Standard entfernt erneut Kommentar

Zwar wurde ein Text den ich am Donnerstag dort publiziert hatte, nachträglich überraschender Weise doch freigeschaltet, dafür folgende Replik jetzt nachträglich wieder entfernt:

Weshalb wäre diese Politik korrekt? Ich denke es sollte im Gegenteil endlich einmal aufgehört werden derlei Vorstellungen als “gut”, “besser” oder “korrekt” zu bezeichnen, denn damit wird ihnen ein Stück weit immer zugestimmt.
Das alles ist zutiefst unsozial. Und Sensibilität sehe ich in diesem aus meiner Sicht überaus brutalen Text schonmal gar keine: mit ungeheurer Aggressivität wird von der eigenen Sozialisierung einfach auf andere geschlossen und die Beispiele entstammen immer der Businesswelt Erfolgreicher. Ob Journalismus oder Recruiting. Wobei die Gewalt der Sprachlosen in aller Welt dann perfider Weise als Bestätigung für die eigenen Vorbehalte gegen sexuellen Ausdruck usw. missbraucht wird. Nur die eigene Intoleranz, Nicht-Akzeptanz und Verweigerungen einer Anerkennung bleiben als Negativhaltungen außen vor.
Ausgegrenzt wird bereits an den Universitäten massiv, manche Stellen werden gleich nur mehr nach biologistischen Kriterien ausgeschrieben, usw. usf.

Ein weiterer Kommentar blieb dafür (vorerst?) erhalten: ‚Die Kritik
an „Zelda“ und Co. wird in letzter Konsequenz doch gar nicht wahrgenommen, sondern sich viel lieber gleich auf die weitaus plakativeren Vorwürfe verstiegen, jene bei denen es praktisch nur um ein Bashing normabweichender Sexualität geht. Während sie über die sexistischsten Spiele welche es im Mainstream überhaupt gibt, wie „Die Siedler“, afaik doch noch nicht einmal je ein Wort verloren hat. Es wird nicht gefragt wie Sexualität ohne eine Objektivierung überhaupt stattfinden könnte, ständig eine erwünschte Personalisierung in den Raum gestellt – wobei ein Unterschied zwischen „Sex“ und „Liebe“ dabei kaum mehr festzustellen ist, finden Verhüllungsgebote für Frauen Platz und werden diese abstruser Weise noch als „feministisch“ ausgewiesen…‘

Mord- und sonstige Gewaltandrohungen gegen „KritikerInnen“ wie Sarkeesian und Co. scheinen damit endgültig ähnlich behandelt werden zu sollen, wie die tatsächlichen Verbrechen der angeblich durch die Bank Videospiel-affinen School Shooter: sie dienen im Diskurs letztlich als Bestätigung und Handhabe dafür, wie negativ-gefährlich eine Beschäftigung mit bestimmten Inhalten dieser Medien wäre und erklären ein Publikum zu (vornehmlich heterosexuell-männlichen) Tätern, das folglich nach Belieben beschimpft wird/werden darf, mit Verachtung gestraft, in die Nähe eben dieser Drohungen, anderer Gewaltverbrechen wie Vergewaltigungen (oft mit Bezug zu den Spielen) gestellt erscheint. Und das alles wäre kein „Hass“ und keine „Gewalt“, sondern „Kritik halt“, eine einmal abschwächend formuliert „nur andere Meinung“ womit diese misogynen Gewalttäter/“Sexisten“ dann nicht klar kämen.
Der Unterschied besteht demnach nur mehr in der Frage wer spricht: kam die „Kritik“ an Videospielinhalten früher vielfach von außen, betrifft sie heute mehr die Videospielpresse und ihre in den Mainstream-Zeitungen mittlerweile ansässigen und weiterhin aufstrebenden Fringe-Redaktionen selbst. Da, und der affirmative Umgang mit Anita Sarkeesian ist für dort nur ein Beispiel, es kann auch Zustimmung für Phil Fish über Japan oder Warren Spector über Sex sein, also jene Leute welche mit Sarkeesian und Co. so zumindest „reifer“, „für Kritik aufgeschlossener“ oder gleich „kritischer“ geworden wären beziehungsweise „kritisch“ geblieben sind, sich gewissermaßen den oft zitierten „kritischen Blick“ vielfach „bewahrt“ hätten und als Bestandteil des Gamings wahrgenommen werden – Weiterleitung an die „Bewahrpädagogik“. Diese neuen Stimmen werden als Teil der Losung „Videospiele für alle“ gesehen obwohl sich sie sich von den alten womöglich nicht einmal ansatzweise unterscheiden – weder in ihrem Erscheinungsbild noch mit ihrem Auftreten und einer Attitüde als Betroffene, Besorgte, Mahnende etc. Und letztlich würde ich es dabei so schon offen lassen, ob tatsächlich geschlechtsspezifische Darstellungen problematisiert werden sollen, oder nicht doch eher wieder nur die ganze Gewalt um Videospiele, ob reale (wie die Morddrohungen) oder virtuell/fiktive (wie die inkriminierten Videospielinhalte). Also das Unverständnis für die (vermeintlich) andere Sexualität, sexuelle Inhalte und Gender-Repräsentationen nur ein Vorwand sind, zumal eine wirkliche Debatte über Geschlechterrollen damit scheinbar ohnehin nicht erst entstehen soll – vermutlich weil diese nicht so einseitig erfolgen könnte…

Advertisements

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Allgemein, Alltäglichkeiten, Alternative Lebensweisen, Arbeitswelt und Realismen, Ästhetische Belange, Österreich, BärInnendienste, Biologismus, Chauvis, Freiheiten, In eigener Sache, Kapitalistische Verschärfungen, Wirtschaft und Kulturelles abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s