Sarkeesian: Gamer seien doch keine Hater

Im Interview mit dem New Yorker zeigte sich, wohl zur Überraschung vieler, die kanadische Videospiel-Aktivistin Anita Sarkeesian erstmals konziliant: es wäre ihr persönlich und ihrer Arbeit im öffentlichen Raum keineswegs daran gelegen gewesen, eine ganze Gruppe an Menschen in die Nähe von Hass, Misogynität und Gewaltandrohungen zu rücken. Auch wolle sie, nach reiflicher Überlegung, zukünftig darauf verzichten die geschlechtliche Zugehörigkeit, sowie Interessen und Gefühle von Männern und Frauen fremdbestimmt zu definieren: ein vermeintlich biologisches Erscheinungsbild könne darüber keinen Aufschluss geben und sie selbst sei absolut keine Biologistin, wie Sarkeesian gegenüber der Zeitschrift betonte.
Ebenso wenig unveränderlich wären angenommene Differenzen zwischen den Geschlechtern: bei Bildern und Reportagen wären auch „Feminist Frequency“-Sendungen als Konstruktionen nicht auszunehmen. Auf die journalistische Frage danach, wie sie das auf einmal nur so sagen und könne ob das kein Relativismus wäre – den sie doch eigentlich ablehne -, meinte sie nur, dass auch sie sich ändern könne und mehr auf jene Menschen zugehen, welche ihr nicht zustimmen würden – und zwar ohne diese deshalb, wegen anderer, gleich mit Emotionen wie Hass in Verbindung zu bringen: keineswegs jedes Videospiel bräuchte des Weiteren für alle geeignet sein.
Sie wollte nicht den Eindruck erwecken, eigene negative Erfahrungen wie Morddrohungen auf eine Vielzahl ihr völlig fremder Personen und deren Leben zu projizieren. In Hinblick auf abwertende Zuschreibungen sexueller Inhalte stellte sie darüber hinaus klar, dass Sexualität mit Sexismus nicht gleichzusetzen sei und es ihr deshalb fern liege, den virtuellen Charakter von Videospielen auf ein pauschal problematisches Realitätsverhältnis zu beziehen, oder – wie eine lange Tradition an MedienkritikerInnen vor ihr – Gewaltdarstellungen als diesbezüglich ursächlich anzusehen. Hilfsbdedürftige Menschen zu diskriminieren sei ebenfalls weder ihre eigene Absicht, noch jene ihrer Produktion gewesen, so die Autorin abschließend gegenüber ihrem verblüfft wirkenden Interviewpart.

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