Xbox One-„Default Title“: Retail-Version von „Dead or Alive 5“ startet überhaupt nicht, wenn ein freigeschaltetes „Core Fighters“ installiert ist

Während die Presse weiterhin nach „Übersexualisierung“ fragen mag, bestätigten sich für mich zu meiner Überraschung sogar Gerüchte, wonach die Xbox-One-Disc nur einen Freischalt-Token zum Xbox Store darstellt.
Zumindest dann wenn „Core Fighters“ installiert und freigeschaltet ist, installiert sich die Vollversion nicht einmal. Zunächst dachte ich entsprechende Berichte wären eine Illusion und die Konsole nimmt nur scheinbar Downloads vor, das heißt installiert dahingehend Inhalte einzeln von Disc – angeblich täte dies auf der Xbox One bereits „Saint’s Row“ so.
Die Installation beginnt jedoch auch nicht automatisch, nachdem eine Internetverbindung hergestellt wurde, sondern ist vermutlich wirklich erst ein Download der einsetzt nachdem der „Default Title“-Disc-Tile neuerlich ausgewählt wurde. Es gilt jedoch eben folgende Einschränkung der Informationen: für diesen Test habe ich nur meine Internetverbindung gekappt und „Core Fighters“ zunächst nicht deinstalliert.

Zu meiner weitergehenden Verwunderung änderte jedoch auch die neue Auswahl des „Default Title“-Tiles nichts an der Situation: es wurde ein weiteres Mal nur das freigeschaltete „Core Fighters“ geladen (selbstverständlich bis auf Kostüme ohne jegliche zusätzliche Downloads zur Vollversion), kein Download gestartet und auch nichts installiert. Also nahm ich die Disc wieder aus dem Laufwerk und legte sie neu ein, diesmal mit Internetverbindung: ich achtete darauf, dass die „Core Fighters“-Anwendung vorher geschlossen wurde – doch wieder nichts.
Dann nahm ich die Disc ein weiteres Mal heraus, kappte erneut die Internetverbindung, deinstallierte doch „Core Fighters“ und versuchte wieder mein Glück: erst jetzt zeitigte das Experiment erwartungsgemäß Erfolg – „Dead or Alive 5“ gaukelte tatsächlich einen Download vor und installierte der Reihe nach die aus dem Store bekannten Items als Quasi-Neuzusammensetzung einer „Dead or Alive 5“-Vollversion, sogar die alte Musik des zweiten und dritten Teils, welche bei „Ultimate“ noch enthalten war, wird wegen ihres Fehlens in der „Core Fighters“-Grundversion als zwei eigene Pakete installiert – zusätzliche Musik zum ersten Teil ist schon in „Core Fighters“ enthalten, das formal natürlich weiterhin als Grundlage dient.
Bemerkenswerter Weise inszeniert die Disc kurz sogar eine Art „Offline-Cloud“ mit „Core Fighters“ als „bereit zum installieren“: unglaublicher noch werden die einzelnen Items solange sie installiert werden nicht einmal nur in der „Download“-Warteschlange angezeigt, sondern auch einzeln unter „Spiele“. Etwa sämtliche „Dead or Alive“-Charaktere als eigene „Spiele“, wobei daraus dass die Disc formal lediglich „Core Fighters“ freischaltet nicht einmal ein Hehl gemacht wird, wenn es selbst den „Unlock“-Token als eigenes „Spiel“ anzeigt… Alles andere als diese Pseudo-Downloads wären mit der 180°-Offline-Wendung in der Xbox One-Politik ab Mitte 2013 zwar auch nicht vereinbar gewesen, dennoch ist es mehr als verwunderlich wie eine solch komplizierte und in Zusammenhang mit den Store-Veröffentlichungen zumindest teilweise nicht funktionierende Disc durch die Microsoft-Qualitätssicherung kommen konnte: mein „Spaß“ mit dieser Veröffentlichung begann aber erst.

