Weitere „kritische“ Kommentare im VDVC-Forum…

Bei „Verbraucherschutz“ und der heurigen „Umfrage“: ‚Wenn schon nach Körperbildern als „Sexismus“ gefragt wird, dann würde ich mich in jedem Fall auch über folgende Frage freuen:
„Nutzen Sie Videospiele in sexueller Hinsicht?“
Denn mir hat jedenfalls noch immer niemand sagen können, wie Begehren funktionieren soll wenn dabei nicht etwas auf „Körper reduziert“ erscheint. Die meisten Vorstellungen verwechseln Begehren dahingehend erfahrungsgemäß mit (platonischen) Emotionen wie Liebe usw. Oder setzen derlei Ideen Sexualität sowieso gleich…
Ansonsten empfände ich die Fragestellungen halt sehr diskriminierend, da die Existenz eines berechtigten Interesses dahingehend offenbar ausgeschlossen werden soll.
(…)
Nutzung „in sexueller Hinsicht“ ist aus meiner Sicht jede (Ausdrucks-)Form in der Videospiele für Fantasien diesbezüglich gebraucht werden. Ob dafür selbst kreativ geworden wurde, etwa in Rahmen von Figureneditoren, oder nur was von anderen rezipiert, würde ich da völlig offen lassen.
Und das kann zwar auch ein relativ gewöhnlicher Unterwäschefetisch sein, aber etwa ebenfalls eine Verbindung von Tanz und Kochen/Essen wie ab nächster Woche in „Senran Kagura – Bon Appetit“ auch im Westen. Natürlich können gerade sexuelle Inhalte mit einem, dann sogar traditionellem, „pornografischen Blick“ betrachtet werden – ich kann das aber auch weiterhin mit asexueller Gewalt tun.
Und worin andere vielleicht „Taktik“ oder sogar „Sport“ sehen, nur Messerstechereien hinterrücks, Maschinengewehrsalven erblicken. Mord und Totschlag.
Ob dafür nun aus „Wettbewerbsgründen Blut“ vorher ausgeblendet wurde, oder nicht. Selbst Videospielen als solches (ganz ohne auf zum Beispiel „Gewalt“ darin Bezug zu nehmen) auf vermeintlich stupide Tätigkeiten wie ein Knöpfedrücken oder „Joystick“-Rühren reduzieren.

Wobei meine Frage nach einem Begehren diese Beschreibungen eines wohl vermeintlichen „Missbrauchs“ im Übrigen keineswegs beantworten: auch könnte ich Gegenfragen wann eine mutmaßlich „weibliche“ Videospielfigur, von der ihre primären biologischen Geschlechtsmerkmale meistens sowieso fehlen, etwa überhaupt auf ihren Körper reduziert worden sein würde – wenn diese Figur in der Darstellung erstmal überhaupt aus (grafischen) Objekten besteht.
Ich kann es mit meinem Gewissen jedenfalls nicht vereinbaren, dass über Bilder von Frauen(figuren) und Zugängen bestimmt werden möchte, ein patriarchales Verhüllungsgebot verlängert, wenn schon nicht vertreten, wird, und das – aus meiner Sicht – zynisch noch im Rahmen von „Solidarisierungen“ vielleicht als Mann, nur weil es halt Frauen gibt die diese Probleme mit der Sexualität anderer Menschen, Menschen wie zum Beispiel mir, teilen und diese in ihrer Autonomie über deren bevorzugten Ausdruck, der mit Vorwürfen wie „Sexismus“ zurückgedrängt werden soll (wenn schon nicht „verboten“), deshalb fremdbestimmt einschränken (wollen).
Denn in der Öffentlichkeit existieren tun Menschen wie ich sowieso nicht. Für sie besteht in diesen, „unseren“, ich sollte wohl besser sagen „Euren“, Gesellschaften offensichtlich ohnehin kein Platz. Ob mit oder ohne „geschlossene Nutzergruppen“, Personalausweis etc.

Doch wenn dieses Unverständnis für Sexualität jenseits realer zwischenmenschlicher Beziehungen (bis hin zur Institution der Ehe oder herkömmlichen Familienbildern) und diese vorgeblichen „Fragen“ im Übrigen auch noch eine offizielle Position des VDVC(-Vorstandes) sind oder noch werden sollen, dann fände ich das sehr schade.
Ich erkenne darin, also in diesen fragenden Beschreibungen, jedenfalls nichts als menschenverachtende Diffamierungen, eben Versuche einer Kriminalisierung fremder Sexualitäten (wie den Vorwurf des „Voyeurismus“* usw.): so würde ich auch nicht fragen, ob verheiratet zu sein bedeutet, dass zwei Personen gegenseitige Besitzansprüche aufeinander stellen, oder es doch nur um steuerliche Vorteile und sonstige gesellschaftliche Erleichterungen dabei geht. Wenn diese Fragen die Idee von „Niveau“ oder einer „Würde“ sind, dahingehend wie einseitig mit normabweichenden Menschen umgegangen werden soll, dann weise ich das zusammen mit dem Vorwurf des Sexismus nicht nur zurück, sondern bedaure es obendrein.

* so absurd er in der Sache auch immer sein mag, denn Videospielbilder können zwar damit spielen, aber selbst tatsächlich nie „voyeuristisch“ sein wenn sie nicht auf entsprechend reales Bildmaterial zurückgreifen – außer es handelt sich um irgendwelche Leaks (wie „Hot Coffee“ damals), Bugs oder Glitches. Selbst wenn unerwünschte Inhalte erst über Umwege sichtbar werden, wie voriges Jahr bei „Beyond – Two Souls“, sind diese auch irgendwann absichtlich entstanden;‘

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