wurden, ist allerdings auch insgesamt bemerkenswert: dennoch der ursprüngliche Brief ein typisches Beispiel für mit jener vorgeblichen Freundlichkeit artikulierten „Meinungen“, die prinzipiell nur ein tiefes Unverständnis für jegliches wirklich Anderssein zum Ausdruck bringen. Die zweite allgemeine Verunsicherung.
Ein Anderssein für das es eben kein politisch opportunes Selbstverständnis gibt, keine eingebildete Gerechtigkeit, denn wer sich als traditionelle Videospielfigur verkleidet (vielleicht noch dazu mit – Attrappen von – Waffen) braucht damit am dortigen Land jedenfalls wohl kaum rechnen. Sowie ein Fremdheitskonzept das sich nicht ignorieren oder übertünchen lässt. Wer anders ist soll sich „stellen“, jedenfalls bei der Polizei melden usw. Würde mit Gesetzen in Konflikt geraten. Wäre ja etwas anscheinend zumindest nicht normales, öffentlich annehmbares Verhalten. Diese Wahrnehmung.
Dazu jegliches Bitten nur der Regenschirm, die bloße Verkleidung für selige Anfeindungen bis schlichte Verachtung. Wie gibts das? Was soll das? Muss erst erklärt werden, usw.
Und so ist es wahrscheinlich auch nur zu erwarten, dass daraufhin vom Herausgeber noch zusätzlich spontan das (Wirkungs-)Stereotyp des „Aggressiven“ gebildet wird. Geschweige denn wer überhaupt das „wir“ darstellen soll, welches dort eigentlich angegriffen worden wäre. Denn der Herausgeber, der seinen Brief namentlich mit „herzlich“ unterzeichnet hat, ist bei allem Kommunitarismus im Land schließlich immer noch ein Individuum…

Nur schade, dass diese Logik nicht erkannt wird, sondern darauf eingestiegen. Die Emotionen am Köcheln gehalten bleiben.
Denn der Herausgeber (und sein gleichgesinntes Team, also das häufige „Wir“ im Hintergrund, um nicht zu sagen anonym agitierende Redaktionskollektiv) dürfte damit seine Bestätigung schon gefunden haben. Leider.

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