Ich wartete also bis sich dieses ominöse „Dead or Alive 5“ vollständig von Disc zusammensetzte – was gut eine halbe Stunde dauerte – und ging hernach erst wieder online: einen bei richtigen Downloads sonst üblichen Fortschrittsbalken gab es am Ende übrigens nur für die einzelnen „DLCs“ in der App-Verwaltung, aber nicht für das eigentliche Spiel – ich wusste deshalb nicht ob das Spiel nachdem sich die über 30 Items einzeln installiert hatten wirklich installiert war. Der „Default Title“-Tile änderte sich demnach zu keinem Zeitpunkt.
Erst als das Update 1.01 aus dem Internet geladen wurde gab es eine Fortschrittsanzeige für das neben „Default Title“ weiterhin „Core Fighters“ benannte Tile. Und nur diese Kachel lässt sich auch pinnen.

Großer Nachteil/kleiner Vorteil

Der große Nachteil der Retail-Version ist, dass die umfangreichen Dreingaben, welche es kostenlos für den Store-Release gibt, selbst bei installlierter Vollversion nicht einlösbar sind. Dazu gehört sowohl ein Teil der japanischen Collector’s Edition, welchen es hierzulande als Vorbestell-Bonus im Retail gab, als auch die restlichen Gravure-Filme und weitere Kostüme, welche dem Vernehmen nach allen Erstausgaben des Spiels in Japan beiliegen: genau dieser Code fehlt in hiesigen Packungen aber – es gibt darin überhaupt keinen Bonus.
Hinzu kommt im Store die versteckte Existenz eines Gratis-Zusatz-Gesamtpakets (Bing in den sprachlich unterschiedlichen Geschäften einfach mal nach „free“ oder „gratis“ suchen lassen und dann in die Kampfsport-Rubrik wechseln) mit all diesen Extras und einem weiteren Set aus der Vita-Version (den zu den Cheerleader-Kostümen, die schon auf der „Last Round“-Disc enthalten sind, noch fehlenden Bikinis aus „Plus“): dieser Token ist zwar nicht mit dem Paket der Vollversion im Store verbunden, sondern wird nur als damit „kompatibel“ ausgewiesen, wird in allen Geschäften bislang aber dennoch als „nicht verfügbar“ angezeigt, zumindest wohl insofern, solange die Store-Vollversion nicht gekauft wurde: insgesamt dürfte es sich dabei um Inhalte handeln die einzeln gekauft den Preis der Vollversion deutlich übersteigen würden.
Des Weiteren gab es (Update) zum Release in der letzten Woche sogar noch ein weiteres DLC-Paket, „Showstoppers Encore“ oder „Sternen Zugabe“, das nur in Verbindung mit Vorbestellungen bei der Kette Best Buy, oder in Zusammenhang mit einem Arcade-Stick der Firma Hori, einlösbar ist. Dafür gibt es sogar einen eigenen Kompatibilitäskatalog (den dritten für „Last Round“), das heißt damit – größtenteils Umfärbungen bereits bekannter Kostüme – dürfte online auch nicht verbunden werden. Erst jene Kataloge die mit den Kostümen aus dem 93-Euro-Pass für die nächsten Monate zusammenhängen (ab Nr. 4), wofür heute der erste weitere (5) erschienen ist, sind zwecks Kompatibilität für alle frei zugänglich.
Den einzigen Vorteil, den die Retail-Version aufweist, ist, dass nach einmal erfolgter Installation von Disc die Installation prinzipiell auch ohne das Spiel zu besitzen weiter genutzt werden kann, das heißt auch wenn die Disc aus dem Laufwerk genommen wurde: „Dead or Alive 5“ stuft sich in dem Fall einer Disc-Entfernung nach Neustart einfach auf jene Version zurück welche aus dem Store bislang freigeschaltet wurde, das heißt bleibt so oder so – mehr oder weniger – spielbar, weil es eben auf einer Freemium- oder F2P-Grundlage basiert.

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