Ersteindruck „The Knick“: historische Medizindarstellung ist offenbar (auch) keine „Gewalt“

Leones „Es war einmal in Amerika“ mit einem Schuss „Riget“: Opiumzelte, Kokainspritzen, Kinderarbeit. Während die süchtigen Ärzte das alles nicht mehr aushalten und im Delirium die Gespenster ihrer Vorgänger sichten, welche stattdessen schon lieber den Freitod gewählt haben. Fernsehen das als Period Piece zeitbedingt die sozialen Konflikte eines „Mad Men“ zu potenzieren vermag. Doch Leistungsdenken besiegt am Ende sogar Rassismus: das Drehbuch ist zugegebenermaßen hanebüchen, dennoch beeindruckt die kompromisslose bis herrlich spekulative (oder wars doch andersrum?) Inszenierung einer Operation um 1900. Wenn da Körper bei einem Kaiserschnitt gezeigt werden können schon Erinnerungen an „A’l’intérieur“ (2007) wach werden – sofern jemand bereit ist dabei überhaupt auf den Fernsehapparat zu schauen.
Dennoch hat die FSF zumindest die Pilotfolge von Steven Soderbergh’s TV-Regie-Extravaganza „The Knick“ (Soderbergh schuf anders als Scorsese bei „Boardwalk Empire“ gleich alle zehn Episoden der ersten Staffel am Stück) scheinbar schon für Kinder freigegeben. Ein äußerst fragwürdiges Unterfangen, das mich einmal mehr bestimmte Wahrnehmungen von Darstellungen ziemlich stark in Zweifel ziehen lässt…

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