Jede Person darf Kleidung tragen (oder auch nicht)

Kommentar: ‚Vollste Zustimmung. Nur von „Lügen“ würde ich dabei nicht sprechen: eine „Lüge“ definiere ich nämlich als absichtliche Unwahrheit, wobei ich glaube dass sich die Sprechenden nicht einmal über ihre beschriebene Manipulationskraft oft bewusst sind.
Schon aus meiner (Diplom-)Arbeit über Populismus vor zehn Jahren habe ich den Eindruck gewonnen, dass Vorstellungen zwar auch strategisch platziert werden können, es aber eher naheliegt dass an sie wirklich geglaubt wird: an ein Schwarz-Weiß-Denken wie ein „wir sind die Guten“ und „die anderen sind die Bösen“. Ob dafür irgendwelche imaginierten oder tatsächlichen „Drogendealer“ auftreten, oder in dem Fall die Ausstoßenden von Morddrohungen gemeint sind, alles wird auf diese Gruppen innerhalb von ohnehin unliebsamen Gruppen reduziert. Weil diese Gruppen an sich schon nicht in das jeweilige Weltbild passen, ob das jetzt ein Flüchtling ist der schaut dass er in dieser Welt mit ihren vielen Waren irgendwie schnell zu Geld kommt, oder ein übergewichtiger Geek, der es vorzieht im Keller sich mit Videospielen zu beschäftigen, als auf die Straße unter Leute zu gehen. Lieber für sich bleibt.
Beide werden gewissermaßen als „zu bunt“ erachtet: der Geek passt obendrein nicht, weil er kein Sozialverhalten an den Tag legt, das zum Konzept „Videospiele für alle“ passt und damit zur Repräsentation taugt. Dass sie (diese Menschen) trotzdem existieren ist dementsprechend ein Ärgernis – ein Ärgernis vor allem, da sie (die Betroffenen) Selbstverständnisse unterlaufen. Und was so übrig bleibt ist einerseits praktisch nur der gute Aktivismus dagegen, und auf der anderen Seite das was eben so alles unter „Hater“ oder „Sexisten“ zusammengefasst wird.
Dass der Aktivismus der ist, der im erfolgreichen Rampenlicht steht, von der Industrie/Branche breit unterstützt wird und ja auch weitgehende Zustimmung im Journalismus findet, während die stereotypen Menschen im Keller genau diese Aufmerksamkeit ja eigentlich nicht kriegen, sondern weit eher nur journalistische Schläge für ihre bloße Existenz abbekommen, daran wird nicht einmal ein Gedanke verschwendet. Wenn etwa ich als Mensch mit Behinderung über „echte Erotik“ in Videospielen lese und damit praktisch nur funktionierende, traditionell form“schöne“, starke und kräftige Körper gemeint sind, die aus deren Sicht „gleichberechtigt“ agieren, und ich das mit meinem normabweichenden Körper als sexuell ausgrenzend wahrnehme, noch dazu wenn diese „echte Erotik“ dem Gefühl nach gezielt gegen Darstellungen gerichtet wird die mich persönlich ansprechen, wo es diese Körper im Einklang eben nicht gibt, weil diese Darstellungen Blicke freigeben die (wie auf Frauenkörper) als unangemessen erachtet werden, dann gibt es da absolut Null Verständnis für mich. Verstehen würde man mich wohl noch, wenn ich etwa auch so Körper wie den meinigen repräsentiert sehen wollte, weil sich letzten Endes alles um Repräsentation gegen Fantasien dreht.
Aber genau das interessiert mich ja zum Beispiel nicht. Also sexuell sicher nicht.
Und genau so wird etwa auch nicht verstanden, dass Solidarität mit den Ablehnungen von Sarkeesian nicht nur eine Positionierung gegen „GamerGate“ und misogyne Morddrohungen aus dieser Richtung bedeutet, sondern so wie Ana Kasparian sagt letztlich auch immer indirekt vorschreibt wie Frauen sich selbst zeigen dürfen sollten, nicht nur irgendwelche als „männlich“ imaginierten Künstler. Also den Bildern ihre Existenz vorwirft.‘

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