Kommentar zur VDVC-Umfrage

2014. Im VDVC-Forum: ‚Eure Interessen ja in allen Ehren, aber diese mangelhafte Attraktivität beginnt etwa schon bei den ganzen DRM- und Piraterie-Fragen, denn diese betreffen größtenteils praktisch schonmal nur eine einzige aktuelle Plattform: „Microsoft Windows“, da es Services die damit etwa umgangen werden können auf anderen Betriebssystemen ohnehin nur eingeschränkt gibt (das vielleicht schlimmste von Ubisoft nicht einmal am Mac).
Und wer nicht nur auf Konsolen, sondern auch anderen mobilen Plattformen, real Pirat spielen will, wird schnell damit konfrontiert dafür einen Jailbreak der Firmware zu machen, was mit Garantieverlust etc. verbunden ist. Hinzu kommt, dass es wohl (Konsolen-)Spieler gibt die Modifikationen usw. aus Prinzip nicht haben wollen – zumal es mittlerweile sehr viele gibt, ich denke etwa an ein „Minecraft“ mit Shadern die vielmehr an jüngere LEGO-Spiele erinnern, welche die ursprünglichen Werke völlig unkenntlich machen.

Auch wird nicht gefragt wie ein PC-Service mit Steam, das diese eigentlich propagiert, damit letztendlich umgeht: zum Beispiel ob Valve Screenshots von Nazimods erlaubt. Bei Nacktpatches werden sie wohl schnell einen Riegel vorschieben, wenn für sie ohnehin bereits eigene Varianten von Visual Novels produziert werden. Auch ist „Zensur“ dahingehend kontinental geworden oder gleich transatlantisch (+ down under), das heißt betrifft somit den ganzen „Westen“ und nicht nur ein Land (denke dort etwa nur an „Bravely Default“ oder die jüngste Ankündigung von „Yakuza 5“, als Erfolg einer Petition an der auch ich beteiligt gewesen bin).
Da tendenziell kein Zugang zu den Vorzügen von Services bei Euch ideologisch sichtbar wird, fällt zudem auf wie Ihr an die Sache mit den Fragen diesbezüglich schon herangegangen seid: so fragt Ihr nicht wofür sie etwa, neben dem Spielen – wofür diese mit einiger Begründung gar nicht gemacht wurden -, noch genutzt werden. Die Services werden in der Umfrage durch die Bank vielmehr allein danach beurteilt und dementsprechend in die einzige Richtung betrachtet, ob sie ein Hindernis (für „Nutzung“, online oder offline) darstellen oder nicht.

Also mehr oder weniger als DRM. Für alles andere scheint keinerlei Verständnis zu bestehen – wobei ich mich dahingehend ja auch schon mehr als zur Genüge hier vergeblicher Weise einbringen wollte: allein gestern hat Electronic Arts zum 20. Geburstag der PlayStation für insgesamt drei Systeme Spiele im Wert von 60 Euro verschenkt.
Vor den Kontozeiten hätte es so etwas niemals geben können, da solche Vergaben nicht regulierbar gewesen wären. Und um von den sozialen Aspekten der Services eben ganz zu schweigen.‘

Replik vom 9. Dezember: ‚(…) wobei ich Regionalsperren bei optischen Medien prinzipiell für ein Relikt aus dem DVD-Zeitalter halte: so fällt mir auf Anhieb kein einziges Beispiel für einen Wii-Titel ein, der etwa aus den USA nach Europa gerne viel importiert worden wäre. Im Gegenteil wurde im Rahmen von den „Operation Rainfall“-Titeln Europa sogar noch vor den USA beliefert und betreffen bei der nur eingeschränkt möglichen Nutzung heutiger Spiele wie „Dragon Quest X“ (mit ausschließlich japanischen Konsolen) vielmehr Sprachbarrieren die Verweigerung der Konzerne diese zu lokalisieren. Der einzige Lichtblick ist und bleibt wohl der digitale Vertrieb: sich darauf zu beschränken ist zwar oft weiterhin nicht nachvollziehbar, wie zuletzt etwa bei der Aufregung wegen „Drakengard 3“, aber für viele japanische Nischentitel im Westen stellt Digital Download mittlerweile die einzige Hoffnung dar.
Und was alles andere anbelangt: ich schrieb darüber (…) auch schon sehr viel (…) Regionalsperren wurden so prinzipiell ebenfalls traditionell nicht als DRM diskutiert. Und falls mit dem Rest bei Nintendo Cartridges als DRM-Erbe (mit)gemeint sind, weil ihr Inhalt nicht (allgemein zugänglich) extrapoliert werden darf: genauso gut könnte verlangt werden bei jeder Software eine Berechtigung für den Quellcode mitzuliefern, vielleicht noch mit Erklärungen zu seinem Zugang. Noch so ein (technisches) Ideal, das mit vielen Kundenwünschen und deren „Realität“ aus meiner Sicht jedoch nichts zu tun hat: die Leute wollen spielen und als Verband erwarte ich mir, dass die Menschen in genau diesem Vorhaben unterstützt werden, dass sie mehr spielen dürfen/können sollen, und keinen Technikkampf um irgendwelche formale Transparenz der mit Inhalten und Emotionen letztlich herzlich wenig zu tun hat.‘ Nachlese.

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