Neuer Kommentar zum Dispositiv (des Guten und Schönen)

Beim VDVC. Angesichts scheinbar völliger Kritiklosigkeit bei (relativ) etablierten, relativierenden Begrifflichkeiten wie „gewaltbeherrscht“ oder „jugendbeeinträchtigend“: ‚Was heißt hier „exzessive Gewaltdarstellungen“: wenn heute menschliche oder „menschenähnliche“ Körper in Deutschland praktisch nach Belieben zerfetzt werden können, keine Ragdolls, abgetrennten Köpfe usw. mehr moniert werden, vorausgesetzt den Fall diese „Gewalt“ geschah im Rahmen gängiger Genrekonventionen und nur „Lebendiges“ wurde auf diese Weise vernichtet, das heißt „Leichen“ konnten in Spielen nicht (mehr) „geschändet“ werden, dann würde ich jedenfalls nicht von weniger exzessiven Gewaltdarstellungen ausgehen, oder sogar meinen, dass Spiele dadurch weniger „brutal“ und/oder „menschenverachtend“ wurden.
Ganz im Gegenteil fände ich das trotzdem (noch) zu behaupten (über denselben pornografischen Blick auf den Gegenstand) sogar einigermaßen zynisch: zu sagen, dass „Gewalt“ etwa solange „ok“ ist solange sie in einem gewissen Rahmen bleibt, sich dort sozusagen „austobt“. Das verhindert eher weiteren Ausdruck und zementiert ein Verbot von Grenzüberschreitungen, verlängert jegliche einseitig affirmative Interpretation von Inhalten, Darstellungen und Thematisierungen, das heißt tut letztlich nichts anderes als Gewalt zu normalisieren und Videospiele als Spielzeug einzugrenzen. „Sicheren“ Sandkästen gleich – aus dem inneren gesellschaftlichen Bedürfnis nach Sicherheit heraus – jegliche Transgression und dissonante Brüche in Medien verhindernd.
Jüngstes Beispiel: die Ablehnung einer Vergewaltigungsszene in Australien. Gerade sexuelle Gewalt wird davon als Opfer einer Schere im Kopf mehr denn je betroffen sein, als Thema das dann etwa lieber (weiterhin) ausgespart bleibt.

Auch gab es schon herkömmliche Adventures wie „Phantasmagoria“ oder „Lucius“ die aufgrund ihrer Thematiken (eben drum) über die Jahrzehnte indiziert wurden. Hier kommt es wohl vor allem immer noch auf das Radar an, ob etwas dementsprechend wahrgenommen wird oder nicht.
Und die Möglichkeiten in „GTA“ Amok zu laufen, wie der Herr vom KFN sagt, ergeben sich schließlich ja auch gerade aus den Möglichkeiten welche (Open-World-)Genre-Mixes bieten. Nicht zuletzt wurde einem Rollenspiel wie „Dragon Age – Origins“, damals beim Deutschen Computerspielpreis, nach mittlerweile sogar mehreren Berichten auch seine Optionsvielfalt zum Vorwurf gemacht. Vielleicht kann das sogar unabhängig voneinander bestätigt werden…‘

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