Nicht nur zur Weihnachtszeit: Kommentar zu Leo Schmidt

Artikel: 1, 2. Kommentar im VDVC-Forum: ‚“Zugeständnisse“ sollten aber auch nicht einseitig erfolgen. Es besteht nunmal das Interesse nach einfachen Antworten auf die Frage ob Games nun „gefährlich“ sind oder nicht, negativ gedacht. Aus meiner Sicht ist Spielen immer Denken und wenn dann auf Seite 2 dieses Artikels (…) sofort der direkte Vergleich mit krebserregenden Substanzen kommt frage ich mich umgehend schon wie da über Inhalte eigentlich gedacht wird…
Also ich finde Masturbation ja toll und glaube immer noch, dass es tendenziell eher zu wenig Gewalt in Videospielen gibt: die meiste Gewalt ist funktional, es gibt viele Tabuthemen (etwa Vergewaltigungen). Zum Teil gibts (genau dahingehend) heutzutage scheinbar auch mehr Tabus als noch vor zwanzig Jahren.
Und ich täte es sogar sehr schade finden, würden Videospiele nicht dazu in der Lage sein Menschen aggressiv zu machen oder „Gewalt“ zu verursachen. Wobei ich darunter nicht nur Verbrechen wie Attentate verorten würde, was landläufig ausschließlich der Fall ist, sondern etwa auch dass Games (unabhängig von deren Inhalt) jemanden wütend machen können.
Doch genau solche Sachen werden auch empirisch erfahrungsgemäß kaum untersucht, zum Teil weil es dafür noch weniger Standardisierungen geben würde als ohnehin schon der Fall: doch könnten Medien wie Games das nämlich nicht, also gewalttätig machen, würde dies im Umkehrschluss nämlich ebenfalls bedeuten, dass auch ihr potentiell positiver Einfluss auf die Welt nur gering sein könnte. Im Übrigen kann ich immer wieder nur betonen, dass nicht einmal „Gewalt in Videospielen“ problematisiert wird, sondern praktisch ausschließlich ihre Interpretation, das heißt Negatives als positiv gemeint (affirmativ, begünstigend, „verherrlichend“).
Nur eines glaube ich anders als Herr Schmidt sicher nicht, nämlich dass es viele Spiele ohne Gewalt gäbe. Spontan würden mir lediglich ein paar abstrakte Kartenspiele einfallen: es kommt eben ganz auf die Definition an.‘

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2 Antworten zu Nicht nur zur Weihnachtszeit: Kommentar zu Leo Schmidt

  1. nicolas schreibt:

    Würdest du Gone home als „Gewaltspiel“ bezeichnen?

    • pyri schreibt:

      Ich würde gar kein Spiel als „Gewaltspiel“ bezeichnen – eben drum, weil es mir so schwer fällt „Gewalt“ abzugrenzen: erinnere mich etwa noch lebhaft daran, welche Unordnung ich in dem Haus irgendwann begonnen habe zu hinterlassen, nachdem ich die Grenzen dieser Spielwelt ausloten wollte. Da verhielt ich mich in der Außenwahrnehmung auf alle Fälle wie ein Einbrecher und der wird ja wohl gemeinhin mit gewaltsamen Handlungen assoziiert…
      „Katamari“ fällt mir noch als ein unwahrscheinliches Beispiel ein: dort gibt es vielleicht sogar die Idee nicht nur möglichst große Gegenstände aufzusammeln und sein Rollwerkzeug mit ihnen immer größer zu machen, sondern auch damit „Ordnung zu schaffen“. Doch im Gegenteil würde ich meine Handlungen in dem Spiel stets als gewalttätig und jedenfalls eher für „Chaos sorgen“ nennen. Ähnlich würde ich „King’s Quest“ nicht als „Todesspiel“ bezeichnen, nur weil King Graham darin in einem Fall vielleicht ständig starb, noch auf kreative Weise verschieden ums Leben kam.

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