Neue Kommentare zur Wahrnehmung

Wieder bei „Stigma Videospiele“. 1: ‚Das ZDF hat (ehemalige) Leute aus der Branchenpresse, die ihm zuarbeiten. Selbst Hobbyisten-Prominenz.
Anatol Locker zum Beispiel: so ist es einerseits möglich Aufgeschlossenheit, „knowing“, zu heucheln, andererseits seinen „kritischen Blick zu wahren“, das heißt die Pathologisierung/Kriminalisierung/Diffamierung/Verachtung weiter voran zu treiben und damit das Stammpublikum aus den klassischen „Frontal“-Zeiten sogar nicht zu vergraulen. Für noch mehr an hippen Sendungsinhalten hat man neuerdings ja auch noch die „Jugend“-Sparten(senderableger).
Das war im Übrigen schon vor zehn Jahren so: selbst die damalige SZ-Berichterstattung (Verdoomung der Republik) wurde von einem Menschen aus dem Popkultur-Feuilleton begleitet, der zwar von Musik wohl mehr Ahnung als von Videospielen hatte, was aber völlig egal gewesen ist. Was zählte war seine die „Kritik“ unterstützende Einstellung – nebst anderer Jugendlicher oder Junggebliebener.
Woanders beim Rundfunk hat man sich gleich mit Leuten aus dem („Jugend“-)Radio ausgeholfen. Beim ORF ist das heute noch so.‘

2: ‚Zur Verteidigung von „Mediengewalt“, dem eingetragenen Verein, sei vielleicht gesagt, dass die deutsche Politik es schon verabsäumt hat diese aus meiner Sicht ja völlig absurden Unterscheidungen überhaupt zu kommunizieren. Ich habe mittlerweile fast den Eindruck gewonnen, dass man sich für diese bloß fachspezifisch ausdiskutierten Bestimmungen insgeheim schämt und deshalb davor zurückschreckt den rechtlich gravierenden Unterschied zwischen „jugendbeeinträchtigend“ und „jugendgefährdend“ lautstark öffentlich mitzuteilen. Breitenmedial halte ich diese diffizilen Punkte nämlich aufgrund der dort vorherrschenden Verkürzungen (dem ganzen sich sehr schnell über unerwünschte Inhalte empörenden Populismus) für kaum vermittelbar.
Wobei es auch noch andere Zuschreibungen in diese Richtung gibt, von denen ich immer wieder lese und die erlaubte Inhalte sogar ganz klar vom Strafrecht abgrenzen sollen, wo beim Gewaltdarstellungsverbot etwa landläufig von „Gewaltverherrlichung“ allein ausgegangen wird und dagegen offensichtlich zum Beispiel die „Gewaltbeherrschung“ erfunden wurde, etwa als „Gears of War 3“ sein Kennzeichen bekam, oder auch in den Gutachten die von der FSF für die Kirkman-Zombieserie regelmäßig veröffentlicht werden.
Man stelle sich vor eine dafür verantwortliche Person soll damit öffentlich etwa folgenden Satz zum Besten geben: „dieser Inhalt hat ein Kennzeichen erhalten und darf offen zum Verkauf angeboten werden, weil er ist nur jugendbeeinträchtigend und gewaltbeherrscht, aber nicht jugendgefährdend und gewaltverherrlichend“. Vielleicht ist es (auch) ein Mentalitätsproblem, aber ich könnte das mit mir nicht ausmachen, wäre ich eine solch repräsentative Person…‘

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