Schweiz: Luzerner MMA-Trainings“verbot“ offenbar „vor dem Aus“

Laut GameRights stünde bloß eines von fünf „Game-Verboten“ in der Schweiz „vor dem Aus“ (O-Ton). Und es ist zwar schon schlimm genug wie oft da „Gewaltspiele“ (nicht) definiert wurden, aber damit hatte sich die Sache in dem Fall ja zumindest noch längst nicht: PDF.
Es ist in der Sache sogar noch nachvollziehbar, zumindest ansatzweise, wenn ein Roland Näf im Bund dieses Sommers erklärt hat, dass er ja anscheinend nicht wirklich gegen das „Spielen“ vorgehen wollte, sondern ein Verbot des „Verkaufs“ von Spielen herbeiführen. Selbst wenn das bei „Fritz+Fränzi“ dereinst noch anders klang, denn was „Verkaufen“ ist kann ansatzweise diskutiert werden, da können Listen aufgestellt werden und Einfuhrverbote erlassen (sofern diese bemerkt werden sollten, wovon dank des EU-Binnenhandels oder im Schengen-Raum mit vielleicht höchstens Stichproben im deutschen Publikum erfahrungsgemäß teilweise schonmal nicht ausgegangen wird, wenn ich an die „mir doch egal, ich bestell in/fahr nach Österreich/Holland“-Fraktion dort denke). Etwas schwieriger wird es schon bei der deutschen Regelung in Hinblick auf „Verbreitung“.
Und auch in diesem Näf-Interview kam mal wieder überdeutlich heraus, dass es vorgeblich ja nicht um die Aufgabe von Eigenverantwortung durch staatliche Kontrollen, (mehr oder weniger massive) moralische Gewalt und eine Bevormundung Erwachsener samt entsprechend einseitiger Interpretationen von Inhalten als affirmativ gemeint usw. ginge, sondern angeblich Jugendschutz-Interessen. Warum sich diese Interessen allerdings (kommunitaristisch) dermaßen äußern sollten, also in Hinsicht auf mediale und öffentliche Einschränkungen, blieb somit einmal mehr unklar.
Diese „Verbots“forderungen in der Schweiz gingen jedoch deutlich weiter und hatten teilweise erstmal gar nichts mit Medien oder öffentlichen Veranstaltungen zu tun. Denn erstaunlich schonmal wie weit solche Überlegungen (dank Werner Schneyder und Co.?) eigentlich bereits gegangen sind: so findet sich dort bei der Luzerner Verbotsforderung unter Punkt c (PDF 2) etwa auch das „Verbot“ eines „Trainings“ von Kampfsport. Völlig unklar was damit eigentlich gemeint sein kann: das „Trainieren“ in den eigenen vier Wänden, oder doch im öffentlichen Raum – wie die gewerbsmäßige Bereitstellung entsprechender Anlagen.
Was soll unter dem Gegenstand eigentlich verstanden werden: für gewöhnlich ja die Kombination verschiedener Kampfsportarten. Würde jemand also privat etwas gegen einen Sandsack boxen und nachher noch Techniken die aus dem Jiu Jitsu stammen, üben, würde das schon unter dieses „Verbot“ fallen? Oder würde es genügen dem „Kind“ einfach einen anderen Namen zu geben und etwa zu sagen „man boxe ja nur“ (dessen Verbot in keinem der Fälle je angedacht erschien) und betreibe daneben die eigene, erfundene Variante einer Sportart – wie etwa „Jin Jitsu“ (oder siehe in Verbindung mit der Gewalt gegen Hitler-Reden ausstoßende Zombies unten, Nachlese).
Kommentar bei „Stigma Videospiele“: ‚Bemerkenswert finde ich einmal mehr wie die Forderung eines allgemeinen Verbotes auf “Jugendschutz” umgemünzt wird: so heißt es nicht nur schon im Titel des PDFs, sondern wird in den “Erwägungen der Kommission” praktisch ausschließlich auf zwei Jugendschutz-”Programme” des Bundesamtes “für Sozialversicherungen” aus dem Jahr 2010 verwiesen: “Jugend und Medien” sowie “Jugend und Gewalt” (letzteres sogar im Sinne von – offenbar herkömmlicher – Gewaltprävention). Beide Programme würden “profunde und vielfältige Ergebnisse” versprechen.‘

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