USK: zweite Folge von „Game of Thrones“ ohne Jugendfreigabe

Quelle. Kommentar zur allgemeinen Jugendschutzsituation im Videospielbereich beim VDVC: ‚(…)
Also „The Lost Lords“ erscheint erst im Laufe dieses Jahres. (…)
Darüber hinaus gebe ich zu bedenken, dass der Eindruck „100% uncut“ durchaus verzerrend und irreführend sein kann – die Zeit der Spieleindizierungen ist mitunter aus genau zwei Gründen vorbei: erstens da es sich die AAA-Studios heutzutage nicht mehr leisten können oder wollen, auf deutsche Maßstäbe keine Rücksicht mehr zu nehmen, auch wenn das teilweise sehr überraschen mag (siehe die Gewaltdarstellung in „Wolfenstein – The New Order“ und „The Evil Within“).
Da findet, spätestens seit „Borderlands 2“, wohl allgemein viel Abstimmung statt. Samt entsprechender Begrifflichkeiten wie „gewaltbeherrscht“ usw.
Zweitens gibt es jenseits davon, das heißt auf Plattformen wie Steam, ganz andere Mechanismen und Situationen. Viele dort könnten sich eine USK-Prüfung wahrscheinlich überhaupt nicht leisten.
Weshalb ich einmal mehr nur einmahnen kann, mit den Möglichkeiten die aus Deutschland bei Eurem technischen Know-How bestehen, herauszufinden, welche Spiele am deutschen Steam jetzt erhältlich sind und welche nicht. Die ganze Freischaltungspraxis betraf ja auch ausschließlich die großen Publisher (angefangen von THQ früher, damals bei „Saint’s Row 2“), mit ihrem traditionellem vorauseilendem Gehorsam. Heutzutage gibt es dort ganz andere Sachen, wo dem Vernehmen nach weder Strafrecht noch sonst was mehr wirksam sind.
Des Weiteren diverse Kuriositäten. Ich denke nur an die ganz offiziellen Gore-Patches für die letzten zwei bis drei „Total War“-Releases. So etwas hätte es früher nie und nimmer gegeben.
Sowie gegebenenfalls wie viele Spiele dort OHNE USK-Prüfung erscheinen. Denn eines steht ebenfalls fest: Steam existiert nicht nur unbehelligt vom Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, wenn es um „jugendbeeinträchtigende“ Inhalte geht, sondern es gibt auch keine „Jugendschützer“ (ob selbsternannt oder wiederum offiziell), die dort als „Informanten“ tätig werden.
(…) Re-Releases neuerer Konsolenspiele würden auch als solche angegeben werden. Vielmehr wird es sich bei den anderen Fällen um Nachträge wegen unterschiedlicher Fassungen handeln (Problematik der „Inhaltsgleichheit“), da aus diesen Listen ja nicht die (mitunter entscheidende) Information hervorgeht, um welche Versionen es sich überhaupt handelt…‘

Update: ‚(…) Das „Resident Evil“ das in diesem Monat für die 360, One, PS3, PS4 und den PC erscheint ist prinzipiell eine Neuentwicklung, basiert aber auf dem Gamecube-Remake das später auch für die erste Wii umgesetzt wurde.
Mit dem PSX/PC-Spiel von 1996 hat das alles nicht unbedingt viel gemein. Da ist eher schon die DS-Umsetzung „Deadly Silence“ ähnlicher.
Solche Entwicklungen verzerren diesen Blick auf den Markt zudem, da etwa Re-Releases im Sinne von Emulationen der USK prinzipiell nicht zur Prüfung vorgelegen werden dürften, außer man will sich nach einer Listenstreichung (zusätzlich) absichern. Solche Veröffentlichungen finden mittlerweile aber andauernd statt und nicht nur für den PC, wo bei älteren Spielen neben Dosboxen mittlerweile auch ganz offiziell verstärkt Wine zum Einsatz kommt – weil ältere Windows-Spiele, falls überhaupt, nicht mehr anders laufen.

Allein heute erscheint etwa bei Sony auch die Megaton-Edition von „Duke Nukem 3D“ für PS3 und Vita, welche es schon länger für die zwei bis drei Personalcomputer-Plattformen gibt. Nur halt nicht in Deutschland.
Auch das ist keine Emulation wie die Atomic Edition die etwa Gog.com vertreibt, sondern eher eine Mischung aus einer neuen Kompilation und einer gänzlichen Neuentwicklung. Das macht die Sache mitunter noch komplizierter.

(…) ein weiteres Beispiel für diese Situation ist „GTA – San Andreas“ für die 360. Zunächst, vor vielen Jahren, erschien eine Emulation des originalen Xbox-Spiels, das wiederum eine Portierung des PS2-Originals war (wie die PC-Version).
Seit kurzem gibt es jedoch eine zweite, vermeintlich „richtige“ 360-Version. Diese ist allerdings nur ein weiterer, dafür gänzlich anderer Port – nämlich einer der mobilen Variante für iOS und Android, das heißt etwa zensurtechnisch schonmal ein ganz anderer Fall: also wäre ich da sehr vorsichtig dieses „Vice City“ zum Beispiel als ident mit dem Spiel von 2002 anzusehen.‘

Die Vielzahl unterschiedlicher Versionen ist jedoch nicht nur ein Phänomen der jüngeren mobilen Ära. Aufgrund technischer Limitationen sind unterschiedliche Multiplattform-Entwicklungen gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit, doch gibt es auch ältere Beispiele für Titel die aus dem einen oder anderen, anderen Grund gänzlich anders ausfielen als sie den Anschein wecken: so dürfte wohl aus Zensurgründen „Duke Nukem Advance“ (oben), die vermeintliche GBA-Version von „Duke Nukem 3D“, ein völlig differentes Spiel geworden sein – mit verschiedener Handlung, sogar anderer Comic-Ästhetik.

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