Kommentar zu „Postal“

Beim Standard: ‚“(…) der Spieler begibt sich darin auf einen Amoklauf, dessen Hintergründe weitgehend offen bleiben.“ Diese Behauptung habe ich
zwar auch lange geglaubt, ist bei näherer Betrachtung aber zweifellos unhaltbar. Eine solch vereinfachte Interpretation weder nachvollziehbar noch verantwortlich zu nennen. Das Konzept samt Mechanik sogar gegenteilig eine Parodie von Partizipation – im Unterschied zu den klamaukhaften Sequels, oder dem todernsten „Manhunt“: der Protagonist ist darin eher ein vermeintliches, selbsternanntes Opfer, dem – sei es wegen Panik aufgrund einer aufgehetzten Erscheinung dieses „Dude“ und dementsprechende Lynchjustiz gegen ihn, oder sonst einem Irrsinn – angeblich Unrecht geschieht.
Um beim titelgebenden Bild des Amoklaufes zu bleiben: man mimt darin einen vermeintlich unschuldigen „Läufer“ der bis zum Schulmassaker und seiner Festnahme in eine

„Amokwelt“ geworfen wird. Und erst in dieser macht er sich durch ihre Vorgaben schuldig, sofern er sich ihr (der Welt) nicht völlig verweigert. Allerdings lässt es das Spiel offen ob nicht (auch) diese Wahrnehmung in einer Psychose des Protagonisten liegt.
Denn „Postal“ beschreibt vielmehr eine Welt die völlig aus den Fugen geraten ist, in der jeder jeden nach dem Leben zu trachten scheint, Recht und Ordnung nur mehr lose vorhanden sind. Und zwar ganz ohne Zombies und Co.
Nur wer nicht mitmacht, also etwa beim „Töten unbewaffneter Zivilisten“, kommt nicht weiter – wird für die „Teilhabe“ an dieser Welt folglich auch nicht „belohnt“. Und genau das macht auch den Unterschied zur Motivation für Gewalthandlungen in einem „Carmageddon“ aus.‘

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